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Deutscher Hörfilmpreis

jährliche Auszeichnung des DBSV für beste Audiodeskription von Fernsehformaten und Kinofilmen

Der Deutsche Hörfilmpreis ist eine Auszeichnung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) für Fernsehformate und Filme, die mittels Audiodeskription Blinden und Sehbehinderten zugänglich gemacht werden und 2002 erstmals vergeben wurde. Der Deutsche Hörfilmpreis wird im März jeden Jahres im Kino International in Berlin vergeben. Der Slogan des Deutschen Hörfilmpreises lautet Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen!

Inhaltsverzeichnis

Hörfilm in DeutschlandBearbeiten

 
Das Hörfilm-Symbol

Aktuell gelten rund 1,2 Millionen Menschen in Deutschland als blind oder sehbehindert[1] und benötigen eine zusätzliche akustische Bildbeschreibung, um Informations- und Unterhaltungssendungen sehen zu können. Diese Bildbeschreibungen, Audiodeskription genannt, vermitteln in den Dialogpausen knappe Erläuterungen zu den visuellen Elementen einer Szene. In Deutschland strahlen die öffentlich-rechtlichen Sender regelmäßig Hörfilme aus. Im Jahr 1997 gab es nur acht Sendetermine, im Jahr 2010 rund 950 Hörfilm-Ausstrahlungen.[2] Der Bayerische Rundfunk war nach eigenen Aussagen 1997 der erste ARD-Sender, der ein regelmäßiges Angebot von Sendungen mit Audiodeskription etablierte und erstellt seit 2013 für alle seine fiktionalen Neuproduktionen im Hauptabendprogramm des Ersten sowie für die Natur- und Tierdokumentationen am Sonntag eine Hörfilmfassung.[3]

Die AuszeichnungBearbeiten

Besonders gelungene Beiträge mit Audiodeskription werden seit 2002 jedes Jahr vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband mit dem Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet.[4] Der Preis, eine Skulptur des blinden Künstlers Dario Malkowski, ist ein rund drei Kilogramm schweres Bronzerelief, das das Gesicht einer Frau zeigt, die ihre linke Hand hinter ihr Ohr legt und mit der rechten Hand die Augen bedeckt. Die Figur trägt den Namen Die Lauschende.[5]

Die Auszeichnung erhielt 2018 einen eigenen Namen und wurde im Rahmen der feierlichen Gala auf den Namen ADele getauft.

PreisverleihungenBearbeiten

11. Deutscher Hörfilmpreis 2013Bearbeiten

Der 11. Deutsche Hörfilmpreis wurde am 9. April 2013 im historischen Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden in Berlin vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben. Durch den Abend führte Fernsehmoderatorin Dunja Hayali.[6] Ausgezeichnet wurden:

12. Deutscher Hörfilmpreis 2014Bearbeiten

Der 12. Deutsche Hörfilmpreis wurde am 18. März 2014 in Berlin vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben. Durch den Abend führte Michael Steinbrecher.[7] Ausgezeichnet wurden:

13. Deutscher Hörfilmpreis 2015Bearbeiten

Der 13. Deutsche Hörfilmpreis wurde am 18. März 2015 in Berlin vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben. Durch den Abend führte Mitri Sirin.[8][3] Ausgezeichnet wurden:

14. Deutscher Hörfilmpreis 2016Bearbeiten

Der 14. Deutsche Hörfilmpreis wurde am 15. März 2016 in Berlin vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben. Durch den Abend führte Hubertus Meyer-Burckhardt.[9] Ausgezeichnet wurden:

15. Deutscher Hörfilmpreis 2017Bearbeiten

Der 15. Deutsche Hörfilmpreis wurde am 21. März 2017 im Kino International in Berlin vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben. Durch den Abend führte Steven Gätjen.[10] Ausgezeichnet wurden

  • TV: Familienfest, ZDF (vertreten durch Christiane Müller, ZDF, Benjamin Benedict, UFA Fiction, die Schauspieler Günther Maria Halmer, Michaela May und Barnaby Metschurat sowie das Audiodeskriptionsteam Anke Nicola, Frank Höhle und Yesim Erdogan) – Laudatio: Heikko Deutschmann
  • Kino: Nebel im August (vertreten durch Ulrich Limmer,  collina filmproduktion, Regisseur Kai Wessel, die SchauspielerInnen Ivo Pietzcker, Jule Hermann und David Bennent sowie das Audiodeskriptions-Team von Hörfilm München, Sabine Ziehm, Aribert Mog und Marion Hollerung) – Laudatio: Regina Ziegle
  • Sonderpreis der Jury: Löwenzahn, Folge Geld- der schlaue Tausch, ZDF (vertreten durch Christiane Müller und Margit Lennssen, ZDF, Hauptdarsteller Guido Hammesfahr, Albert Schäfer, studio.tv.film, sowie das AD-Team der Deutschen Hörfilm gGmbH: Gabriele Brennecke, Elke Cremer, Silja Korn, Holger Stiesy, Suzanne Voigdt und Martina Wiemers) – Laudatio: Feo Aladag
  • Publikumspreis: Die vierte Gewalt, NDR (vertreten durch Lutz Marmor, Intendant, Uschi Heerdegen-Wessel, Regisseurin Brigitte Maria Bertele, Nicole Mercedes Müller, Schauspielerin, Christian Granderath und Christoph Pellander, beide Redaktion, sowie die Filmbeschreiber Olaf Koop, Stephanie Schruhl und Anne Moll) – Laudatio: Julia Bremermann

