Drive Letter Access

Drive Letter Access, oder kurz DLA, war ein kommerzielles Packet-Writing-Programm für Windows. Als solches ermöglicht es den schreibenden Zugriff auf optische Medien in jener Art und Weise, wie man es von Festplatten oder Disketten her kennt. DLA verwendet dabei Packet-Writing für (wieder-)beschreibbare CD- und DVD-Medien sowie das UDF-Dateisystem.

Drive Letter Access
Basisdaten

Entwickler Sonic Solutions
Aktuelle Version 5.21 build 01C
(30. April 2008)
Betriebssystem Windows 98SE bis XP (Vista mit Patch)
Kategorie Brennprogramm
Lizenz proprietär
deutschsprachig nein
nicht mehr verfügbar,[1] siehe roxio.com

DLA ist nicht mit Windows Vista oder neuer kompatibel. Es gab jedoch einen offiziellen Patch von Roxio, der DLA auf Windows Vista lauffähig machte.[2]

Der Nachfolger von DLA war das ab April 2009 verfügbare Roxio Burn.[3] Es wird als Nachfolger von DLA bezeichnet und löst die Kompatibilitätsprobleme mit Internet Explorer 8 und 9.[4][5]

GeschichteBearbeiten

DLA wurde ursprünglich von Veritas entwickelt und 2002 an Sonic Solutions verkauft. Seine Verbreitung verdankte DLA der Tatsache, dass es als OEM-Software bei zahlreichen Brennern beilag und bei diversen Computerherstellern vorinstalliert mitgeliefert wurde. Diese sind beispielsweise Dell, HP, IBM, Sony und Toshiba. Vielfach konnte für diese Systeme eine vorhandene DLA-Version aktualisiert werden und manchmal sogar kostenlos eine (vollwertige) OEM-Version heruntergeladen werden.

Ab Windows Vista wurde DLA entweder nicht mehr unterstützt[6] oder durch ein ähnliches Produkt, z. B. Drag-to-Disc,[7] ersetzt.

TechnikBearbeiten

Um CD- und DVD-Medien wie eine Festplatte oder Diskette beschreiben zu können, muss eine Technik namens Packet-Writing eingesetzt werden. Bei dieser Technik werden die (wieder-)beschreibbaren Medien zuerst formatiert, danach können Daten in Form von kleinen Paketen auf diese Medien gebrannt werden (daher auch der Name „Packet Writing“). Dadurch ist es möglich, Dateien auf diesen Medien auch zu verändern, etwa umzubenennen und zu löschen. Ebenso können Dateien nacheinander auf das Medium kopiert oder verschoben werden.

Diese Technik ist notwendig, da CD-R, CD-RW, DVD±R und DVD±RW-Medien keine Sektorisierung aufweisen und daher normalerweise nur in einem Stück (DAO, TAO und SAO) gebrannt werden können. Nach der Formatierung werden nur noch jene Sektoren gebrannt (geschrieben), die verändert wurden. Als Dateisystem verwendet DLA das „Universal Disk Format“, da es den Ansprüchen von optischen Medien am besten gerecht wird.

Zur Nutzung von DVD-RAM ist Packet-Writing nicht erforderlich, da DVD-RAM-Medien bereits eine Sektorisierung aufweisen und diese hardwareseitig unterstützt wird. DVD-RAM-Medien können daher prinzipiell ohne Packet-Writing-Software beschrieben werden. In diesem Fall stellt DLA nur die DVD-RAM-Funktionalität (bis einschließlich Windows 2000) und die UDF-Unterstützung (bis einschließlich Windows XP) zur Verfügung. Bei geeigneter Hardware erlaubt DLA zusätzlich die Nutzung von Mount-Rainier (bis einschließlich Windows XP). Windows XP unterstützt erstmals DVD-RAM; Windows Vista unterstützt erstmals Mount-Rainier und UDF bis Version 2.50 vollständig (auch schreibend).

VersionenBearbeiten

DLA wurde nur für Windows angeboten. Es ist nur in englischer Sprache verfügbar.

  • Version 4.95 läuft auf Windows 98SE, Me, NT 4.0, 2000 und XP.
  • Version 5.2 wart die letzte Version für Windows 98SE, Me, 2000 und XP.

Für Windows-Vista-Kompatibilität ist ein Patch erforderlich, den es jedoch nur für die Verkaufs- und Probeversion gibt. Die Ausnahme ist ein Patch für die OEM-Version von Dell, der jedoch das Vista-kompatible Drag-to-Disc installiert (statt DLA zu aktualisieren).[2]

Programm-FehlerBearbeiten

  • DLA ist nicht kompatibel mit Internet Explorer 8 und 9.
  • Unter Windows Server 2003 kann DLA so genannte „Stop Errors“ (BSOD) hervorrufen und somit das System zum Absturz bringen.
  • Unter Windows XP kann DLA abstürzen, wenn RW-Medien eingelegt werden.
  • Ein bekannter Fehler ist, dass DLA unter gewissen Umständen das Auswerfen von Medien aus dem optischen Laufwerk verhindert. In einem solchen Fall hilft nur ein Neustart von Windows.

WeblinksBearbeiten

Wikibooks: Tipps zur DVD-RAM-Nutzung – Lern- und Lehrmaterialien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Drive Letter Access. Produktseite. Sonic Solutions, 2006, archiviert vom Original am 10. November 2006; abgerufen am 29. April 2012 (englisch).
  2. a b Drive Letter Access driver blocked on Vista launch. In: Roxio Knowledgebase. Roxio, archiviert vom Original am 15. November 2010; abgerufen am 29. April 2012 (englisch): „Through a clerical error, a driver is incorrectly being blocked as incompatible with Windows Vista
  3. Roxio Delivers Essential Burning Solution for Windows 7 Users. In: Pressemitteilung. Roxio, 30. April 2009, archiviert vom Original am 13. Juni 2009; abgerufen am 29. April 2012 (englisch).
  4. Roxio Burn. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Produktseite. Roxio, archiviert vom Original am 5. Mai 2012; abgerufen am 29. April 2012 (englisch): „DLA is now called Roxio Burn  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roxio.com
  5. Das Add-On "Drive Letter Access" ist nicht mit Internet Explorer 9 kompatibel. KB969228. In: Microsoft Knowledge Base. Microsoft, abgerufen am 29. April 2012: „Drive Letter Access heißt nun Roxio Burn“
  6. Optical Drive May Not Eject With Sonic Solutions Roxio Record Now 7.0 DLA Installed. KB-Artikel 290076. In: Dell Knowledge Base. Dell, 15. Juli 2005, abgerufen am 29. April 2012 (englisch): „Sonic Solutions DLA is no longer supported.
  7. Drag2Disc software. In: Lenovo Support. Lenovo, abgerufen am 29. April 2012 (englisch): „Drive Letter Access is replaced by Drag2Disc.