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Deutscher Lehrerverband

Lehrerorganisation

Der Deutsche Lehrerverband (DL) bezeichnet sich als die größte Lehrerorganisation außerhalb der Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und hat seinen Sitz in der Dominicusstraße im Berliner Ortsteil Schöneberg. Er vertritt nach eigenen Angaben mittelbar über die Mitgliedschaften in seinen Mitgliedsverbänden 165.000 Lehrer,[1] was auch die jeweiligen Verbände bestätigen.

GeschichteBearbeiten

Der Deutsche Lehrerverband wurde 1969 als Gegengewicht zu damaligen „Linksgewerkschaften“[2] gegründet und hat selbst keine Mitglieder. Heute definiert er sich als „weltanschaulich neutraler, überkonfessioneller und parteipolitisch unabhängiger Dachverband“.[3]

Zum 1. April 2017 wurde die Katholische Erziehergemeinschaft Deutschlands (KEG) der fünfte Mitgliedsverband, wodurch der DL sämtliche Bildungsbereiche, von den vorschulischen Einrichtungen bis zur Sekundarstufe II, repräsentiert.

Am 11. April 2018 verschmolzen der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e. V. (BLBS) und der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen e. V. (VLW) für kaufmännisch ausgerichtete Lehrer zum Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. (BvLB) für Lehrer an beruflichen Schulen; dadurch sank die Mitgliederzahl wieder auf vier Verbände.[4]

OrganisationBearbeiten

Das Präsidium des DL setzt sich aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie den Vorsitzenden der vier Mitgliedsverbände zusammen.

Partner bzw. Mitglieder des Deutschen Lehrerverbands sind:

PräsidentenBearbeiten

Seit 1. Juli 2017 ist Heinz-Peter Meidinger, Oberstudiendirektor am Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf, Präsident des DL und Nachfolger von Josef Kraus, der seit 1987 dieses Amt innehatte. Von 1969 bis 1984 war Clemens Christians langjähriger Präsident des Lehrerverbandes,[7] von 1984 bis 1987 Ernst Kiel[8]. Schatzmeister ist seit 2011 der Diplom-Handelslehrer Dominik Berdin.

PositionenBearbeiten

Im Dezember 2016 kritisierte der Deutsche Lehrerverband, dass im deutschen Bildungssystem die Leistungs- und Qualitätsansprüche immer weiter heruntergefahren würden, um u. a. bessere Notenbilanzen präsentieren zu können. Das schließe die Zahl der Abiturienten ein und betreffe auch die Notendurchschnitte. So sei die Zahl der "Einser-Abiture" in einigen Bundesländern unverhältnismäßig stark angestiegen. Die Schulpolitik sei oft lediglich darauf fokussiert, die Abiturientenquoten zu erhöhen.[9]

Präsident Meidinger kritisierte unter anderem das G8 und die „Inflation der guten Noten“. Er befürwortete 2018 das Verbot des Streikrechts für verbeamtete Lehrer und ein Handyverbot an Schulen, zumindest für Schüler unter vierzehn Jahren; außerdem sprach er sich 2019 gegen eine dauerhafte Umstellung auf die Sommerzeit aus. Er plädierte außerdem für ein bundesweites Zentralabitur sowie Sprachtests bei Drei- und Vierjährigen. (siehe Bildungspolitische Aussagen Meidingers)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutscher Lehrerverband (Memento vom 7. März 2019 im Internet Archive)
  2. Deutscher Lehrerverband (Memento vom 4. Mai 2017 im Internet Archive)
  3. Über uns. In: lehrerverband.de. Abgerufen am 5. August 2019.
  4. Ernst G. John: VLW & BLBS = BvLB. bvlb.de, abgerufen am 17. März 2019.
  5. Website des Deutschen Philologenverbandes
  6. Website des Verbandes Deutscher Realschullehrer
  7. Presseerklärung des DL zum Tode von Clemens Christian (Memento des Originals vom 6. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lehrerverband.de
  8. Nachruf des DL zum Tode von Ernst KIel (Memento des Originals vom 16. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lehrerverband.de
  9. Schulpolitik: Was ist das Abitur noch wert?, FAZ.net, abgerufen am 13. Dezember 2016