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Illustration in Die Gartenlaube, 1865

Dornröschen ist ein Märchen (ATU 410). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der 1. Auflage von 1812 an Stelle 50 (KHM 50) und geht durch mündliche Weitergabe über Marie Hassenpflug auf Charles Perraults La belle au bois dormant (‚Die schlafende Schöne im Wald‘) zurück. Bei Perrault erschien es 1697 in Contes de ma Mère l’Oye und vorher 1696. Ludwig Bechstein übernahm das Märchen in sein Deutsches Märchenbuch als Das Dornröschen (1845 Nr. 63, 1853 Nr. 52).

Inhalt bei PerraultBearbeiten

 
Druck von Gustave Doré zu Perraults La belle au bois dormant, 1867

Ein Königspaar kriegt endlich ein Kind. Zur Taufe sollen sieben Feen der Tochter Gaben wie Schönheit und dergleichen verleihen. Da kommt eine alte, vergessene Fee dazu, beleidigt, weil kein Goldbesteck übrig ist, verflucht sie das Kind, am Stich einer Spindel zu sterben. Doch eine der jungen Feen hat ihren Wunsch aufgespart und mildert den Tod zu hundertjährigem Schlaf, aus dem ein Prinz sie erwecken wird. Der König verbannt alle Spindeln. Nach 15 oder 16 Jahren findet das Kind einen Schlossturm, wo eine freundliche Alte spinnt, greift nach der Spindel und sinkt hin. Man legt sie aufs Bett. Damit sie beim Erwachen nicht allein ist, lässt die Fee alle im Schloss auch schlafen und Bäume dicht umher wachsen, dass niemand sie stört. Nach 100 Jahren jagt dort ein Prinz und wundert sich über die Türme im Wald. Die meisten meinen, da hause ein Menschenfresser, nur ein alter Bauer weiß von der schlafenden Schönheit. Die Bäume, Brombeeren und Dornbüsche machen dem Prinzen Platz, er findet alle schlafend, schließlich die Prinzessin. Sie erwacht und spricht lange mit ihm, es gibt ein Festmahl mit Trauung. Seine Mutter schöpft Verdacht, doch hält er die Ehe geheim. Nach zwei Jahren stirbt sein Vater, da holt er Frau und zwei Kinder namens Mörgenröte und Tageslicht heim. Als er im Krieg ist, lässt seine Mutter nacheinander die beiden Kinder und seine Frau schlachten, um sie zu essen, doch der Haushofmeister nimmt stattdessen ein Lämmchen, ein Zicklein und eine Hirschkuh. Eines Abends verrät der Bub sich durch lautes Weinen. Die Böse erkennt den Betrug, bereitet die Hinrichtung vor. Der König kommt dazu, sie richtet sich selbst. Perrault zieht Moral: Kein Mädchen warte heute so brav auf die Ehe.

Inhalt bei GrimmBearbeiten

 
Bild von Walter Crane

Ein Königspaar wünscht sich lange ein Kind. Endlich weissagt ein Frosch (bis 2. Auflage: ein Krebs) der Königin die Geburt. Zum Fest holt man auch zwölf Feen, das Mädchen zu segnen, eine dreizehnte übergeht man, für sie ist kein Goldteller mehr da. Die platzt dann herein und verflucht es zum Tod durch Stich einer Spindel im fünfzehnten Jahr. Doch hat eine Fee ihren Segen noch nicht gesprochen und mildert den Tod zu hundertjährigem Schlaf. Der König lässt alle Spindeln verbrennen. Mit fünfzehn Jahren, die Eltern sind aus, findet das Mädchen in einem Schlossturm eine alte Frau beim Spinnen, greift nach der Spindel, sticht sich und fällt schlafend hin. Alle Menschen und alles im Schloss schläft auch, dichte Dornen wachsen ringsum. Man hört von der Prinzessin als dem Dornröschen, doch Prinzen, die es suchen, sterben jämmerlich in den Dornen. Wie hundert Jahre um sind, hört wieder ein Prinz davon, die Dornen sind Blumen und lassen ihn ein. Dornröschen erwacht von seinem Kuss, alles erwacht und feiert die Hochzeit.

Herkunft und BearbeitungBearbeiten

Jacob Grimms handschriftliche Urfassung von 1810 beruht offenbar auf Marie Hassenpflugs Kindheitserinnerung an Perraults Märchen, das sie sehr weitgehend schrumpfen ließ. Bei Perrault verheimlicht der Prinz die Liebschaft vor seiner Mutter, die dann seine Kinder und Frau zu fressen versucht, als er im Krieg ist. Dieser brutale zweite Teil fehlt hier. Schon das Hängenbleiben der Freier ist nur kurz erwähnt.[1] Die Pointe, dass eine Fee ihren Wunsch noch übrig hat, wurde zur Druckfassung 1812 wieder ergänzt, im Übrigen die kurze Handlungsskizze nun in Wilhelm Grimms Sinne ausgestaltet. Hans-Jörg Uther bemerkt die leitmotivhafte Wiederholung von Dornröschens Schönheit.[2]

Die Handlung änderte sich zwischen den verschiedenen Druckauflagen kaum. Die zur 2. Auflage eingefügte Redensart „daß der König vor Freuden sich nicht zu lassen wußte“ stand zuerst in Grimms Der gestiefelte Kater, Der junge Riese, ähnlich in Schnabels Insel Felsenburg.[3] Die Schilderung wird länger, gegenständlicher, mit mehr wörtlichen Reden. Offenbar versehentlich fehlt dabei in der Aufzählung die elfte der „weisen Frauen“, wie die Feen nun wohl zur Absetzung von französischen Feenmärchen heißen. Die Wünsche nennen auch Reichtum. Dass der Koch den Küchenjungen an den Haaren zieht, wird erklärt, dieser habe „etwas versehen“. Im Land geht die „Sage“ von Dornröschen, der alte Mann rät dem Helden ab. Die Blumen werden nun hinter ihm nicht mehr zu Dornen. Die Erwachten sehen sich mit großen Augen an, ihre Aufzählung erhält klaren Rhythmus, wie ein Abzähltext (etwa Das Birnli will nit fallen). Ab der 3. Auflage ist der weissagende Krebs ein Frosch. Der Schlüssel ist verrostet, statt nur gelb. Das Königspaar liegt beim Thron. Die 4. Auflage korrigiert das Fehlen der elften Frau, der Auftritt der Dreizehnten ist ausführlicher. Neu ist auch: „Und der Wind legte sich, und aus den Baum vor dem Schloß regte sich kein Blättchen mehr“, zur 5. Auflage „Da giengen sie zusammen herab … “, zur 6. Auflage „ … ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.“ Im Turm steht grade ein Bett. Heinz Rölleke beobachtet, wie der Ausspruch „ich fürchte mich nicht“ zur 6. Auflage im Sinne des Helden Sigurd eingefügt wurde. Die Brüder Grimm waren eben von Anfang an überzeugt, in dem Text die Spur des germanischen Mythos vor sich zu haben, weshalb er auch trotz seiner französischen Herkunft in der Sammlung blieb.[4] Ähnlich spricht Grimms KHM 193 Der Trommler. Auch die Anmerkung zu KHM 93 Die Rabe bemüht Brünhilds Befreiung. Geschichte Dorn-Röschens hieß zuerst Antoine d‘Hamiltons Feenmärchen L‘histoire d‘épine in Bertuchs deutscher Übertragung Blaue Bibliothek aller Nationen, 1790, ist aber ein ganz anderes Märchen. Walter Scherf mutmaßt, ein Dornenröschen könnte dort und in anderen Dornröschen-Fassungen als Teil einer magischen Flucht wie in KHM 51 Fundevogel vorkommen. Nach seinem Eindruck wurde der Text wieder Perrault angenähert, sein höfischer Prunkstil aber verbürgerlicht.[5] So wird aus Heilbädern die häusliche Badewanne. Die 13 passt nicht nur als Unglückszahl, in bürgerlicher Vorstellung hatte eine Aussteuer zwölf Teller. Das Einschlafen und Aufwachen ist für Heinz Rölleke eine besondere Meisterleistung Wilhelm Grimms, die auch von der Verkürzung der Kussszene ablenkt.[6]

MärchenforschungBearbeiten

Die Anmerkung der Brüder Grimm vermerkt „Aus Hessen“ (von Marie Hassenpflug). Sie vergleichen die Schlafende mit Brunhild in der Liederedda „Sämundar 2, 186“, Sigurd weckt sie im Flammenwall, Othin stach sie mit dem Schlafdorn, nennen Basiles Pentameron V,5 Sonne, Mond und Thalia, Perraults La belle au bois dormant, KHM 53 Schneewittchen. Zu Basiles und Perraults Schluss verweisen sie auf ihr im Anmerkungsband wiedergegebenes Fragment Die böse Schwiegermutter.[7] Die Anmerkung der 1. Auflage nannte auch KHM 82a Die drei Schwestern, zur Spindel den Knochen in Basiles III,3 Viso.[8] Vgl. zum Schlaf auch II,8 La schiavottella, KHM 62 Die Bienenkönigin. Das Spinnen – als typisch weibliche Fertigkeit – kommt in vielen Märchen vor, KHM 9, 14, 24, 49, 55, 65, 67, 79, 128, 156, 181, 179, 188, auch verwunschene Schlösser, KHM 92, 97, 121, 137, 163, 197, 130a. Die verborgene Spinnstube mag auch an eine verbotene Kammer wie in KHM 3, 46, 62a und in Grimms Anmerkung zu Rapunzel denken lassen. Grausame Stiefmütter wie bei Perrault kennen wir etwa aus Grimms Die sechs Schwäne, Schneewittchen, De drei Vügelkens, Bechsteins Die Knaben mit den goldnen Sternlein.

