Diagonalpendelachse

Die Bezeichnung Diagonal-Pendelachse wurde im offiziellen Sprachgebrauch von Mercedes-Benz für die Hinterachse des damals (1968) neuen Mittelklasse-Mercedes „Strich 8“ der Baureihe W 114/115 verwendet. Es handelt sich dabei um eine herkömmliche Schräglenkerachse. Der Name wurde aus Marketinggründen gewählt, um nicht die damals aktuelle S-Klasse (W 108/109) mit Eingelenk-Pendelachse als veraltete Konstruktion erscheinen zu lassen.

Die Achse besteht aus einem bumerangförmigen Fahrschemel, der über Gummilager an der Karosserie befestigt ist und auch das Differentialgetriebe trägt, und je Rad einem dreieckigen Schräglenker, auf den eine Schraubenfeder und ein Teleskopstoßdämpfer wirken. Der Schräglenker trägt die hintere Radnabe und ist über zwei Gummilager im Fahrschemel gelagert. Diese Lager liegen auf einer diagonalen Linie, das äußere Lager ist weiter vorn als das innere. Durch diese Konstruktion konnten Spur- und Sturzänderungen eingeschränkt werden und das Fahrverhalten, speziell in Kurven, verbesserte sich gegenüber der Vorversion mit Pendelachse deutlich.

Diese Art der Radaufhängung wurde außer im W 114/115 in den Baureihen W 123, W 116, C 107 verwendet. Letzter Typ war die bis 1991 gebaute S-Klasse W 126.

Die Diagonal-Pendelachse wurde mit dem ab 1982 gebauten Mercedes 190 (W 201) von der völlig neu entwickelten Raumlenkerachse abgelöst, die auch in den folgenden Modellen Eingang fand.

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