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Die eiszeitlich durch Gletscher geformte Seealmtal (polnisch Dolina Gąsienicowa) ist ein Seitental des Tals Dolina Suchej Wody Gąsienicowej (deutsch: Trockenbachtal) in der polnischen Hohen Tatra und Westtatra in der Woiwodschaft Kleinpolen.

Dolina Gąsienicowa
Blick von unterhalb des Bergpasses Przełęcz między Kopami

Blick von unterhalb des Bergpasses Przełęcz między Kopami

Lage Woiwodschaft Kleinpolen, Polen
Gewässer Czarny Potok Gąsienicowy, Sucha Woda Gąsienicowa
Gebirge Hohe Tatra, Westtatra, Tatra, Karpaten
Geographische Lage 49° 14′ 31″ N, 20° 0′ 14″ OKoordinaten: 49° 14′ 31″ N, 20° 0′ 14″ O
Dolina Gąsienicowa (Polen)
Dolina Gąsienicowa
Höhe 1424 bis 2301 m n.p.m.
Länge 6 km
Klima Hochgebirgsklima
Wanderweg im Tal
Alm Hala Gąsienicowa mit ehemaligen Almhütten

GeographieBearbeiten

Das Tal ist rund 6 km lang und von über 2300 m hohen Bergen umgeben, u. a. Unterer Seealmturm, Nördliche Granatenspitze, Orgelpfeifen, Gelber Berg, Kleine Polnische Kapelle, Polnische Kapelle, Beskid, Kasprowy Wierch und Kopa Magura. Es bildet die Grenze zwischen der Hohen Tatra und der Westtatra.

Das Tal fällt von Süden nach Norden von ca. 2300 Höhenmetern auf 1424 Höhenmeter herab. Es wird von den Seealmer Schwarzbach und Seealmbach durchflossen. Die Bäche fließen teilweise unterirdisch. Ein Großteil des Wassers, insbesondere aus dem Seitental Dolina Zielona Gąsienicowa, versickert und fließt unterirdisch in das Dolina Goryczkowa in der Westtatra, wo es als Karstquelle Goryczkowe Wywierzysko wieder zu Tage tritt.

Das Tal hat zwei Seitentäler: Dolina Czarna Gąsienicowa mit den Hängetälern Dolina Kozia, Kościelcowy Kocioł, Kocioł Czarnego Stawu Gąsienicowego und Kocioł Zmarzłego Stawu Gąsienicowego sowie Dolina Zielona Gąsienicowa mit den Hängetälern Świnicka Kotlinka, Dolina Sucha Stawiańska, Mylna Kotlinka, Zadnie Koło und Kocioł Kasprowy.

Im Tal befinden sich die Bergseen

im Tal Dolina Czarna Gąsienicowa sowie

im Tal Dolina Zielona Gąsienicowa.

Im unteren Bereich befindet sich der Nadelwald Seealmwald (Las Gąsienicowy). Zwischen dem Las Gąsienicowy und den Seitentälern liegt die mit Bergkiefern bewachsene Hochebene Roztoka Stawiańska.

EtymologieBearbeiten

Der polnische Name lässt sich übersetzen als „Gąsienica Tal“. Die Gąsienic waren eine bedeutende Familie aus Zakopane in der Region Podhale am Fusse der Hohen Tatra, denen das Tal, insbesondere die Alm Hala Gąsienicowa, gehört hat.

Flora und FaunaBearbeiten

Das Tal liegt unterhalb und oberhalb der Baumgrenze. Es ist Rückzugsgebiet für Gämsen, Ziegen, Hirsche, Bären, Luchse, Wölfe und Steinadler.

KlimaBearbeiten

Im Tal herrscht Hochgebirgsklima.

AlmwirtschaftBearbeiten

Vor der Errichtung des Tatra-Nationalparks im Jahr 1954 wurde das Tal seit dem 17. Jahrhundert für die Almwirtschaft genutzt. Es wurde jedoch bereits zuvor von Hirten und Räubern aufgesucht. Im Jahr 1650/1651 soll der Aufständler Aleksander Kostka-Napierski auf der Alm bei den Hirten nach Soldaten geworben haben.[1] Die Almwirtschaft wird urkundlich im Jahr 1653 bezeugt, in der die Alm als Hala Stawów (deutsch: Seenalm oder Tal der Seen) bezeichnet wird. Später tauchte der Name Dolina Siedmiu Stawów (deutsch: Tal der sieben Seen oder Siebenseental) auf. Nach Errichtung des Nationalparks wurden die Eigentümer der Almen enteignet bzw. zum Verkauf gezwungen.

TourismusBearbeiten

Auf der Alm Hala Gąsienicowa befindet sich die Berghütte Schronisko PTTK Murowaniec.

Daneben gibt es einige weitere Gebäude im Tal:

  • eine alpine Berghütte „Betlejemka“,
  • eine Waldhütte „Księżówka“ der Nationalparkverwaltung,
  • eine Bergwachthütte „Gawra“ der Nationalparkverwaltung,
  • eine Wetterstation der Polnischen Akademie der Wissenschaften – PAN.

Im Tal befinden sich zahlreiche Wanderwege.

Östlich oberhalb des Tals führt der Höhenweg Orla Perć (Adlerweg), den man auf markierten Wanderwegen vom Tal erreichen kann. Im westlichen Teil des Tals gibt es eine Sesselbahn Hala Gąsienicowa auf den Kasprowy Wierch und eine Skipiste Gąsienicowa vom Kasprowy Wierch in den Zakopaner Stadtteil Kuźnice.

LiteraturBearbeiten

  • Zofia Radwańska-Paryska, Witold Henryk Paryski, Wielka encyklopedia tatrzańska, Poronin, Wyd. Górskie, 2004, ISBN 83-7104-009-1.
  • Tatry Wysokie słowackie i polskie. Mapa turystyczna 1:25.000, Warszawa, 2005/06, Polkart ISBN 83-87873-26-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dolina Gąsienicowa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

PanoramaBearbeiten

 
Panorama des Tals von der Alm Hala Gąsienicowa, in der Bildmitte das Massiv des Kościelec, das die Seitentäler Dolina Czarna Gąsienicowa (nördlich – hier links) und Dolina Zielona Gąsienicowa (südlich – hier rechts) teilt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Józef Nyka, Tatry polskie. Przewodnik. Wyd. XIII, Latchorzew, 2003, Trawers, ISBN 83-915859-1-3