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Dieter Timpe (* 3. November 1931 in Halle an der Saale) ist ein deutscher Althistoriker.

Dieter Timpe studierte ab 1950 die Fächer Klassische Philologie und Geschichte an den Universitäten Berlin, Basel und Freiburg i. Br. 1956 wurde er mit der Dissertation Untersuchungen zur Kontinuität des frühen Prinzipats in Freiburg bei Herbert Nesselhauf promoviert. Es war die erste Promotion in Alter Geschichte seit 1933.[1] 1963 habilitierte er sich über die Geschichte der politischen Beziehungen zwischen Römer- und Partherreich. 1964 wurde er Professor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wechselte aber noch im gleichen Jahr zum Wintersemester an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Dort lehrte Timpe vom Wintersemester 1964 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1997 als Professor für Alte Geschichte.

Zu den Schwerpunkten seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zählen die antike Historiographie, die römisch-germanischen Beziehungen und das antike Christentum. Timpe verfasste zahlreiche Standardwerke zur frühen Prinzipatszeit, die sich vor allem mit der Varusschlacht, Publius Quinctilius Varus, Arminius und der Abberufung des Germanicus im Jahre 16 n. Chr. beschäftigen.

1970 stellte Dieter Timpe in seinen Arminiusstudien erstmals die These auf, der Cheruskerfürst Arminius sei in Wirklichkeit der Anführer regulärer römischer Auxiliareinheiten gewesen. Dies sei unter dem römischen Kaiser Augustus verschwiegen worden, um davon abzulenken, dass die Rebellion aus der Mitte des eigenen Heeres kam. Denn damit wäre eine der Grundstützen der augusteischen Strategie in Frage gestellt worden, nämlich die Stützung und Inanspruchnahme größerer (germanischer) Auxiliartruppen. Die Ansicht, dass meuternde germanische Hilfstruppen an den Kämpfen gegen die Römer zumindest beteiligt waren, wird heute von den meisten Historikern geteilt.

1996 wurde Timpe zum ordentlichen Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.[2] Er ist außerdem korrespondierendes Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften (seit 1990)[3] sowie ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.

SchriftenBearbeiten

  • Untersuchungen zur Kontinuität des frühen Prinzipats. Franz Steiner, Stuttgart 1962.
  • Geschichte der politischen Beziehungen zwischen Römer- und Partherreich. Habilitationsschrift, Freiburg i. Br. 1963.
  • Der Triumph des Germanicus. Untersuchungen zu den Feldzügen der Jahre 14–16 n. Chr. in Germanien. Habelt, Bonn 1968.
  • Arminius-Studien. Winter, Heidelberg 1970.
  • Romano-Germanica. Gesammelte Studien zur Germania des Tacitus. Teubner, Stuttgart 1995, ISBN 3-519-07428-1.
  • Römische Geschichte und Heilsgeschichte. de Gruyter, Berlin 2001, ISBN 3-11-016942-8.
  • Römisch-germanische Begegnung in der späten Republik und frühen Kaiserzeit. Voraussetzungen – Konfrontationen – Wirkungen. Gesammelte Studien. Saur, München 2006, ISBN 3-598-77845-7. (Rezension)
  • Antike Geschichtsschreibung: Studien zur Historiographie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, ISBN 3-534-19353-9.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Erich Stier: Buchbesprechung zu Dieter Timpes Arminius-Studien. In: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde. Band 41, 1972, S. 371 f.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Eckhard Wirbelauer: Alte Geschichte und Klassische Archäologie. In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder – Strukturen – Vernetzungen (= Freiburger Beiträge zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. NF Bd. 1). Freiburg (Breisgau) 2006, S. 111–237, hier S. 124.
  2. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Dieter Timpe (mit Bild) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 25. Februar 2016.
  3. Mitgliedseintrag bei der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen