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Drawing Interchange Format

Dateiformat zum CAD-Datenaustausch

Das Drawing Interchange File Format oder Drawing Exchange Format (DXF) ist ein von Autodesk spezifiziertes Dateiformat zum CAD-Datenaustausch und wurde in das CAD-Programm AutoCAD integriert, um einen Datenaustausch zwischen verschiedenen AutoCAD-Versionen zu ermöglichen.

Das DXF-Format wird von AutoDesk dokumentiert und wurde daher auch für den Datenaustausch zu verschiedenen CAD-Systemen verwendet. Es galt als Industriestandard,[1][2] wurde aber seit etwa 2010 zunehmend durch IFC ersetzt.[3]

AllgemeinesBearbeiten

Viele Elemente technischer Zeichnungen werden in DXF unterstützt.[4]

DXF ist dimensionslos, der Empfänger einer DXF-Datei muss also die verwendete Einheit kennen.

Eine DXF-Datei gliedert sich hauptsächlich in die vier Hauptteile Kopf, Tabellen, Blöcke und geometrischer Teil der Zeichnung.

KopfBearbeiten

Der Kopf dient der Definition der grundlegenden Eigenschaften:

  • Festlegungen über die Assoziativität von Bemaßungen
  • Attribute für Maßketten
  • Einstellungen für Rundungen
  • globale Parameter für Schraffuren etc.
  • Stiftbelegungen der Ausgabegeräte
  • Position der lokalen und globalen Koordinatensysteme

TabellenBearbeiten

Der Tabellenabschnitt enthält die Informationen über die Darstellung verschiedener Elemente wie Farben, Strichstärken usw., die Darstellungen am Bildschirm, Papierbereiche und Ähnliches.

BlöckeBearbeiten

Die Blockdefinitionen enthalten Informationen über Elemente, die zu Blöcken zusammengefasst sind. Neben Schraffuren oder Maßketten kann dies auch frei definierte Geometrieelemente beinhalten. Bei Problemen mit DXF werden häufig einfach die Blöcke gesprengt und zu normalen Elementen gemacht, was zwar den Speicherbedarf erhöht und das Hantieren mit den Elementen erschwert, die allermeisten Probleme jedoch beseitigt.

GeometrieBearbeiten

Im geometrischen Teil werden Linien, Polygone, Kreise, Kreisbogen, Texte und alle anderen Grundelemente mit verschiedenen Attributen wie Ebenen, Farbe, Strichstärke oder Linientyp gespeichert. Einige Programme importieren nur diesen Abschnitt, wodurch viele Informationen verlorengehen, Probleme jedoch weitgehend vermieden werden.

DXF-VersionenBearbeiten

Die DXF-Versionen haben Versionsnummern und werden umgangssprachlich der entsprechenden AutoCAD-Version zugeordnet, mit der die Version erstmals erzeugt werden kann. In AutoCAD lassen sich DXF-Daten von der eigenen Version oder einer früheren AutoCAD-Version einlesen. Am Anfang einer vollständigen DXF-Datei steht die Versionsnummer (ACnnn) der DXF-Version. Anhand dieser kann die benötigte Version von AutoCAD ermittelt werden. DXF ist immer uneingeschränkt abwärtskompatibel.[5]

Autocad-Version DXF-Version
Release 5 / Version 2.0 AC1.50
Release 6 / Version 2.1 AC2.10
Release 7 / Version 2.5 AC1002
Release 8 / Version 2.6 AC1003
Release 9 AC1004
Release 10 AC1006
Release 11/12 AC1009
Release 13 AC1012
Release 14 AC1014
Release 2000/0i/2 AC1015
Release 2004/5/6 AC1018
Release 2007/8/9 AC1021
Release 2010/11/12 AC1024
Release 2013/14 AC1027
Release 2018 AC1032

Unterstützte GeometrieelementeBearbeiten

Unterstützte Geometrieelemente sind alle von Vektorprogrammen benötigte und benutzte Elemente wie Punkt, Linie, Kreisbogen, Kreis, Spline, Text, externe Symbole und Schriftarten, Blöcke, Bemaßungen, Regelflächen, einfache Freiformflächen, Solids sowie mit Flächen beschnittene Solids. DXF ist im Import voll abwärtskompatibel, im Export werden von älteren Programmversionen unbekannte Objekte ignoriert, was die prinzipielle Verwendung auch neuer Dateien in sehr alten Programmversionen ermöglicht.

