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Donsbach ist ein Stadtteil der Oranier-Stadt Dillenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis mit rund 1450 Einwohnern.

Donsbach
Wappen von Donsbach
Koordinaten: 50° 43′ 20″ N, 8° 14′ 14″ O
Höhe: 331 m ü. NHN
Fläche: 9,48 km²[1]
Einwohner: 1447 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35686
Vorwahl: 02771
Blick auf Donsbach
Blick auf Donsbach

Inhaltsverzeichnis

Geografische LageBearbeiten

Donsbach liegt im nordwestlichen Teil des Lahn-Dill-Kreises, am Rande des Westerwalds und befindet sich ca. vier Kilometer südwestlich der Kernstadt von Dillenburg. Größere Städte in direkter Umgebung sind, neben Dillenburg, Herborn und Haiger.

Die Ortschaft liegt im Landschaftsschutzgebiet „Hessischer Westerwald“. Außerdem befinden sich in der Gemarkung drei Naturschutzgebiete.

GeschichteBearbeiten

Das 1100-jährige Donsbach ist der älteste der sieben Stadtteile, einschließlich der Kernstadt. Belegt ist dies durch die Schenkungsurkunde vom 28. April 1048 anlässlich der Weihung der Haigerer Marienkirche durch Erzbischof Eberhard von Trier. Am selben Tage bestätigte der genannte Erzbischof Eberhard, kraft seiner bischöflichen Gewalt öffentlich, das umgrenzte Gebiet jener Kirche so, wie König Konrad I. (911–918) dieses am 24. April 914 urkundlich festgelegt hatte: Dies ist nämlich die Grenze der Kirche in Heigerin, welche der erwähnte König Konrad der heiligen Maria und der heiligen Walburgis in Willanaburg (Weilburg) übergeben hat, welche anfängt zwischen Donesbach (Donsbach) und Heigere (Haiger), wo die Marc Herbore (Herborn) und das Land der freien Männer aneinandergrenzen.

 
Anteilschein des Kupfererzbergwerks Gewerkschaft Haus Nassau und Colonia I aus Donsbach vom 15. April 1902[3]

Das Terrain der umschriebenen Heigeromarca beginnt folglich auf der Höhe zwischen Haiger und Donsbach, dem zur Herborner Mark zählenden Grenzort. Beide Urkunden sind kopial in der Wormser Handschrift des 12. Jahrhunderts überliefert. Wichtige Urkunden und Dokumente wurden zum Glück schon im Mittelalter durch zusätzliche Abschriften in sogenannte Kopialbücher gesichert. Von 1342 bis 1485 wurde das Dorf in Ober – und Niederdonsbach aufgeteilt. Ab hier erfolgte dann wieder der Zusammenschluss beider Ortsteile. Im Jahre 1959 hat man das 1914 versäumte 1000-jährige Dorfjubiläum gebührend nachgefeiert.[4]

Bereits 1603 schürfte man im Ort in mehr als zwölf Gruben mit Erfolg Kupfer- und Eisenerz. Einige dieser Bergbaubetriebe bestanden bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 1791 fiel Donsbach einem großen Dorfbrand zum Opfer, der zu großen Verlusten bei der Bevölkerung führte. Amtmann Rühle von Lilienstern, dessen Namen die Grundschule trägt, setzte sich für den Wiederaufbau ein und legte dabei großen Wert auf den Fachwerkbau.

GebietsreformBearbeiten

Bis 1976 war Donsbach eine selbstständige Gemeinde im ehemaligen Dillkreis. Am 1. Januar 1977 wurde sie im Rahmen der Gebietsreform in Hessen durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen nach Dillenburg Nanzenbach.[5] Für den Stadtteil Donsbach wurde, wie für die anderen eingemeindeten ehemals eigenständigen Gemeinden, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[6]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Donsbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][7]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Donsbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2018
Jahr  Einwohner
1834
  
