Deutsches Institut für Entwicklungspolitik

Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik gGmbH (DIE) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung und Denkfabrik zu Fragen globaler nachhaltiger Entwicklung und internationaler Entwicklungspolitik mit Sitz in Bonn.

Deutsches Institut für Entwicklungspolitik

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Rechtsform gGmbH
Gründung 1964
Sitz Bonn, Deutschland
Leitung Anna-Katharina Hornidge (Direktorin)
Mitarbeiterzahl ca. 140[1]
Website www.die-gdi.de

Verwaltungssitz in Bonn Tulpenfeld 6

GeschichteBearbeiten

Das Institut wurde 1964 als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Berlin gegründet und hat seit 2000 seinen Sitz im Bonner Tulpenfeld. Finanziert wird die Arbeit überwiegend aus öffentlichen Mitteln; die Gesellschafter sind zu 75 % die Bundesrepublik Deutschland und zu 25 % das Land Nordrhein-Westfalen. Grundlage ihrer Arbeit ist es, die wissenschaftliche Unabhängigkeit des Instituts zu gewährleisten.

Die Organisation ist Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft e.V. sowie der Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen. Am DIE arbeiten mehr als 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund zwei Drittel im wissenschaftlichen Bereich. Seit dem 1. März 2020 leitet Anna-Katharina-Hornidge das Institut als Direktorin. Von 2003 bis 2018 wurde das DIE von Dirk Messner geleitet.

Arbeitsweise und ZieleBearbeiten

Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) unterstützt durch interdisziplinäre Forschung, wirkungsorientierte Beratung und international ausgerichtete Ausbildung eine globale Gemeinwohlpolitik in globaler Entwicklung und internationaler Kooperation. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Das Institut arbeitet mit Forschungsnetzwerken und Partnern aus Wissenschaft und Praxis in allen Weltregionen zusammen.

AufgabenBearbeiten

Die zentralen Aufgaben des Instituts sind:

  • Forschung auf dem Feld der Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik,
  • Beratung von deutschen und internationalen Akteuren und Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit,
  • Ausbildung von Hochschulabsolventinnen und -absolventen im Rahmen eines neunmonatigen Postgraduierten-Programms für eine Laufbahn im Berufsfeld der Entwicklungszusammenarbeit und Fortbildung von Nachwuchsführungskräften aus Schwellenländern und Europa im Rahmen der Managing Global Governance (MGG) Academy.

ForschungBearbeiten

Als unabhängiges wissenschaftliches Institut begleitet das DIE mit seinen Forschungsergebnissen die politische Meinungsbildung in Theorie und Praxis. Die Forschung durch das Institut ist theoriegeleitet, interdisziplinär, empirisch gestützt und anwendungsorientiert. Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DIE konzentrieren sich bei ihren praxisorientierten Forschungen und in ihren Veröffentlichungen auf vier Forschungsprogramme.

  • Inter- und transnationale Zusammenarbeit
  • Transformation der Wirtschafts- und Sozialsysteme
  • Umwelt-Governance und Transformation zur Nachhaltigkeit
  • Transformation politischer (Un-)Ordnung: Institutionen, Werte und Frieden

Komplementär zu den Fragen, die in den vier Programmen bearbeitet werden, fokussiert sich das Institut auf folgende Querschnittsthemen:

  • Gemeinwohlpolitik in Afrika
  • Soziale Fliehkräfte und soziale Kohäsion
  • Transformation zur Nachhaltigkeit

Das DIE forscht weiterhin zu den Weltregionen Afrika, Naher Osten und Nordafrika, Lateinamerika, Ostasien, Südasien sowie Zentralasien und östliches Europa

BeratungBearbeiten

Die Beratung des DIE basiert auf unabhängiger, empirisch gestützter wissenschaftlicher Forschung. Das Institut berät auf deutscher, europäischer und internationaler Ebene. Ziel ist es, weltweite Diskurse auf dem Gebiet der internationalen Politik und Zusammenarbeit und nachhaltiger Entwicklung zu bündeln, daraus politikrelevante Konzepte zu entwickeln sowie Stellung zu relevanten transnationalen und globalen Fragen zu nehmen und mögliche Lösungen aufzuzeigen.[1] Das DIE berät insbesondere das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und andere Bundesministerien, den Bundestag, die europäischen Institutionen, internationale Organisationen, deutsche öffentliche Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit und andere politikgestaltende Institutionen und Netzwerke zu nachhaltiger Entwicklung und globaler Kooperation.

Darüber hinaus wird die Forschungskooperation mit afrikanischen Think Tanks systematisch ausgebaut; dabei spielt die vom DIE mitbegründete T20 Africa Standing Group eine zentrale Rolle.

