Ecce Cor Meum

Album von Paul McCartney
Ecce Cor Meum
Studioalbum von Paul McCartney

Veröffent-
lichung(en)

25. September 2006 (UK),
26. September 2006 (US)

Label(s) EMI Classics

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Klassische Musik

Titel (Anzahl)

5

Laufzeit

56 min 50 s

Besetzung
  • Magdalen College Choir Oxford – Chor
  • King's College Choir Cambridge – Chor

Produktion

  • John Fraser

Studio(s)

Abbey Road Studios

Chronologie
Chaos and Creation in the Backyard
(2005)
Ecce Cor Meum Memory Almost Full
(2007)

Ecce Cor Meum (lateinisch Siehe, mein Herz) ist das vierte klassische Album und das zweite Oratorium von Paul McCartney. Gleichzeitig ist es einschließlich der Wings-Alben, der Fireman-Alben, der klassischen Alben, der Livealben und Kompilationsalben das 39. Album von Paul McCartney nach der Trennung der Beatles. Es wurde am 25. September 2006 in Großbritannien und am 26. September 2006 in den USA veröffentlicht.

EntstehungBearbeiten

 
Aufführung von Ecce Cor Meum durch das Orchestre régional de Cannes-Provence-Alpes-Côte d'Azur

Die Planungen für das Album begannen im Jahr 1997, als Paul und Linda McCartney das Magdalen College in Oxford besuchten. Anthony Smith, der in den Jahren von 1998 bis 2005 Leiter des Instituts war, trat an Paul McCartney heran und fragte ihn, ob er für die Eröffnung eines neuen Konzertraumes im College etwas komponieren könne. Er stellte sich dabei ein Chorwerk „im Stile Händels“ vor.[1] Die Inspiration für den Titel fand Paul McCartney als er in einer New Yorker Kirche eine Statue sah, unter der „Ecce Cor Meum“ stand. Durch den Tod von Linda McCartney im Jahr 1998 verzögerte sich die Fertigstellung des Projekts.

Die erste Version wurde 2001 vom Chor des Magdalen College unter Leitung von Bill Ives im Sheldonian Theatre in Oxford aufgeführt. McCartney musste danach noch mehrmals Hand an das Stück anlegen, da die Chorpassagen zu lang waren und den Sängern „sprichwörtlich die Puste aus[ging]“.[2]

Die Aufnahmen zum Album fanden vom 13. bis 17. März 2006 in den Abbey Road Studios statt. Dieses Oratorium in vier Sätzen wurde von John Fraser produziert und orchestriert, der lateinische und englische Text wurde für Sopransolo, gemischten Chor, Knabenchor und Orchester vertont. Das Album wurde mit der Sopran-Solistin Kate Royal, den Knaben des „Magdalen College Choirs“ und dem Chor des King’s College aus Cambridge sowie der Academy of St. Martin in the Fields unter Leitung von Gavin Greenaway aufgenommen. Es erschien am 25. September 2006. Es ist außerdem eine DVD erhältlich, die neben dem Livekonzert auch die Entstehung des Albums dokumentiert. Der große kommerzielle Erfolg beziehungsweise Platzierungen in den offiziellen Albumcharts blieben dem Album verwehrt, allerdings erhielt Paul McCartney den Classical BRIT Award für das „Album des Jahres“ im Jahr 2007.[3]

Die überarbeitete Fassung wurde am 3. November 2006 in London in der Royal Albert Hall uraufgeführt. In Deutschland wurde das lateinisch-englische Oratorium zum ersten Mal am 27. Oktober 2007 in Siegen aufgeführt. An der Aufführung beteiligten sich die Philharmonie Südwestfalen, der Philharmonische Chor Siegen, der Chor des städtischen Musikvereins Hamm und der Knabenchor der Chorakademie Dortmund.[4] Weitere Konzerte folgten, unter anderem in der Berliner Philharmonie.[5][6]

CovergestaltungBearbeiten

Das Cover wurde von der Firma DEWYNTERS gestaltet. Die Fotos im CD-Begleitheft stammen von Harry Borden. Der CD liegt ein 24-seitiges (Deluxe Version: 52-seitiges) bebildertes Begleitheft bei, das Information zum Album, zu den Liedern und die Liedtexte enthält.

