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Dienstgrade der italienischen Streitkräfte

HeerBearbeiten

Nachstehende Dienstgradabzeichen sind seit 1973 in Gebrauch.

OffiziereBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent
OF-10 Generale   (General) (General) (General)
(Kriegsmobilmachung)
OF-9 Generale di Corpo d’Armata
con incarichi speciali

(Generalleutnant mit besonderer Dienststellung)
  (General) (General) (General)
(Kriegsmobilmachung)
OF-8 Generale di Corpo d’Armata
(Tenente Generale)
  Generalleutnant Generalleutnant Korpskommandant
OF-7 Generale di Divisione
(Maggior Generale)
  Generalmajor Generalmajor Divisionär
OF-6 Generale di Brigata
(Brigadier Generale)
  Brigadegeneral Brigadier Brigadier
OF-5 Colonnello   Oberst Oberst Oberst
OF-4 Tenente Colonnello   Oberstleutnant Oberstleutnant Oberstleutnant
OF-3 Maggiore   Major Major Major
OF-2 Primo Capitano   Stabshauptmann - -
OF-2 Capitano   Hauptmann Hauptmann Hauptmann
OF-1 Tenente   Oberleutnant (eigentlich „Leutnant“) Oberleutnant Oberleutnant
OF-1 Sottotenente   Leutnant (eigentlich Unterleutnant) Leutnant Leutnant

Die Dienstgrade werden zu drei Dienstgradgruppen zusammengefasst: Generale, Stabsoffiziere und eine Gruppe, in der die Hauptleute und Leutnante zusammengefasst sind. Der Dienstgrad Sottotenente bedeutet wörtlich Unterleutnant, der Tenente ist daher eigentlich Leutnant. Truppendienst-Offiziere des ruolo normale, die die Accademia Militare di Modena abgeschlossen haben, führen während ihrer Fachausbildung den Dienstgrad Sottotenente und werden kurz vor dem Abschluss der insgesamt fünfjährigen Offizierausbildung zum Tenente befördert. Die beiden genannten Dienstgrade erhalten, je nach Fachrichtung, auch Absolventen (Master) ziviler Hochschulen, die bei besonderem Bedarf direkt eingestellt werden. Bei den Fachoffizieren des ruolo speciale, die unter besonders fähigen Unteroffizieren ausgewählt werden (soweit sie die Hochschulreife haben und höchstens 34 Jahre alt sind), steht der Sottotenente nicht in direktem Zusammenhang mit einem Ausbildungsabschnitt.

Den Dienstgrad Primo Tenente (Oberleutnant) kannte das italienische Heer in der Vergangenheit ebenfalls. Der Stabshauptmann (Primo Capitano) ist eine periodisch wiederkehrende Erscheinung und wird derzeit nur sehr selten vergeben (zwölf Jahre im Dienstgrad Hauptmann und keine Beförderung zum Major).

Sanitätsoffiziere führen zu ihrem Dienstgrad den Zusatz medico. Generale in den Bereichen Sanitätswesen, technische Unterstützung, Logistik und Verwaltung führen unter bei Beibehaltung obiger Abzeichen folgende besondere Dienstgrade: Tenente Generale (Generalleutnant), Maggior Generale (Generalmajor) und Brigadier Generale (Brigadegeneral).

Der Brigadier Generale ist neueren Datums. Früher hatte der Maggior Generale nur einen Stern, der Tenente Generale zwei Sterne. Bis zum Ersten Weltkrieg waren Letztere zusammen mit dem ranghöchsten Generale d’Esercito („Heeresgeneral“, drei Sterne) als allgemeine Dienstgrade in Gebrauch. Die drei in obiger Liste genannten besonderen Generalsränge wurden von 1997 bis 2004 vorübergehend nochmals zum Standard für die Heeresgenerale, dann kehrte man mangels allgemeiner Akzeptanz wieder zur Unterscheidung zwischen besonderen und allgemeinen Generalsdienstgraden zurück. Die Bezeichnung der allgemeinen Generalsränge nach den Großverbänden, die die jeweiligen Generale befehligen können, ist beispielsweise auch in Frankreich üblich, mit dem Brigadegeneral ansatzweise auch in Deutschland und vielen anderen Staaten. Letzterem folgt hier also der wörtlichen Übersetzung zufolge der „Divisionsgeneral“ und der „(Armee-)Korpsgeneral“. Die Begriffe ähneln im Übrigen denen der Schweiz.

Typisches Erkennungszeichen italienischer Generale ist die sogenannte greca, ein aus Sardinien-Piemont stammendes Mäanderornament, das in der Vergangenheit Kopfbedeckungen und Kragen zierte und mit der Reform von 1973 als Element des Dienstgradabzeichens eingeführt wurde. Davor waren die Generalsterne auf silbernem Grund. Im Zug der Reform von 1973 erhielten die Dienstgradabzeichen der Stabsoffiziere die Corona muralis, eine Mauerkrone, statt der vorigen Tresse um den Rand der Schulterklappen. Während des Zweiten Weltkrieges hatten die Offiziere Dienstgradabzeichen an den Ärmeln, die denen der Marine und der Luftwaffe ähnelten und heute noch an den dunklen Galauniformen zu sehen sind. Eine Besonderheit bei den Dienstgraden der Offiziere stellt die mögliche rote Umrandung der Sterne dar. Haben alle Sterne eine rote Umrandung, führt der entsprechende Offizier auch eine Einheit oder einen Verband. Ist der oberste Stern rot umrandet, hat der Offizier eine besondere Dienststellung inne. Dieser rot umrandete Stern ist jeweils der des nächsthöheren Dienstgrads, der dabei jedoch nicht vergeben wird. Bekanntestes Beispiel ist der Generalleutnant in besonderer Dienststellung, der zu seinen drei eigentlichen Sternen den vierten funktionalen, rot umrandeten Stern hat. In der Regel handelt es sich dabei um den Generalstabschef des Heeres, um den Generalsekretär des Verteidigungsministeriums oder um Generalleutnante, die bei der NATO oder in anderen Bereichen die Aufgaben eines Viersternegenerals übernehmen. Im Jahr 2010 wurde diesem einen Rang ausnahmsweise der NATO-Rangcode OF-9 zugeteilt, der ihn damit in der NATO auf eine Stufe mit den wirklichen Viersternegeneralen stellt, wobei er ansonsten weiterhin Generalleutnant bleibt. Der 1997 eingeführte Dienstgrad Generale (ehemals OF-9, seit 2010 OF-10) ist dem Generalstabschef der Streitkräfte vorbehalten. Wird Letzterer noch Vorsitzender des Militärausschusses der NATO oder der EU, kann es ausnahmsweise auch mehr als einen Viersternegeneral geben. Dieser Dienstgrad ersetzt den nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschafften Armeegeneral (Generale d’Armata). Der Dienstgrad Marschall von Italien wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls abgeschafft und nie mehr eingeführt (2010 jedoch de facto durch den Generale als OF-10 ersetzt).

