ElringKlinger

Geschäftsbetrieb
ElringKlinger AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007856023
Gründung 1879
Sitz Dettingen an der Erms,
DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender
Mitarbeiterzahl 10.429[1]
Umsatz 1,699 Mrd. Euro (2018)[1]
Branche Automobilzulieferer
Website www.elringklinger.de
Stand: 31. Dezember 2018

Die ElringKlinger AG ist ein deutscher Konzern mit Sitz im baden-württembergischen Dettingen an der Erms, der als Automobilzulieferer tätig ist. Zum 31. Dezember 2018 umfasste der ElringKlinger-Konzern neben der Muttergesellschaft 39 vollkonsolidierte Tochterunternehmen.[1]

Das Unternehmen bietet Lösungen für sowohl Verbrennungsmotoren als auch Hybrid- oder Elektroantriebe an. Zu den Produkten zählen Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoff-Leichtbauteile sowie Abschirmteile für Motor, Getriebe, Abgassystem und Unterboden. Im Geschäftsbereich Elektromobilität werden Komponenten und Systeme der Brennstoffzellen- und Batterientechnologie angeboten. Ergänzt wird das Portfolio durch Produkte aus dem Hochleistungskunststoff PTFE – auch für Branchen außerhalb der Automobilindustrie. Das Unternehmen ist zudem Weltmarktführer im Segment Zylinderkopfdichtungen.[2]

Etwa 90 Prozent des Jahresumsatzes von 1,7 Milliarden Euro hängen von Diesel- und Benzinmotoren ab.[3]

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1879 gründete Paul Lechler in Stuttgart ein Handelsunternehmen für Dichtungen und technische Produkte. Das Unternehmen begann ab 1914 Dichtungen selbst zu produzieren. In den Jahren 1964 und 1965 wurde der Sitz nach Dettingen an der Erms verlagert. Richard Klinger gründete bereits im Jahr 1885 in Wien eine Konstruktionswerkstatt und fertigte ab 1930 ebenfalls Zylinderkopfdichtungen.

Ab 1971 begann das Unternehmen seine Internationalisierung durch eine erste Beteiligung in Spanien. Im folgenden Jahr wurden die Fertigungsstandorte in Bietigheim-Bissingen und Langenzenn gegründet.[4]

Im Jahr 1994 entstand aus dem Automobilbereich der Richard Klinger GmbH und der Elring GmbH die ElringKlinger GmbH mit Sitz in Dettingen. Am 30. Oktober 2000 verschmolz die ElringKlinger GmbH mit der Muttergesellschaft ZWL Grundbesitz- und Beteiligungs-AG und hieß fortan ElringKlinger AG. Die ElringKlinger AG ist seit 21. Januar 2002 an der Börse in Frankfurt und Stuttgart notiert. Am 13. November 2003 wurde ElringKlinger in den SDAX aufgenommen und stieg am 4. März 2009 in den MDAX auf.[5] Die Deutsche Börse hat in der Sitzung vom 3. März 2016 über Veränderungen in der Zusammensetzung ihrer Aktienindizes entschieden, dass die Aktie der ElringKlinger AG mit Wirkung zum 21. März 2016 wieder im SDAX geführt wird, aus dem sie zum 24. September 2018 ausscheidet.[6][7]

Zum 27. Oktober 2009 erwarb ElringKlinger den im türkischen Bursa ansässigen Automobilzulieferer Ompaş, um in den türkischen Markt einzutreten.[8]

Am 11. Mai 2011 folgte der Zukauf des in der Schweiz ansässigen Abgasspezialisten Hug Gruppe.[4] Zum 12. September 2011 erwarb die ElringKlinger AG 90 Prozent am Formen- und Werkzeugbauer Hummel-Formen aus Lenningen.[4] Hug wurde 2018 an Faurecia veräußert.[9]

Am 3. Januar 2012 kaufte ElringKlinger den Metallgehäusehersteller ThaWa GmbH mit Sitz in Thale, Sachsen-Anhalt.[4] Das japanische Joint Venture ElringKlinger Marusan Corporation mit seinen Tochtergesellschaften wurde zum 31. Dezember 2013 aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung über die Kontrollausübung voll konsolidiert.

