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Eichenbühl

Gemeinde im Landkreis Miltenberg in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eichenbühl
Eichenbühl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eichenbühl hervorgehoben
Koordinaten: 49° 42′ N, 9° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 158 m ü. NHN
Fläche: 31,23 km2
Einwohner: 2475 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 63928, 97896
Vorwahl: 09371
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 119
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 97
63928 Eichenbühl
Website: www.eichenbuehl.de
Bürgermeister: Günther Winkler (CSU)
Lage der Gemeinde Eichenbühl im Landkreis Miltenberg
AschaffenburgLandkreis AschaffenburgLandkreis Main-SpessartHohe Wart (gemeindefreies Gebiet)Gemeindefreies Gebiet ForstwaldGemeindefreies Gebiet Hohe BergCollenbergDorfprozeltenAltenbuchWörth am MainWeilbach (Bayern)Sulzbach am MainStadtprozeltenSchneeberg (Unterfranken)RüdenauRöllbachObernburg am MainNiedernbergNeunkirchen (Unterfranken)MönchbergMömlingenMiltenbergLeidersbachLaudenbach (Unterfranken)Klingenberg am MainKleinwallstadtKleinheubachKirchzellHausen (bei Aschaffenburg)GroßwallstadtGroßheubachFaulbachEschau (Unterfranken)Erlenbach am MainElsenfeldEichenbühlBürgstadtAmorbachAmorbachHessenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Eichenbühl ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Eichenbühl liegt in der Region Bayerischer Untermain am Nordostrand des Odenwaldes und am Südrand des Spessarts (Wertheimer Hochfläche). Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 406,3 m ü. NN (Lage) am Gipfel der Guggenberger Höhe, der niedrigste liegt an der Erf auf 145 m ü. NN (Lage).

GemeindegliederungBearbeiten

Zu Eichenbühl gehören 15 Ortsteile[2] auf vier Gemarkungen:

NameBearbeiten

EtymologieBearbeiten

Der Name Eichenbühl setzt sich zusammen aus den mittelhochdeutschen Wörtern eichîn für Eichen und buohel im Sinne von Buckel, Hügel. Er bezeichnet einen mit Eichen bewachsenen Hügel.[3]

Frühere SchreibweisenBearbeiten

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1248 „Eichenbohel“
  • 1308 „Eichinbuhil“
  • 1344 „Eichenbuel“
  • 1357 „Eichenbüchel“
  • 1364 „Eychenbul“
  • 1379 „Eichinbohel“
  • 1395 „Eychenbuhel“
  • 1576 „Eichenbüell“
  • 1694 „Eychenbühl“
  • 1831 „Eichenbühl“

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Aus dem Ortsteil Riedern entstammt das gleichnamige lokale Adelsgeschlecht der von Riedern, deren Wappenmotiv einer roten Kanne auch heute noch ein Element des Gemeindewappens bildet.[4] Der Ort im Erzstift Mainz wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Leiningen zugesprochen, 1806 durch Baden mediatisiert und 1810 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt abgetreten. Im Rezess Hessen/Bayern (Frankfurt 1816) fiel es schließlich an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Eichenbühl lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Eichenbühl war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Riedern und Windischbuchen eingegliedert. Heppdiel kam am 1. Januar 1976 hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

1961[5] 1970[5] 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2016
2252 2553 2680 2811 2760 2809 2715 2632 2545 2514

PolitikBearbeiten

Bürgermeister ist seit 2008 Günther Winkler (CSU), er wurde 2014 im Amt bestätigt.

Der Gemeinderat besteht nach der Wahl 2014 aus 14 Mitgliedern, die sich wie folgt aufteilen:

5
9

Insgesamt 14 Sitze

  • SPD/UWG: 5
  • CSU: 9


UWG=Unabhängige Wählergemeinschaft

 
Romanische Kapelle St. Valentin

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 254 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 76 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1009. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 32 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1076 ha, davon waren 716 ha Ackerfläche und 351 ha Dauergrünfläche.

Erneuerbare EnergienBearbeiten

2013 wurde in den Gemarkungen Heppdiel und Windischbuchen ein Windpark mit insgesamt fünf Windkraftanlagen des Typs Nordex N117/2400 errichtet. Die Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 12 MW wurden im Oktober 2013 in Betrieb genommen und sollen nach Angaben des Projektentwicklers Green City Energy jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Mit einer Nabenhöhe von 141 Metern Höhe und einem Rotordurchmesser von 117 Metern sind die Anlagen speziell für die Windbedingungen von Binnenlandstandorten ausgelegt. Der Windpark wurde teilweise über einen besonderen Bürgerbeteiligungsfonds finanziert. Dieser soll durch finanzielle Beteiligung der Bürger vor Ort die Wertschöpfung der Anlagen in der Region halten und so die Wirtschaft vor Ort stärken.[6]

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • 75 Kindergartenplätze mit 107 Kindern
  • eine Volksschule mit 12 Lehrern und 150 Schülern

SportBearbeiten

Eichenbühl verfügt über zahlreiche sportliche Einrichtungen, einen Tennis- und Reitclub sowie den Golfclub Erftal e. V. Jährlich findet das Int. AvD/GAMSC Bergrennen Unterfranken statt. Das Bergrennen erfreut sich jedes Jahr großer Begeisterung. Die Bergrennstrecke Unterfranken ist 3,05 km lang und führt auf der Staatsstraße 507 von Eichenbühl nach Umpfenbach.

OrtsnecknameBearbeiten

Hauptnahrungsmittel zwischen Spessart und Odenwald waren die Kartoffeln (Krummbern). Sie werden „mitsammen der Montur“ (mit der Schale), als Schnitze, Brei und Suppe mit frischen Kräutern, püriert oder gewürfelt, aufgetischt. Der Ortsneckname „Krummbernsäck“ galt nicht nur für die Eichenbühler, sondern (im Dialekt unterschiedlich) in der ganzen Gegend.[7]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eichenbühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/233640&attr=OBJ&val=1684
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 62 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Wappenbeschreibung für die Gemeinde Eichenbühl beim HdBG@1@2Vorlage:Toter Link/www.hdbg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 750.
  6. Green City Energy AG: Windpark Bayerischer Odenwald. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. November 2013; abgerufen am 2. November 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.greencity-energy.de
  7. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Landkreis Miltenberg 2003