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Don Henley (2008)

Donald Hugh „Don“ Henley (* 22. Juli 1947 in Gilmer, Texas) ist ein US-amerikanischer Rockmusiker, der vor allem als Schlagzeuger sowie gemeinsam mit Glenn Frey als Bandleader und Sänger der Country-Rockband Eagles bekannt wurde. Gleichwohl verfolgte er seit Beginn der 1980er Jahre auch eine sehr erfolgreiche Solokarriere. Als Mitglied der Eagles und als Solist erhielt er insgesamt acht Grammy Awards. Er ist mit den Eagles seit 1998 Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame[1], seit dem Jahr 2000 auch in der Songwriters Hall of Fame.[2]

Henley, der neben dem Schlagzeug auch Gitarre und Keyboards spielt, gilt als Perfektionist, was sich auch in den über 45 Jahren seiner musikalischen Karriere deutlich widerspiegelt. Zudem machte ihn seine markante und mit Grammys ausgezeichnete Gesangsstimme zu einem unverkennbaren und festen Bestandteil der internationalen Musikbranche.[3]

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

1970 zog Henley von Linden (Texas) nach Los Angeles, um ein Album mit seiner früheren Band Shiloh aufzunehmen. Dort traf er auf Glenn Frey. Beide wurden Mitglieder der Begleitband von Linda Ronstadt und gründeten 1971 die Eagles. Ihr erstes Album kam 1972 heraus und enthielt den Hit Take it easy. Henley war als Co-Autor an den meisten bekannten Songs der Eagles beteiligt, zu denen unter anderem Desperado und Hotel California zählen. Die Band trennte sich nach tiefen Zerwürfnissen 1981.

Nach der Auflösung der Eagles startete Henley eine erfolgreiche Solokarriere, auch mit einer ganzen Reihe von Gastauftritten bei namhaften Kollegen und Kolleginnen, unter anderem Stevie Nicks, mit der er zu diesem Zeitpunkt liiert war. Sein erstes Soloalbum erschien im Sommer 1982 und hieß I Can’t Stand Still. Es verkaufte sich mäßig, doch im Herbst 1984 folgte Building the Perfect Beast, das nun Synthesizer-Klänge enthielt und sich vom Country-Rock-Sound der Eagles etwas entfernte. Die Singleauskopplung The Boys of Summer, eine Komposition von Mike Campbell, zu der Henley den Text schrieb, erreichte den fünften Platz in den Hot 100 des Billboard-Magazins.

Henleys nächstes Album erschien erst Mitte 1989 und trug den Titel The End of the Innocence. Es war ebenso erfolgreich wie sein Vorgänger. Es folgte eine lange Zeit ohne neue Produktion, da Henley sich mit seiner Plattenfirma zerstritten hatte und an der Wiedervereinigung der Eagles mitwirkte.

Im Herbst 1995 wurde das Greatest-Hits-Album Actual Miles: Henley’s Greatest Hits, das zwei neue Songs und einen Bonustrack enthielt, veröffentlicht. Im Frühjahr 2000 dann erschien schließlich ein neues Soloalbum: Inside Job. Seitdem stand wieder die musikalische Arbeit mit den Eagles im Vordergrund. Nach der Eagles-Tournee 2009 begab sich Henley wieder auf Solo-Tour durch die USA und Kanada.

Nach einer Pause von 15 Jahren erschien im Herbst 2015 wieder ein Soloalbum von Henley mit dem Namen Cass County, das größtenteils in Texas und Tennessee aufgenommen wurde.[4] Der Rolling Stone listete Henley auf Rang 87 der 100 besten Sänger sowie gemeinsam mit Glenn Frey auf Rang 49 der 100 besten Songwriter aller Zeiten.[5][6]

PrivatesBearbeiten

Henley engagiert sich für den Umweltschutz. So gründete er die Non-Profit-Organisation Caddo Lake Institute zur Förderung von Umwelterziehung und -forschung in den 1990er Jahren.[7] Das Caddo Lake Institute hilft als Teil der Caddo Lake Coalition, die Feuchtgebiete von Texas zu schützen, wo Henley einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte. Zudem initiierte er das Walden Woods Project, bei dem es um den Erhalt der historischen Kulturlandschaft in Concord in Verbindung mit dem literarischen Werk Henry David Thoreaus geht.[8]

Der Musiker wohnt auf einer Farm in Malibu sowie in Dallas. 1995 heiratete er Sharon Summerall, ein ehemaliges Model aus Texas. Zur Hochzeit auf seiner Farm in Malibu waren Kollegen wie Bruce Springsteen, Sting, Billy Joel, John Fogerty, Jackson Browne, Donna Lewis, Sheryl Crow, Glenn Frey und Tony Bennett eingeladen. Henley und seine Frau, die an Multipler Sklerose leidet, haben drei gemeinsame Kinder, zwei Töchter und einen Sohn. Die Krankheit seiner Frau thematisiert Henley in dem Lied Everything Is Different Now auf dem Album Inside Job.[9]

DiskografieBearbeiten

StudioalbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[10][11] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1982 I Can’t Stand Still
300! 300! 300! 300! 24
 Gold

(35 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. August 1982
1984 Building the Perfect Beast
28
(12 Wo.)
300! 300! 14
 Silber

(11 Wo.)
13
 Dreifachplatin

(63 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. November 1984
1989 The End of the Innocence
87
(1 Wo.)
300! 300! 17
 Gold

(16 Wo.)
8
 Sechsfachplatin

(148 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. Juni 1989
2000 Inside Job
14
(5 Wo.)
300! 77
(3 Wo.)
25
(4 Wo.)
7
 Platin

