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Eckertal ist ein Ortsteil von Bad Harzburg im niedersächsischen Landkreis Goslar. Es hat 153 Einwohner (Stand: 30. Juni 2018).

Eckertal
Koordinaten: 51° 53′ 48″ N, 10° 38′ 59″ O
Höhe: 240 m
Fläche: 25 ha[1]
Einwohner: 153 (30. Jun. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 612 Einwohner/km²
Postleitzahl: 38667
Vorwahl: 05322
Karte
Eckertal in Bad Harzburg
Gedenkstein zur Maueröffnung am 11. November 1989
Gedenkstein zur Maueröffnung am 11. November 1989

Geographische LageBearbeiten

Eckertal liegt am Nordrand des Mittelgebirges Harz. Die Ortslage ist im Norden und Westen durch den Schimmerwald und im Osten durch die Ecker begrenzt. Die Kernstadt von Bad Harzburg liegt etwa 6 km westsüdwestlich. Der nächste Nachbarort ist das direkt jenseits der Ecker befindliche Stapelburg in Sachsen-Anhalt. Etwa 8 km südsüdwestlich von Eckertal liegt die Eckertalsperre. Während sich die Ortschaft im Naturpark Harz befindet, liegt direkt südwestlich der Nationalpark Harz.

GeschichteBearbeiten

1936 errichtete die Wehrmacht direkt nordwestlich von Eckertal eine Munitionsanstalt (Muna) der Luftwaffe. Am 10. April 1945 wurde diese durch Sprengung vollständig zerstört. Die gewaltige Druckwelle zerstörte im sieben Kilometer entfernten Bahnhof Bad Harzburg Fensterscheiben. Auf dem 240 ha großen Gelände befinden sich über 120 Bunker, sowie eine große Anzahl von Sprengtrichtern mit einem Durchmesser von bis zu 60 m.[3] Noch bis 2012 war bei Eckertal der niedersächsische Kampfmittelräumdienst im Einsatz.[4]

In den Zeiten der deutschen Teilung war Eckertal beliebtes Ausflugsziel; auf bundesdeutscher Seite befand sich ein Aussichtsturm, von dem aus Teile der innerdeutschen Grenze überblickt werden konnten. Die Staumauer der nahen Eckertalsperre war während der deutschen Teilung durch eine Mauer auf der Staumauer als Teil der Grenze gesichert; sie ist öffentlich begehbar.

Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer geöffnet wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis dies auch andernorts an der innerdeutschen Grenze geschah. Am 11. November 1989 gegen 16:30 Uhr wurde zwischen Eckertal und Stapelburg die Grenze durch Stapelburger Bürger geöffnet. Historisch gesehen war dies außerhalb Berlins der erste neue Grenzübergang zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Der Besucherandrang an diesem Übergang war so groß, dass das Technische Hilfswerk noch am selben Wochenende eine stabilere Behelfsbrücke über die Ecker errichten musste. Zu den prominenten ersten Besuchern des neuen Übergangs gehörte auch der Ministerpräsident von Niedersachsen, Ernst Albrecht. Am zehnten Jahrestag dieses Ereignisses wurde an historischer Stelle ein Gedenkstein errichtet.[5]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Entwicklung Jahr Einwohner Jahr Einwohner
 
2005 158 2013 152
2007 169 2014 151
2008 161 2015 152
2010 160 2016 154
2011 153 2017 154
2012 153 2018 153

Jeweils zum 31. Dezember des Jahres (2018 zum 30. Juni)
Quelle: [2].

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eckertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Inkscape-Wert: (5375.86 px² + 366.96 px² / 1501177.21 px²) * 65.42 km².
  2. a b Landkreis Goslar: Der Landkreis Goslar im Überblick. Zahlen, Daten, Fakten. 8. November 2018, abgerufen am 26. Januar 2019.
  3. Wolfgang Thamm: Feuerwerker im Einsatz. Die Kampfmittelbeseitigung in der BRD 1945–1993. 2. erweiterte Auflage. Osnabrück 1997, S. 182.
  4. Der Schimmerwald ist jetzt bombenfrei.@1@2Vorlage:Toter Link/www.goslarsche.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Goslarsche Zeitung, 30. August 2012, auf goslarsche.de
  5. Anna Kaminsky (Hrsg.): Orte des Erinnerns: Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. 3. Auflage. Ch. Links Verlag, 2016, ISBN 978-3-86153-862-2, S. 509.