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Dietrich Spangenberg

deutscher Politiker (SPD)
Dietrich Spangenberg, 1978

Dietrich Spangenberg (* 25. Juni 1922[1] in Dömitz; † 3. August 1990 in Berlin) war ein deutscher Politiker der SPD.

Inhaltsverzeichnis

Leben und BerufBearbeiten

Spangenberg war im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht und wurde mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.[2] Als Fahnenjunker wurde er 1944 nach dem Attentat vom 20. Juli wegen Sympathien mit den Widerstandskämpfern in die Strafdivision 999 versetzt.[3][4] Nach dem Krieg gehörte Spangenberg zu den studentischen Vertretern des Gründungskomitees der Freien Universität Berlin. 1950/51 war er dort Vorsitzender des AStA. Während und nach seinem Studium leitete er bis 1958 das Amt für gesamtdeutsche Studentenfragen des Verbandes Deutscher Studentenschaften, das sich um das Schicksal politisch verfolgter Studenten in der DDR kümmerte.

Spangenberg wurde auf dem Friedhof Dahlem in Berlin beigesetzt.

ParteiBearbeiten

Laut einer Recherche der Wochenzeitschrift Focus soll Spangenberg als 18-Jähriger in die NSDAP eingetreten sein.[5] Nach dem Zweiten Weltkrieg war Spangenberg Mitglied der SPD. Er gehörte viele Jahre dem vom Parteivorstand berufenen Kuratorium des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises an.

Öffentliche ÄmterBearbeiten

Von 1963 bis 1967 war Spangenberg unter seinem Mentor Willy Brandt Chef der Senatskanzlei von Berlin. 1967 übernahm er kurzzeitig die Leitung der Senatsverwaltung für Inneres, um anschließend bis zum 4. Juni 1969 Senator für Bundesangelegenheiten zu sein. Nach der Wahl Gustav Heinemanns zum Bundespräsidenten wechselte er als Staatssekretär in das Bundespräsidialamt, das er während der gesamten Amtszeit Heinemanns leitete. 1974 wurde er als beamteter Staatssekretär in das Bundeskanzleramt berufen und war bis zum Regierungswechsel 1982 Bevollmächtigter der Bundesregierung in Berlin. Seit 1977 war er außerdem Staatssekretär im Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen.

LiteraturBearbeiten

  • Dietrich Spangenberg, in: Internationales Biographisches Archiv 39/1990 vom 17. September 1990, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dietrich Spangenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Die Landesbibliographie Mecklenburg-Vorpommern gibt den 25. Juni 1922 als Geburtsdatum an, die Senatskanzlei Berlin nennt den 6. Juni 1922.
  2. Bundespräsidialamt: Gefühl gehabt. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1969 (online).
  3. Berlin / Senatsbildung: Vor den Bug. In: Der Spiegel. Nr. 16, 1967 (online).
  4. Gestorben: Dietrich Spangenberg, 68. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1990 (online).
  5. VERRAT: Das große Zittern. Focus, 12. Juli 1993, abgerufen am 25. April 2010.