Als älteste Belege zu Erzähltyp ATU 410 gelten die Geschichte von Troylus und Zellandine in Perceforest (um 1330, Buch 3, Kap. 46, 48, 55), der zweite Teil des katalanischen Gedichts Blandin de Cornoualba und das ebenfalls katalanische Gedicht Frayre de Joy e Sor de Plaser. Den Todesschlaf und den in früheren Fassungen von ATU 410 eine Rolle spielenden Helfervogel kennen im Mittelalter verschiedene Erzähler, so Marie de France in Eliduc und in Yonec. Auf die Sigrdrífomál der Edda wies Grimms Anmerkung schon hin. Zeus versteckt Thalia vor Hera, sie kriegt Zwillinge.[9] Basiles Sonne, Mond und Thalia spielt wohl darauf an und ist die erste Märchenfassung des Typs. Rudolf Schenda sah in Dornröschen „eines der sprechendsten Beispiele für die Überlieferungskette Basile – Perrault – Grimm.“[10]

InterpretationBearbeiten

 
Aquarell von Henry Meynell Rheam, 1899

Grimms Bezug zur nordischen Mythologie wurde oft aufgegriffen. Etwa Joachim Fernau sah Dornröschen als entschärfte und der sittlichen Moral der Zeit angepasste Fassung der Nibelungensage.[11] Psychoanalytiker deuteten nach Sigmund Freud den langen Schlaf als eskapistische Phantasie der Pubertät oder nach C. G. Jung die 13. Fee als Große Mutter, unterdrückte Sexualität und Weiblichkeit.[12] Nach Max Lüthi ist das Schloss Paradies und Gefängnis, die erst tödliche, dann blühende Hecke drücke die Polarität von Tod und Auferstehung aus – was Hans-Jörg Uther relativiert, Dornröschen sei eher im Wachkoma, die Zeit steht still, anders in Legenden wie KHM 202 Die zwölf Apostel.[13] Heinz Rölleke weist heute nach gründlicher philologischer Vorarbeit darauf hin, wie die junge Marie Hassenpflug offenbar bewusst oder unbewusst wiedergab, womit sie sich identifizieren konnte: Die „15-jährige Prinzessin muss lange in ihrem im doppelten Sinn ohnmächtigen Schlaf taten- und entscheidungslos warten, bis ihr ein Märchenprinz sozusagen in den Schoß fällt.“ Auf Jugendbildnissen verkörpere sie geradezu die zarte Schönheit des schlafenden Mädchens, Ohnmachtsanfälle waren ihr sehr vertraut, und als Tochter eines gesellschaftlich hochstehenden Vaters habe sie eigentlich nichts zu tun gehabt, als auf ihren Bräutigam zu warten.[14] Dorothee Ostmeier vermeint im selbständigen sich Auf- und Zutun der Hecke bei Dornröschen, auch zu Beginn der Vorrede der Brüder Grimm zu ihren Märchen, Jacob Grimms naturgesetzliches Rechtsverständnis zu erkennen, in dessen Aufsatz Von der Poesie im Recht vom Schicksalsspruch mittels Zweigen und Ästen die Rede ist.[15] Ausführliche und wichtige psychologische Deutungen finden sich bei Bruno Bettelheim (Kinder brauchen Märchen, 1975), Marie-Louise von Franz (Das Weibliche im Märchen, 1977) oder Eugen Drewermann (Dornröschen).

Nach Hedwig von Beit ist der Frosch oder Krebs die Große Mutter, die ihr Kind nur ungern in die bewusste Welt entließ, und identisch mit den durch rituelles Opfermahl günstig zu stimmenden Feen, wobei das Bewusstsein das Wesentliche, Schicksalhafte vergaß. Negativem Mutterbild folgt väterlicher Bann weiblicher Bestimmung, das Mädchen „versteigt sich“ in unbewusste Phantasien. Annäherung an unbewusste Inhalte bewirkt Absinken des Wachbewusstseins. Dornensträucher, die im Volksglauben Hexen abwehren, sind hier mandalaartiger Schutz in stiller Reifungszeit.[16]

Laut Bruno Bettelheim ist das zentrale Thema aller Fassungen von Dornröschen, dass Eltern das sexuelle Erwachen ihrer Kinder nicht verhindern können – die hinausgeschobene Erfüllung ist nicht weniger schön. Was so passiv scheint, ist nicht wirklich der Tod. Mit 15 setzte früher die Regel ein, 13 sind die Mondmonate des Jahres, der Rhythmus der Menstruation. Eine Wendeltreppe bedeute ein Träumen sexueller Erlebnisse, die kleine Kammer die Vagina, der Schlüssel den Akt („Was ist das für ein Ding...“), worauf sie in Schlaf sinkt. In der Bibel sei die Menstruation „der Fluch“, von Frau zu Frau weitergegeben. Der dornbewehrte Todesschlaf sei eine Warnung vor verfrühter Sexualisierung, aber auch narzisstischer Isolation. Erst innere Harmonie sei Harmonie auch mit anderen, schenke Leben, und alle erwachen.[17] Bettelheim interpretiert den Dornröschenschlaf als typisches Adoleszenz-Phänomen bei Mädchen und Jungen:

