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Dornhausen (Geslau)

Ortsteil der Gemeinde Geslau

Dornhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Geslau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken).

Dornhausen
Gemeinde Geslau
Koordinaten: 49° 21′ 28″ N, 10° 21′ 17″ O
Höhe: 434 m ü. NHN
Einwohner: 76 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91608
Vorwahl: 09867
Fragmente von zwei Steinkreuzen

GeografieBearbeiten

Das Dorf liegt am Kreuthbach, der ein rechter Zufluss der Altmühl ist. Es münden dort der Hubfeldgraben als linker und die Sulzach als rechter Zufluss in den Kreuthbach. Im Südwesten liegt das Weihersfeld, ca. 0,5 km im Südwesten das Lachfeld. Im Westen liegen das Hubfeld und die Eggerten. Ca. 1 km nördlich zwischen dem Hochfeld, Seefeld und Weilhof liegt der Dornhauser Weiher.[2]

GeschichteBearbeiten

Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 werden für Dornhausen 12 Mannschaften verzeichnet, die alle das Kastenamt Colmberg als Grundherrn hatten. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.[3] Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 hat sich die Zahl der Mannschaften auf 13 erhöht. Es wird noch eine Schmiede und ein Hirtenhaus erwähnt.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Dornhausen 19 Haushalte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Vogtamt Colmberg aus. Alle Anwesen hatten das Kastenamt Colmberg als Grundherrn. Neben den Haushalten gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schmiede).[5]

1799 gab es im Dorf 15 Haushalte, die alle dem ansbachischen Kameralamt Colmberg untertan waren.[6]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Dornhausen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Geslau zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Geslau an.[7] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Dornhausen eine eigenständige Ruralgemeinde, zu der Kreuth gehörte. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg.

1843 beantragten die Bewohner von Kreuth die Bildung einer eigenen Ruralgemeinde, was jedoch abgelehnt wurde. Weitere Eingaben 1844 und 1847 wurden ebenfalls abgelehnt.[8] Von 1862 bis 1879 wurde die Gemeinde Dornhausen vom Bezirksamt Ansbach verwaltet, ab 1880 vom Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1938 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Leutershausen, seit 1880 Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1920 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt) übernommen.[9] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,083 km².[10]

Am 1. Januar 1972 wurde Dornhausen im Zuge der Gebietsreform nach Geslau eingemeindet.[11]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Haus Nr. 3: Schmiedeeiserner Ausleger, spätes 18. Jh.
  • Zwei Steinkreuze: mittelalterlich; an der Straße neben Haus Nr. 3

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Geslau#Dornhausen

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Dornhausen

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 212 178 183 223 197 205 200 207 203 203 200 203 210 201 210 191 169 170 152 233 204 193 157 161
Häuser[12] 35 35 33 34 36 35 32 32
Quelle [13] [14] [15] [15] [16] [15] [17] [15] [18] [19] [18] [18] [20] [18] [18] [18] [21] [18] [18] [18] [22] [18] [10] [23]

Ort Dornhausen

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 102 91 97 110 90 110 81 91 72 78 76
Häuser[12] 19 19 17 18 19 16 17 18
Quelle [13] [14] [16] [17] [19] [20] [21] [22] [10] [23] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Kilian (Geslau) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber).

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße AN 5 führt nach Hürbel bzw. zur Staatsstraße 2250. Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Kreuth.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dornhausen (Geslau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 327 (Digitalisat).
  2. Dornhausen im BayernAtlas
  3. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 8v. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 703.
  4. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 22. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 707.
  5. M. Jehle, Bd. 2, S. 849.
  6. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 636.
  7. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 964.
  8. M. Jehle, Bd. 2, S. 950.
  9. M. Jehle, Bd. 2, S. 984f.
  10. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 813 (Digitalisat).
  11. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 562.
  12. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 19 (Digitalisat). Für die Gemeinde Dornhausen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Kreuth (S. 50).
  14. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 188 (Digitalisat).
  15. a b c d Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 164, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 988, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1153, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. a b c d e f g h i j Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 182, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  19. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1172–1173 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1244 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1282 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1110 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 169 (Digitalisat).