Für Offizieranwärter der Accademia Militare di Modena gibt es eigene Dienstgradabzeichen. Grundlage bildet die Abkürzung AU (Allievo Ufficiale), dazu können noch bis zu drei Winkel kommen. Die Bezeichnung Fähnrich (Alfiere) wird nur für Fahnenträger verwendet. Für die Dienstgradabzeichen der Kadetten der beiden Militärgymnasien in Mailand und Neapel werden ebenfalls Abkürzungen verwendet.

UnteroffiziereBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent
OR-9 Luogotenente   Oberstabsfeldwebel (Feldwebelleutnant) Vizeleutnant Chefadjutant
OR-9 Primo Maresciallo   Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Hauptadjutant
OR-9 Maresciallo Capo   Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Stabsadjutant
OR-8 Maresciallo Ordinario   Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier
OR-8 Maresciallo   Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier
OR-7 Sergente Maggiore Capo   Hauptfeldwebel Stabswachtmeister Hauptfeldweibel, Fourier, Feldweibel
OR-6 Sergente Maggiore   Oberfeldwebel, Feldwebel Oberwachtmeister Oberwachtmeister, Wachtmeister
OR-5 Sergente   Stabsunteroffizier, Unteroffizier Wachtmeister (Korporal)

Die Unteroffiziere teilen sich in zwei Dienstgradgruppen. Die Marescialli sind mit den deutschen Unteroffizieren mit Portepee vergleichbar, die Sergeanten mit den Unteroffizieren ohne Portepee, auch wenn Letztere Teile der deutschen Feldwebeldienstgrade mit abdecken. Früher konnte man mit einem Volksschulabschluss nach etwa acht Jahren in den Dienstgraden Sergente und Sergente Maggiore (zum Beispiel als stellvertretender Zugführer) seinen Weg als Portepee-Unteroffizier fortsetzen. Mitte der 1990er Jahre wurden die beiden Dienstgradgruppen voneinander abgekoppelt. Zivilisten mit Hochschulreife können sich seitdem für einen Direkteinstieg in die Maresciallo-Laufbahn bewerben. Die Ausbildung findet an der Unteroffiziersschule in Viterbo statt. Daneben ist dort in Zusammenarbeit mit der Universität Tuscia ein dreijähriger Bachelor-Studiengang in Wirtschafts- und Organisationswissenschaften zu absolvieren. In der Regel erfolgt nach dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres die Beförderung zum Maresciallo, nach zwei weiteren Jahren die zum Maresciallo Ordinario. Diese Portepee-Unteroffiziere übernehmen als Zugführer und Spezialisten Aufgaben, die früher fast ausschließlich Offizieren vorbehalten waren. Aus diesem Grund werden sie oft mit Warrant Officers verglichen oder tauchen als solche in NATO-Rangcodes und Pressemeldungen auf. Italien kennt jedoch keine Laufbahn zwischen den Unteroffizieren und den Offizieren, es gibt auch keinen Warrant oder sonstige Patente des Staatsoberhaupts, die einen offizierähnlichen Status verleihen. Um diesen Umständen Rechnung zu tragen, wurden den Maresciallo-Dienstgraden die NATO-Rangcodes OR-8 und OR-9 zugeteilt, nicht jedoch die Codes WO 1 bis 5.

Im Zug der Laufbahnreform wurden die Maresciallo-Dienstgrade wie folgt umbenannt:

Alter Dienstgrad Neuer Dienstgrad Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent
Aiutante di Battaglia Primo Maresciallo Luogotenente Oberstabsfeldwebel Vizeleutnant Chefadjutant
(Aiutante di Battaglia) Primo Maresciallo Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Hauptadjutant
Maresciallo Maggiore Maresciallo Capo Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Stabsadjutant
Maresciallo Capo Maresciallo Ordinario Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier
Maresciallo Ordinario Maresciallo Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier

Vor der Reform waren nach STANAG 2116 die unteren drei Maresciallo-Dienstgrade dem deutschen Hauptfeldwebel gleichgestellt, der Aiutante di Battaglia, ein nur in Kriegszeiten vergebener Dienstgrad, dem Stabs- und Oberstabsfeldwebel. Vor der Reform der Abzeichen im Jahr 1973 wurden die Streifen auf den Schulterklappen vertikal getragen.

Die Sergeanten, die um einen Dienstgrad aufgestockt wurden (Sergente Maggiore Capo), sind zwar weiterhin Unteroffiziere, bilden jedoch de facto mit den Mannschaften eine Gruppe und sind deren Laufbahnziel. Ein Aufstieg in die gehobene Unteroffizierslaufbahn ist bei Bewährung und Bestehen eines Auswahlverfahrens möglich. Mannschaften, die sich für die gehobene Unteroffizierslaufbahn bewerben, müssen die Hochschulreife nachweisen, erfahrenere Sergeanten benötigen für die Bewerbung überdurchschnittliche Leistungen, aber keine Hochschulreife. In diesem Fall wird die weitere Ausbildung verkürzt.

MannschaftenBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent
OR-4 Caporalmaggiore Capo Scelto   Oberstabsgefreiter Zugsführer Korporal
OR-4 Caporalmaggiore Capo   Oberstabsgefreiter Zugsführer Korporal
OR-4 Caporalmaggiore Scelto   Stabsgefreiter Zugsführer Korporal
OR-4 Primo Caporalmaggiore   Stabsgefreiter Zugsführer Korporal
OR-3 Caporalmaggiore   Hauptgefreiter, Obergefreiter Korporal Obergefreiter
OR-2 Caporale   Gefreiter Gefreiter Soldat (Gefreiter)
OR-1 Soldato   Soldat Rekrut Rekrut

Der Dienstgrad Soldato ist hier wie in anderen Heeren nur eine Sammelbezeichnung für die untersten Dienstgrade der verschiedenen Waffengattungen. Ersetzt wird er beispielsweise durch Alpino, Bersagliere oder Granatiere, also Gebirgsjäger, Schütze oder Grenadier.