422
1840
  
447
1846
  
458
1852
  
503
1858
  
563
1864
  
662
1871
  
669
1875
  
632
1885
  
720
1895
  
802
1905
  
867
1910
  
927
1925
  
1.127
1939
  
1.207
1946
  
1.498
1950
  
1.546
1956
  
1.500
1961
  
1.585
1967
  
1.680
1970
  
1.736
1980
  
?
1990
  
?
1999
  
1.695
2005
  
1.580
2009
  
1.543
2014
  
1.479
2018
  
1.447
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; nach 1970 Stadt Dillenburg[2]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 0688 evangelische (= 95,56 %), 10 katholische (= 1,39 %) und 22 (= 3,06 %) andere Christen
• 1961: 1354 evangelische (= 85,43 %) und 143 (= 9,02 %) katholische Einwohner
• 2018: 0912 evangelische (= 63,03 %), 115 katholische (= 7,95 %) und 420 andere Einwohner[2]

PolitikBearbeiten

OrtsbeiratBearbeiten

Der Ortsbeirat von Donsbach besteht aus fünf Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 besteht er aus drei Mitgliedern der SPD und zwei Mitgliedern der CDU. Ortsvorsteher ist Klaus Wagner (SPD).[8]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 25. Juni 1959 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In einem von Schwarz und Grün schräglinks geteilten Schild ein schräglinks geführter goldener Bachlauf.“[9]

Kultur SehenswürdigkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

  • KTZV Donsbach 59 e.V.
  • Arbeitskreis "Alte Schmiede"
  • Brieftaubenverein Donsbach
  • DRK-Bereitschaft Donsbach
  • Förderverein Lilienstern-Kinder e.V.
  • Freie Jugendarbeit Dillenburg
  • Freiwillige Feuerwehr Donsbach
  • Heimat- und Verschönerungsverein Donsbach
  • Lahn-Dill Snowboarders
  • Modellflugsportverein MSV-Kornberg e.V. - aufgelöst -
  • Naturschutzbund, Ortsgruppe Donsbach e.V.
  • Sängervereinigung 1890 Donsbach
  • Schützengemeinschaft 1963 Donsbach e.V.
  • SSV 1921 Donsbach e.V.
  • Tennisclub Donsbach e.V.
  • THW-Dillenburg Förderverein e.V.
  • VdK, Ortsgruppe Donsbach
  • Verein Freie Jugendarbeit Dillenburg e.V.
  • CVJM Donsbach e.V.

Quelle: [10]

BauwerkeBearbeiten

Ein bemerkenswertes Gebäude ist die Evangelische Kirche Donsbach.

WildparkBearbeiten

 
Übersicht des Tierparks Donsbach

Der Donsbacher Wildpark befindet sich am Ortseingang aus Richtung Herborn-Burg. Er steht in der Tradition des historischen Tierparks, in dem Graf Ludwig Henrich von Nassau-Dillenburg im 17. Jahrhundert Damwild hielt. Erhalten ist das Jagdhaus Katharinenbronn an der Mündung des Donsbachs in den Ambach mit dem Namen Neues Haus. Es ersetzte das ursprüngliche Jagdhaus Ludwigsbronn, von dem noch ein Ruinenfeld im Donsbachtal zeugt.

VerkehrBearbeiten

Von Dillenburg aus ist der Ort mit der Buslinie 101 (Donsbach) zu erreichen.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Rudolf Heinrich Braas (1902–1974). Donsbach ist der Geburtsort des Maschinenbauingenieurs, Unternehmers und Erfinders und Gründer des heutigen Unternehmens Monier Braas.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Donsbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b c Einwohnerzahlen der Stadt Dillenburg aus dem Webarchiv: 1999, 2005, 2009, 2014, 2018
  3. Aktiensammler 01/04, S. 5, ISSN 1611-8006
  4. HEIMATJAHRBUCH für das Land an der Dill im Lahn-Dill-Kreis 2014
  5. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 24 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  6. Hauptsatzung. (PDF; 21; kB) §; 5. In: Webauftritt. Stadt Dillenburg, abgerufen im Februar 2019.
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Ortsbeirat Donsbach. In: Webauftritt. Stadt Dillenburg, abgerufen im April 2019.
  9. Der hessische Minister des Inneren: Genehmiging eines Wappen, der Gemeinde Densbach im Dillkreis. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1959 Nr. 28, S. 714, Punkt 620 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF]).
  10. Dillenburger Vereine. In: www.vereinsverzeichnis.eu. Abgerufen im April 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Donsbach – Sammlung von Bildern