Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde

Die Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde e. V.[2][3](DGO) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Gäufelden.

Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde
(DGO)
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Zweck Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Ordenskunde (Phaleristik).
Präsident: Bernd Döbel[1]
Geschäftsführer: Jürgen Lindner
Gründungsdatum: 1974[1]
Mitgliederzahl: 1150
Sitz: Gäufelden
Website: deutsche-gesellschaft-fuer-ordenskunde.de

Die DGO wurde 1974 in Berlin gegründet. Zweck ist die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Ordenskunde (Phaleristik). Der Verein befasst sich mit dem Auszeichnungswesen in Deutschland und der ganzen Welt. Die DGO hat 1.150 eingetragene Mitglieder (Stand 2018).[4] Sie ist damit die europaweit größte Gesellschaft für das Fachgebiet Phaleristik (Ordenskunde). Mehr als 200 Mitglieder stammen aus dem europäischen Ausland (vor allem Dänemark, Frankreich, Belgien) und aus Übersee.

Dem Verein gehören 38 Behörden, Archive, Bibliotheken und Museen als „korrespondierende Mitglieder“ an. Dazu zählen das Deutsche Historische Museum, die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern, das Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg, das Bayerische Armeemuseum Ingolstadt oder auch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (Münzkabinett) sowie das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu BerlinPreußischer Kulturbesitz.

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1974 wurde der „Bund Deutscher Ordensammler“ (BDOS) gegründet. Im Jahre 2000[5] wurde der Verein in „BDOS – Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde“ und 2010[6] in „Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde“ (DGO) umbenannt und führt die Sammler des In- und Auslandes zusammen. Zwei Bundestreffen und ein Symposium jährlich mit Sammler- und Tauschbörse, Ausstellungen und Vorträgen sind Ausweis seiner Aktivität. Die DGO ist als gemeinnützig anerkannt.

Präsident des Vereins ist seit dem Jahre 2009 Bernd Döbel.

AufgabenBearbeiten

 Der Verein leistet und pflegt:

  • Grundlagenarbeit zur Phaleristik (Ordenskunde)
  • Forschungsarbeit
  • Information zu allen Fragen von Sammlern und Forschern
  • Fälschungsaufklärung
  • Weltweite Kontakte

Alle Mitglieder werden durch die zweimonatlich erscheinende Vereinszeitschrift über Sammelgebiete und ordenskundliche Themen informiert. Zudem finden alle 2 Jahre Symposien statt. Diese werden meist von Fach-Ausstellungen begleitet. Ausrichtungsort ist seit mehreren Jahren die Residenzstadt Altenburg.[7][8][9][10][11]

Wissenschaftlicher BeiratBearbeiten

Der Wissenschaftliche Beirat arbeitet auf der Grundlage der Satzung des Vereins. Darin werden die Zwecke des Vereins festgeschrieben. Wichtigste Aufgabe ist die Erforschung der Orden und Ehrenzeichen.

Der Beirat setzt sich zum Ziel, die phaleristische Forschung ideell zu fördern und das Streben der Mitglieder der DGO – sowie anderer privater und öffentlicher Sammler – wissenschaftlich zu begleiten. Er ist bestrebt, die Phaleristik als Wissenschaftsbereich wie die Tätigkeit der DGO-Mitglieder auch unter den Mitgliedern anderer phaleristischer Vereine und Gesellschaften, unter den Vertretern verwandter Wissenschaftszweige, an Universitäten und in anderen öffentlichen Bereichen publik zu machen. Der Beirat berät das DGO-Präsidium in Fragen der wissenschaftlichen Ordenskunde. Als praktische Aufgaben stehen vor dem Beirat vor allem: die Förderung von phaleristischen Grundlagen-Publikationen und die Organisation und/oder Förderung der Phaleristik-Symposien.

GeschichtlichesBearbeiten

Der Wissenschaftliche Beirat wurde auf dem 4. Gunzenhäuser Phaleristik-Symposium im April 1999 nach ca. einjähriger Vorbereitungsarbeit gegründet. Initiatoren und Gründungsmitglieder waren: Willi Waldvogel, Leipheim, der ehemalige Präsident der DGO; Werner Bergmann, Kirchenlamitz, Erster Vizepräsident, zuständig für die wissenschaftliche Arbeit in der DGO und Dietrich Herfurth, Berlin, Beiratsvorsitzender. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten ferner: Peter Groch, Berlin; Václav Mericka, Prag; Klaus-Peter Merta, Berlin; Attila Pandula, Budapest; Peter Sauerwald, Kaarst; Gerd Scharfenberg, Berlin; Gustav Andreas Tammann, Basel; Günter Thiede, Berlin.