„Bei größeren Veränderungen im Leben wie bei der Adoleszenz sind für ein erfolgreiches Wachstum sowohl aktive wie geruhsame Perioden nötig. Zu einem Sich-nach-innen-Kehren, das nach außen wie Passivität (oder Verschlafenheit) wirkt, kommt es dann, wenn sich in dem Betreffenden innere Prozesse von solcher Wichtigkeit abspielen, dass er keine Energie mehr für nach außen gerichtete Aktivitäten aufbringt. (…) Der glückliche Ausgang gewährleistet dem Kind, dass es nicht dauernd im scheinbaren Nichtstun verhaftet bleiben wird.“

Bettelheim: Kinder brauchen Märchen, S. 262

Eugen Drewermann erkennt in der ersten Version, in der statt einem Frosch ein Krebs im Bad erscheint (Grimms veränderten es, da Krebs ein unbekannteres Märchentier war), eine Triebausrichtung, das vorwärts gehen, indem sie auch rückwärts geht eine larvierte Regression (gleich dem Krebsgang) bei dem König und der Königin. Der König zeigt dies Verhalten, in dem er nur zwölf goldene Teller hat statt derer dreizehn. „Wer andere nur einlädt, um vor ihnen mit seinem Goldbesteck zu glänzen, erweckt nicht Zuneigung, der etabliert ein System von Begünstigung und Missgunst.“[18] Er sieht in dem Schlaf im Schloss „die Pferde im Stall, die Hunde im Hof...ja, das Feuer, auf dem Herde flackerte“ das Versiegen der Vitalität und Wärme der Prinzessin, aber auch die Eltern legen sich zur Ruhe (anders als bei Perrault) über die erste sexuelle Erfahrung der Prinzessin. Triebregungen werden „eingeschläfert“ und somit auch die Ängste der Eltern, wenn das Es sich nicht mehr regt, kann sich das Über-Ich hinlegen. Aber eine Neurose kann die Folge sein.[19] Nach Steff Bornstein symbolisiere die Dornenhecke einen Rachewunsch für die Defloration, „Dornröschen ist aufgeteilt in die eine, die in der Turmzelle schläft … und in die andere, durch die Dornenhecke symbolisierte, die ihre sadistische Rache auslebt.“ Auch sieht er in der Dornenhecke die Schambehaarung der Frau sowie die Phantasie der vagina dentata.[20] Rein passiv, wie ohne eigenes Zutun, ohne von seiner Wirkung (…) des eigenen Liebreizes (ahnend), zieht die junge Frau, zu welcher Dornröschen geworden ist, Männer an, die es stets zugleich abwehrt. Drewermann vergleicht dies mit dem Märchen Die kleine Seejungfrau: Die Seeleute erfasst „Angst und Grauen, aber sie saß ruhig auf ihrem schwimmenden Eisberg und sah, wie der blanke Blitzstrahl im Zickzack in die schwimmende See einschlug.“ Der Dornröschenprinz darf keines der Tiere, wie Pferde, Tauben, Fliegen vorher wecken, erst muss er Dornröschen finden und es küssen. Wenn er das getan hat, erwacht als erstes der Königsstaat samt Königin und König (das Über-Ich), erst dann das Ich und das Es (inneres wie Pferde, Tauben, Fliegen, Koch).[21]

Psychiater Wolfdietrich Siegmund meint: „Nicht wenn der Mensch es will, sondern wie in Dornröschen, wenn die rechte Zeit gekommen ist, löst sich die Verklemmung, bricht der Bann oder wird die Verzauberung hinweg genommen.“[22] Friedel Lenz nimmt den Frosch als Bild der Metamorphose von seelischer zu sinnlicher Welt, die Geborgenheit in der Zwölfheit des Tierkreises weicht einem Dreizehnten, Luzifer oder eben nordisch Loki, der das Ich im Turm spinnen, im Oberstübchen denken lässt in dornigem Egoismus, Erlösung und Gnade kommt im christlichen Zeichen der Rose.[23] Laut Wilhelm Salber geht es bei Dornröschen um ein spielerisches Herausfordern geheimnisvoller Mächte. Um der Verlockung willen experimentiert man mit Unerhörtem, das man dann in einem Zwischenzustand halten will. Er vergleicht damit die Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, das neugierig auch anrüchigen Anregungen nachgeht. Zwar entwickeln sich blühende Geschichten, doch bleibt sie vor der Verwirklichung stets im Drumherum stehen und erfährt immer ähnliche Verletzungen.[24] Homöopathen verglichen das Märchen mit den Arzneimitteln Silicea,[25] Aranea diadema, Ignatia amara, Lac caninum.[26] Nach Rüdiger Dahlkes „Polaritätsgesetz“ entsteht Böses durch Ausschluss aus dem Bewusstsein, im Patriarchat die 13 als Zahl des weiblichen Mondjahres, bis zur Aussöhnung mit dem weiblichen Pol unter den Dornen des Unbewussten.[27] Bei Psychotherapeut Gerhard Szonn schildert das Märchen die Erlangung weiblicher Identität und Reife.[28] Jobst Finke erwähnt das Märchenmotiv des Todesschlafs als mögliche Metapher für die Einengungen in schwerer Depression.[29]

