Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) ist eine als gemeinnützig anerkannte GmbH mit Sitz in Berlin,[1] die sich für gute Aufwachsbedingungen und Bildungschancen junger Menschen engagiert. Als operativ tätige Organisation entwickelt sie dafür Programme und setzt sie mit Partnern um. Die DKJS versteht sich als unabhängige, überkonfessionelle und parteipolitisch neutrale Initiative.

GeschichteBearbeiten

1994 wurde die DKJS auf Initiative der International Youth Foundation und der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gegründet. Der Wirkungskreis der DKJS erstreckte sich in den ersten Jahren hauptsächlich auf die neuen Bundesländer. Heute ist die DKJS bundesweit tätig. Von 2002 bis 2006 übernahm Christina Rau (bis 2006), die Frau des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau gemeinsam mit Lothar Späth (bis 2010), früherer Ministerpräsident von Baden-Württemberg, den Vorsitz. Seitdem haben sich die Ehefrauen bzw. Lebensgefährtinnen der nachfolgenden Bundespräsidenten als Schirmherrinnen für die DKJS engagiert.[2]

StrukturBearbeiten

Seit 2017 ist Elke Büdenbender, die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die Schirmherrin der Organisation.[3] Die Gesellschafterversammlung unter dem Vorsitz von Roland Koch (seit 16. Juni 2010) ist verantwortlich für die unternehmerischen und strategischen Entscheidungen der DKJS. Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur oder Medien beraten als ehrenamtliche Mitglieder des Stiftungsrates die DKJS und ihre Gesellschafter in Bezug auf die inhaltliche Arbeit.[4] Stiftungsratsvorsitzender ist Matthias Platzeck.[5] Die Geschäftsführung liegt bei Heike Kahl (Vorsitz) und Frank Hinte.[6]

Durch ein Netzwerk von eigenen Regionalstellen und regionalen Partnern ist die DKJS außerdem in allen Bundesländern vertreten. Seit ihrer Gründung ist sie Teil des internationalen Netzwerkes der International Youth Foundation.[7] und Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Die DKJS ist Gründungsmitglied des Initiativkreises „Unternehmergeist in die Schulen“, einem Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.[8]

FinanzierungBearbeiten

Die Programme werden größtenteils über Zuwendungen und aus Kooperationsverträgen finanziert. Die DKJS arbeitet gegenwärtig mit rund 100 Partnern aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Außerdem wirbt die DKJS private Spenden ein. Die Erträge aus dem damit aufgebauten, begrenzten Vermögen sollen der Stiftung langfristig wirtschaftliche und förderpolitische Unabhängigkeit sichern. Eine unabhängige Prüfungsgesellschaft kontrolliert jährlich die Finanzen und Jahresabschlüsse.[9]

ZieleBearbeiten

Die DKJS versteht sich als „Gemeinschaftsaktion für Jugend und Zukunft“. Ihr Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass junge Menschen in Deutschland gut aufwachsen können und eine demokratische Kultur des Miteinanders erleben und erlernen. Sie entwickelt Programme und Projekte, um geeignete Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen, mit denen junge Menschen gestärkt und ermutigt werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Organisation sieht es als ihre Aufgabe, strukturelle Veränderungsprozesse anzustoßen: in Kindergärten und Schulen, beim Übergang in den Beruf, in der Familien- oder der lokalen Jugendpolitik.[10] Dafür bringt sie Menschen aus der Bildungspraxis aus Schulen, Kitas oder Jugendarbeit, aus Verwaltung und Politik, aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen und arbeitet mit ihnen an drängenden Herausforderungen im Bildungssystem.[11]

Prinzipien der ArbeitBearbeiten

Als oberstes Prinzip hat sich die Organisation gesetzt, von den Stärken junger Menschen, nicht von Defiziten auszugehen. Ein grundlegendes Arbeitsprinzip ist auch das Anregen und Moderieren von Kooperationen zwischen Bildungsakteuren und institutionellen Zuständigkeitsbereichen. Alle Programme der Stiftung werden intern oder extern evaluiert.[12]

ProgrammeBearbeiten

Mit ihren Programmen ist die DKJS momentan in folgenden Handlungsfeldern aktiv[13]:

  • Frühe Bildung
  • Schulerfolg und Ganztagsschule
  • Jugend und Zukunft
  • Bildungslandschaften

Aktuelle Schwerpunktthemen sind außerdem:

  • Berufliche Schulen
  • Digitale Bildung
  • Junge Flüchtlinge
  • Kulturelle Bildung

Im Jahr 2009 setzte die Organisation bundesweit 44 Programme um, mit denen sie insgesamt über 120.000 Kinder und Jugendliche erreichte.[7]

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Transparenz. Abgerufen am 4. April 2018.
  2. Schirmherrin. Abgerufen am 4. April 2018.
  3. [1]
  4. Gremien. Abgerufen am 4. April 2018.
  5. Matthias Platzeck übernimmt Stiftungsratsvorsitz. Abgerufen am 4. März 2019.
  6. https://www.dkjs.de/stiftung/team/
  7. a b Vgl.: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung: Jahrbuch 2009/2010. Berlin 2010, S. 6.
  8. Unternehmergeist in die Schule: Initiatoren. Abgerufen am 29. April 2014.
  9. Transparenz. Abgerufen am 4. April 2018.
  10. Initiativensteckbrief bei Unternehmergeist in die Schulen. Abgerufen am 29. April 2014.
  11. Vision und Weg. Abgerufen am 4. April 2018.
  12. Leitbild. In: www.dkjs.de. Abgerufen am 4. April 2018.
  13. DKJS (Hrsg.): "Wer wir sind" Kurzporträt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Oktober 2017.