Die Gründung des Wissenschaftlichen Beirates war angeraten, als in den 1990er Jahren unter führenden Phaleristikern eine Diskussion um phaleristische Grundfragen geführt wurde, darunter über die enge oder weite Fassung des Begriffs „Phaleristik/Ordenskunde“, über terminologische Probleme und über Defizite in der Phaleristik. Um den wissenschaftlichen Meinungsstreit zu fördern und möglicherweise zu einer gemeinsamen Auffassung zu gelangen, genügte der Austausch über die Fachpresse nicht, so dass der Wissenschaftliche Beirat als Gremium geschaffen wurde, in dem die anstehenden Fragen unmittelbar diskutiert werden konnten.

Das in der DGO verkündete Programm Phaleristik 2000 zielte in dieselbe Richtung: den Bund der Ordenssammler in einen Verein für Sammler und Forscher zu wandeln. Wenig später drückte sich das auch in der Namensgebung des Vereins aus, der fortan den Zusatz „Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde“ trug.

Die DGO unterhält eine bei der Universitätsbibliothek Bayreuth angesiedelte Vereinsbibliothek mit eigenem Standort[12]. Hier wird die Spezialliteratur zur Phaleristik gesammelt, die als kostenlose Exemplare der UB Bayreuth übergeben und dort zu Forschungszwecken der Öffentlichkeit zugänglich sind.

BeiratsmitgliederBearbeiten

  • Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats ist seit Mai 2013 Lars Adler aus Darmstadt.

Aktuelle Beiratsmitglieder sind:

  • Bernd Döbel, Pinneberg (Präsident der DGO)
  • Eckart Henning, Berlin
  • Dietrich Herfurth, Berlin
  • Daniel Krause, Potsdam
  • Jörg Nimmergut, München
  • Peter Sauerwald, Kaarst
  • Andreas M. Schulze Ising, Pittsburgh (USA)
  • Tilo Wahl, Berlin
  • Frank Wernitz, München
  • Bernhard von Wenning-Ingenheim, Wien
  • Sascha Zimmermann, München.

Als ständige Gäste werden zu den Beiratstagungen eingeladen: der Redakteur der Zeitschrift „Orden und Ehrenzeichen“, ein Vertreter des Redaktionsbeirates und der Inhaber des Phaleristischen Verlages Michael Autengruber.

Grundlagen der Beiratstätigkeit sind die Satzung der DGO, die Arbeitsordnung des Beirates, das Dokument „Gedanken zu phaleristischen Grundfragen“ und die Beiratsbeschlüsse. Das Motto des Wissenschaftlichen Beirates THEORIA CUM PRAXI bedeutet: Theorie und Praxis sind in der Beiratsarbeit untrennbar miteinander verbunden.

Arbeit und ErgebnisseBearbeiten

Die Defizite in der theoretischen ordenskundlichen Arbeit bestanden vor Gründung des wissenschaftlichen Beirates auf folgenden Feldern: Es fehlte an einer modernen Definition des Begriffs Phaleristik, der weder in allgemeinen Nachschlagewerken, noch in den Schriften zu den Historischen Hilfswissenschaften vorkam, so dass er in der Öffentlichkeit wie in der Geschichtswissenschaft so gut wie nicht existierte. Es gab kaum direkte Verbindungen zu Gremien, die andere Historische Hilfswissenschaften repräsentierten – etwa zur Numismatik, Heraldik oder Genealogie. Phaleristische Publikationen – Bücher wie Zeitschriftenartikel – besaßen oft ein geringes wissenschaftliches Niveau und es fehlten grundlegende Werke der Phaleristik, was die Orientierung im Fachgebiet erschwerte und sie für Außenstehende und Neulinge nahezu unmöglich machte.

An der Beseitigung einiger dieser Defizite wurde inzwischen gearbeitet. So wurde eine allgemein anerkannte Definition der Historischen Hilfswissenschaft Phaleristik erarbeitet und in zahlreichen ordenskundlichen Büchern und Artikeln verwendet. Der Begriff Phaleristik wurde in Publikationen des Brockhaus-Verlages aufgenommen. Die Beziehungen zwischen der DGO und einigen Universitäten wurden verbessert wie auch diejenigen zum Herold, dem Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften sowie zu Schwestergesellschaften im Ausland.

Von Beginn an waren der Wissenschaftliche Beirat und seine Mitglieder Förderer und Mitgestalter der Phaleristik-Symposien, die von 1997 bis 2005 in der mittelfränkischen Stadt Gunzenhausen jeweils im Frühjahr veranstaltet wurden, danach 2006 in Sigmaringen, 2008 in Bayreuth und – zusammen mit den Freunden der Österreichischen Gesellschaft für Ordenskunde – in Passau (2007) und Bregenz (2009). Zwischen 2000 und 2005 war der Beirat Ausrichter und Gestalter der Symposien. Viele Ordenskundler fanden hier eine Plattform zur Vorstellung ihrer Arbeitsergebnisse.

