Diskussion:Nulltoleranzstrategie

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und was ist die nulltoleranzstrategie?Bearbeiten

Man kann sich zwar denken, was die Nulltoleranzstrategie ist, aber wirklich erklärt wird es nicht. Was bedeutet sie? Was wird z. B. getan anstelle von Dingen, die nicht getan würden, hätte man diese "Strategie" nicht?
--JPGoelz 20:34, 5. Jan. 2007 (CET)

Ich muss mich der Meinung anschließen ... verstehe es nicht Stones 23:21 20. Jan 2008 (CET)

Bei einer Nulltoleranzstrazegie soll wohl keine Straftatat folgenlos bleiben. Weil sonst sowohl bei dem Täter wie auch bei Freunden des Täters oder bei Zeugen der Eindruck entstehen kann, man komme mit Straftaten durch, und komme bei Straftaten auch in Zukunft immer ungeschoren davon. Nach herrschender Meinung in der Psychologie und in der Erziehungswissenschaft wird "soziales" (und "unsoziales") Verhalten erlernt, indem man sich Dinge und Verhaltensweisen Anderer "abgucke", wenn damit keine Nachteile verbunden zu sein scheinen. Bei einer Nulltoleranzstrategie wird zwar nicht jeder Straftäter unbedingt sofort ins Gefängnis gesteckt, aber er und seine Tat werden auch bei kleinen Delikten von den Behörden erfasst und registriert (die Polizisten dürfen also nicht wegschauen), und der Täter wird zumindest mit einer Bewährungsstrafe bestraft oder unter Strafvorbehalt verwarnt, je nach Einzelfall ggf. auch abgeschoben. Der Straftäter soll auch bei einer Bewährungsstrafe oder Verwarnung zusätzlich noch eine tatsächlich spürbare Strafe erhalten (z.B. zusätzlich noch einen 24-Stunden-Arrest, oder eine kleine Geldstrafe, oder eine Verdonnerung zu gemeinnütziger Arbeit, oder die Beschlagnahme und Entziehung einer im Besutz des Täters befindlichen Sache). Zum Beispiel soll bei Graffiti-Schmierereien der Sprüher gezwungen werden, seine Grafitti selber wieder zu entfernen. Zu einen, um ihn zu erziehen, zum anderen auch, um auf seine Clique erziehrisch einzuwirken, und um die eventuell zu Nachahmungen anreizende Graffiti-Schmierei zu beseitigen. Es soll allgemein vermittelt werden, daß es Regeln gibt, die einzuhalten sind. Weil auch unbescholtene Menschen, die laufend Straftaten oder Spuren von Straftaten sehen, wenn sie den Eindruck gewinnen, daß die Täter damit durchkommen (zum Beispiel weil die Polizei aus Bequemlichkeit oder Großmut wegschaut, oder bestechlich ist, oder weil Strafverfahren aus verwaltungsökonomischen Gründen ohne Sanktion eingestellt werden, oder weil die Strafen fast immer zur Bewährung ausgesetzt werden), auch selber eher in Gefahr geraten, Straftaten zu begehen. Die Hemmschwelle, selber eine Straftat zu begehen, sinkt, wenn man sieht, wie andere Leute Straftaten begehen und damit durchkommen und ungeschoren davonkommen. Nachahmungs- und Ansteckungseffekte sollen bekämpft werden. Der Respekt vor dem Recht und vor fremden Rechtsgütern soll erhöht werden. Werden Rechtsgüter zu oft sanktionslos verletzt, dann sinkt der Respekt vor den Rechtsgütern, und es kommt zu noch mehr Rechtsgutverletzungen. Insbesondere in Ländern, wo die Polizei besonders korrupt ist (z.B. Südafrika, Kongo, Kenia, Liberia, Ukraine, Moldawien, Kosovo) ist dieses Phänomen zu beobachten. Umgekehrt ist in weniger korrupten und strengen Staaten (wie z.B. Malaysia, Singapur, Schweiz) eine viel niedrigere Kriminalität zu beobachten.--91.52.177.44 07:34, 27. Jan. 2012 (CET)

Siehe im Übrigen auch "Broken-Windows-Theorie". -- 91.52.177.44 07:37, 27. Jan. 2012 (CET)

Negatives ArgumentBearbeiten

als negatives argument könnte man reinbringen, dass sich die gang Mara Salvatrucha durch das abschieben im zuge der nulltoleranz-strategie erst so richtig ausbreiten konnte und an macht erlangt hat.

BegriffBearbeiten

Hallo,

Ich denke man sollte noch ergänzen, dass der Begriff heute in einem größeren Kontext verwendet wird:

„Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen [...] zu berichten, [...] welche Position der Umwelt- und Verkehrsminister und welche Position der Wirtschaftsminister bezüglich der „Null-Toleranz-Strategie“ der EnBW in Sicherheitsfragen bei Kernkraftwerken gegenüber der EnBW vertreten hat;“

Landtag von Baden-Württemberg: Antrag der Fraktion der SPD und Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums da (2004)

„Der künftige Finanzminister von Sachsen-Anhalt, Jens Bullerjahn (SPD), forderte in der "Bild am Sonntag" eine Null-Toleranz-Strategie des Staates gegenüber Rassismus.“

Deutschlandradio: Verdächtige des Überfalls auf Deutsch-Äthiopier bestreiten Tat da (2006)

„In der Vereinbarung wird jede Form der Belästigung und Gewalt verurteilt und die Verpflichtung des Arbeitgebers bekräftigt, die Arbeitnehmer davor zu schützen. Die Unternehmen in Europa werden aufgefordert, gegen derartiges Verhalten eine Nulltoleranzstrategie anzuwenden und spezielle Verfahren zur Bewältigung von Belästigung und Gewalt zu entwickeln.“

