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Die ehemalige Eidgenössische Sternwarte in Zürich (auch Semper-Sternwarte) wurde von Gottfried Semper für das Eidgenössischen Polytechnikums (heute ETH Zürich), entworfen und erbaut. Sie steht an der Schmelzbergstrasse 25 in der Nähe des ETH-Hauptgebäudes.

Eidgenössische Sternwarte (ETH-Sternwarte)
ETH Sternwarte.jpg

Hauptbau (Semper-Sternwarte)

Bestehen 1862–1980
Typ Sternwarte
Koordinaten 47° 22′ 41″ N, 8° 33′ 1,9″ OKoordinaten: 47° 22′ 41″ N, 8° 33′ 1,9″ O; CH1903: 683968 / 248065
Ort Zürich

Die Sternwarte war von 1862 bis 1980 in Betrieb. Astronomiegeschichtlich von Bedeutung ist sie aufgrund ihrer Leistungen in der Sonnenfleckenforschung. Aus diesem Grund wurde sie von der Internationalen Astronomischen Union zum Outstanding Astronomical Heritage erklärt.

Die Eidgenössische Sternwarte ist das einzige im Lauf der Zeit kaum geschädigte Bauwerk Sempers aus dessen eigener Hand und gilt deshalb als Baudenkmal von nationaler Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Eidgenössische Sternwarte (1889)

Semper war der erste Architekturprofessor des neu gegründeten Polytechnikums. Die Grundsteinlegung für die Sternwarte erfolgte am 27. März 1862, 1864 wurde sie fertiggestellt.[1]

Erster Direktor der Sternwarte war Rudolf Wolf. Bereits auf dessen Initiative wurde an der Sternwarte die langjährige Beobachtung der Sonnenflecken aufgenommen. Später koordinierte die Sternwarte die Beobachtung der Sonnenflecken international und publizierte die Zurich Sunspot Number (Wolf-Nummer, Sonnenflecken Relativzahl), die bis heute Standard ist.

Zwischen 1910 und 1911 wurde das Kleine Observatorium, am Rand der Beobachtungsterrasse, errichtet.[1] 1950/51 wurde der Sonnenbeobachtungsturm gebaut.[1]

Die Sternwarte betrieb von 1939 bis 1980 auch das astrophysikalische Observatorium auf dem Tschuggen in Arosa (nicht zu verwechseln mit dem seit 1921 dort bestehenden lichtklimatischen Observatorium[2], das Ozon-Messungen vornimmt) und ab 1957 die heute noch aktive Specola Solare in Locarno-Monti.

Ab 1945 wurden die astronomischen Beobachtungsmöglichkeiten aufgrund des neu gebauten Kantonsspitals (heute: Universitätsspital Zürich) stark eingeschränkt. Der Betrieb der Sternwarte wurde am 1. April 1980 eingestellt.[1]

Die Sternwarte hatte im Verlaufe ihrer Geschichte vier Direktoren:[1]

Von 1989 und 1993 wurde das Areal zwischen Sternwarte und Kantonsapotheke neu gestaltet, 1995–1997 wurde die Anlage aufwändig restauriert.[1]

Das Gebäude beherbergt heute das Collegium Helveticum, ein interdisziplinäres Forschungsinstitut an der ETH Zürich.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Semper-Sternwarte. collegium.ethz.ch.
  2. Spitzenforschung auf dem Hausdach - Das versteckte Labor von Arosa. In: Neue Zürcher Zeitung vom 18. Januar 2016.