Diesmal muß es Kaviar sein

Film von Géza von Radványi (1961)

Diesmal muß es Kaviar sein ist eine deutsch-französische Filmkomödie von Géza von Radványi aus dem Jahr 1961 und eine Fortsetzung der Literaturverfilmung Es muß nicht immer Kaviar sein (1961), die nach dem gleichnamigen Roman von Johannes Mario Simmel entstanden war.

Film
Originaltitel Diesmal muß es Kaviar sein
Produktionsland Deutschland, Frankreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1961
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Géza von Radványi
Drehbuch Henri Jeanson,
Paul Andréota,
Jean Ferry
Produktion Artur Brauner
Musik Rolf Wilhelm
Kamera Friedl Behn-Grund
Schnitt Walter Wischniewsky
Besetzung

HandlungBearbeiten

Thomas Lieven will eigentlich ein ganz normales Leben als Bankangestellter in London führen und die Damenwelt mit seinen ausgezeichneten Kochkünsten beglücken. Doch noch immer wird er während des Zweiten Weltkriegs als vermeintlicher Doppel- und Dreifachagent von den Geheimdiensten Englands, Frankreichs und Deutschlands gejagt. Mit Oberst Siméon und der französischen Agentin Mimi kommt er schließlich in Toulouse an, wo er den Auftrag erhält, die Liste der französischen Geheimagenten nach Nizza zu schaffen und sie dort einem Agenten zu übergeben. Ein Kurier wiederum soll die Liste von dort aus nach England bringen.

Im Hafen von Nizza kann Thomas mehreren Männern der deutschen Spionageabwehr entkommen, indem er zu Vera, einer als Nonne verkleideten Gestapo-Agentin, in den Wagen steigt. Als er sie erkennt, beginnt er, sie zu küssen, und springt aus dem Wagen. In einer Seitenstraße wird er von zwei Männern niedergeschlagen, die ihn anschließend in einen Leichenwagen legen. In den Armen von Chantal, einer Diebin, die er in Paris kennengelernt hat, kommt er wieder zu sich. Sie hat für ihn eine Schiffsfahrt nach Lissabon arrangiert, wo sie sich in einem Hotel mit ihm treffen will. Auf See wird Thomas jedoch von Briten aufgegriffen, die ihn nach Gibraltar bringen. Dort trifft er als englischer Rekrut auf seine Londoner Verlobte Nancy, die zum Feldwebel aufgestiegen ist und ihn auf sein Lächeln hin in eine Arrestzelle steckt, um sich den Respekt der anderen Rekruten zu bewahren. Nach seiner abgesessenen Strafe fahren sie zwecks Picknick zu zweit in die Natur. Thomas lässt Nancy jedoch sitzen und fährt allein weiter.

In Lissabon angekommen, empfängt ihn Chantal glücklich im Hotel, wo sie eine Woche lang in ihrem Zimmer nicht gestört werden wollen. Angesichts der hohen Hotelrechnung macht Chantal den Vorschlag, die Liste der französischen Geheimagenten zu verkaufen. Thomas hatte die Liste jedoch zerrissen und ins Meer geworfen, weshalb Chantal mit den Namen aus Todesanzeigen kurzerhand eine neue Liste zusammenstellt und sie noch dazu vervielfältigt. Die neue Liste verkauft Thomas an den Secret Service, die deutsche Spionageabwehr und an Vera, die ihm für das Schriftstück die Juwelen zurückgibt, die Chantal mit ihrem Komplizen Bastian in Paris gestohlen hatte. Vera verpfeift jedoch Thomas und Chantal an die Behörden, die daraufhin wegen Juwelenraubs in ein portugiesisches Gefängnis gesperrt werden. Dort können sie den Gefängnisdirektor überreden, sich trauen zu lassen, und nutzen die Gelegenheit zur Flucht. Mit einem Boot fahren sie durch ein Minenfeld. Thomas strandet daraufhin an einer entlegenen Küste. Er hat sein Gedächtnis verloren und kann sich lediglich an seine Kochkünste erinnern, was ihm Arbeit als Koch einbringt.

Als er nach Monaten ein Foto von Chantal in der Zeitung entdeckt, hat er plötzlich sein Gedächtnis wieder und kehrt in das Hotel in Lissabon zurück. Von dort aus reist er weiter nach Paris, um Chantal zu befreien, die als Schwarzhändlerin von der Gestapo gefangen genommen wurde. Er gibt sich als SS-Gruppenführer aus und verschafft sich so Zutritt zum Gefängnis, in dem Chantal festgehalten wird. Es gelingt ihm, ihre Entlassung zu veranlassen. Doch noch vor dem Gefängnis treffen sie auf Vera, die beide auffliegen und einsperren lässt. Als Frankreich von der deutschen Besatzungsmacht befreit wird, werden Thomas und Chantal frei gelassen. Thomas wird jedoch erneut festgenommen und als Agent der Nazis zum Tod verurteilt. Der Secret Service holt ihn wiederum nach England, wo er wegen Hochverrats gehängt werden soll. Als ihn Chantal in seiner dortigen Zelle besucht, trifft auch Nancy bei ihm ein. Diese hat inzwischen einen US-amerikanischen General geheiratet und seine Begnadigung veranlasst – Thomas sei schließlich prädestiniert, für den US-amerikanischen Geheimdienst zu arbeiten. In New York soll er auch Chantal wiedersehen. Auf dem Weg dorthin gerät sein Flugzeug in Turbulenzen und stürzt ab. In einem Schlauchboot treibt er tagelang umher und wird schließlich von einem U-Boot der Sowjets gefunden und an Bord genommen.

HintergrundBearbeiten

Die Dreharbeiten fanden vom 21. Juni bis 13. September 1961, wie bereits beim ersten Teil Es muß nicht immer Kaviar sein, in Berlin, London, Lissabon, Nizza und Paris sowie in den Spandauer Filmstudios der CCC-Film statt. Die Filmbauten schufen Otto Pischinger und Herta Hareiter. Die Kostüme entwarf Claudia Herberg.

Die Uraufführung in Deutschland erfolgte am 1. Dezember 1961. Am 30. Mai 1986 wurde der Film von der ARD erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt.

KritikenBearbeiten

Für das Lexikon des internationalen Films handelte es sich um eine „[n]ur mäßig erheiternde Fortsetzung von Es muß nicht immer Kaviar sein“. Herausgekommen sei ein „Starfilm ohne Ironie und Geschmack“.[1] Auch Cinema kam zu dem Schluss, dass Diesmal muß es Kaviar sein „[n]icht so ironisch und temporeich wie der Vorläufer“ sei.[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Diesmal muß es Kaviar sein. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 13. Mai 2021.
  2. Diesmal muß es Kaviar sein. In: cinema. Abgerufen am 13. Mai 2021.