Problematische Geometrieobjekte beim CAD-DatenaustauschBearbeiten

DXF unterstützt nur Grafische Primitive sehr gut, wenn es als CAD-Austauschformat systemübergreifend verwendet wird.

Geometrische Elemente, die keine grafische Primitive sind, werden wie in jedem CAD-Format häufig nicht vollständig unterstützt, können aber als Blöcke oder gruppierte Einzelelemente durch grafische Primitive dargestellt werden.

Werden in DXF CAD-Objekte verwendet, die das Zielsystem nicht kennt, so werden diese ignoriert, solange der DXF-Standard eingehalten wird, oder der Import schlägt fehl. Da viele Programme den aktuellen DXF-Standard jedoch unsauber umsetzen, sind seit langem spezielle Programme auf dem Markt, die derartige unsaubere Dateien reparieren und lesbar machen können.

  • Schriftarten werden nur bedingt unterstützt, beim Export ist meistens unbekannt, welche Schriften sich auf dem Zielsystem befinden. Aus diesem Grund werden von Autodesk Plotterschriften bereitgestellt, die sich leicht auf geometrische Primitive reduzieren lassen, ohne das Schriftbild zu verändern. Prinzipbedingt sind derartige gesprengte Schriften dann im Zielsystem nicht mehr als Schrift, sondern als gruppierte Grundelemente vorhanden. Dieses Problem ist nicht zu umgehen, da keine Schriftdefinitionen existieren, die von allen CAD-Systemen unterstützt werden. TTF- und ähnliche Schriften können integriert werden, funktionieren aber nur befriedigend, wenn sie im Zielsystem auch vorhanden sind.
  • Schraffuren bereiten ähnliche Probleme wie Schriften. Autodesk und DXF orientieren sich am US-amerikanischen Standard ANSI, Schraffuren werden aber als solche nur ordentlich übergeben, wenn auch das Zielsystem diesen Standard unterstützt, auch hier bietet die Sprengung der Elemente eine Lösungsmöglichkeit, welche jedoch nachträgliche Änderungen stark erschwert.
  • Bemaßungen können prinzipiell nur unbefriedigend übertragen werden, da es zu viele Standards für ihre Formatierung gibt. Auch sie können durch Auflösung in Grundelemente optisch sauber übertragen werden, die Assoziativität geht jedoch verloren.

Die oben genannten Einschränkungen sind systembedingt und werden heute als weitgehend unlösbar angesehen. Der Datenaustausch unter CAD-Systemen ist nur in wenigen Fällen ohne Nachbesserungen möglich.

Aus historischen Gründen konnte das Attribut „Linienstärke“ eines Objektes nicht direkt mit DXF übertragen werden. Hier wurde die Information „Farbe“ eines Objektes ersatzweise zur Zuweisung einer bestimmten Linienstärke verwendet. Erst in modernen AutoCAD-Versionen ist es möglich, Linien und anderen geometrischen Objekten direkt bei der Erstellung eine eigene Linienstärke zuzuweisen und diese Information direkt im DXF mitzuübertragen.

Weitere FormateBearbeiten

Weitere Formate zum Austausch von CAD-Daten sind IFC, STEP und IGES, diese sind jedoch weniger weit verbreitet als DXF[6][7] und der inzwischen als veraltet geltende VDA-IS.

LiteraturBearbeiten

  • Dietmar Rudolph, Thomas Stürznickel, Leo Weissenberger.: DXF intern. 3. Auflage. Essen 2000, ISBN 3-9805108-1-6.

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. DXF intern, ISBN 3-9805108-1-6.
  2. Generalidad de Catalunya: Estàndard d’intercanvi de dades urbanístiques en format CAD (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) (cat.; PDF; 402 kB)
  3. BIM – Datenaustauschformate – BIM im Tiefbau. Abgerufen am 2. Oktober 2019 (deutsch).
  4. Gerhard Pülz, Bauhaus-Universität Weimar, DXF-Datenaustausch (PDF; 343 kB)
  5. Autodesk Exchange: Speichern von Zeichnungen in früheren Zeichnungsdateiformaten (Memento des Originals vom 4. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/exchange.autodesk.com
  6. Формат IGES Формат DXF Формат STEP Vergleich der Formate IGES, DXF und STEP (russ.)
  7. Fritz-Nikolai Rudolph, Jürgen R. Dietrich: Praktischer Einsatz von CAD- und EDM/PDM-Systemen, Teil III (PDF; 520 kB). In: CAD-CAM Report. Nr. 6, 2003.