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Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik

Interessenverband

Die Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik e. V. (DWT) ist eine deutsche Lobbyorganisation, die auf Initiative der Rüstungsabteilung im Bundesministerium der Verteidigung etabliert wurde. Sitz des gemeinnützigen Vereins ist Bonn. Der Verein hat ca. 250 fördernde und etwa 930 persönliche Mitglieder.

Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik e. V.
(DWT)
Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT), logo.jpg
Zweck: Lobbyismus für die deutsche Rüstungsindustrie
Vorsitz: Gerhard Schempp
Gründungsdatum: 1957
Mitgliederzahl: ca. 250 fördernde Mitglieder, ca. 930 Persönliche Mitglieder
Sitz: Hochstadenring 50
53119 Bonn
Website: www.dwt-sgw.de

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

1956 wurde die Arbeitsgemeinschaft für Wehrtechnik gegründet. Diese schloss sich noch im gleichen Jahr dem Arbeitskreis für Wehrforschung (AfW) korporativ an. Der AfW war zuvor von ehemaligen Generälen der Wehrmacht um Franz Halder, die nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Operational History (German) Section der Historical Division der United States Army beschäftigt waren,[1] gegründet worden. 1957 erfolgte die Umbenennung in den heutigen Namen.[2]

SelbstverständnisBearbeiten

Die DWT engagiert sich nach eigenen Angaben „für die staatliche Sicherheitsvorsorge Deutschlands“ und wirkt nach eigenen Angaben als „neutrale Dialog- und Informationsplattform“ und fühlt sich als solche der „sicherheitspolitischen ‚Community‘ der Bundesrepublik Deutschland, der EU und der NATO“ zugehörig. Der Verein hat zudem das Ziel, die „Kenntnis über zentrale Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ sowie der „Wehr- und Sicherheitstechnik und der Verteidigungswirtschaft“ zu fördern.

VorstandBearbeiten

Ihr Präsident ist seit 2014 der Manager Gerhard Schempp.[3] Vizepräsidentin der DWT ist Gisela Manderla. Vorstandsvorsitzender ist General a. D. Rainer Schuwirth.[4]

VerbindungenBearbeiten

Der Verein arbeitet mit in- und ausländischen Gesellschaften vergleichbarer Zielsetzung zusammen. Besondere Vereinbarungen zur Zusammenarbeit bestehen mit der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, der Carl-Cranz-Gesellschaft, dem Deutschen Bundeswehrverband und dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr.

KritikBearbeiten

Dem Verein wird vorgeworfen, der Rüstungsindustrie nahezustehen. 2009 gaben einige Mitglieder des Verteidigungsausschusses der Deutschen Bundesregierung nicht an, dass sie gleichzeitig im Präsidium der DWT sitzen. Es handelte sich um Elke Hoff (FDP), Rainer Arnold und Jörn Thießen (beide SPD). Die Geschäftsordnung des Bundestages ist in dieser Frage allerdings eindeutig. In den Verhaltensregeln heißt es, Abgeordnete müssten ihre „Tätigkeiten als Mitglied eines Vorstandes oder eines sonstigen leitenden oder beratenden Gremiums eines Vereins (…) mit nicht ausschließlich lokaler Bedeutung“ dem Präsidenten des Bundestages schriftlich anzeigen, damit dieser sie veröffentlichen kann. Es sei ein Skandal, dass „diese Lobbyisten im Parlament immer wieder bestimmenden Einfluss ausüben können“, so die Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Claudia Roth.[5][6] Auch der Spiegel berichtete im Oktober 2015 darüber.[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Esther-Julia Howell: Von den Besiegten lernen? Die kriegsgeschichtliche Kooperation der U.S. Armee und der ehemaligen Wehrmachtselite 1945–1961. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-041478-3, S. 281f.
  2. Arbeitskreis für Wehrforschung (Hrsg.): 15 Jahre Arbeitskreis für Wehrforschung 1954–1969. Stuttgart 1969, S. 5.
  3. Präsidium. In: dwt-sgw.de. Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  4. Vorstand. In: Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik. Abgerufen am 21. Februar 2018.
  5. Rüstungslobby im Bundestag. In: n-tv.de. n-tv, 6. August 2009, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  6. Nebentätigkeiten verheimlicht. In: sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  7. Christian Schweppe: Speeddating mit Diplomaten. In: Der Spiegel. Nr. 42, 2015, S. 50–51 (online).