Im Juli 2014 übernahm die ElringKlinger AG 75 Prozent der new enerday GmbH mit Sitz in Neubrandenburg, Deutschland. Im Oktober 2014 übernahm die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH sämtliche Anteile der Polytetra GmbH, die Fluorpolymere und klassische Hochleistungskunststoffe verarbeitet.

Im Februar 2015 kaufte ElringKlinger den US-Automobilzulieferer M&W Manufacturing Co. (Michigan) und baute damit seine Marktposition bei Getriebesteuerplatten für Automatikgetriebe in Nordamerika und weltweit stark aus.

Im Oktober 2016 schloss ElringKlinger eine strategische Partnerschaft mit dem Engineering Unternehmen hofer AG und beteiligte sich zudem mit 53 Prozent an der Tochtergesellschaft hofer powertrain products GmbH. Durch den Anteilserwerb profitierte ElringKlinger von der Innovationskraft des Entwicklers für Systeme im Antriebsstrang bei der Entwicklung und Herstellung von alternativen Antriebstechnologien für Hybrid- oder reine Elektrofahrzeuge.[10]

Am 9. Mai 2018 wurde vom deutschen Start-Up Sono Motors die Vergabe eines Großauftrags für die Entwicklung und Fertigung eines Batteriesystems für das angekündigte Solarfahrzeug Sion verkündet. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf mehrere Hundert Millionen Euro über eine Laufzeit von acht Jahren.[11]

GeschäftsbereicheBearbeiten

ElringKlinger ist mit seinen Ersatzteilen in mehr als 140 Ländern präsent. Weltweit sind über 10.231 Mitarbeiter an 45 Standorten für das Unternehmen beschäftigt.

In den folgenden Geschäftsbereichen ist der Konzern dabei tätig:[1]

  • Zylinderkopfdichtungen
  • Dichtsysteme
  • Kunststoffmodule und Kunststoff-Leichtbauteile
  • Akustische und thermische Abschirmteile
  • Ersatzteile
  • Batterietechnologie
  • PEM-Brennstoffzellen
  • Electric Drive Unit
  • PTFE-Komponenten
  • Dienstleistungen für die Motorenentwicklung
  • Werkzeugtechnologie

Gesellschaften der ElringKlinger-GruppeBearbeiten

NationalBearbeiten

  • 100 % Gedächtnisstiftung Karl Müller Belegschaftshilfe GmbH[1]
  • 92,86 % Elring Klinger Motortechnik GmbH
  • 96 % ElringKlinger Logistic Service GmbH
  • 77,5 % ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH
  • 77,5 % Polytetra GmbH / DE (100% Tochtergesellschaft der ElringKlinger Kunststofftechnik)
  • 100 % KOCHWERK Catering GmbH
  • 28,89 % hofer AG
  • 53 % hofer powertrain products GmbH / DE (Tochtergesellschaft der hofer AG)