Lange Zeit kannte man im italienischen Heer nur vier Mannschaftsdienstgrade: Soldato (siehe oben), Soldato Scelto (etwa „Obersoldat“), Caporale (Gefreiter) und Caporale Maggiore (Obergefreiter, Hauptgefreiter). Mit Einführung der Berufsarmee wurde ein Dienstgrad abgeschafft (Soldato Scelto) und fünf neue Mannschaftsdienstgrade (einschließlich des mittlerweile wieder abgeschafften Caporale Scelto) eingeführt. Man hielt dies als Leistungsanreiz für längerdienende Freiwillige und Berufssoldaten für angebracht. Dadurch kam es de facto zur Bildung von zwei Dienstgradgruppen. Für Freiwillige mit ein- oder vierjähriger Verpflichtungszeit (Volontario in Ferma Prefissata – VFP1/4) sind die unteren drei Dienstgrade vorgesehen, welche die Gruppe der militari di truppa oder der Mannschaften im engeren Sinn bilden. Berufssoldaten (Volontario in Servizio Permanente – VSP) sind die oberen vier Dienstgrade vorbehalten, die unter der Bezeichnung graduato zusammengefasst werden, was im weitesten Sinn den österreichischen Chargen entspricht. Eine Beförderung zum Unteroffizier ohne Portepee ist möglich und auch das Laufbahnziel der VSP-Soldaten. Die VFP-Zeitsoldaten, die nach ihrer Verpflichtungszeit zu den Carabinieri oder vergleichbaren Organisationen wechseln, müssen dort wieder beim untersten Mannschaftsdienstgrad anfangen. Dieser steht jedoch in jeder Hinsicht auf einer Stufe mit dem Primo Caporalmaggiore des Heeres.

Uniform: Farben und EmblemeBearbeiten

 
Kragenspiegel des italienischen Heeres.

Italienische Militärpersonen (also auch Angehörige von Polizeitruppen mit Kombattantenstatus) tragen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu den Streitkräften zwei Sterne am Kragen (sogenannte Aktivitätssterne). Beim Heer sind diese am Dienstanzug in die beiden Kragenspiegel integriert, soweit Letztere vorhanden sind. Bei den Carabinieri (silberne litzenförmige Kragenspiegel bzw. Ornamente bei Offizieren) und bei der Guardia di Finanza (gelbe Kragenspiegel in Flammenzungenform) ist dies beim Dienstanzug immer der Fall. Die Zugehörigkeit zu einer Waffengattung (evtl. inkl. des Regiments) zeigt sich grundsätzlich durch das Emblem auf der Kopfbedeckung und durch die Kragenspiegel. Generäle führen anstatt des Emblems ein aus römischer Zeit stammendes stilisiertes Feldzeichen auf der Kopfbedeckung und haben beim Heer keine Kragenspiegel. Die Barettfarbe ist beim Heer unabhängig von den Waffenfarben in aller Regel schwarz, Ausnahmen hiervon bilden die Fallschirmjäger (bordeauxrot), die Spezialkräfte (graugrün), die Lagunari (lagunengrün), die Heeresflieger und die luftbeweglichen Truppen (blau). Grenadiere, Alpini, Bersaglieri sowie die Angehörigen des „Artillerieregiments zu Pferde“ haben (u. U.) besondere Kopfbedeckungen.

Die Kragenspiegel des italienischen Heeres können recht komplexe Züge annehmen. Sie haben entweder eine rechteckige Form und/oder die von stilisierten Feuerzungen (in Anlehnung an die weit verbreiteten Granatembleme). Die Farbe der Infanterie ist grundsätzlich scharlachrot (flammenförmige Kragenspiegel mit zwei Zungen). Die Regimenter der (mechanisierten) „Linieninfanterie“ haben eigene Farben (in rechteckigen Kragenspiegeln ohne Zungen), die sie von den Brigaden geerbt haben, denen sie bis 1919 angehörten. Der Kragenspiegel der Grenadiere sieht dem der bundesdeutschen Artillerie zum Verwechseln ähnlich. Die Kragenspiegel der Bersaglieri sind karmesinrot, die der Alpini grün, die der Fallschirmjäger hellblau, die der Lagunari scharlachrot. Die Angehörigen der Kavallerie haben, soweit sie nicht einzelnen Regimentern angehören, orangefarbene Kragenspiegel, die hier stets Flammenform mit drei Zungen haben. Die Regimenter der Linie haben wiederum eigene Farben. Die Farbe der heute zur Kavallerie gehörenden Panzertruppe ist blau-rot (rechteckige Form mit zwei roten Zungen vor blauem Hintergrund). Die Waffenfarbe der Artillerie (inkl. Flugabwehr und ABC-Abwehr) und der Pioniertruppe ist schwarz. Hier ist auf den rechteckigen Kragenspiegeln neben der schwarzen Farbe (eine Zunge mit gelbem Rand bei der Artillerie, mit karmesinrotem Rand bei den Pionieren) in einigen Fällen die Farbe der Waffengattung zu sehen, die der jeweilige Artillerie- oder Pionierverband unterstützt (z. B. schwarz-grün: Gebirgsartillerie, schwarz-blau: Luftlandepioniere; z. T. auch schwarz mit den Farben des übergeordneten Großverbands). Die Kampfpioniere (genio guastatori) haben auf ihren Kragenspiegeln zusätzlich eine stilisierte Granate mit einem Gladius. Dieses Mischverfahren findet auch bei der Fernmeldetruppe (zwei blaue Zungen mit rotem Rand), im Bereich der Logistik (zwei schwarze Feuerzungen mit blauem Rand) und des Sanitätswesens (eine rote Zunge; bei den Veterinären hellblau) Anwendung. Das Personal des Verwaltungsbereichs hat rechteckige, komplett in blau gehaltene Kragenspiegel. Die der Ingenieure des Heeres sind komplett schwarz, haben jedoch teilweise besondere Abzeichen, die auf spezielle Aufgabenbereiche hinweisen. Die Heeresflieger haben hellblaue Kragenspiegel auf denen auch das Emblem dieser Truppe zu sehen ist. Die Kragenspiegel der Offiziere im Generalstabsdienst haben ein rechteckiges goldenes Emblem vor blauem Hintergrund.

Bei Marine und Luftwaffe kennt man keine Kragenspiegel, sondern nur Tätigkeitsabzeichen oder kleinere Variationen bei anderen Abzeichen (etwa Tätigkeitsabzeichen über dem Dienstgradabzeichen von Mannschaften und Unteroffizieren bei der Marine).

