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Elfriede Aulhorn

deutsche Ophtalmologin und Hochschullehrerin

Elfriede Aulhorn (* 8. Januar 1923 in Hannover; † 4. März 1991 in Tübingen, geborene Elfriede Andreae) war die erste Frau, die einen Lehrstuhl an der Eberhard Karls Universität Tübingen innehatte.[1] Sie hat sich mit der Entwicklung neuer Methoden der Gesichtsfelduntersuchung zum Studium der Pathophysiologie weltweit Anerkennung erworben.

KarriereBearbeiten

Nach dem Abitur in Hannover und einem einjährigen Arbeitsdienst begann sie ihr Medizinstudium in Freiburg. Nach zwei Semestern wurde sie während des Zweiten Weltkriegs zum Sanitätsdienst eingezogen, zuletzt als Sanitätsfeldwebel in einem Hamburger Luftschutzbunker. Während der Fortsetzung ihres Studiums in Göttingen heiratete sie 1947 den Physiologen Otfried Aulhorn und hatte mit ihm eine Tochter. Nach dem Staatsexamen promovierte sie summa cum laude zum Thema Über Fixationsbreite und Fixationsfrequenz beim Lesen gerichteter Konturen und habilitierte sich 1961 in Tübingen mit ihrer Arbeit über Die Beziehung zwischen Lichtsinn und Sehschärfe.[1][2] Im Jahr 1985 wurde sie zum Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina gewählt.

Sie lehrte als Dozentin an der Tübinger Universität, wurde 1963 zur außerordentlichen Professorin ernannt und leitete ab 1966 die Abteilung Pathologie des Sehens. 1970 bekam sie als ordentliche Professorin der Ophtalmologie als erste Frau ein Ordinariat und war damit außerdem die erste Ordinaria im Fach Augenheilkunde in Deutschland. Ab 1974 befasste sich ihr Lehrstuhl auch mit dem Fach Neuroophthalmologie.[1]

WürdigungBearbeiten

In Tübingen ist die Elfriede-Aulhorn-Straße im Universitätsklinikum auf dem Schnarrenberg nach ihr benannt.[3]

Die Neuro-ophthalmologischen Gesellschaft e. V. vergibt den mit 4000 Euro dotierten „Elfriede-Aulhorn-Preis“ im zweijährlichen Turnus, um die Forschung im Bereich der Physiologie und Pathophysiologie des Sehens sowie der Neuroophthalmologie zu fördern. Der Preis wird für besonders wertvolle Arbeiten in den genannten Wissenschaftsgebieten verliehen, insbesondere für die Entwicklung von neuen, für Klinik und augenärztliche Praxis wichtigen sinnesphysiologischen Untersuchungsmethoden oder Studien zur Verbesserung diagnostischer oder therapeutischer Verfahren bei neuroopthalmologischen Erkrankungen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Corinna Schneider: Elfriede Aulhorn (1923-1991) (Memento vom 28. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF; 13 kB)
  2. Andrea Bachmann: Tübinger Straßen: Elfriede-Aulhorn-Straße. (Memento des Originals vom 4. März 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tagblatt.de Tagblatt, 5. Januar 2010.
  3. Elfriede-Aulhorn-Straße auf TÜpedia.