InternationalBearbeiten

  • 100 % ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG Schweiz [1]
  • 100 % Elring Klinger (Great Britain) Ltd. Vereinigtes Konigreich 
  • 100 % Elring Parts Ltd. Vereinigtes Konigreich 
  • 100 % ElringKlinger Italia Srl Italien 
  • 100 % ElringKlinger Meillor SAS Frankreich 
  • 100 % HURO Supermold S. R. L. Rumänien 
  • 100 % Technik-Park Heliport Kft. Ungarn 
  • 100 % ElringKlinger Hungary Kft. Ungarn 
  • 100 % Elring Klinger, S.A.U. Spanien 
  • 100 % ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.Ş. Turkei 
  • 100% ElringKlinger Fuelcell Systems Austria GmbH Osterreich 
  • 100 % ElringKlinger Canada, Inc. Kanada 
  • 100 % ElringKlinger Manufacturing Indiana, Inc. Vereinigte Staaten 
  • 100 % ElringKlinger Automotive Manufacturing, Inc. Vereinigte Staaten 
  • 100 % ElringKlinger Silicon Valley, Inc. Vereinigte Staaten 
  • 100 % ElringKlinger USA, Inc. Vereinigte Staaten 
  • 100 % Elring Klinger México, S.A. de C.V. Mexiko 
  • 100 % EKASER, S.A. de C.V. Mexiko 
  • 100 % Elring Klinger do Brasil Ltda. Brasilien 
  • 100 % Elring Klinger South Africa (Pty) Ltd. Sudafrika 
  • 100 % ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd. Indien 
  • 100 % ElringKlinger China, Ltd. China Volksrepublik 
  • 100 % ElringKlinger Chongqing Ltd. China Volksrepublik 
  • 77,5 % ElringKlinger Engineered Plastics (Qingdao) Commercial Co. / CN (100% Tochtergesellschaft der ElringKlinger Kunststofftechnik) China Volksrepublik 
  • 77,5 % ElringKlinger Engineered Plastics North America, Inc. / US (100% Tochtergesellschaft der ElringKlinger Kunststofftechnik) Vereinigte Staaten 
  • 100 % ElringKlinger Korea Korea Sud 
  • 100 % Taiyo Jushi Kakoh Co., Ltd. / JP (Tochtergesellschaft der ElringKlinger Marusan Corporation) Japan 
  • 50 % PT. ElringKlinger Indonesia / ID (100% Tochtergesellschaft der ElringKlinger Marusan Corporation) Indonesien 
  • 50 % ElringKlinger (Thailand) Co., Ltd. / TH (100% Tochtergesellschaft der ElringKlinger Marusan Corporation) Thailand 
  • 88 % Changchun ElringKlinger Ltd. China Volksrepublik 
  • 53% hofer powertrain products UK Ltd. / UK (Tochtergesellschaft der hofer AG) Vereinigtes Konigreich 
  • 50 % ElringKlinger Marusan Corporation Japan 
  • 46,9 % Marusan Kogyo Co., Ltd. Japan 

VorstandBearbeiten

Der Vorstand besteht aus vier Mitgliedern:[12]

  • Stefan Wolf (Vorstandsvorsitzender und CEO der ElringKlinger AG)
  • Theo Becker (Technikvorstand)
  • Thomas Jessulat (Finanzvorstand)
  • Reiner Drews (Produktionsvorstand)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Geschäftsbericht 2018. Abgerufen am 28. März 2019.
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  3. Ullrich Fichtner, Simon Hage, Martin Hesse, Gerald Traufetter, Bernhard Zand: Motorschaden. In: Der Spiegel. Nr. 44, 2019, S. 10–22 (online26. Oktober 2019).
  4. a b c d elringklinger.de: Die Unternehmensgeschichte
  5. Christian Kirchner: Dax-Neulinge profitieren kaum. (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.today) In: FTD.de. 5. März 2009.
  6. Geschäftsbericht 2015. Abgerufen am 13. April 2016.
  7. Changes in the indices (Englisch, PDF) Deutsche Börse. 5. September 2018. Archiviert vom Original am 6. September 2018. Abgerufen am 5. September 2018.
  8. ElringKlinger-Gruppe kauft Produktionsstätte in der Türkei. Abgerufen am 15. November 2017.
  9. Faurecia: Faurecia übernimmt Hug Engineering und wird führend bei Abgasreinigungsanlagen für Hochleistungsmotoren, abgerufen am 6. September 2018
  10. ElringKlinger stellt weitere Weichen für die Mobilität der Zukunft. Abgerufen am 15. November 2017.
  11. Sono Sion: Batterie-Großauftrag geht an ElringKlinger – ecomento.de. In: ecomento.de. 9. Mai 2018 (ecomento.de [abgerufen am 9. Mai 2018]).
  12. elringklinger.de: Vorstand ElringKlinger