MarineBearbeiten

OffiziereBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Ärmeltressen Schulterklappen Deutsches Äquivalent Angelsächsisches Äquivalent
OF-10 Ammiraglio     (Admiral) (Admiral of the Fleet; RN)
(Fleet Admiral; USN)
OF-9 Ammiraglio di Squadra
con incarichi speciali

(Vizeadmiral mit besonderer Dienststellung)
    (Admiral) (Admiral)
OF-8 Ammiraglio di Squadra
(Ammiraglio Ispettore Capo)
    Vizeadmiral Vice Admiral
OF-7 Ammiraglio di Divisione
(Ammiraglio Ispettore)
    Konteradmiral Rear Admiral (Upper Half)
OF-6 Contrammiraglio     Flottillenadmiral Commodore (RN)
Rear Admiral (Lower Half) (USN)
OF-5 Capitano di Vascello     Kapitän zur See Captain
OF-4 Capitano di Fregata     Fregattenkapitän Commander
OF-3 Capitano di Corvetta     Korvettenkapitän Lieutenant Commander
OF-2 Primo Tenente di Vascello     Stabskapitänleutnant -
OF-2 Tenente di Vascello     Kapitänleutnant
(eigentlich „Leutnant zur See“)
Lieutenant
OF-1 Sottotenente di Vascello     Oberleutnant zur See
(eigentlich „Unterleutnant zur See“)
Sub-Lieutenant (RN)
Lieutenant Junior Grade (USN)
OF-1 Guardiamarina     Leutnant zur See Midshipman (RN)
Ensign (USN)

Die Offizieranwärter der Accademia Navale sind zunächst zwei Jahre lang Kadetten, im dritten Ausbildungsjahr haben sie den Dienstgrad Aspirante Guardiamarina, der mit dem deutschen Fähnrich und Oberfähnrich zur See oder auch mit dem angelsächsischen Midshipman verglichen werden kann. Wie im Fall des amerikanischen Ensign zählt der Dienstgrad Guardiamarina zwar zu den Offizieren, findet aber im Allgemeinen nur in den letzten beiden Ausbildungsjahren Anwendung. Nach Abschluss der fünfjährigen Offizierausbildung erfolgt die Beförderung zum Sottotenente di Vascello (Oberleutnant zur See). Die wörtliche Übersetzung lautet „Linienschiffsunterleutnant“, darauf folgt der „Linienschiffsleutnant“ (Tenente di Vascello, Kapitänleutnant). Der relativ selten vergebene Dienstgrad Primo Tenente di Vascello (Stabskapitänleutnant) ist neueren Datums. Der Capitano di Vascello (Kapitän zur See) ist eigentlich ein „Linienschiffskapitän“.

In der italienischen Marine gab es bis zum Ersten Weltkrieg einen Viceammiraglio (Vizeadmiral). Nachdem man beim Heer mit dem Brigadegeneral einen vierten Generalsrang eingeführt hatte, suchte die Marine nach einer ähnlichen Lösung. Eine Abrundung nach unten durch einen Kommodore oder einen Flottillenadmiral erfolgte schließlich nicht. Stattdessen wurde der Vizeadmiral aufgespalten in einen „Divisionsadmiral“ (Ammiraglio di Divisione) (OF-7) und einen „Geschwaderadmiral“ (Ammiraglio di Squadra) (OF-8). Auf vergleichbare Weise ging auch die französische Marine vor. Direkte Vergleiche mit deutschen und angelsächsischen Admiralsrängen sind wegen der terminologischen Inkongruenzen eigentlich nicht möglich. Auf internationaler Ebene richtet sich die italienische Marine nach dem System der US Navy: der Contrammiraglio entspricht dem Rear Admiral (Lower Half), der Ammiraglio di Divisione dem Rear Admiral (Upper Half), der Ammiraglio di Squadra dem Vice Admiral.

Bis 1997 war der „Vizeadmiral (Amm. Sq.) in besonderer Dienststellung“ mit seinem vierten funktionalen, rot umrandeten Stern beziehungsweise Streifen der höchste Rang der italienischen Marine. In der Regel hat ihn auch heute nur der Chef des Admiralstabs und der Generalsekretär des Verteidigungsministeriums (wenn von der Marine). Auch war und ist er für hohe NATO-Posten vorgesehen. Im Jahr 2010 wurde diesem einen Rang ausnahmsweise der NATO-Rangcode OF-9 zugeteilt, der ihn damit in der NATO auf eine Stufe mit den wirklichen Admiralen und Viersternegeneralen stellt, wobei er ansonsten weiterhin Vizeadmiral bleibt. Der 1997 eingeführte Dienstgrad Ammiraglio (ehemals OF-9, seit 2010 OF-10) ist dem Generalstabschef der Streitkräfte vorbehalten, sofern er von der Marine kommt. Den Dienstgrad Großadmiral gab es nur während des Faschismus.

Bei den italienischen Admiralsdienstgraden gibt es zwei Ausnahmen. Admirale des Sanitätsdienstes, der Marineingenieure, der technischen und administrativen Bereiche sowie der Küstenwache haben statt der Bezeichnungen Ammiraglio di Divisione und Ammiraglio di Squadra die Bezeichnungen Ammiraglio Ispettore und Ammiraglio Ispettore Capo. Die Stabs- und Subalternoffiziere der Marineingenieure trugen bis 1973 bei Beibehaltung ihrer obigen Dienstgradabzeichen Heeresdienstgrade mit dem Zusatz GN (Genio Navale). Die Ränder der Dienstgradabzeichen der Offiziere haben je nach Zugehörigkeit zu den verschiedenen Truppengattungen oder Diensten unterschiedliche Farben.

Neben den hier dargestellten verschiedenfarbigen Rändern der Dienstgradabzeichen gibt es noch einige andere. Beim seemännischen Dienst, beim Führungsdienst und bei den Marinefliegern ist der Rand schwarz, bei der Küstenwache hellgrün, bei den Militärgeistlichen violett.

UnteroffiziereBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent US-amerikanisches Äquivalent
OR-9 Primo Maresciallo Luogotenente   Oberstabsbootsmann Fleet/Force Master Chief Petty Officer
OR-9 Primo Maresciallo   Oberstabsbootsmann Command Master Chief Petty Officer
OR-9 Capo di 1ª classe   Oberstabsbootsmann Master Chief Petty Officer
OR-8 Capo di 2ª classe   Stabsbootsmann Senior Chief Petty Officer
OR-8 Capo di 3ª classe   Stabsbootsmann Senior Chief Petty Officer
OR-7 Secondo Capo Scelto   Hauptbootsmann Chief Petty Officer
OR-6 Secondo Capo   Oberbootsmann, Bootsmann Petty Officer First Class
OR-5 Sergente   Obermaat, Maat Petty Officer Second Class

Während in den anderen Teilstreitkräften für Unteroffiziere mit Portepee die Bezeichnung Maresciallo mit verschiedenen Zusätzen Verwendung findet, ist bei der Marine für die jeweiligen Äquivalente die Bezeichnung Capo (etwa „Chef“ oder „Chief“) üblich. Die beiden höchsten hier angegebenen Unteroffiziersdienstgrade wurden im Zug von Laufbahnreformen erst vor einigen Jahren eingeführt, eigenartigerweise in der Form der anderen Teilstreitkräfte. Dies entspricht dem Trend, die eher weniger bekannten Unteroffiziersdienstgrade der Marine mit denen anderer Teilstreitkräfte in Verbindung zu bringen. Mit den Laufbahnreformen wurde auch der Dienstgrad Secondo Capo scelto eingeführt, der zu den Unteroffizieren ohne Portepee gehört.