RezeptionenBearbeiten

 
Illustration von Otto Ubbelohde, 1909

Märchenforscher kamen zum Schluss, dass trotz Grimms Märchen der Erzähltyp ATU 410 nie wirklich Teil mündlicher Volksüberlieferung wurde. Varianten im romanischen Sprachraum ähneln Basiles oder Perraults, drei flämische teils auch Grimms Fassung. Andere fanden sich etwa in Griechenland und im Orient. J. C. Mardrus nahm eine ägyptische in seine Ausgabe von Tausendundeine Nacht auf.[30] Vgl. auch Die Geschichte der messingnen Stadt in einer Fassung von Tausendundeine Nacht.[31]

Marie-Catherine d’Aulnoys Märchen La biche au bois (Die weiße Hindin) könnte von Perrault beeinflusst sein.[32]

Ludwig Bechstein hält sich mit Das Dornröschen eng an Grimms Fassung, die er auch angibt. Er malt etwas aus, etwa dass mit Abschaffung der Spindeln die Spinnräder eingeführt worden sein sollen.[33]

Das Kinderlied Dornröschen war ein schönes Kind entstand in den 1890er-Jahren. Dornröschen war ein schönes Kind ist auch ein Roman von Ross Macdonald, 1973. Irmtraud Morgners Roman Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz von 1974 variiert in der Spielfrau Beatriz de Diaz das Schlaf-Motiv. A. N. Roquelaure, besser bekannt als Anne Rice, schrieb eine Trilogie namens Dornröschen (im Original: Sleeping Beauty), in der das Dornröschen-Märchen mit sadomasochistischen Elementen fortgesetzt wird.[34] Der Fluch der achten Fee von David Henry Wilson (1991) beginnt mit der Erweckung der Prinzessin (hier „Saphira“) und behandelt einerseits die Folgen, als der Kronprinz eines mehr oder weniger „realistisch“ beschriebenen Reiches eine angeblich in einem nicht dokumentierten Schloss im Wald gefundene „verwunschene Prinzessin“ heiraten will, andererseits wird der auf ihr ruhende Fluch in einer neuen Variante ausgearbeitet. In Da fielen auf einmal die Sterne vom Himmel behandelt der Dichter Ludwig Harig 2002 ausführlich Dornröschen, wobei er besonders den Prinzen berücksichtigt, der den Kairos (glücklichen Moment) beim Schopf zu packen weiß.

Dornröschen ist eines der bekanntesten Märchen und namensgebend für Zuchtrosen, Gaststätten, Straßen, eine Dornröschenbrücke in Hannover. Die Sababurg heisst auch Dornröschenschloss. Dörrenbach hat einen Dornröschen-Rundwanderweg. Dornröschenschlaf meint lang andauernden, verborgenen Zustand. Das Dornröschen-Syndrom geht mit hohem Schlafbedürfnis einher.

ParodienBearbeiten

 
Illustration von Otto Ubbelohde, 1909

Viele Parodien drehen die angehaltene Zeit mit modernen Bezügen ins Groteske. Erich Kästner Gedicht Die scheintote Prinzessin von 1932 zielt auf eine rückwärtsgewandte deutsche Öffentlichkeit, die nicht wirklich erwachen will.[35] Michael Eisig zeigt das rudimentär-verflachte Märchenverständnis eines Managers, der sich mal beim Beeren pflücken in den Finger sticht.[36] Erich Ödipus lässt alle segensvoll einschlafen und wieder aufwachen.[37] Erno Scheidegg parodiert die Nachkriegszeit als Ende eines 12-jährigen Dornröschenschlafes.[38] Günter Kunert stellt sich vor, wie der Prinz hinter Dornenlabyrinthen statt zeitloser Utopie ein gealtertes Dornröschen trifft.[39] Auch Franz Fühmann sinniert über zu früh und zu spät gekommene Prinzen.[40] Josef Redings Mädchen, pfeif auf den Prinzen von 1974 mahnt zur Emanzipation („...es bringt dich auch kein Königssohn / vom Kochtopf auf den Herrscherthron...“).[41] Bei Irmela Brender stritten Koch und Küchenjunge grade übers Zwiebelschneiden, und versöhnen sich nach dem Aufwachen.[42] Martin Walser sieht ein Märchen von Unterdrückten für Unterdrückte: Wie beim Lotto gewinne nicht Gemeinschaft, sondern einer in hundert Jahren, und alle laufen in die Dornenhecke.[43] Wolfram Siebecks Prinz schneidet sich den Weg mit der Motorsäge frei, wovon alle aufwachen. Er trägt Armbanduhr und Sonnenbrille, Dornröschen verblasst neben Illustriertenstars, und die Ehe wird bald geschieden.[44] Ruth Schweizers Auferweckung von 1980 resigniert über heimliches Wünschen.[45] Günter Grass kehrt, ähnlich wie Kästner, den Erlösungskuss zum Unheilsbringer („...die freigelassen zum Fürchten wären.“).[46] Imre Töröks Aliens in Dornrösia (1994) verschlafen gern Äonen in Erwartung neuester Moden, bis alle pennen, weil der Märchenprinz keinen Bock hat.[47] Auch Robert Coovers Prinz hat zuletzt keine Lust und hüpft zurück in die Dornenhecke.[48] Märchen- und Kinderradioautor Christian Peitz veröffentlichte 2009 eine neue Version des Märchens, im selben Buch findet sich mit Rosdörnchen auch seine Parodie des Stoffes. Karen Duves geduldiger Prinz wartet 100 Jahre, alle versöhnen sich, die Fee verjüngt ihn.[49] Dornröschen kommt in Kaori Yukis Manga Ludwig Revolution vor, ein Manhwa Die Legenden vom Traumhändler erschien 2004 von Lee Jeong-a, ein Manga 2012 von Misaho Kujiradou.[50] Auch in Ever After High kommt es vor.