16. Deutscher Hörfilmpreis 2018Bearbeiten

Auch 2018 wurde der Deutsche Hörfilmpreis im Kino International in Berlin vergeben. Ausgezeichnet wurden

  • TV: Landgericht – Geschichte einer Familie, ein Zweiteiler (vertreten durch Christiane Müller, ZDF, Schauspieler Alexander Beyer, Drehbuchautorin Heide Schwochow und die Filmbeschreiber Alexander Fichert, Frank Höhle, Roswitha Röding, Anke Nicolai und Susanne Grawe) – Laudatio: Lisa Martinek
  • Kino: Licht, historisches Drama, (vertreten durch Produzentin Martina Haubrich, Regisseurin Barbara Albert, Reno Koppe vom farbfilm verleih und das Audiodeskriptions-Team, Susanne Linzer-Elsässer, Evelyn Sallam, Holger Stiesy, Marina Behnke und Martina Wiemers) – Laudatio: Daniel Krauss
  • Erstmals vergeben wurde ein Preis für die beste Audiodeskription in der Kategorie Dokumentation an Basis Berlin Postproduction GmbH für ihre Kinoproduktion Rabbi Wolff (entgegengenommen durch die Regisseurin Britta Wauer und das AD-Team Kai Lillich und Sabine Falkenberg) – Laudatio: Alice Brauner
  • Gleichfalls zum ersten Mal vergeben wurde der Preis für die beste Audiodeskription eines Kinderfilms an Wendy – Der Film (vertreten durch Jochen Cremer und Eva Holtmann von Bantry Bay Productions, Hauptdarstellerin Jule Hermann und die Filmbeschreiber Alexander Fichert und Petra Kirchmann) – Laudatio: Florian Bartholomäi
  • Publikumspreis: In aller Freundschaft, Folge 773 Mach’s gut Nick (MDR, vertreten durch Georg Schmolz, Jana Brandt, Susi Kirsten, Anja Köhler (MDR), Regisseurin Heidi Kranz, die Schauspieler Isabel Schosnig, Jonah Rausch und Jascha Rust, die Sprecherin Gabriela Reichelt und Autorin Willnow) – Laudatio: Sina Tkotsch

17. Deutscher Hörfilmpreis 2019Bearbeiten

Die Preisverleihung anlässlich des 17. Deutschen Hörfilmpreises fand am 19. März 2019 erstmals in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in Berlin statt, moderiert von Steven Gätjen. Ausgezeichnet wurden

JuryBearbeiten

Im Jahr 2016 bestand die Jury aus:

Unter den ehemaligen Jury-Mitgliedern befinden sich des Weiteren unter anderem Regina Ziegler, Gabriel Heim und Klaus Siebenhaar.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. DBSV – Zahlen und Fakten In: dbsv.org. Abgerufen am 18. März 2016.
  2. Was ist ein Hörfilm? In: deutscher-hoerfilmpreis.de. Abgerufen am 18. März 2016.
  3. a b Deutscher Hörfilmpreis 2015. Audiodeskriptions-Fassung von 'Landauer – Der Präsident’ ausgezeichnet In: Bayerischer Rundfunk Online. Abgerufen am 18. März 2016.
  4. Rückblicke 2002–2007 In: deutscher-hoerfilmpreis.de. Abgerufen am 18. März 2016.
  5. Der Preis In: deutscher-hoerfilmpreis.de. Abgerufen am 18. März 2016.
  6. 11. Deutscher Hörfilmpreis 2013 In: deutscher-hoerfilmpreis.de. Abgerufen am 20. März 2016.
  7. 12. Deutscher Hörfilmpreis 2014 In: deutscher-hoerfilmpreis.de. Abgerufen am 20. März 2016.
  8. 13. Deutscher Hörfilmpreis 2015 In: deutscher-hoerfilmpreis.de. Abgerufen am 19. März 2016.
  9. 14. Deutscher Hörfilmpreis 2016 In: deutscher-hoerfilmpreis.de. Abgerufen am 18. März 2016.
  10. Ottmar Miles-Paul: Steven Gätjen moderiert Hörfilmpreisverleihung In: kobinet-nachrichten.org, 26. Januar 2017.