Mitte der 1990er Jahre wurden die beiden Dienstgradgruppen voneinander abgekoppelt. Zivilisten mit Hochschulreife können sich seitdem für einen Direkteinstieg in die Portepeeunteroffizier-Laufbahn bewerben. Neben der militärischen Ausbildung (unter anderem auf dem Segelschulschiff Palinuro) ist ein dreijähriger Bachelor-Studiengang zu absolvieren. In der Regel erfolgt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres die Beförderung zum Capo di 3ª Classe, nach zwei weiteren Jahren die zum Capo 2ª Classe. Diese Portepee-Unteroffiziere übernehmen Führungs- und Fachaufgaben, die früher fast ausschließlich Offizieren vorbehalten waren. Aus diesem Grund werden sie oft mit Warrant Officers verglichen oder tauchen als solche in NATO-Rangcodes und Pressemeldungen auf. Italien kennt jedoch keine Laufbahn zwischen den Unteroffizieren und den Offizieren, es gibt auch keinen Warrant oder sonstige Patente des Staatsoberhaupts, die einen offizierähnlichen Status verleihen. Um diesen Umständen Rechnung zu tragen, wurden den Portepeeunteroffizieren die NATO-Rangcodes OR-8 und OR-9 zugeteilt, nicht jedoch die Codes WO 1 bis 5.

Die Unteroffiziere ohne Portepee sind das Laufbahnziel der Mannschaften. Ein Aufstieg in die gehobene Unteroffizierslaufbahn ist bei Bewährung und Bestehen eines Auswahlverfahrens möglich. Mannschaften, die sich für die gehobene Unteroffizierslaufbahn bewerben, müssen die Hochschulreife nachweisen, erfahrenere Unteroffiziere ohne Portepee benötigen für die Bewerbung überdurchschnittliche Leistungen, aber keine Hochschulreife. In diesem Fall wird die weitere Ausbildung verkürzt.

Unteroffiziere mit und ohne Portepee haben die Möglichkeit, sich für die besondere Laufbahn der Fachoffiziere (ruolo speciale) zu bewerben, welche in etwa dem deutschen militärfachlichen Dienst entspricht. Voraussetzungen für die Teilnahme am Auswahlverfahren sind herausragende Leistungen, die Hochschulreife, eine bestimmte Mindestdienstzeit und ein Höchstalter von 34 Jahren. Sehr selten ist die spätere Übernahme als Truppendienst-Offizier (ruolo normale).

MannschaftenBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent US-amerikanisches Äquivalent
OR-4 Sottocapo di 1ª classe scelto   Oberstabsgefreiter Petty Officer Third Class
OR-4 Sottocapo di 1ª classe   Oberstabsgefreiter Petty Officer Third Class
OR-4 Sottocapo di 2ª classe   Stabsgefreiter Petty Officer Third Class
OR-4 Sottocapo di 3ª classe   Stabsgefreiter Petty Officer Third Class
OR-3 Sottocapo   Hauptgefreiter, Obergefreiter Seaman
OR-2 Comune di 1ª classe   Gefreiter Seaman Apprentice
OR-1 Comune di 2ª classe   Matrose Seaman recruit

Auch die italienische Marine kannte die vier obersten hier dargestellten Mannschaftsdienstgrade bis vor einigen Jahren nicht. Sie wurden im Zug der Laufbahnreformen und der Aussetzung der Wehrpflicht eingeführt, um auf der Mannschaftsebene Berufssoldaten Leistungsanreize zu verschaffen. Deren Laufbahnziel sind die oben genannten Unteroffiziere ohne Portepee, wobei ein weiterer Aufstieg unter den bereits erwähnten Voraussetzungen möglich ist.

Nach altem Brauch werden die Gefreiten und die Matrosen als „Gemeine“ erster und zweiter Klasse bezeichnet. Die Matrosen haben wie die vergleichbaren Dienstgrade der anderen Teilstreitkräfte (Soldat, Flieger) kein Dienstgradabzeichen, sondern in der Regel nur ein Tätigkeits- oder Funktionsabzeichen (siehe Verwendungsreihe). Diese Funktionsabzeichen können bei den anderen Mannschaftsdienstgraden und bei den Unteroffizieren das Dienstgradabzeichen ergänzen. Nachstehend eine Auswahl:

LuftwaffeBearbeiten

OffiziereBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent
OF-10 Generale   (General) (General) (General)
(Kriegsmobilmachung)
OF-9 Generale di Squadra Aerea
con incarichi speciali

(Generalleutnant mit besonderer Dienststellung)
  (General) (General) (General)
(Kriegsmobilmachung)
OF-8 Generale di Squadra Aerea
(Generale Ispettore Capo)
  Generalleutnant Generalleutnant Korpskommandant
OF-7 Generale di Divisione Aerea
(Generale Ispettore)
  Generalmajor Generalmajor Divisionär
OF-6 Generale di Brigata Aerea
(Brigadier Generale)
  Brigadegeneral Brigadier Brigadier
OF-5 Colonnello   Oberst Oberst Oberst
OF-4 Tenente Colonnello   Oberstleutnant Oberstleutnant Oberstleutnant
OF-3 Maggiore   Major Major Major
OF-2 Primo Capitano   Stabshauptmann - -
OF-2 Capitano   Hauptmann Hauptmann Hauptmann
OF-1 Tenente   Oberleutnant (eigentlich „Leutnant“) Oberleutnant Oberleutnant
OF-1 Sottotenente   Leutnant (eigentlich Unterleutnant) Leutnant Leutnant

Die Dienstgradabzeichen der Offiziere der italienischen Luftwaffe ähneln denen der Marine. Wie bei der Marine sind sie beim Dienstanzug an den Ärmeln zu sehen, beim kleinen Dienstanzug rücken sie auf die Schulterklappen, bei Overalls zusammen mit dem Geschwaderwappen auf die linke Brustseite. Die Dienstgradbezeichnungen entsprechen, von kleinen Modifikationen abgesehen, denen des Heeres. Die Dienstgrade werden auch hier zu drei Dienstgradgruppen zusammengefasst: Generale, Stabsoffiziere und eine Gruppe, in der die Hauptleute und Leutnante zusammengefasst sind. Der Dienstgrad Sottotenente bedeutet wörtlich Unterleutnant, der Tenente ist daher eigentlich Leutnant. Von wenigen Ausnahmen abgesehen findet der Unterleutnant nur bei Offizieren Anwendung, die sich im zweiten Abschnitt der Offizierausbildung befinden. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung folgt die Beförderung zum Tenente. Der Stabshauptmann (Primo Capitano) ist eine neuere Erfindung und wird nur sehr selten vergeben.