Bildende KunstBearbeiten

 
Ölbild von John Collier, 1921

Das Märchen wurde für zahllose Märchenbücher des 19. und 20. Jahrhunderts illustriert. Zur historischen Allegorie wurde es in den Wandbildern des Kaisersaals in Goslar von Hermann Wislicenus (um 1880). Der mehrteilige Dornröschenzyklus steht dort für den langen „Schlaf“ und die Wiedererweckung des deutschen Reichs.

MusikBearbeiten

Dornröschen war ein schönes Kind ist ein Kinder-Spiellied von Margarethe Löffler aus den 1890er-Jahren. Im Jahre 1995 veröffentlichte die Band dornRöSCHEN ein gleichnamiges Debüt-Album. Die Dresdner Band tauReif veröffentlichte auf ihrem Album Zwei Welten (2001) das Lied Dornröschen. Von Brice Pauset ist Das Dornröschen für Streichquartett, zwei Chorgruppen und Orchester (2012).

TheaterBearbeiten

Der Schauspieler Robert Bürkner schuf 1920 eine Theaterfassung des Märchens, das sich weitgehend an der Originalvorlage orientiert.

OperBearbeiten

BallettBearbeiten

MusicalBearbeiten

Film und FernsehenBearbeiten

Siehe auch den Spielfilm Der Tiger und der Schnee (2005); den Krimi Dornröschens Rache (2007). Auch in Ever After High kommt Dornröschen vor.

LiteraturBearbeiten

PrimärliteraturBearbeiten

  • Doris Distelmaier-Haas (Hrsg.): Charles Perrault. Sämtliche Märchen. Reclam, Ditzingen 2012, ISBN 978-3-15-008355-0, S. 136 (Übersetzung von Doris Distelmaier-Haas nach Charles Perrault: Contes de ma mère l’Oye. Texte établi, annoté et précédé d’un avant-propos par André Cœuroy. Éditions de Cluny, Paris 1948).
  • Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Vollständige Ausgabe. Mit 184 Illustrationen zeitgenössischer Künstler und einem Nachwort von Heinz Rölleke. 19. Auflage. Artemis & Winkler, Düsseldorf und Patmos, Zürich 1999, ISBN 3-538-06943-3, S. 281–284.
  • Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1857, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 246–250, 389.

LiteraturwissenschaftBearbeiten

  • Heinz Rölleke, Albert Schindehütte: Es war einmal … . Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer sie ihnen erzählte. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6247-7, S. 250–254, 263–266.
  • Harold Neemann: Schlafende Schönheit. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 13–19.
  • Walter Scherf: Das Märchenlexikon. Band 1. C. H. Beck, München 1995, ISBN 978-3-406-51995-6, S. 172–177.
  • Heinz Rölleke (Hrsg.): Die älteste Märchensammlung der Brüder Grimm. Synopse der handschriftlichen Urfassung von 1810 und der Erstdrucke von 1812. Herausgegeben und erläutert von Heinz Rölleke. Cologny-Geneve 1975 (Fondation Martin Bodmer, Printed in Switzerland), S. 106–111, 359.

InterpretationenBearbeiten

  • Hedwig von Beit: Symbolik des Märchens. Francke, Bern 1952, S. 695–701.
  • Bruno Bettelheim: Kinder brauchen Märchen. 31. Auflage 2012. dtv, München 1980, ISBN 978-3-423-35028-0, S. 261–274.
  • Friedel Lenz: Bildsprache der Märchen. 8. Auflage. Verlag Freies Geistesleben und Urachhaus, Stuttgart 1997, ISBN 3-87838-148-4, S. 19–26.