Jahreshauptversammlungen (Bundestreffen)Bearbeiten

  • 15.–19. September 1982 in Bonn (15. Internationale Bundestagung des BDOS), eröffnet durch den Leiter der Ordenskanzlei des Bundespräsidialamtes, Ministerialrat Dr. Johannes Ottinger
  • 17.–18. September 1983 in Detmold (18. Bundestreffen), eröffnet von S. D. Herrn Dr. Prinz zur Lippe und dem Bürgermeister der Stadt Detmold, mit einer Ausstellung zu den "Deutschen Feuerwehrauszeichnungen"[13]
  • 09.–11. September 2016 in Rastatt (76. Bundestreffen)
  • 29.–30. September 2017 in Kassel
  • 21.–23. September 2018 in Stuttgart
  • 27.–28. September 2019 in Bonn

Publikationen der GesellschaftBearbeiten

VereinsmagazinBearbeiten

 
Vereinsmagazin OuE – Titelblattbeispiel – Ausgabe 93

Mitglieder erhalten seit 1999 jährlich sechs Ausgaben des jeweils 60 Seiten umfassenden und in Vollfarbe gedruckten Vereinsmagazins Orden und Ehrenzeichen. Das Magazin für Freunde der Phaleristik ISSN 1438-3772. Neben Fachbeiträgen für Sammler enthält das Magazin vor allem wissenschaftliche phaleristische Aufsätze und Fälschungsinformationen.[14]

Schriftenreihe (DGO als Hrsg.)Bearbeiten

  • Henning Volle: Stiftungen und Erneuerungen von deutschen Orden und Ehrenzeichen im Ersten Weltkrieg (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Ordenskunde), Phaleristischer Verlag Michael Autengruber, Konstanz 2014. ISBN 978-3-937064-24-6
  • Uwe Bretzendorfer: Ehrenzeichen für Rettung von Menschenleben. Eine Auswahl aus deutschen Staaten (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Ordenskunde), Steinach-Verlag, Reutlingen 2016. ISBN 978-3-929652-10-9
  • Olaf Wittenberg: Für Rettung aus Lebensgefahr. Anerkennungen für Rettungstaten in Deutschland, Begleitheft zur gemeinsamen Ausstellung des Schloss- und Kulturbetriebs Residenzschloss Altenburg und der Deutschen Gesellschaft für Ordenskunde im Residenzschloss Altenburg von Mai bis Oktober 2017, Rotenburg 2017
  • Klaus Feder: Johanniter in Deutschland. Die Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem: Geschichte, Insignien, Uniformen und Auszeichnungen – Die Leistungen des Ordens in der freiwilligen Krankenpflege in den Kriegen von 1864 bis 1870. ISBN 9783937064260.

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Lars Adler: Onlinezugriff auf „Digitale Verleihungslisten“. Ein Fachprojekt des Wissenschaftlichen Beirates der DGO. In: OuE-Magazin Magazin – DGO – Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde e. V. 15. Jg., Nr. 86 (August 2013), S. 234–235.
  • Lars Adler: Die digitale Bibliographie des OuE-Magazins (1999–2015). Aufsätze und Rezensionen aus 100 Heften und elf Jahrbüchern als Download. In: OuE-Magazin Magazin – DGO – Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde e. V. 18. Jg., Nr. 101 (Februar 2016), S. 51.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b http://www.deutsche-gesellschaft-fuer-ordenskunde.de/DGOWP/dgo/
  2. Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde e. V. Hauptseite. Abgerufen am 14. Januar 2017.
  3. Eckart Henning, Dietrich Herfurth: Orden und Ehrenzeichen / Handbuch der Phaleristik. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln / Weimar / Wien 2010, ISBN 978-3-412-20617-8, S. 273.
  4. Mitgliederzahl veröffentlicht in Orden und Ehrenzeichen. Das Magazin für Freunde der Phaleristik. Gäufelden, Hohenstein. ISSN 1438-3772, 20. Jg., Nr. 113 (Februar 2018), S. 51.
  5. Übersicht der bisher erschienenen Magazine, siehe Herausgeberangabe zu Magazin Nr. 09 und Magazin Nr. 10
  6. Übersicht der bisher erschienenen Magazine, siehe Herausgeberangabe zu Magazin Nr. 68 und Magazin Nr. 69
  7. Orden(tliches) Stelldichein im Altenburger Schloss. Abgerufen am 24. September 2018 (deutsch).
  8. www.isp-media.de: Sonderausstellung und Symposium im Altenburger Schloss. In: .: ABG-Net.de :. (abg-net.de [abgerufen am 24. September 2018]).
  9. Ordenskundler treffen sich in Altenburg. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  10. Das Residenzschloss informiert. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  11. Orden im Schloßmuseum. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  12. Bibliothek Bayreuth auf Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde. Abgerufen am 4. Februar 2018.
  13. Vgl. das veröffentlichte Protokoll in: Orden-Militaria-Magazin, Nr. 13 (1983), S. 315–316.
  14. Bibliographie OuE-Magazin 1999–2015. (PDF) Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde, abgerufen am 29. März 2019. Die Bibliographie enthält insgesamt 1.248 Aufsätze und Beiträge sowie 246 Rezensionen aus 100 Heften und elf Jahrbüchern.