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Die große Liebe (1931)

österreichisches Drama

Die große Liebe ist ein in Gestalt eines Wiener Volksstück zum Thema Mutterliebe gehaltenes, österreichisches Filmdrama aus dem Jahre 1931 mit Hansi Niese und Attila Hörbiger in den Hauptrollen. Der Wiener Theatermacher Otto Preminger führte hier das erste Mal Filmregie.

Filmdaten
OriginaltitelDie große Liebe
ProduktionslandÖsterreich
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1931
Länge82 Minuten
Stab
RegieOtto Ludwig Preminger
DrehbuchSiegfried Bernfeld
Artur Berger
ProduktionPhilipp Hamber
Otto Ludwig Preminger
MusikWalter Landauer
KameraHans Theyer
SchnittPaul Falkenberg
Besetzung

und Martin Berliner, Julius Brandt, Karl Ehmann, Richard Eybner, Melanie Horeschowsky, Karl Kneidinger, Irene Seidner, Fritz Strassny, Emmy Förster

HandlungBearbeiten

Wien, 1927. Die alte Frieda, eine kleinbürgerliche Wiener Geschäftsfrau mit bescheidenem Krämerladen, wartet nun schon seit zehn Jahren auf die Heimkehr ihres seit 1917 verschollenen Sohnes Franz aus dem Ersten Weltkrieg. Schon dreimal hat sie davon geträumt, dass der heiß geliebte Sprössling vor der Tür steht. Eines Tages sieht Frieda in der Zeitung das Bild eines namentlich nicht genannten, jungen Mannes. Dieser hat ein Mädchen namens Erika, das in der Dunkelheit unvorsichtigerweise mit einem Ball direkt an der Kaimauer des Donaukanals spielte und dabei ins Wasser stürzte, herausgefischt und ihr dadurch das Leben gerettet. Keinen Moment hegt die Alte Zweifel daran, dass es sich bei diesem Lebensretter um ihren Franz handeln muss. Frieda macht sich sofort auf die Suche nach diesem Kindesretter und spürt, nach einem langen Marsch durch die Wiener Amtsstubenbürokratie, jenen Franz in einer Baracke auf, wo er mit anderen Spätheimkehrern, die derzeit wohnungslos sind, untergekommen ist. Als beide sich tatsächlich begegnen, ist die Mutterfreude Frieda derart groß, dass sie jenen Franz, einen Russlandheimkehrer, mit ihrer Glückseligkeit und Großzügigkeit geradezu überrumpelt, sodass sich Franz darauf einlässt, ihr den Gefallen zu tun, bei ihr einzuziehen und den „verlorenen Sohn“ zu spielen.

Frieda gibt alles, um für ihren vermeintlichen Sohn da zu sein. Da auch der erfolgreiche Taxiunternehmer Huber, dessen Tochter Anny mit ihr bekannt ist, mit einem Taxi angefangen hatte, will Frieda Franz zum Start ins Berufsleben ebenfalls ein Taxi kaufen. Frieda fälscht dafür ihr Sparkassensparbuch, in dem sie dem realen Kontostand von 1000 ÖS handschriftlich eine Null anfügt, um den Kauf eines Taxis zu ermöglichen. Prompt fliegt der Schwindel auf und bringt Franz wegen Betrugs in arge Bedrängnis. Frieda geht zum zuständigen Polizeikommissar und gesteht, dass sie das Sparbuch gefälscht hat und nicht Franz. Franz hat zwischenzeitlich ebenfalls die reizende Anny kennen lernt, und beide finden aneinander Gefallen. Anny soll nach dem Willen ihres Vaters den spießigen und linkischen Rechtsanwalt Dr. Steinlechner heiraten, wovon das Mädchen alles andere als begeistert ist. Als ihr Vater zu Annys Geburtstag die arrangierte Hochzeit verkünden will, büxt Anny kurzerhand mit einem mit allerlei Leckereien aufgefüllten Catering-Tablett aus und geht zu Frieda und Franz, wo sie sich sehr viel wohler fühlt. Dort weiht Franz Anny in die gesamte Geschichte um Frieda, den verlorenen Sohn Franz und seine Rolle in dieser Geschichte ein und bittet das Mädchen, Frieda nichts davon zu sagen, dass er keinesfalls Friedas Sohn sei. Der Polizeikommissär stellt die Ermittlung zu dem mutmaßlichen Betrugsversuch gegen eine geringe Geldstrafe ein, und Anny und Franz können nun auf der Heimfahrt mit dem angezahlten Taxi in eine gemeinsame Zukunft starten. Auf der Rückbank des Fahrzeugs weiht indes Frieda ihre Nachbarin Rosa ein, dass sie längst wisse, dass dieser Franz nicht ihr Sohn Franz sei, wolle aber, dass Franz dies nicht erfahre.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Die große Liebe entstand im Oktober 1931 in Wien und erlebte dort am 21. Dezember 1931 auch seine Uraufführung. Die deutsche Premiere war am 10. März 1932 im Berliner Marmorhaus. Am 19. Februar 1999 wurde der Film auf arte erstmals im Fernsehen gezeigt.

Die von Emil Stepanek ausgeführten Filmbauten entwarf Artur Berger, Alfred Norkus sorgte für den Ton. Frank Fox arrangierte Walter Landauers Filmkomposition.

Neben Regisseur Preminger gaben hier auch die Theaterschauspieler Martin Berliner, Vilma Degischer und Adrienne Gessner ihre Filmdebüts.

Gespielt wurden folgende im Wiener Musikverlag Ludwig Doblinger erschienene Musiktitel:

  • Fräulein, darf ich Sie bitten …?
  • Heut‘ ist heut‘ – morgen ist morgen

KritikenBearbeiten

Die Österreichische Film-Zeitung schrieb: „Zwei Wiener Autoren, Siegfried Bernfeld und Artur Berger, haben auf Grund einer wahren Begebenheit, ein außerordentlich wirksames Drehbuch mit einer Glanzrolle für die beliebte und vielleicht populärste Wiener Schauspielerin Hansi Niese geschaffen, die ihr Gelegenheit bietet, eine lebenswahre, urwüchsige wienerische Frau aus dem Volke … in unnachahmlicher Echtheit nachzustellen. (…) Es gibt viele Höhepunkte in diesem Film: unerreicht an Innigkeit und mitreißender Gewalt ist der Moment, wie die „Mutter“ ihren vermeintlichen Sohn zum erstenmal begegnet und vor Schmerz und Seligkeit weint. Die Regie Otto Ludwig Premingers sorgt für eine Fülle lebendiger Episoden, wobei auch das Humoristische reichlich zur Geltung kommt. (…) Eine Glanzleistung in der Episodenrolle eines gutmütigen, äußerlich jedoch bärbeißigen Polizeikommissärs bietet Hugo Thimig[1]

„Zwar lässt der Film noch wenig von der spielerischen Eleganz von Premingers späteren Filmen erahnen; dennoch ist das humorvoll-sentimentale Melodram mit sozialrealistischem Einschlag nicht ohne Reiz, weil es von der Kraft der Illusionen erzählt und von guten Hauptdarstellern getragen wird.“

EinzelnachweisBearbeiten

  1. „Die große Liebe“. In: Österreichische Film-Zeitung, 26. Dezember 1931, S. 4 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/fil
  2. Die große Liebe im Lexikon des internationalen Films Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet, abgerufen am 24. Dezember 2018

WeblinksBearbeiten