ParodienBearbeiten

  • Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X.
  • Johannes Barth (Hrg.): Texte und Materialien für den Unterricht. Grimms Märchen – modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinz Rölleke (Hrsg.): Die älteste Märchensammlung der Brüder Grimm. Synopse der handschriftlichen Urfassung von 1810 und der Erstdrucke von 1812. Herausgegeben und erläutert von Heinz Rölleke. Cologny-Geneve 1975 (Fondation Martin Bodmer, Printed in Switzerland), S. 106–111, 359.
  2. Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 118.
  3. Lothar Bluhm und Heinz Rölleke: „Redensarten des Volks, auf die ich immer horche“. Märchen – Sprichwort – Redensart. Zur volkspoetischen Ausgestaltung der Kinder- und Hausmärchen durch die Brüder Grimm. Neue Ausgabe. S. Hirzel Verlag, Stuttgart/Leipzig 1997, ISBN 3-7776-0733-9, S. 83.
  4. Heinz Rölleke, Albert Schindehütte: Es war einmal … . Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer sie ihnen erzählte. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6247-7, S. 263–266.
  5. Walter Scherf: Das Märchenlexikon. Band 1. C. H. Beck, München 1995, ISBN 978-3-406-51995-6, S. 172–177.
  6. Heinz Rölleke, Albert Schindehütte: Es war einmal … . Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer sie ihnen erzählte. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6247-7, S. 263–266.
  7. https://de.wikisource.org/wiki/Kinder-_und_Haus-M%C3%A4rchen_Band_3_(1856)/Anmerkungen#50 Wikisource: Grimms Anmerkung zu Dornröschen
  8. https://de.wikisource.org/wiki/Dornr%C3%B6schen_(1812) Wikisource: Dornröschen (1812), Anhang
  9. Harold Neemann: Schlafende Schönheit. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 13–19.
  10. Giambattista Basile: Das Märchen der Märchen. Das Pentamerone. Herausgegeben von Rudolf Schenda. C.H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46764-4, S. 613 (nach dem neapolitanischen Text von 1634/36, vollständig und neu übersetzt).
  11. Joachim Fernau: Disteln für Hagen. Bestandsaufnahme der deutsche Seele. Ulm 2005, S. 38–39.
  12. Harold Neemann: Schlafende Schönheit. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 17.
  13. Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 119.
  14. Heinz Rölleke, Albert Schindehütte: Es war einmal … . Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer sie ihnen erzählte. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6247-7, S. 254.
  15. Vortrag auf dem Kongress Märchen, Mythen und Moderne: 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, 17.–20. Dezember 2012 in Kassel (online), (Referentenabstracts in PDF, S. 53)
  16. Hedwig von Beit: Symbolik des Märchens. Francke, Bern 1952, S. 695–701.
  17. Bruno Bettelheim: Kinder brauchen Märchen. 31. Auflage 2012. dtv, München 1980, ISBN 978-3-423-35028-0, S. 261–274.
  18. Drewermann, Eugen: Wie uns die Liebe verzaubert Grimms Märchen tiefenpsychologisch gedeutet, Patmos Verlag, 2015, S. S. 6–36
  19. Drewermann, Eugen: Wie uns die Liebe verzaubert Grimms Märchen tiefenpsychologisch gedeutet, Patmos Verlag, 2015, S. 36 ff.
  20. Drewermann, Eugen: Wie uns die Liebe verzaubert Grimms Märchen tiefenpsychologisch gedeutet, Patmos Verlag, 2015, S. S. 61
  21. Drewermann, Eugen: Wie uns die Liebe verzaubert Grimms Märchen tiefenpsychologisch gedeutet, Patmos Verlag, 2015, S. 90
  22. Frederik Hetmann: Traumgesicht und Zauberspur. Märchenforschung, Märchenkunde, Märchendiskussion. Mit Beiträgen von Marie-Louise von Franz, Sigrid Früh und Wolfdietrich Siegmund. Fischer, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-596-22850-6, S. 124.
  23. Friedel Lenz: Bildsprache der Märchen. 8. Auflage. Verlag Freies Geistesleben und Urachhaus, Stuttgart 1997, ISBN 3-87838-148-4, S. 19–26.
  24. Wilhelm Salber: Märchenanalyse (= Armin Schulte (Hrsg.): Werkausgabe Wilhelm Salber, psychologische Morphologie. Band 12). 2. Auflage. Bouvier, Bonn 1999, ISBN 3-416-02899-6, S. 43–46, 61–64.
  25. H. E. Böttger: Das Märchen und die Gefahren seiner Interpretation. In: AHZ. 2/1988, S. 54–59.
  26. Martin Bomhardt: Symbolische Materia medica. 3. Auflage. Verlag Homöopathie + Symbol, Berlin 1999, ISBN 3-9804662-3-X, S. 126, 648, 729.
  27. Rüdiger Dahlke: Die Schicksalsgesetze im Märchen. Teil 1: Dornröschen – Das Gesetz der Polarität. In: Visionen. Spiritualität – Bewusstsein – Wellness. 13. Jahrgang, Nr. 11, November 2009, ISSN 1434-1921, S. 36–39.
  28. Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 121.
  29. Jobst Finke: Träume, Märchen, Imaginationen. Personzentrierte Psychotherapie und Beratung mit Bildern und Symbolen. Reinhardt, München 2013, ISBN 978-3-497-02371-4, S. 154, 193, 198–199.
  30. Harold Neemann: Schlafende Schönheit. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 13–19.