AusbildungsprogrammeBearbeiten

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die internationale Ausrichtung der Forschung am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) sind auch Leitlinien seiner akademischen Ausbildungsprogramme. Die Trainings am DIE sind anwendungs-, lösungs- und dialogorientiert und zeichnen sich durch den Einsatz moderner didaktischer Methoden und intensives individuelles Coaching aus. Das internationale Ausbildungsumfeld ermöglicht den Teilnehmenden interkulturelles Lernen und fördert den Aufbau globaler Netzwerke. Das DIE bietet zwei Ausbildungsprogramme an und organisiert Fortbildungen für Führungskräfte sowie individuell zugeschnittene Workshops und Seminare. Beide Ausbildungsprogramme werden in Bonn durchgeführt und durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Das Postgraduierten-ProgrammBearbeiten

Im Rahmen seines neunmonatigen Postgraduierten-Programms bereitet das DIE jährlich 18 Hochschulabsolventinnen und -absolventen auf anspruchsvolle Aufgaben in der Entwicklungszusammenarbeit vor und zielt darauf ab, zukünftige Leistungsträgerinnen und -träger zu qualifizieren.

Die etwa 1000 Alumni dieses Programms bilden ein globales Netzwerk, das es dem Institut erleichtert, seine Forschungsergebnisse und Beratungsleistungen in den deutschen, europäischen und internationalen Netzwerken der Entwicklungspolitik zu verankern. Bekannte Alumni sind beispielsweise Achim Steiner, Jutta Frasch oder Ingrid Gabriela Hoven.

Managing Global Governance-AcademyBearbeiten

Das Programm Managing Global Governance (MGG) bietet eine innovative Plattform für Qualifizierung, Wissenskooperation und Politikdialog von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren aus wichtigen Schwellenländern und Deutschland / Europa. Zentrales Element des am DIE angesiedelten Programms ist die 2007 gegründete MGG Academy, ein 3,5-monatiges Dialog- und Weiterbildungsprogramm für Nachwuchsführungskräfte aus dem MGG-Netzwerk.

PublikationsreihenBearbeiten

Das Institut gibt eigenständige Publikationsreihen heraus, in denen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DIE sowie Gastautorinnen und -autoren regelmäßig ihre aktuellen Forschungsergebnisse und ihre Meinung zu neuesten Entwicklungen und Themen der internationalen Entwicklungspolitik veröffentlichen.[1]

  • Die aktuelle Kolumne
  • Zweiseiter / Two Pager
  • Analysen und Stellungnahmen
  • Briefing Paper
  • Studies
  • Discussion Paper
  • einen monatlichen Newsletter

Webpräsenzen und DatenvisualisierungenBearbeiten

  • Webseite https://www.die-gdi.de/
  • Facebook https://de-de.facebook.com/DIE.Bonn/
  • Twitter https://twitter.com/DIE_GDI
  • Blog http://blogs.die-gdi.de/
  • LinkedIn https://de.linkedin.com/company/german-development-institute-deutsches-institut-f-r-entwicklungspolitik-die-
  • Projekt #Klimalog https://klimalog.die-gdi.de/[TV1]
  • Constellations of State Fragility: Sechs empirische Constellations of State Fragility in den Dimensionen Autorität, Kapazität und Legitimität (Open Data)
  • NDC-SDG Connections: Synergien zwischen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und des Pariser Klimaabkommens
  • TREND analytics: Umweltklauseln in bilateralen und regionalen Handelsabkommen seit 1945
  • NDC Explorer: Analyse der NDCs in über 60 Kategorien aus Emissionsminderung, Anpassung, Finanzierung und mehr (Open Data) [2]

Bibliothek und DokumentationBearbeiten

Das DIE hat eine öffentlich zugängliche, wissenschaftliche Spezialbibliothek. Sie hat keinen definierten Sammelauftrag, sondern unterstützt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts projektorientiert in der Literaturversorgung. Der Bestand umfasst knapp 20.000 gedruckte Bände sowie den elektronischen Zugang zu zahlreichen Datenbanken, Zeitschriftenpaketen und Einzeltiteln in den Forschungsbereichen Entwicklungszusammenarbeit, Internationale Beziehungen und Politik, globale Gemeinwohlpolitik, globaler und nachhaltige Entwicklung sowie Area Studies. Die Bibliothek des DIE ist außerdem aktiver Partner des „Fachinformationsverbundes Internationale Beziehungen und Länderkunde“ und arbeitet am inhaltlichen Aufbau der Datenbank „World Affairs Online“ mit, einer der bedeutendsten Datenbanken zu Fragen der Internationalen Beziehungen und Länderkunde.

Die Bibliothek unterstützt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DIE darüber hinaus in den Bereichen Open Access, Forschungsdatenmanagement und mit weiteren bibliothekarischen Diensten.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 sowie Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017