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Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser

Verkehrsunternehmen in Niedersachsen
Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB)
Evb logo 2011.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Zeven bzw. Bremervörde
Webpräsenz www.evb-elbe-weser.de
Bezugsjahr 2010[1]
Eigentümer 59 % Hannoversche Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen
24 % Land Niedersachsen
17 % Landkreise und Gemeinden aus der Elbe-Weser-Region
Geschäftsführung Dr. Marcel Frank
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen
Verkehrsgemeinschaft Nordost-Niedersachsen
Hamburger Verkehrsverbund
Mitarbeiter 380, mit evb-Gruppe 550
Umsatz 62,7 Mio. Euro (Konzern)dep1
Linien
Eisenbahn 4
Bus 32
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 43
Triebwagen 15 LINT 41
5 (davon zwei einsatzbereit) VT 628
2 VT 98 (Moorexpress)
2 Alstom Coradia iLint
Omnibusse 80
Statistik
Fahrgäste 6 Mio. (davon 2 Mio. Schiene)
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 261 km
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Bremervörde, Zeven, Grasberg, Regensburg, Bremerhaven-Speckenbüttel, Hamburg (RailPortFeeder), Bruchhausen-Vilsen (evb Logistik GmbH / Mittelweserbahn GmbH)
Ehemaliges Logo
Uerdinger Schienenbus der EVB
Dieseltriebwagen VT 628
Diesellok der EVB in Hamburg–Waltershof
EVB-Dieseltriebwagen 151 in neuer Lackierung in Rotenburg (Wümme)
Alstom Coradia LINT aus dem Fahrzeugpool der LNVG im Bahnhof Cuxhaven

Die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB, eigene Schreibweise evb) ist ein Verkehrsunternehmen im als Elbe-Weser-Dreieck bekannten Teil Niedersachsens mit Sitz in Zeven im Gebäude des Bahnhofs Zeven Süd. Der Eisenbahnbetrieb der sowohl als Eisenbahninfrastrukturunternehmen auch als Eisenbahnverkehrsunternehmen operierenden Gesellschaft hat seinen Sitz in Bremervörde.

Inhaltsverzeichnis

BetriebBearbeiten

BusverkehrBearbeiten

Die EVB betreiben 32 Buslinien im ÖPNV der Landkreise Rotenburg (Wümme), Stade, Harburg sowie der Stadt Bremen.

BahnverkehrBearbeiten

Die EVB betreiben den Schienenpersonennahverkehr auf der Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude zwischen Bremerhaven und Buxtehude (über Harsefeld) (KBS 122). Aufgrund der Übernahme des Betriebs auf der Niederelbebahn Hamburg–Cuxhaven zunächst durch Metronom, später Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe mbH und der Verlängerung der Hamburger S-Bahn-Linie S 3 bis Stade ist heute Buxtehude Umsteigebahnhof. Zusammen mit der DB Regio AG betrieben die EVB die Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven mit dem Namen Nordseebahn. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2011 ist sie hier allein für den Schienenpersonennahverkehr zuständig. Als touristische Attraktion ist der Moorexpress bekannt. Der historische Uerdinger Schienenbus, der zwischen Bremen und Stade verkehrt, wird ebenfalls durch die EVB betrieben. Darüber hinaus sind die EVB im Güterverkehr auf dem eigenen Streckennetz engagiert. Durch die Übernahme der Mehrheit bei der Mittelweserbahn weiteten die EVB insbesondere den Seehafenhinterlandverkehr auf ganz Deutschland und das benachbarte Ausland aus.[2] Von Ende 2014 bis Ende 2018 wurde auch die Direktverbindung zwischen Rotenburg (Wümme) und Verden durch Triebwagen der EVB als Subunternehmer für die DB Regio AG abgedeckt. Seit Dezember 2018 betreibt die evb den Betrieb auf der RB 76 selbst. Im Dezember 2022 wird die RB 76 dann in das Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen integriert.

StreckennetzBearbeiten

Als Eisenbahninfrastrukturunternehmen verfügen die EVB über ein 261 Kilometer langes Streckennetz, das aus eingleisigen Nebenbahnen besteht, die im Zugleitbetrieb betrieben werden. Folgende Strecken gehören dazu:[3]

Die Strecke von Harsefeld nach Hollenstedt wird seit 2006 abgebaut. Was mit der Trennung vom Stammgleis in Harsefeld im Jahr 2004 durch den Bau einer neuen Verbindungskurve in Harsefeld begann, setzte sich konsequent durch den Abbau der verbliebenen Strecke fort. Bereits rund fünf Kilometer Streckengleis zwischen Harsefeld und Beckdorf wurden entfernt. Ebenso wurden ab 2007 die Gleise zwischen Rotenburg und Brockel entfernt.

GeschichteBearbeiten

Die EVB sind am 1. Januar 1981 aus der Bremervörde-Osterholzer Eisenbahn GmbH (BOE, 48 Streckenkilometer) und der Wilstedt-Zeven-Tostedter Eisenbahn GmbH (WZTE, 63,5 Streckenkilometer) hervorgegangen. 1991 kamen die vormals von der Deutschen Bundesbahn betriebenen Nebenstrecken in dem Dreieck zwischen Bremerhaven, Bremen und Hamburg (dem „Nassen Dreieck“) hinzu. Die noch vorhandenen Reste der ehemaligen Bahnstrecke Bremervörde–Walsrode, der Strecken Bremerhaven–Buchholz und Hesedorf–Stade. Sie machten die EVB mit nun 286 Streckenkilometern zur zweitgrößten deutschen Privatbahn nach den Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE). 1993 fusionierten die EVB mit der Buxtehude-Harsefelder Eisenbahn.

Der Personenverkehr auf der Strecke Bremerhaven–Stade wurde zunächst mit gebrauchten Schienenbussen betrieben. Die EVB erhielten jedoch sehr bald einige Triebwagen der Baureihe 628.4, die ihren Einsatz ab 1993 auf der neu eingerichteten Linie Bremerhaven–Hamburg-Neugraben fanden. Der Personenverkehr der EVB auf der RB 33 zwischen Bremervörde und Stade wurde eingestellt. Der Bahnhof Stade wird von den EVB nur noch durch den touristischen Saisonverkehr des Moorexpress angefahren.

Vom 14. Dezember 2003 bis 10. Dezember 2011 betrieben die EVB im Auftrag der DB Regio AG zusätzlich unter der Bezeichnung Nordseebahn die Strecke zwischen Bremerhaven und Cuxhaven mit Triebwagen des Typs Alstom Coradia LINT. Seit dem 11. Dezember 2011 betreiben die EVB eigenverantwortlich den Nahverkehr auf dieser Strecke.

Im Jahr 2005 wurde das Busunternehmen „von Ahrentschildt“ aus Lilienthal von den EVB übernommen.

In den Jahren 2000 bis 2003 wurde der Güterverkehr auf der Schiene stark eingeschränkt und auf manchen Strecken (z. B. WilstedtZevenTostedt und Rotenburg (Wümme)Brockel) nahezu komplett eingestellt. Seitdem konzentrieren sich die EVB auf die Beförderung von Personen zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde, Buxtehude und Hamburg sowie den Güterverkehr mit Containern zwischen Hamburg, Bremen und Bremerhaven. Nachdem 2008 täglich bis zu 11 Container-Ganzzüge auf dieser Verbindung fuhren, sank die Nachfrage danach stark, so dass dieser Verkehr aus Wirtschaftlichkeitsgründen 2018 eingestellt werden musste.[4] In Kooperation mit anderen Unternehmen werden weiterhin Containerzüge bis nach Süddeutschland durch das Tochterunternehmen Neutral Container Shuttle System GmbH (Necoss) geführt.

Auf den eigenen Bahnstrecken bieten die EVB neben dem Planbetrieb auch Charter- und Saisonfahrten mit aktuellen Fahrzeugen und mit historischen Schienenbussen an. Ein Beispiel hierfür ist der Moorexpress von Stade über Bremervörde nach Osterholz-Scharmbeck. Seit dem 29. April 2006 kann man mit ihm auch nach Bremen fahren.

Die EVB sind mit der Hamburger Hochbahn AG, der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) und der OHE an der Metronom Eisenbahngesellschaft in Uelzen beteiligt, die Regionalexpress-Züge auf den Strecken Bremen–Hamburg, Hamburg–Uelzen und Uelzen–Hannover–Göttingen einsetzt sowie seit Ende 2007 auch Regionalbahn-Züge auf den Strecken Hamburg–Tostedt und Hamburg–Lüneburg.