Piloten tragen zu ihrem Dienstgrad den Zusatz Pilota, Sanitätsoffiziere den Zusatz Medico. Generale in den Bereichen Sanitätswesen, technische Unterstützung, Logistik und Verwaltung führen unter bei Beibehaltung obiger Abzeichen folgende besondere Dienstgrade: Generale Ispettore Capo (Generalleutnant), Generale Ispettore (Generalmajor) und Brigadier Generale (Brigadegeneral). Die Bezeichnung der allgemeinen Generalsränge nach den Großverbänden, die die jeweiligen Generale befehligen können, ist beispielsweise auch in Frankreich üblich, mit dem Brigadegeneral ansatzweise auch in Deutschland und vielen anderen Staaten.

Wie im Fall des Heeres und der Marine wurden auch in der italienischen Luftwaffe nach dem Zweiten Weltkrieg die beiden höchsten Offiziersdienstgrade abgeschafft. Diese waren der „Luftmarschall“ (Maresciallo dell’Aria) (OF-10) und der Generale d’Armata Aerea (OF-9). Bis zur Reform des Generalstabs der Streitkräfte im Jahr 1997 blieb der „Generalleutnant in besonderer Dienststellung“ der höchste Rang (OF-8). Neben seinen drei eigentlichen Streifen hat er einen sogenannten vierten funktionalen Streifen, der rot umrandet ist. In der Regel handelt es sich dabei um den Generalstabschef der Luftwaffe, um den Generalsekretär des Verteidigungsministeriums oder um Generalleutnante, die bei der NATO oder in anderen Bereichen die Aufgaben eines Viersternegenerals übernehmen. Im Jahr 2010 wurde diesem einen Rang ausnahmsweise der NATO-Rangcode OF-9 zugeteilt, der ihn damit in der NATO auf eine Stufe mit den wirklichen Viersternegeneralen stellt, wobei er ansonsten weiterhin Generalleutnant bleibt. Der 1997 eingeführte Dienstgrad Generale (ehemals OF-9, seit 2010 OF-10) ist dem Generalstabschef der Streitkräfte vorbehalten. Wird Letzterer noch Vorsitzender des Militärausschusses der NATO oder der EU, kann es ausnahmsweise auch mehr als einen Viersternegeneral geben.

UnteroffiziereBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent
OR-9 Primo Maresciallo Luogotenente   Oberstabsfeldwebel (Feldwebelleutnant) Vizeleutnant Chefadjutant
OR-9 Primo Maresciallo   Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Hauptadjutant
OR-9 Maresciallo di 1ª Classe   Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Stabsadjutant
OR-8 Maresciallo di 2ª Classe   Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier
OR-8 Maresciallo di 3ª Classe   Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier
OR-7 Sergente Maggiore Capo   Hauptfeldwebel Stabswachtmeister Hauptfeldweibel, Fourier, Feldweibel
OR-6 Sergente Maggiore   Oberfeldwebel, Feldwebel Oberwachtmeister Oberwachtmeister, Wachtmeister
OR-5 Sergente   Stabsunteroffizier, Unteroffizier Wachtmeister (Korporal)

Die Unteroffiziere teilen sich in zwei Dienstgradgruppen. Die Marescialli sind mit den deutschen Unteroffizieren mit Portepee vergleichbar, die Sergeanten mit den Unteroffizieren ohne Portepee, auch wenn Letztere Teile der deutschen Feldwebeldienstgrade mit abdecken. Früher konnte man mit einem Volksschulabschluss nach etwa acht Jahren in den Dienstgraden Sergente und Sergente Maggiore seinen Weg als Portepee-Unteroffizier fortsetzen. Mitte der 1990er Jahre wurden die beiden Dienstgradgruppen voneinander abgekoppelt. Zivilisten mit Hochschulreife können sich seitdem für einen Direkteinstieg in die Maresciallo-Laufbahn bewerben. Die Ausbildung findet an der Unteroffiziersschule in Viterbo statt. Daneben ist dort in Kooperation mit der Universität Tuscia ein dreijähriger Bachelor-Studiengang zu absolvieren. In der Regel erfolgt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres die Beförderung zum Maresciallo di 3ª Classe, nach zwei weiteren Jahren die zum Maresciallo di 2ª Classe. Auf Grund dieser Neuerungen werden die Marescialli oft mit Warrant Officers verglichen oder tauchen als solche in NATO-Rangcodes und Pressemeldungen auf. Italien kennt jedoch keine Laufbahn zwischen den Unteroffizieren und den Offizieren, es gibt auch keinen Warrant oder sonstige Patente des Staatsoberhaupts, die einen offizierähnlichen Status verleihen. Um diesen Umständen Rechnung zu tragen, wurden den Maresciallo-Dienstgraden die NATO-Rangcodes OR-8 und OR-9 zugeteilt, nicht jedoch die Codes WO 1 bis 5.

Vor der Reform waren nach STANAG 2116 die unteren drei Maresciallo-Dienstgrade dem deutschen Hauptfeldwebel gleichgestellt, der Aiutante di Battaglia, ein nur in Kriegszeiten vergebener Dienstgrad, dem Stabs- und Oberstabsfeldwebel. Anstelle des Aiutante di Battaglia wurden die beiden Dienstgrade Primo Maresciallo (Maresciallo Aiutante) und Primo Maresciallo Luogotenente eingeführt.

Die Sergeanten, die um einen Dienstgrad aufgestockt wurden (Sergente Maggiore Capo), sind zwar weiterhin Unteroffiziere, bilden jedoch de facto mit den Mannschaften eine Gruppe und sind deren Laufbahnziel. Ein Aufstieg in die gehobene Unteroffizierslaufbahn ist bei Bewährung und Bestehen eines Auswahlverfahrens möglich. Mannschaften, die sich für die gehobene Unteroffizierslaufbahn bewerben, müssen die Hochschulreife nachweisen, erfahrenere Sergeanten benötigen für die Bewerbung überdurchschnittliche Leistungen, aber keine Hochschulreife. In diesem Fall wird die weitere Ausbildung verkürzt.

Unteroffiziere mit und ohne Portepee haben die Möglichkeit, sich für die besondere Laufbahn der Fachoffiziere (ruolo speciale) zu bewerben, welche in etwa dem deutschen militärfachlichen Dienst entspricht. Voraussetzungen für die Teilnahme am Auswahlverfahren sind herausragende Leistungen, die Hochschulreife, eine bestimmte Mindestdienstzeit und ein Höchstalter von 34 Jahren. Sehr selten ist die spätere Übernahme als Truppendienst-Offizier (ruolo normale).

MannschaftenBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent
OR-4 Primo Aviere Capo Scelto   Oberstabsgefreiter Zugsführer Korporal
OR-4 Primo Aviere Capo   Oberstabsgefreiter Zugsführer Korporal
OR-4 Primo Aviere Scelto   Stabsgefreiter Zugsführer Korporal
OR-4 Aviere Capo   Stabsgefreiter Zugsführer Korporal
OR-3 Primo Aviere   Hauptgefreiter, Obergefreiter Korporal Obergefreiter
OR-2 Aviere Scelto   Gefreiter Gefreiter Soldat (Gefreiter)
OR-1 Aviere kein Abzeichen Flieger Rekrut Rekrut

Auch die italienische Luftwaffe kannte die vier obersten hier dargestellten Mannschaftsdienstgrade bis vor einigen Jahren nicht. Sie wurden im Zug der Laufbahnreformen und der Aussetzung der Wehrpflicht eingeführt, um auf der Mannschaftsebene Berufssoldaten Leistungsanreize zu verschaffen. Deren Laufbahnziel sind die oben genannten Unteroffiziere ohne Portepee, wobei ein weiterer Aufstieg unter den bereits erwähnten Voraussetzungen möglich ist.

Im Gegensatz zum Heer gibt es bei der italienischen Luftwaffe keine Kragenspiegel, sondern Tätigkeits- oder Funktionsabzeichen wie bei der Marine.

CarabinieriBearbeiten

Die Dienstgrade der Carabinieri, die weitestgehend denen des Heeres entsprechen, finden auch bei anderen Polizeiorganisationen wie beispielsweise der Guardia di Finanza Anwendung. Abweichungen ergeben sich durch unterschiedliche Uniformfarben. Im Allgemeinen werden nachstehende Dienstgradabzeichen (insbesondere die der Offiziere) auch von zivilen staatlichen und kommunalen Polizeiorganisationen verwendet, die Dienstgrade haben dann aber andere Bezeichnungen („Kommissar“ oder auch „Inspektor“, siehe hierzu: Dienstgrade der italienischen Polizeikräfte).

Allgemein ergeben sich bei Vergleichen mit Polizeiorganisationen Deutschlands größere Schwierigkeiten. In Italien wie auch in Deutschland wurde im Zug von Laufbahnreformen der einfache Dienst abgeschafft, jedoch auf unterschiedliche Weise. In Italien blieben dabei die bisherigen Dienstgrade erhalten, es wurden nur interne laufbahnrechtliche Verschiebungen vorgenommen. Dies gilt größtenteils auch für die oben genannten Teilstreitkräfte, mit deren Dienstgraden die jeweiligen Carabinieri-Ränge im Allgemeinen auf einer Stufe stehen. Diese Umstände werden von STANAG 2116 noch weiter zementiert. Wie sich dies auf Dienstgradvergleiche genauer Auswirkt, wird in den folgenden Abschnitten beschrieben. Zur Vermeidung weiterer Komplikationen sei für Vergleiche mit Österreich und der Schweiz auf den Abschnitt Heer verwiesen.

OffiziereBearbeiten

In nachstehender Tabelle hinkt der Vergleich etwas, da die obersten Dienstgrade bei der Bundespolizei nur zum Teil mit deutschen und italienischen Generalen verglichen werden können. Deshalb sind auf deutscher Seite die Besoldungsgruppen angegeben.

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Militäräquivalent Deutsches Polizeiäquivalent
OF-9 Generale di Corpo d’Armata
con incarichi speciali

(Generalleutnant mit besonderer Dienststellung)
Kommandierender General
Generalkommandant der Carabinieri
  (General, Generalleutnant) (B9 Z) Präsident des Bundespolizeipräsidiums (B 9)
OF-8 Generale di Corpo d’Armata   Generalleutnant (B9) Vizepräsident beim Bundespolizeipräsidium (B 6)
OF-7 Generale di Divisione   Generalmajor (B 7) Präsident einer Bundespolizeidirektion (B 4)
OF-6 Generale di Brigata   Brigadegeneral (B 6) Direktor in der Bundespolizei (B 3)
OF-5 Colonnello   Oberst (A 16/B 3) Leitender Polizeidirektor (A 16)
OF-4 Tenente Colonnello   Oberstleutnant (A 15/A 14) Polizeidirektor (A 15)
Polizeioberrat (A 14)
OF-3 Maggiore   Major (A 13) Polizeirat (A 13)
OF-2 Primo Capitano   Stabshauptmann (A 13) Erster Polizeihauptkommissar (A 13)
OF-2 Capitano   Hauptmann (A 12/A 11) Polizeihauptkommissar (A 12/A 11)
OF-1 Tenente   Oberleutnant (A 10) Polizeioberkommissar (A 10)
OF-1 Sottotenente   Leutnant (A 9) Polizeikommissar (A 9)

Wie im Fall der anderen Teilstreitkräfte ist der kommandierende General der Carabinieri ein „Generalleutnant in besonderer Dienststellung“, dessen vierter funktionaler Stern einen roten Rand hat. Im Gegensatz zu den anderen Teilstreitkräften kennen die Carabinieri keinen wirklichen Viersternegeneral, da dieser Dienstgrad dem Generalstabschef der Streitkräfte vorbehalten ist, für den Carabinieri-Generale nicht vorgesehen sind. Bei den übrigen Offiziersdienstgraden gibt es im Wesentlichen keine Unterschiede zum Heer. Der Sottotenente ist wörtlich übersetzt wiederum ein Unterleutnant, der Tenente daher eigentlich Leutnant.

Bei den Carabinieri (und vergleichbaren militärischen Organisationen) gibt es keinen Direkteinstieg in den Dienstgrad Major, wie es in Deutschland beim höheren Dienst der Fall ist. Angehende Carabinieri-Offiziere werden an der Accademia Militare di Modena zwei Jahre lang ausgebildet und erhalten dann den Dienstgrad „Unterleutnant“ (Leutnant). In diesem Dienstgrad folgen drei Jahre Ausbildung an der Offizierfachschule der Carabinieri in Rom und dann die Beförderung zum „Leutnant“ (Oberleutnant). Daher findet der „Unterleutnant“ nur im Rahmen der Ausbildung Anwendung, der „Leutnant“ ist damit folglich der Einstieg in die dem höheren Dienst vergleichbare Laufbahn. Die Carabinieri-Leutnante übernehmen schon recht bald Führungsaufgaben und bleiben dann gewöhnlich als Hauptmann lange Zeit Kompaniechef. Als solche unterstehen ihnen mehrere Carabinieri-Stationen, die von höheren Unteroffizieren (Marescialli) geleitet werden. Zwar ist ein Leutnant oder ein Hauptmann der Carabinieri nach Form und Status mit gleichrangigen deutschen Offizieren vergleichbar, jedoch eher weniger mit deutschen Polizeikommissaren, wenn es um die Aufgaben geht.

UnteroffiziereBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Militäräquivalent Deutsches Polizeiäquivalent
OR-9 Maresciallo Luogotenente   Oberstabsfeldwebel (A 9Z) Polizeihauptmeister (A 9, mit Amtszulage)
(Mit Funktionen eines Polizeikommissars)
OR-9 Maresciallo Aiutante   Oberstabsfeldwebel (A 9Z) Polizeihauptmeister (A 9, mit Amtszulage)
(Mit Funktionen eines Polizeikommissars)
OR-9 Maresciallo Capo   Oberstabsfeldwebel (A 9Z) Polizeihauptmeister (A 9, mit Amtszulage)
OR-8 Maresciallo Ordinario   Stabsfeldwebel (A 9) Polizeihauptmeister (A 9)
OR-8 Maresciallo   Stabsfeldwebel (A 9) Polizeihauptmeister (A 9) (Nur in Ausbildung)
OR-7 Brigadiere Capo, "qualifica speciale" (Q)   Hauptfeldwebel (A 8Z) Polizeiobermeister (A 8)
OR-7 Brigadiere Capo   Hauptfeldwebel (A 8Z) Polizeiobermeister (A 8)
OR-6 Brigadiere   Oberfeldwebel (A 7Z), Feldwebel (A 7) Polizeimeister (A 7)
OR-5 Vice Brigadiere   Stabsunteroffizier (A 7/A 6), Unteroffizier (A 5) Polizeimeister (A 7), Polizeioberwachtmeister (A 5)
(in Deutschland nur Anwärter)

Auch hier ist es wie bei den anderen Teilstreitkräften zu einer Abkoppelung der beiden Dienstgradgruppen gekommen. Zivilisten mit Hochschulreife können sich für einen Direkteinstieg in die Maresciallo-Laufbahn bewerben. In der Regel erfolgt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres die Beförderung zum Maresciallo, nach zwei weiteren Jahren die zum Maresciallo Ordinario. Die Ausbildung sieht ein dreijähriges Bachelor-Studium vor. Die Absolventen übernehmen Fach- oder Führungsaufgaben, später insbesondere als Stationskommandanten. Nach Form, Status und STANAG 2116 sind diese Unteroffiziere mit deutschen Stabs- und Oberstabsfeldwebeln zu vergleichen, welche wegen ihrer Besoldung nach A 9 (Amtszulage) mit Teilen des gehobenen Dienstes auf eine Stufe gestellt werden können. Wegen ihrer Ausbildung und ihrer Aufgaben können die Maresciallo-Dienstgrade mit deutschen Polizeikommissaren oder auch mit angelsächsischen Warrant Officers verglichen werden.

Die übrigen Unteroffiziere (Brigadieri) entsprechen nach STANAG 2116 den übrigen deutschen Feldwebeldienstgraden und den Unteroffizieren ohne Portepee und damit den verbleibenden deutschen Polizeidienstgraden des mittleren Dienstes. Die Brigadieri sind zwar in jeder Hinsicht Unteroffiziere, de facto bilden sie jedoch mit den Mannschaften eine Gruppe und sind deren Laufbahnziel. Ein Aufstieg in die gehobene Unteroffizierslaufbahn ist bei Bewährung und Bestehen eines Auswahlverfahrens möglich. Mannschaften, die sich für die gehobene Unteroffizierslaufbahn bewerben, müssen die Hochschulreife nachweisen, erfahrenere Brigadieri benötigen für die Bewerbung überdurchschnittliche Leistungen, aber keine Hochschulreife. In diesem Fall wird die weitere Ausbildung verkürzt.

Unteroffiziere haben die Möglichkeit, sich für die besondere Laufbahn der Fachoffiziere (ruolo speciale) zu bewerben, welche in etwa dem deutschen militärfachlichen Dienst entspricht. Für die Teilnahme an dem entsprechenden Auswahlverfahren gelten im Vergleich zu den anderen Teilstreitkräften strengere Zulassungsbedingungen.

MannschaftenBearbeiten

NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Militäräquivalent
OR-4 Appuntato Scelto, "qualifica speciale" (Q)   Oberstabsgefreiter
OR-4 Appuntato Scelto   Oberstabsgefreiter
OR-4 Appuntato   Oberstabsgefreiter
OR-4 Carabiniere Scelto   Stabsgefreiter
OR-4 Carabiniere   Stabsgefreiter

Im Bereich der Mannschaften entfallen die Äquivalente der untersten drei Mannschaftsdienstgrade des Heeres, da der einfache Dienst bei den Carabinieri nicht mehr existiert. Der unterste Dienstgrad bei der Polizei steht jetzt auf einer Ebene mit dem Stabsgefreiten (OR-4) (Primo Caporalmaggiore) des Heeres. Da die Stabsgefreiten (A5) und die Oberstabsgefreiten (A5Z) besoldungsrechtlich mit dem Dienstgrad Unteroffizier (A5) verzahnt sind und die Besoldungsgruppe A 5 noch mit dem mittleren Dienst in Verbindung gebracht werden kann, ist es formal möglich, die Carabinieri-Mannschaftdienstgrade mit allen ehemaligen deutschen Polizeiwachtmeister-Dienstgraden in Verbindung zu bringen, sofern diese zumindest besoldungsrechtlich auf einer Stufe mit Vorbereitungs- oder Eingangsämtern des mittleren Dienstes stehen oder standen.

In der Substanz jedoch sollten die Carabinieri-Mannschaftsdienstgrade auf einer Stufe mit Polizeimeistern gesehen werden, da sie diesen nach den Aufgabenbereichen entsprechen. Im Gegensatz zur alten Laufbahnordnung mit dem einfachen Dienst und dem Direkteinstieg ist es heute so, dass Anwärter der Mannschaftslaufbahn zuvor Zeitsoldaten bei anderen Teilstreitkräften waren („einfacher Dienst“) und in der Regel eine mehrjährige militärische Berufs- und oft auch Auslandserfahrung mitbringen.

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Dienstgrade der italienischen Streitkräfte und entsprechende NATO-Rangcodes nach STANAG 2116, Edition 6, vom 25. Februar 2010. Tabelle des Generalstabs der Streitkräfte auf difesa.it Diese Tabelle berücksichtigt insbesondere die Neueingruppierung des „Generalleutnants/Vizeadmirals mit besonderer Dienststellung“ in OF-9, aber nicht (wie in diesem aktualisierten Artikel) die spätere Abschaffung des Caporale Scelto.