Edition Gravis

Fachverlag für zeitgenössische Musik in Brühl

Die Edition Gravis ist ein Fachverlag für zeitgenössische Musik mit Sitz in Brühl und einem Büro in Berlin.[1]

Edition Gravis
Rechtsform GmbH
Gründung 1983
Sitz Brühl, Deutschland
Leitung Detlef Kessler
(Geschäftsführung)
Branche Musikverlag
Website www.editiongravis.de

GeschichteBearbeiten

Der Verlag wurde 1983 von Rudolf Lück (1927–2019)[2], der zuvor als Verlagslektor 1955–1964 bei der Edition Peters (Frankfurt am Main) und 1980–1982 bei Breitkopf & Härtel (Wiesbaden) tätig gewesen war, in Bad Schwalbach gegründet.[3] Heute gehört die Edition Gravis zur Gruppe des AMA Verlags. Dessen Gründer, Inhaber und Geschäftsführer Detlef Kessler war vor seiner Verlegertätigkeit professioneller Musiker.[4] Das Programm der Edition Gravis enthält Werke von mehr als 100 Autoren.[5] Das Lektorat ist in Berlin-Pankow ansässig.

TätigkeitenBearbeiten

Der Verlag publiziert Kammermusik sowie Bühnen- und Orchesterwerke. Notenausgaben sind entweder im Handel oder, wie in der Branche üblich, leihweise erhältlich (vor allem groß besetzte Kompositionen, Musiktheaterwerke usw.). Die Edition Gravis arbeitet mit Ensembles und Veranstaltern aus dem In- und Ausland.

VerlagsprogrammBearbeiten

Das Programm fokussiert Werke lebender Autoren der zeitgenössischen Musik. Der ursprüngliche Autorenstamm umfasste hauptsächlich deutsche Komponisten, dieser ist längst stark international geprägt. Autoren-Neuzugänge der vergangenen Jahre stammen hauptsächlichen aus den 1960er- bis 1980er-Jahrgängen. (Der jüngste Komponist im Verlagsprogramm ist Manuel Zwerger, geboren 1992[6]). Komponisten der jüngeren und mittleren Generation wie Brice Pauset, Wolfram Schurig, Dietrich Eichmann oder Dániel Péter Biró stehen für ästhetische Haltungen der zeitgenössischen musikalischen Avantgarde. Weiterhin enthält das Verlagsprogramm Bearbeitungen musikhistorischer Werke, so Jorge Rotters Rekonstruktion von Johannes Brahms' Serenade Nr. 1 Dr-Dur op. 11 als Nonett[7] oder Mathias Webers sinfonische Entwicklung von César Francks Klavierquintett f-Moll.[8] Das Programm umfasst weiterhin Werke des spätromantischen Komponisten Walter Braunfels, so dessen Oper Verkündigung. Braunfels’ Der Tod der Kleopatra op. 24, 2014 als neu gesetzte Partitur erschienen[9], galt als eine der letzten bis dato unpublizierten Partituren des Komponisten.

Zeitgenössische MusikBearbeiten

Thematischer Schwerpunkt des Verlagsprogramms ist die zeitgenössische Musik. Zu den Autoren zählen Komponisten wie Brice Pauset, Georg Katzer, Wolfram Schurig oder Detlef Heusinger, weiterhin beispielsweise Samuel Adler, Juan Allende-Blin, Jeffrey Ching, Michael Denhoff, Gerald Eckert, Dietrich Eichmann, Aaron Einbond, Ernst Helmuth Flammer, Johannes Kalitzke, Olga Kroupova, Georg Kröll, Giorgos Kyriakakis, Horst Lohse, Andrés Maupoint, Ari Benjamin Meyers, Christopher Trebue Moore, Manfred Niehaus, Bernfried Pröve, Aristides Strongylis, Dimitri Terzakis.

Neue AutorenBearbeiten

Seit 2011 wurden vermehrt neue, oft junge (und teilweise noch weniger bekannte) Autoren von der Edition Gravis ins Programm genommen. Die Internationalisierung zeichnet sich als Trend ab. Zu den Neuzugängen gehören Dietrich Eichmann (seit 2011), Kristian Ireland, Yasutaki Inamori, Wolfram Schurig (seit 2012), Dániel Péter Biró, Amir Shpilman, Anthony Tan, Gerd Zacher (seit 2013), Brice Pauset und Aaron Einbond (seit 2014). Gerd Zacher verstarb 2014.[10] Bricet Pauset, zuvor verlegt beim Pariser Traditionsverlag Editions Henry Lemoine[11], tritt in den kommenden Jahren mit Orchester- und Bühnenwerken an die Öffentlichkeit.[12]

KirchenmusikBearbeiten

Einen Teil des Verlagsprogramm umfasst geistliche Werke. Hervorzuheben sind die Werke der Komponisten Oskar Gottlieb Blarr aus Düsseldorf (Die Himmelfahrt, Oratorium von 2010), Otfried Büsing aus Freiburg (Adonai, Kantate von 2008) und Heinz Werner Zimmermann (Missa Profana, lateinische Messe von 1977). Auch Gerd Zacher (700 000 Tage später für Vokalensemble) und Kai Johannes Polzhofer (›Amen dico tibi: hodie mecum eris in paradiso‹ für Streichquartett) komponieren geistlich motivierte Werke.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verlagsimpressum, URL: http://www.editiongravis.de/verlag/shop_content.php?coID=4, abgerufen am 12. Juni 2014.
  2. Rudolf Lück : Traueranzeige : Frankfurter Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  3. Biografie Rudolf Lück, URL: http://www.editiongamma-ega.de/, abgerufen am 16. Juni 2014.
  4. http://www.nmz.de/media/video/20-jahre-ama-verlag-detlef-kessler-im-gespraech "20 Jahre AMA Verlag: Detlef Kessler im Gespräch", abgerufen am 23. Juni 2014.
  5. Autorenübersicht des Verlages, URL: http://www.editiongravis.de/verlag/authors.php?authors_id=, abgerufen am 12. Juni 2014.
  6. Biografie auf der Künstler-Website, URL: https://manuelzwerger.com/, abgerufen am 12. Mai 2021.
  7. Musiktext.de: Johannes Brahms (1833–1897): Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11. Rekonstruktion der verloren gegangenen Originalbesetzung für Nonett von Jorge Rotter (1987) (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 12. Juni 2014.
  8. CD-Einspielung des Lübecker Philharmonischen Orchesters, URL: http://d-nb.info/999926357/about/html, abgerufen am 12. Juni 2014.
  9. Walter Braunfels: Der Tod der Kleopatra op. 24. Verlags-Website, URL: http://www.editiongravis.de/verlag/product_info.php?info=p734_Der-Tod-der-Kleopatra.html, abgerufen am 16. Juni 2014.
  10. Organist und Autor Gerd Zacher gestorben. In: NZZ Freitag, 13. Juni 2014, 09:59, URL: http://www.nzz.ch/feuilleton/organist-gerd-zacher-gestorben-1.18321346, abgerufen am 16. Juni 2014.
  11. Verlagswebsite, URL: https://www.henry-lemoine.com/fr/compositeurs/fiche/brice-pauset, abgerufen am 16. Juni 2014.
  12. Verlagswebsite Edition Gravis, URL: http://www.editiongravis.de/verlag/authors.php?authors_id=150, abgerufen am 16. Juni 2014.

Koordinaten: 50° 49′ 49″ N, 6° 55′ 31,6″ O