Am 20. September 2010 haben die EVB die Mehrheit an der im Schienengüterverkehr aktiven Mittelweserbahn (MWB) übernommen.[5] Die restlichen Minderheitsanteile wurden zum 31. August 2013 von den EVB übernommen.[6]

Ende Juni 2018 erhielt die EVB den Zuschlag zum Betrieb der Strecke Rotenburg – Verden für vier Jahre bis Dezember 2022.[7]

Die EVB sind Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

GesellschafterBearbeiten

An der EVB sind die folgenden Körperschaften beteiligt:[8]

BeteiligungenBearbeiten

Die EVB GmbH ist an folgenden Gesellschaften beteiligt:

FahrzeugeBearbeiten

Für den Personenverkehr besitzen die EVB neben älteren Triebwagen zwei Uerdinger Schienenbusse (VT 98) mit Beiwagen. Insgesamt besitzt die EVB fünf mit der DB-Baureihe 628 baugleiche Triebwagen. Seit Dezember 2003 stehen dem Unternehmen für den Betrieb der Nordseebahn und der Strecke Bremerhaven–Buxtehude neun Triebzüge vom Typ LINT 41 aus dem Fahrzeugpool der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen zur Verfügung. Mit der Ausschreibung des Nahverkehrsbetriebes wurde der Fuhrpark 2011 um sechs weitere Triebzüge aufgestockt, die die älteren Triebzüge der Baureihe 628 im Regelbetrieb ersetzen sollen.[10]

Im Güterverkehr sind unter anderem sechs ehemalige 211, eine 219, eine MaK G1206, drei MaK G 1000, eine MaK G 700 C, eine Mak G 500 C, eine Köf III und vier Siemens ER 20 im Einsatz. Derzeit sind außerdem noch sechs F140 AC2 von Railpool angemietet.[11]

Für den Personenverkehr (z. B. zwischen Zeven und Bremen) nutzen die EVB Busse der Marken Iveco, Mercedes-Benz, Volvo und Setra, unter anderem Setra S 319 NF und Mercedes-Benz Citaro.

Sechs Fahrzeuge der Baureihe 140 wurden 2012 durch die EVB von der DB AG gekauft:

  • 140 759
  • 140 761
  • 140 774
  • 140 848
  • 140 866
  • 140 870[12]

Brennstoffzellen / WasserstoffBearbeiten

Am 11. Juli 2018 erhielt der iLint von Alstom mit Brennstoffzellen die Zulassung für den kommerziellen Fahrgasteinsatz in Deutschland.[13] Dieser begann am 17. September 2018 bei den EVB auf der Strecke Buxtehude – Bremerhaven – Cuxhaven. Es handelt sich um den weltweit ersten Einsatz eines wasserstoffgetriebenen Zugs im regulären Linienbetrieb. Eine Anlage mit Wasserstofftankstelle soll in naher Zukunft gebaut werden. Bis zu ihrer Fertigstellung kommt der benötigte Wasserstoff mit Tankwagen aus den Niederlanden.[14]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unternehmenssteckbrief. (PDF; 717 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) EVB Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH, 2012, archiviert vom Original am 22. Juni 2015; abgerufen am 18. Juni 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.evb-elbe-weser.de
  2. JaWePo: Teure Diesel-Traktion. In: Täglicher Hafenbericht vom 10. Dezember 2012, S. 4
  3. Vgl. evb, Schienennetz-Benutzungsbedingungen der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (SNB-evb). (pdf) 8. November 2005, archiviert vom Original am 19. Mai 2006; abgerufen am 3. Februar 2009.
  4. evb-Container- und Güterverkehr. In: Bahn-Report. Band 36, Nr. 216, 1. November 2018, ISSN 0178-4528, S. 49 (Website [abgerufen am 2. Dezember 2018]).
  5. EVB übernimmt Mehrheit an der Mittelweserbahn GmbH. (Nicht mehr online verfügbar.) Eurailpress.de, 23. September 2010, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 18. Juni 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eurailpress.de
  6. Gesellschaftsanteile: Mittelweserbahn GmbH (MWB) wird vollständige evb-Tochter. Eurailpress.de, 10. Mai 2013, abgerufen am 18. Juni 2013.
  7. evb setzt sich gegen Konkurrenz durch. LNVG.de, 28. Juni 2018, abgerufen am 15. Juli 2018.
  8. Niedersächsisches Finanzministerium: Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH, Zeven, Stand 2004, bis Februar 2008 sind keine Änderungen bekannt geworden
  9. Vgl. evb, Presseinformation: Jade-Weser-Bahn geht an den Start. (pdf; 27 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) 1. Februar 2009, ehemals im Original; abgerufen am 3. Februar 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/evb-service.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. http://www.lnvg.de/fileadmin/user_upload/Formulare/SPNV/Konzept_SPNV_lang.pdf@1@2Vorlage:Toter Link/www.lnvg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. LNVG, SPNV-Kozept 2013+, S. 138/139
  11. Europäische Bahnen 2012/13
  12. Europäische Bahnen 2012/13
  13. Coradia iLint hydrogen train receives approval for commercial operation in German railway networks ALSTOM, Pressemitteilung, 11. Juli 2018
  14. NDR