TitellisteBearbeiten

  1. Spiritus – 12:00
  2. Gratia – 10:50
  3. Interlude (Lament) – 3:56
  4. Musica – 15:14
  5. Ecce Cor Meum – 14:50

Bedeutung der LiedtexteBearbeiten

SpiritusBearbeiten

Mit Spiritus (lateinisch für ‚Geist‘), dem ersten Satz des Werkes, behandelt Paul McCartney in Form eines Lobliedes für Gott das Thema Liebe. Dabei wird der Heilige Geist besonders betont. Im Gesang danken Chor und Solist Gott für seinen Geist, der uns lehrt zu lieben und versucht, den Hörer zum Nachdenken darüber anzuregen, was ein Fehlen dieser Liebe bedeuten würde.

GratiaBearbeiten

Auch Gratia (lateinisch für ‚Gnade‘, auch ‚Dank‘) hat hymnischen Charakter. Im Vergleich zum ersten Satz liegt hier die Betonung allerdings nicht auf dem Heiligen Geist, sondern auf Jesus Christus, der im Stück als das wegweisende Licht dargestellt wird: “[…] this guiding light will burn so bright […]” (Zitat aus dem Liedtext von Gratia). Zum Vergleich die Aussage des Evangelisten Johannes: „Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können.“ (Johannes 1,5 EU) und „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren […]“ (Johannes 8,12 EU).

Interlude (Lament)Bearbeiten

Hierbei handelt es sich um eine instrumentale Überleitung.

MusicaBearbeiten

Der längste Satz des Werkes, dessen Name zu deutsch Musik bedeutet, behandelt eine transzendente Verbindung von Licht und Musik. Der Komponist versucht auszudrücken, dass es auch mittels der Musik möglich ist, zum wahren Licht, das heißt zu Jesus Christus, zu finden. Hier besteht ein Rückbezug zum zweiten Satz, Gratia.

SonstigesBearbeiten

Ecce Cor Meum wurde später auch das Motto, das Paul McCartney für sein offizielles Wappen verwendete.[7]

WiederveröffentlichungenBearbeiten

  • Das Album wurde bisher nicht neu remastert.
  • Im Mai 2007 wurde das Album im Download-Format veröffentlicht.

SingleauskopplungenBearbeiten

Aus dem Album wurde keine offizielle Single ausgekoppelt. In Europa und den Vereinigten Staaten wurde die Promo-Single Gratia veröffentlicht.[8]

LiteraturBearbeiten

  • Luca Perasi: Paul McCartney: Recording Sessions (1969–2013). L.I.L.Y Publishing, Milan, Italy, ISBN 978-88-909122-1-4, S. 398.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ecce Cor Meum. auf der Offiziellen Website von Paul McCartney
  2. Wencke Nottmeyer: CD-Besprechung: Paul McCartney: Ecce cor meum. auf Kultura Extra, 15. Oktober 2006.
  3. Arifa Akbar: McCartney tops Sting in Classical Brit awards. In: The Independent. 4. Mai 2007.
  4. Donnernder Applaus für deutsche Premiere von „Ecce Cor Meum“. Konzertbericht auf DerWesten.de
  5. Vergangene Konzerte (Memento des Originals vom 1. Februar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chorus-berlin.de des Chorus Berlin e. V.
  6. Im Programm: Paul McCartney „Ecce Cor Meum“. Pressemitteilung des Chorus Berlin e. V., Sommer 2008. (PDF; 80 kB)
  7. Ex-Beatle granted coat of arms. In: BBC News. 22. Dezember 2002.
  8. Promotion-CD-Single Gratia / Gratia (Radio Edit)