  31. Johann Christoph Bürgel, Marianne Chenou (Hrsg.): Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. Reclam, Stuttgart 1995, ISBN 3-15-053560-3, S. 289–335.
  32. Doris Distelmaier-Haas (Hrsg.): Charles Perrault. Sämtliche Märchen. Reclam, Ditzingen 2012, ISBN 978-3-15-008355-0, S. 132, 136 (Übersetzung von Doris Distelmaier-Haas nach Charles Perrault: Contes de ma mère l’Oye. Texte établi, annoté et précédé d’un avant-propos par André Cœuroy. Éditions de Cluny, Paris 1948).
  33. Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1857, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 246–250, 389.
  34. Die letzten beiden Bände sind in Deutschland indiziert, jedoch in den USA frei erhältlich.
  35. Erich Kästner: Die scheintote Prinzessin . In: Johannes Barth (Hrg.): Texte und Materialien für den Unterricht. Grimms Märchen – modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 87–88 (1932; zuerst erschienen in: Erich Kästner: Gesammelte Schriften für Erwachsene. Bd. 6. Droemer Knaur, München 1969, S. 52–53.).
  36. Michael Eisig: Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 170–171 (zuerst erschienen in: Simplicissimus. Nr. 34, 24. August 1957, S. 541; Autorenangabe „Eisig, Michael“ bei Mieder mit „?“ markiert.).
  37. Erich Ödipus: Das ganz neue Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 172–174 (zuerst erschienen in: Simplicissimus. Nr. 15, 11. April 1959, S. 226; Autorenangabe „Odipus, Erich“ bei Mieder mit „?“ versehen.).
  38. Erno R. Scheidegg: Dornröschen 1961. In: Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 175–177 (zuerst erschienen in: Simplicissimus. Nr. 19, 6. Mai 1961, S. 290; Autorenangabe „Scheidegg, Erno R.“ bei Mieder mit „?“ versehen.).
  39. Günter Kunert: Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 178 (zuerst erschienen in: Günter Kunert: Tagträume in Berlin und andernorts. Carl Hanser, München und Wien 1972, S. 82.).
  40. Franz Fühmann: (Dornröschen). In: Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 179 (zuerst erschienen in: Franz Fühmann: Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens. Hinstorff, Rostock 1973, S. 164.).
  41. Josef Reding: Mädchen, pfeif auf den Prinzen . In: Johannes Barth (Hrg.): Texte und Materialien für den Unterricht. Grimms Märchen – modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 88–89 (1974; zuerst erschienen in: Josef Reding: Gutentagtexte. Engelbert, Balve 1974, S. 39.).
  42. Irmela Brender: Vom Küchenjungen in Dornröschens Schloß. In: Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 180–181 (zuerst erschienen in: Hans-Joachim Gelberg (Hrg.): Neues vom Rumpelstilzchen und andere Haus-Märchen von 43 Autoren. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1976, S. 104–106.).
  43. Martin Walser: Auskunft über Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 184–186 (zuerst erschienen in: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 302, 24./25. Dezember 1977, S. 37.).
  44. Wolfram Siebeck: Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 182–183 (zuerst erschienen in: Wolfram Siebecks beste Geschichten. Fischer, Frankfurt 1979, S. 220–221.).
  45. Ruth Schweizer: Auferweckung . In: Johannes Barth (Hrg.): Texte und Materialien für den Unterricht. Grimms Märchen – modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 89 (1980; zuerst erschienen in: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 108, 10./11. Mai 1980, S. 70.).
  46. Günter Grass. In: Johannes Barth (Hrg.): Texte und Materialien für den Unterricht. Grimms Märchen – modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 90 (1986; zuerst erschienen in: Volker Neuhaus (Hrg.): Günter Grass: Werkausgabe in 10 Bänden. Bd. 7: Die Rättin. Luchterhand, Darmstadt/Neuwied 1987, S. 368.).
  47. Imre Török: Dornrösia. In: Johannes Barth (Hrg.): Texte und Materialien für den Unterricht. Grimms Märchen – modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 90–94 (1994; zuerst erschienen in: Imre Török: Akazienskizze. Neue und alte Geschichten. Phantasieflüge. Pop Verlag, Ludwigsburg 2009, S. 32–35.).
  48. Robert Coover: Die schöne Schlafende . In: Johannes Barth (Hrg.): Texte und Materialien für den Unterricht. Grimms Märchen – modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 94–95 (1996; zuerst erschienen in: Robert Coover: Dornröschens Geschichten. Deutsch von Gerd Burger. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, S. 53–54.).
  49. Karen Duve: Grrrimm. Goldmann, München 2014, ISBN 978-3-442-47967-2, S. 49–76.
  50. Grimms Manga. Sonderband. Tokyopop, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8420-0638-6.
  51. www.deutsches-theater.de/dornroeschen
  52. Die Comic-Bilder als Print: Dornröschen. Buch zum Film. Parragon, Bath 2013 ISBN 978-1-4723-4737-4. In Deutsch