(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Mai 2000
2015 Cass County
21
(3 Wo.)
34
(1 Wo.)
20
(3 Wo.)
7
(7 Wo.)
3
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. September 2015

KompilationenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[10] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1995 Actual Miles: Henley’s Greatest Hits
300! 300! 300! 300!
 Silber
48
 Platin

(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. November 1995
2009 The Very Best of
300! 300! 300! 29
(3 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 16. Juni 2009

Weitere Veröffentlichungen

  • 2015: The Concert For Walden Woods
  • 2015: Don’t Look Back – 1985 Radio Broadcast

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[10] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1982 Johnny Can’t Read
I Can’t Stand Still
300! 300! 300! 300! 42
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1982
Dirty Laundry
I Can’t Stand Still
300! 8
(12 Wo.)
300! 59
(4 Wo.)
3
 Gold

(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1982
1983 I Can’t Stand Still
I Can’t Stand Still
300! 300! 300! 300! 48
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1983
1984 The Boys of Summer
Building the Perfect Beast
18
(12 Wo.)
300! 300! 12
 Gold

(22 Wo.)
5
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1984
1985 All She Wants to Do Is Dance
Building the Perfect Beast
300! 300! 300! 300! 9
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1985
Not Enough Love in the World
Building the Perfect Beast
300! 300! 300! 300! 34
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1985
Sunset Grill
Building the Perfect Beast
300! 300! 300! 300! 22
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1985
1989 The End of the Innocence
The End of the Innocence
54
(12 Wo.)
300! 300! 48
(5 Wo.)
8
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1989
The Last Worthless Evening
The End of the Innocence
300! 300! 300! 300! 21
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1989
1990 The Heart of the Matter
The End of the Innocence
300! 300! 300! 300! 21
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1990
How Bad Do You Want It?
The End of the Innocence
300! 300! 300! 300! 48
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1990
New York Minute
The End of the Innocence
300! 300! 300! 97
(2 Wo.)
48
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1990
2000 Taking You Home
Inside Job
300! 300! 300! 300! 58
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 2000

Als GastmusikerBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[10] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1981 Leather and Lace
Bella Donna
300! 300! 300! 300! 6
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1981
(Stevie Nicks feat. Don Henley)
1992 Sometimes Love Just Ain’t Enough
Patty Smyth
51
(14 Wo.)
28
(2 Wo.)
300! 22
(6 Wo.)
2
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1992
(Patty Smyth feat. Don Henley)

Weitere Singles

  • 1982: You Better Hang Up
  • 1985: Drivin’ With Your Eyes Closed
  • 1986: Who Owns This Place?
  • 1989: I Will Not Go Quietly
  • 1989: If Dirt Were Dollars
  • 1993: Sit Down You’re Rockin' the Boat
  • 1995: The Garden of Allah
  • 1995: Everybody Knows
  • 1996: Through Your Hands
  • 1996: You Don’t Know Me at All
  • 2000: Workin’ It
  • 2000: For My Wedding
  • 2000: Everything Is Different Now
  • 2015: Take a Picture of This

VideoalbenBearbeiten

  • 2001: Live Inside Job (US:  )

AuszeichnungenBearbeiten

SolokünstlerBearbeiten

  • 1985: MTV Video Music AwardsVideo of the Year (The Boys of Summer)
  • 1986: Grammy Award – Best Rock Vocal Performance (male)
  • 1989: Grammy Award – Best Rock Vocal Performance (male)
  • 2001: Nominierung Grammy Award – Best Rock Vocal Performance (male)
  • 2001: Nominierung Grammy Award – Best Pop Vocal Album (male)

Mitglied der EaglesBearbeiten

  • 1976 Grammy Award – Best Pop Vocal Performance by a Duo, Group or Chorus
  • 1977 Grammy Award – Best Arrangement For Voices
  • 1977 Grammy Award – Record of the Year
  • 1979 Grammy Award – Best Rock Vocal Performance by a Duo or Group
  • 2007 Grammy Award – Best Country Performance by a Duo or Group
  • 2008 Grammy Award – Best Pop Instrumental Performance
  • 2015 Kennedy-Preis

WeblinksBearbeiten

  Commons: Don Henley – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. "Rock and Roll Hall of Fame" - The Eagles in der Rock and Roll Hall of Fame
  2. Songwriters Hall of Fame - Don Henley (Memento des Originals vom 4. November 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/songwritershalloffame.org
  3. Grammy-Gewinner auf Grammy.com
  4. CASS COUNTY PREMIERES AS AN NPR “FIRST LISTEN”. Abgerufen am 21. September 2015 (englisch): „Don Henley’s first solo album in 15 years“
  5. 100 Greatest Singers of All Time. Rolling Stone, 2. Dezember 2010, abgerufen am 7. August 2017 (englisch).
  6. The 100 Greatest Songwriters of All Time. Rolling Stone, August 2015, abgerufen am 7. August 2017 (englisch).
  7. Don Henley’s Rock-Star Efforts to Save Caddo Lake. In: Texas Heritage for Living. 21. Mai 2018 (texasheritageforliving.com [abgerufen am 17. November 2018]).
  8. The Walden Woods Project – The Walden Woods Project preserves the land, literature and legacy of the quintessential American author, philosopher, and naturalist, Henry David Thoreau, to foster an ethic of environmental stewardship and social responsibility. Abgerufen am 17. November 2018 (amerikanisches Englisch).
  9. Biografie auf donhenley.com
  10. a b c d Chartquellen: DE AT CH UK US
  11. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK US