Ein Hauch von Zärtlichkeit

Film von Claude Lelouch (1976)

Ein Hauch von Zärtlichkeit (Originaltitel: Si c’était à refaire) ist ein französisches Filmdrama von Claude Lelouch aus dem Jahr 1976 mit Catherine Deneuve und Anouk Aimée in den Hauptrollen.

Film
Deutscher TitelEin Hauch von Zärtlichkeit
OriginaltitelSi c’était à refaire
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Claude Lelouch
Drehbuch Claude Lelouch
Produktion Claude Lelouch
Musik Francis Lai
Kamera Jacques Lefrançois
Schnitt Georges Klotz
Besetzung
Synchronisation

HandlungBearbeiten

Nach 16 Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord darf die 35-jährige Catherine Berger das Gefängnis verlassen. Mit einem Taxi fährt sie zum Bahnhof von Lyon, von wo aus sie mit dem Zug in ihre Heimat nach Aix-en-Provence zurückkehrt. Unterwegs versucht ein Mann, mit ihr zu flirten. Doch alles, woran sie denken kann, ist es, ihren Sohn endlich wiederzusehen, den sie einst im Gefängnis zur Welt brachte und der anschließend in einem Waisenhaus aufwuchs. Nur ungern denkt Catherine an die Ereignisse zurück, die ihr so viele gemeinsame Jahre mit Simon gekostet haben.

Sie arbeitete einst als Sekretärin in einer Bank. Eines Tages bot ihr der Bankdirektor ein Glas Champagner an, das er mit einer Droge versehen hatte, um sie anschließend zu vergewaltigen. Daraufhin initiierten Catherine und ihr damaliger Verlobter Henri eine Racheaktion, die versehentlich zum Tod des Direktors führte und beide schließlich ins Gefängnis brachte. Als sich Henri in seiner Zelle erhängte, sah Catherine die einzige Chance, um die jahrelange Haft zu überstehen, darin, ein eigenes Kind zu haben, das ihr die nötige Kraft geben konnte. Sie bat ihren Anwalt, mit ihr ein Kind zu zeugen, doch dieser lehnte ab. Nach einem vermeintlichen Selbstmordversuch landete Catherine im Gefängniskrankenhaus, wo ihr schließlich ein Krankenpfleger den Wunsch nach einem Kind erfüllte.

Zunächst trifft sich Catherine jedoch mit Henris Mutter Lucienne. Diese hilft ihr, eine Arbeit in einem Lampenladen zu finden und sich allmählich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, die sich inzwischen vor allem in Bezug auf das Rollenbild der Frau stark verändert hat. In den Sommerferien lädt Catherine ihren Sohn schließlich zu sich ein. Gemeinsam reisen sie nach Saint-Valery-sur-Somme, wo sie einen Bootsausflug machen, Zeit am Strand verbringen und tanzen gehen. Simon weiß jedoch nicht, dass es sich bei der attraktiven Catherine um seine Mutter handelt. Er verliebt sich in sie und wird eifersüchtig, sobald ein Mann Catherine Avancen macht.

Als er schließlich die Wahrheit erfährt, zieht es den sensiblen Teenager zu Catherines ehemaliger Zellengenossin Sarah Gordon hin, die zudem Catherines engste Vertraute ist. Sarahs 18-jährige Tochter verlobt sich derweil mit einem weit älteren Mann. Catherine ist entsetzt, als sie herausfindet, dass ihr Sohn mit Sarah eine Affäre hat. Dennoch ist sie entschlossen, die verlorene Zeit mit ihm nachzuholen und eine enge Mutter-Sohn-Beziehung aufzubauen. Ihre Bemühungen zahlen sich am Ende aus und in Simons unkonventionellem Geschichtslehrer Patrick findet sie zudem den idealen Lebenspartner.

HintergrundBearbeiten

Die Dreharbeiten fanden unter anderem vor Ort in Aix-en-Provence und Saint-Valery-sur-Somme statt sowie auf dem Mont Blanc, der als Schauplatz der letzten Szene diente. Ein Hauch von Zärtlichkeit wurde am 1. Oktober 1976 erstmals in den französischen Kinos gezeigt. In Deutschland wurde der Film am 13. Januar 1977 veröffentlicht.

KritikenBearbeiten

„Eine bestechend fotografierte Kinogeschichte, die hinter der verführerischen Oberfläche aber hohl und verlogen erscheint“, urteilte das Lexikon des internationalen Films.[1] Cinema zufolge gebe es „[l]eider nur ein[en] Hauch von Handlung“, dafür sei der Film jedoch „meisterhaft in Szene gesetzt“. Zusammengefasst handle es sich um „[p]rominent besetzte[n] Gefühlskitsch“.[2]

AuszeichnungenBearbeiten

Bei der César-Verleihung 1977 war Charles Denner als Bester Nebendarsteller nominiert. Er musste sich jedoch Claude Brasseur geschlagen geben, der den Preis für Ein Elefant irrt sich gewaltig gewann.

Deutsche FassungBearbeiten

Die deutsche Synchronfassung entstand für die deutsche Erstveröffentlichung im Kino.[3]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Catherine Berger Catherine Deneuve Helga Trümper
Sarah Gordon Anouk Aimée Marion Degler
Anwalt Charles Denner Harry Wüstenhagen
Patrick Francis Huster Wolfgang Draeger

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ein Hauch von Zärtlichkeit. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. vgl. cinema.de
  3. Ein Hauch von Zärtlichkeit. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 2. März 2017.