Earl Holliman

US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler

Earl Holliman; gebürtig Anthony Earl Numkena (* 11. September 1928 in Delhi, Richland Parish, Louisiana) ist ein US-amerikanischer Schauspieler und Sänger.

Earl Holliman (2006)
Earl Holliman mit Jackie Joseph, Foto von Alan Light

LebenBearbeiten

Earl Holliman wurde bei seiner Geburt zur Adoption freigegeben[1], da sein Vater – ein Farmer – bereits vor seiner Geburt starb und die Mutter finanziell nicht in der Lage war, ihn zu versorgen.[2][3] Er wurde von einem Ölfeldarbeiter und seiner Ehefrau adoptiert und wuchs in einem kleinen Dorf in Louisiana auf, wobei sein Adoptivvater starb, als er 13 Jahre alt war.[4] Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges diente Holliman in Kalifornien bei der United States Navy, nachdem er über sein Alter gelogen hatte. Nach einem Jahr wurde sein Schwindel entdeckt und er beendete anschließend die Highschool in Louisiana.[5] Nach Betätigungen als Platzanweiser, Nachrichtenjunge, Tellerwäscher und Ölfeldarbeiter zog Holliman schließlich nach Kalifornien und studierte dort an der University of California sowie Schauspiel am Pasadena Playhouse.

Seinen ersten Filmauftritt hatte Holliman im Jahr 1952 mit einer kleinen Rolle im Western Der rote Reiter an der Seite von Tyrone Power. Drei Jahre später gewann er einen Golden Globe als bester Nebendarsteller für seinen Auftritt im Film Der Regenmacher an der Seite von Katharine Hepburn und Burt Lancaster. Hier spielte er den Sohn eines Farmers, der seinen Vater im Kampf besiegen muss, um Selbstrespekt zu erlangen. Oftmals verkörperte Holliman auf dem Land lebende, manchmal sture und heißblütige Charaktere.[6] Er hatte Nebenrollen in einer Vielzahl bedeutender Kinofilme in den 1950er- und 1960er-Jahren, so als witziger Koch im Science-Fiction-Klassiker Alarm im Weltall, als Schwiegersohn der von Elizabeth Taylor und Rock Hudson gespielten Hauptcharaktere im Filmepos Giganten, als Hilfssheriff von Wyatt Earp in Zwei rechnen ab, als einer der Söhne von Spencer Tracy in Die gebrochene Lanze, als verzogener und boshafter Sohn von Anthony Quinns Rancher in Der letzte Zug von Gun Hill sowie als Sergeant in dem Kriegsfilm Schlacht um Anzio. 1965 spielte er in dem Western Die vier Söhne der Katie Elder die Rolle des „Matt Elder“ an der Seite von John Wayne und Dean Martin.

Obwohl als Schauspieler deutlich bekannter, nahm Holliman zwischen 1958 und 1963 als Sänger auch sieben Schallplatten auf.[7][8]

Im amerikanischen Fernsehen galt Holliman seit den späten 1950er-Jahren durch zahllose Serienauftritte als „beinahe unumgehbare Präsenz“.[9] In Where Is Everbody?, der allerersten Episode der legendären Serie Twilight Zone, spielte er 1959 den Hauptcharakter eines Offiziers, der sich auf einmal ganz alleine auf der Welt zu befinden scheint. Als seine wohl bekannteste Fernsehrolle gilt der „Lt. Bill Crowley“ in der Polizeiserie Make-up und Pistolen (Police Woman). Seine Partnerin in der von 1974 bis 1978 erstausgestrahlten Serie war Angie Dickinson. Anschließend folgten für Holliman weitere Fernsehrollen, so 1983 als „Luddie Mueller“ (Arbeitgeber und Freund der Hauptfigur Maggie) im Fernsehmehrteiler Die Dornenvögel an der Seite von Richard Chamberlain und Rachel Ward. Für seine Hauptrolle in der Sitcom Delta mit Delta Burke erhielt er eine Golden-Globe-Nominierung.

Zuletzt stand Holliman im Jahr 2000 für den Thriller Der Tod lauert nebenan mit Linda Purl und Maxwell Caulfield vor der Kamera. Für seine Verdienste um die Fernsehindustrie bekam Holliman einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Dieser befindet sich bei 6901 Hollywood Boulevard.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bob Leszczak: From Small Screen to Vinyl: A Guide to Television Stars Who Made Records, 1950-2000. Rowman & Littlefield, 2015, ISBN 978-1-4422-4274-6 (google.de [abgerufen am 12. April 2020]).
  2. Veteran_Holliman_returns_to_TV___PS_I_Luv_U. In: Quad-City Times. Davenport, Iowa 5. Oktober 1991, S. 12 (newspapers.com [abgerufen am 12. April 2020]).
  3. Earl Holliman. In: Oakland Tribune. Oakland, California 31. Oktober 1971, S. 139 (newspapers.com [abgerufen am 12. April 2020]).
  4. Earl Holliman. In: Independent Press-Telegram. Long Beach, California 4. März 1973, S. 97 (newspapers.com [abgerufen am 12. April 2020]).
  5. Shadow box. Abgerufen am 12. April 2020.
  6. Earl Holliman | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 12. April 2020 (amerikanisches Englisch).
  7. Earl Holliman Discography - USA - 45cat. Abgerufen am 12. April 2020.
  8. EARL HOLLIMAN - Don't Get Around Much Anymore (1958). Abgerufen am 12. April 2020 (deutsch). (Von Holliman gesungenes Lied bei YouTube)
  9. Earl Holliman | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 12. April 2020 (amerikanisches Englisch).