Die romantische Engländerin

Film von Joseph Losey (1975)

Die romantische Engländerin (Alternativtitel: Die Kokainfalle; Originaltitel: The Romantic Englishwoman) ist eine britisch-französische Filmkomödie aus dem Jahr 1975. Regie führte Joseph Losey, das Drehbuch schrieben Tom Stoppard und Thomas Wiseman nach Wisemans Roman aus dem Jahr 1971.

Film
Deutscher TitelDie romantische Engländerin
OriginaltitelThe Romantic Englishwoman
Produktionsland Großbritannien, Frankreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1975
Länge 116 Minuten
Stab
Regie Joseph Losey
Drehbuch Thomas Wiseman,
Tom Stoppard
Produktion Daniel M. Angel
Musik Richard Hartley
Kamera Gerry Fisher
Schnitt Reginald Beck
Besetzung

HandlungBearbeiten

Der erfolgreiche Schriftsteller Lewis Fielding ist mit Elizabeth verheiratet. Da sie unzufrieden mit ihrem Eheleben ist, macht sie einen Kurzurlaub in Baden-Baden, um sich selbst zu finden. Dort lernt sie den Drogenkurier und Gigolo Thomas kennen. Nach ihrer Rückkehr verdächtigt sie ihr Mann der Untreue, was sie wahrheitsgemäß bestreitet. Das hält Lewis aber nicht davon ab, eine ähnliche Geschichte in sein neuestes Drehbuch einzubauen.

Einige Zeit später besucht Thomas die Fieldings und gibt vor, sich für die Werke des Autors zu interessieren. Lewis lässt ihn gegen den Willen seiner Frau für eine gewisse Zeit bei ihnen wohnen, nutzt aber die Gelegenheit, den vermeintlichen Nebenbuhler in mehreren Situationen zu demütigen.

Schließlich beginnt Elizabeth doch eine Affäre mit Thomas und fährt mit ihm nach Südfrankreich – die willkommene Gelegenheit, aus dem Ehetrott auszubrechen. Lewis folgt den beiden, hat aber bald Drogenhändler am Hals, die noch eine Rechnung mit Thomas offen haben. Nachdem Thomas von den Gangstern mitgenommen wird, kehrt Elizabeth geläutert mit Lewis nach England zurück.

KritikenBearbeiten

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei eine „Satire auf die Zwänge bürgerlicher Konventionen“. Er sei „einfühlsam und psychologisch glaubwürdig“; die Darstellungen seien „vorzüglich“.[1]

Die Zeitschrift Cinema urteilte: „Das Ehedrama galt seinerzeit als Schlag gegen die bürgerliche Moral, wirkt heute eher gestelzt. Fazit: Hier hat der Lauf der Zeit am Lack gekratzt.“[2] Zu einem späteren Zeitpunkt lobte Cinema hingegen den Film als „Bittere Dreieckskiste mit hervorragenden Stars.“[3]

Die Zeitschrift Prisma zollt dem Streifen in ihrem Online-Filmlexikon großes Lob: „(…) Joseph Losey (…) inszenierte mit „Die romantische Engländerin“ ein ebenso amüsantes wie dramatisches Kammerspiel. Dabei setzte er auf innovative Schnitttechnik und seine herausragenden Darsteller Michael Caine und Glenda Jackson. Als Gigolo und Bonvivant ist Helmut Berger zu sehen – eine Rolle, die ihm auf den Leib geschneidert war.“[4]

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz bewerten Die romantische Engländerin in ihrem Lexikon „Filme im Fernsehen“ mit 3½ von 4 möglichen Sternen als außergewöhnlich und meinen: „(…) ein ebenso bitterer wie gelassen heiterer Film über die Gefährdung menschlicher Gefühle und das Benutzen von Emotionen zu egoistischen Zwecken; exzellent besetzt.“[5]

HintergründeBearbeiten

Der Film wurde in London, in Baden-Baden und an der Côte d’Azur gedreht.[6] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 1,2 Millionen US-Dollar.[7]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die romantische Engländerin. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 9. September 2008.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. Die romantische Engländerin. In: cinema. Hubert Burda Media, abgerufen am 4. April 2021.
  3. Die romantische Engländerin. In: cinema. Hubert Burda Media, abgerufen am 4. April 2021.
  4. Die romantische Engländerin. In: prisma. Abgerufen am 4. April 2021.
  5. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“. Erweiterte Neuausgabe. Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 685
  6. Filming locations for The Romantic Englishwoman, abgerufen am 9. September 2008
  7. Box office / business for The Romantic Englishwoman, abgerufen am 9. September 2008