Eichen-Lattich

Art der Gattung Lattiche (Lactuca)
Eichen-Lattich
Eichen-Lattich (Lactuca quercina)

Eichen-Lattich (Lactuca quercina)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Lattiche (Lactuca)
Art: Eichen-Lattich
Wissenschaftlicher Name
Lactuca quercina
L.

Der Eichen-Lattich (Lactuca quercina) ist ein in Mitteleuropa selten vorkommende Pflanzenart aus der Gattung Lattich (Lactuca) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und der Unterfamilie der Cichorioideae.

BeschreibungBearbeiten

 
Oberer Stängelteil mit auf pfeilförmigem Grund sitzenden Laubblättern
 
Korb mit mehrreihigen, purpurschwarz punktierten Hüllblättern
 
Eichen-Lattich (mittlere Stängelblätter, Herbarbeleg)
 
Korbboden mit Früchten
 
Schwärzliche Achänen

Der Eichen-Lattich ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die meist Wuchshöhen zwischen 60 und 130 cm erreicht. Sie besitzt einen spindelig bis rübenförmig ausgebildeten Wurzelstock. Der im oberen Teil verästelte Stängel ist lebhaft grün gefärbt, manchmal auch rötlich überlaufen und hohl. Die weichen und kahlen Laubblätter sind mehr oder weniger tief fiederspaltig und gezähnt. Die oberen sitzen mit pfeilförmigem Grunde direkt am Stängel, die unteren sind gestielt. Die Blattunterseite ist bläulich-grün gefärbt.

Es sind zahlreiche Blütenkörbe vorhanden, die in doldenartigen Trauben wachsen. Die gelben Zungenblüten besitzen rotbraun gefleckte, weißrandige Hüllblätter. Die im oberen Teil kurzborstig behaarte Frucht ist gerippt und besitzt einen schwarzen, kurzen Schnabel. Der samentragende Teil der Frucht ist etwa doppelt so lang wie der Fruchtschnabel.

Die Art unterscheidet sich vom im Habitus ähnlichen Mauerlattich (Mycelis muralis) durch die mindestens 8-blütigen Körbe.

Der Eichen-Lattich blüht vorwiegend in den Monaten Juli bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

VorkommenBearbeiten

Lactuca quercina kommt in Europa von Südosteuropa bis ins mittlere Deutschland vor. Im Osten dringt er bis Südrussland vor. In Deutschland ist der Eichen-Lattich selten im mittleren Gebiet zu finden. Hier gilt er als gefährdete Art.[2] In Österreich ist Lactuca quercina ebenfalls gefährdet und zerstreut bis selten zu finden. Die Art fehlt in der Schweiz.

Der Eichen-Lattich wächst in Gebüschen, grasigen Buschwäldern und in Trockenwäldern. Er bevorzugt trockene, warme, nährstoff- und kalkreiche, steinige Böden. Er kommt gern in nitrophilen Saumgesellschaften vor oder im Geranion sanguinei im Kontakt zum Galio-Carpinetum oder zu Potentillo-Quercion petraeae-Gesellschaften.[1]

SystematikBearbeiten

Man kann die folgenden Unterarten unterscheiden[3]:

  • Lactuca quercina subsp. wilhemsiana (DC.) Feráková (Syn.: Lactuca wilhemsiana DC.): Sie kommt in Albanien, Montenegro, Bulgarien, Rumänien, in der Ukraine, der Türkei, im Kaukasusgebiet und in Transkaukasien vor.[3][4]
  • Lactuca quercina subsp. quercina: Sie kommt in Europa, in der Türkei, im Kaukasusgebiet und in Indien vor.[4]

QuellenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 989.
  2. Eichen-Lattich. In: FloraWeb.de.
  3. a b Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Lactuca quercina In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  4. a b Lactuca im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 13. April 2018.

WeblinksBearbeiten

Commons: Eichen-Lattich – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien