Hauptmenü öffnen

Dringenberg ist zusammen mit Siebenstern ein Stadtteil der Stadt Bad Driburg im Kreis Höxter, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen. In Dringenberg leben, mit dem Stand vom 31. Dezember 2016, 1764 Einwohner, davon leben 1411 Personen in Dringenberg selbst und 353 in Siebenstern.[1] Dringenberg war mit seiner Burg über Jahrhunderte neben Paderborn und Neuhaus der wichtigste Verwaltungssitz im Fürstbistum Paderborn.

Dringenberg
Wappen der ehemaligen Stadt Dringenberg
Koordinaten: 51° 40′ 19″ N, 9° 3′ 24″ O
Höhe: 291 m
Fläche: 22,73 km²
Einwohner: 1764 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 33014
Vorwahl: 05259
Karte
Lage von Dringenberg in Bad Driburg

Inhaltsverzeichnis

KlimaBearbeiten

Hauptsächlich Südwest- und Westwinde bestimmen das Klima, das als „leichtes Reizklima“ bezeichnet wird. Aufgrund der Wälder (Buchholz/Rietholz) und der Höhenlage bleibt sommerliche Schwüle aus. Im Herbst bildet sich Frühnebel. Die Niederschlagsmenge liegt bei etwa 1150 mm im langjährigen Durchschnitt. Die Durchschnittstemperatur lag 2009 bei 8,4 °C.

GeschichteBearbeiten

Hauptstädte und Städte des Fürstbistums Paderborn bis 1802/03 (Stand 1789):
Paderborn, Warburg, Brakel, Borgentreich | Beverungen, Borgholz, Bredenborn, Büren, Driburg, Dringenberg, Gehrden, Calenberg, Kleinenberg, Lichtenau, Lippspringe, Lügde, Nieheim, Peckelsheim, Salzkotten, Steinheim, Vörden, Willebadessen, Wünnenberg

Die Höhenburg Dringenberg gehörte seit ihrer Erbauung von 1318 bis 1323 zur weltlichen Herrschaft des Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. Begonnen wurde die Burg unter Bischof Dietrich II. Hinter dem Ausbau stand der weltliche Defensor Dietrichs Bernhard zur Lippe, der schließlich Fürstbischof wurde. 1323 erhielt die Siedlung vor der Burg die Stadtrechte. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Fürstbistum Paderborn (Hochstift) im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis gehörig.

1802/03 wurde das Hochstift vom Königreich Preußen besetzt. In napoleonischer Zeit war Dringenberg Teil des Königreichs Westphalen und Verwaltungssitz des Kantons Dringenberg, der neben Dringenberg die Dörfer Schwaney, Altenheerse, Neuenheerse, Kühlsen und Willebadessen umfasste. Ab 1815 gehörte der Ort endgültig zum Königreich Preußen. 1945–1949 war Dringenberg Teil der britischen Besatzungszone, ab 1946 von Nordrhein-Westfalen.

 
Dringenberg – Blick aus südlicher Richtung von der Schonlau Kapelle
 
Burg Dringenberg
 
Pfarrkirche Mariä Geburt
 
Historisches Rathaus

Die eigentliche Bedeutung des Ortes war immer an seine Burg geknüpft. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert war die Burg Sitz der Paderborner Fürstbischöfe. Im Jahre 1636 im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört, wurde die Burg danach von Fürstbischof Dietrich Adolf zur Sommerresidenz ausgebaut. Innerhalb des Fürstbistums war Dringenberg ein bedeutender Verwaltungssitz. War die Residenz Neuhaus Oberamtsitz für den Unterwaldischen Bezirk, so erfüllte Dringenberg diese Aufgabe für den Oberwaldischen Bezirk. Das Oberamt Dringenberg war in etwa identisch mit dem heutigen Kreis Höxter, ohne das enge Gebiet um Höxter/Corvey. Das Amt Dringenberg-Gehrden nutzte die Burg ab 1825 ebenfalls als Stadt- und Amtsverwaltung, bis es am 1. Januar 1975 aufgelöst wurde. Dringenberg wurde in die Stadt Driburg eingemeindet.[2]

 
Stadtwappen Dringenberg

Zum Bad Driburger Ortsteil Dringenberg gehört das kleine Walddorf Siebenstern, um 1300 unter dem Namen Elberinghausen erstmals erwähnt. Bekannt wurde der Ort durch die Glashütte Siebenstern, einer bedeutenden Produktionsstätte des Fürstbistums Paderborn. Den Namen erhielt der Ort gegen 1780 durch ein Markenzeichen der Glashütte.[3]

PolitikBearbeiten

Bezirksausschussvorsitzender von Dringenberg ist seit 2009 Meinolf Tewes (CDU).

BildungBearbeiten

  • Gemeinschaftsgrundschule Dringenberg
  • Städtischer Kindergarten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

TourismusBearbeiten

Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen des Dorfes. Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und der besonders für Künstler inspirierenden Landschaft locken in dieser überregional als Wanderregion bekannten Gegend viele Wanderwege, die sich durch das Ösetal winden oder an den schroffen Klippen des Berges vorbeiführen, auf dem das Dorf liegt.

Unter Anglern sind die Fischteiche in der Nähe des Dorfes von besonderem Interesse, denn in Deutschland wird nur hier die seltene Adriaforelle gezüchtet, die aufgrund der markanten Flossencharakteristik in Fachkreisen oft als Königin der Forellen bezeichnet wird. Die Obermühle Beine bietet jährlich hunderten Anglern eine Unterkunft, aber auch im Dorfkern und im Westen des Dorfes gibt es Übernachtungsmöglichkeiten.

Besonders die Architektur des mittelalterlichen Dorfes macht auf sich aufmerksam. Besonders die Burg und die Stadtmauer sind Zeugen der mittelalterlichen Vergangenheit des Dorfes. Das Rathaus wurde wieder in den ursprünglichen Baustil der Weserrenaissance zurückversetzt. Heute zählt es zu den bedeutendsten erhaltenen Gebäuden dieses Baustils östlich der Nethe.

Infrastruktur und WirtschaftBearbeiten

Durch den Ort führen die Landesstraßen L 820 (Burgstraße) und L 953 (Zum Stadttor). Busse des Nahverkehrsverbunds Paderborn/Höxter der Linien R31 (Willebadessen-Dringenberg-Schwaney-Altenbeken) und 540 (Bad Driburg-Neuenheerse-Willebadessen) durchqueren regelmäßig das Dorf. Die Bundesstraße 64 ist unweit entfernt und verbindet Dringenberg mit den Städten Paderborn und Höxter.

Der größte Arbeitgeber war bis zum Jahr 2013 mit etwa 300 Mitarbeitern die Firma Walther-Glas (Glasartikel), welche jedoch nach der Insolvenz und Stilllegung vom örtlichen Gastwirt und Gastronomieunternehmen „Zum goldenen Anker“ abgelöst wurde.[4] Das Unternehmen beschäftigt derzeit 31 Mitarbeiter (Stand: 01.01.17) und bildet eine zentrale Wirtschafts-Stütze für den Ort.[5] So siedeln durch den Betrieb auch weitere Geschäfte im Ort, wie zum Beispiel der Dringenberger Dorfladen. Zusätzlich wirkt sich dies auch auf die Nachbarorte aus: So konnte das vom Unternehmen „Zum goldenen Anker“ vertriebene Rheder Bier[6] in den letzten Jahren durch die genannte Gaststätte ihre Absätze stark vergrößern,[7] wodurch die Rheder Brauerei[8] nun auch überregional eine etablierte Brauerei ist.

Die Zehntscheune im Ortskern dient als lokaler Veranstaltungsraum, beispielsweise für öffentliche Versammlungen, für das Schützenfest der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Dringenberg und für das Dringenberger Karnevalsfest.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dringenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.kreis-hoexter.de/unser-kreis/portrait/zahlen-daten-fakten/m_3801
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 323.
  3. Siebenstern war die am längsten existierende Glashütte des Hochstiftes, vgl. Alfred Heggen: Staat und Wirtschaft im Fürstentum Paderborn im 18. Jahrhundert. (= Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte; Bd. 17) Paderborn 1978, ISBN 3-87088-217-4, S. 69.
  4. Zum Goldenen Anker
  5. Rheder Historie. Abgerufen am 25. April 2017.
  6. Rheder Bier
  7. Rheder Bier. Abgerufen am 25. April 2017.
  8. Schlossbrauerei Rheder