Kommission der Europäischen Gemeinschaften: zur Übermittlung der Europäischen Rahmenvereinbarung zu Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz da (2007)

„Asch: Die Null-Toleranz-Strategie ist eindeutig die falsche Antwort! Es ist immer leicht, bei solchen Phänomenen einfache Antworten zu geben.“

Landtag NRW: Partizipation ja, Wahlrecht nein? (Pressemitteilung) (2007)

da

-- Lx 20:00, 11. Nov. 2008 (CET)

Tendenzdarstellung der sog. "beachtlichen Erfolge"Bearbeiten

Woher auch immer diese Aussage stammt, sie ist einmal mindestens umstritten. Vor allem in den USA:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/spezial/kritiken/buecher/060529_9/index.php

Knapp zusammengefaßt: Der Effekt eines statistischen Kriminalitätsrückgangs in Gesellschaftskreisen, die in Nordamerika klassisch "Randgruppen" der Großstadtgesellschaften bilden, beruht auf der 1973 vorgenommenen Legalisierung von Abtreibung. Gerade in solchen Milieus, die klassisch "Verwarlosungsphänomene" (als Vorstufen von Kriminalität) zeigten, habe die Abnahme ungewollter Schwangerschaften schlicht die zahl der Straßenkinder verringert. Das klassische Kriminalisierungsalter lag damals zwischen 16 und 21 Jahren. Ab 1973 also in der historischen Zeit von 1989 bis 1994. In genau diesen Zeitraum fiel der verblüffende Rückgang der Kriminalitätsrate in vielen Großstädten. Allen voran New York. Bitte weist auf sowas hin, ehe hier der Innenministerialwahnsinn ausbricht. Danke.

-- Benutzer: Anonymous 17:37, 16. Februar 2009 (CET)

Bitte. Umstrittene These zweier Außenseiter. Abtreibung wurde in der gesamten westlichen Welt legalisiert, wo bleibt dort der Kriminalitätsrückgang? Erstmal gelöscht. --Anti68er  17:51, 4. Sep. 2010 (CEST)

Nicht nur in der sogenannten "westlichen Welt", sondern auch in der DDR und in der UdSSR wurde die Abtreibung legalisiert. Sie ist in Russland, der Ukraine, Moldawien, Rumänien und Bulgarien nach wie vor legal. Trotzdem hat die Kriminalität dort epidemische Ausmaße angenommen. Zu behaupten, ungeborene Kinder abzutreiben, sei der beste Schutz vor Kriminalität, ist zynisch.--91.52.148.20 21:42, 8. Jun. 2012 (CEST)

Singapore betreibt eine Nulltoleranzpolitik, und hat eine vergleichsweise niedrige Kriminalitätsrate. Allerdings gibt es dort auch viele Gesetze, welche Gebote und Verbote aussprechen, die in die Rechte auf Selbstbestimmung eingreifen und die die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Handlungsfreiheit einschränken. Bei einer Güterabwägung zwischen Freiheit und Sicherheit tendiert Singapore dazu, der Sicherheit mehr Gewicht beizumessen. Das eine Gesellschaft sich dafür entscheidet ist aber nicht zwingend, ein Staat oder eine Gesellschaft können sich auch anders entscheiden, wenn gleich Law-and-Order-Politiker gerne rethorisch die TINA-These aufstellen. Ein krasses Gegenbeispiel zu Singapure sind Südafrika, Kongo, Nigeria, Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Venezuela, Honduras, El Salvador, Guatemala, Belize, Jamaika, Indien, Pakistan, Russland und die Ukraine, wo jeweils starke Kriminalität grassiert. In den USA ging die Zahl der Morde zurück, nachdem die ("härter werdende") amerikanische Justiz etwa ab 1980 immer mehr Kriminelle zu immer längeren Haftstrafen verurteilte. Die Anzahl der Gefängnisinsassen stieg extrem, und die Kriminellen im Gefännis konnten außerhalb keine oder nur noch sehr wenige (etwa bei Hafturlaub) Straftaten begehen. Singapore hat ziemlich strenge Grenzkontrollen, so das Kriminelle nicht ohne weiteres unkontrolliert mit Drogen oder Waffen oder Einbruchswerkzeugen einreisen können, und mit ihrer Beute auch nicht ohne weiteres unkontrolliert wieder ausreisen können. Da in den verschiedenen Länder verschiedene Lebensbedingungen herrschen, kann man aus internationalen Vergleichen von Kriminalpolitik und Kriminalitätsraten nicht immer sichere Schlussfolgerungen ziehen, und erlangt weniger empirische Beweise, als bloße Indizien und Anhaltspunkte.--87.155.45.142 22:29, 24. Apr. 2016 (CEST)

Ab etwa 1980 begannen die US-Strafgerichte öfters schneller längere Freiheitsstrafen zu verhängen, und ab etwa 1985 begannen die US-Behörden straffällige Ausländer schneller und in größerer Zahl abzuschieben. Der Sicherheitsgewinn stieg während dieser Zeit und in der weiteren Folge (bei konsequenter Beibehaltung des "law-and-order-Kurses) signifikant. Immer mehr Serientäter kamen immer länger ins Gefängnis, und immer mehr Gangster wurden außer Landes geschafft, so daß auf den Straßen der USA die Verhältnisse sicherer wurden (im Vergleich zu den kriminalitätsintensiven 1970'er-Jahren).--93.229.163.75 22:41, 25. Apr. 2016 (CEST)

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