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Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) ist eine medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Internisten. Sie wurde 1882 als Congress für Innere Medicin gegründet.

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
(DGIM)
Zweck: Medizinische Fachgesellschaft für Innere Medizin
Vorsitz: Jürgen Floege (2019/2020)
Gründungsdatum: April 1882
Mitgliederzahl: > 26.000
Sitz: Wiesbaden
Website: dgim.de

Als gemeinnütziger Verein mit rund 27.000 Mitgliedern verfolgt die Gesellschaft die ausschließliche und unmittelbare Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem gesamten Gebiet der Inneren Medizin und ihrer Entwicklung als angewandte Heilkunde. Im Vordergrund steht neben der Integration der Spezialgebiete der Inneren Medizin die Pflege der Beziehungen zu den wissenschaftlichen Schwerpunktgesellschaften. Die ordentliche Mitgliedschaft in der DGIM e.V. kann jeder in Deutschland oder im Ausland approbierte Arzt beantragen, der auf dem Gebiet der Inneren Medizin tätig ist. In die Satzung der DGIM wurde mit § 4 die Korporative Mitgliedschaft von Firmen der forschenden Industrie und Geräteherstellern aufgenommen.

Die DGIM arbeitet im Bereich der Berufspolitik sowie der Fortbildung eng mit dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) zusammen. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Die neuesten Forschungsergebnisse der Schwerpunkte, wie auch allgemeinmedizinische Themen, werden alljährlich auf dem Internistenkongress präsentiert und diskutiert.[1]

Zu den Zielen gehört:

  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  • Sicherung der internistischen Versorgung von Patienten sowie der Transparenz von Prozessen und Abläufen in Klinik und Praxis
  • Unterstützung des interdisziplinären fachlichen Austausches zu anderen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Verbänden im In- und Ausland
  • Vertretung der Belange der Inneren Medizin als Wissenschaft gegenüber staatlichen und kommunalen Behörden sowie Organisationen der Selbstverwaltung
  • Wahrung der Einheit der Inneren Medizin in Forschung, Klinik und Praxis

GeschichteBearbeiten

Am 20. April 1882 wurde der „Congress für Innere Medicin“ in Wiesbaden gegründet. Das Organisationskomitee bestand aus den Professoren Carl Gerhardt, Ernst von Leyden, Adolf Kussmaul, Eugen Seitz sowie dem Gründungsmitglied und ersten Vorsitzenden (1882 bis 1885) des Kongresses Friedrich Theodor von Frerichs, nach welchem der von der DGIM verliehene Theodor-Frerichs-Preis benannt wurde.

187 Ärzte besuchten die 1. Eröffnungsveranstaltung im Kurhaussaal Wiesbaden. Friedrich Theodor von Frerichs war der erste Vorsitzende und Präsident des Kongresses. Er leitete den Kongress von 1882 bis 1884. Im Jahre 1920 wurde der „Congress für Innere Medicin“ in die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin umbenannt. Viele Juden mussten auf Druck des Vorstandes 1933 die Gesellschaft verlassen, darunter der Vorsitzende Leopold Lichtwitz. Ihm folgte im Vorsitz Alfred Schittenhelm, der die Gesellschaft „zügig auf NS-Kurs“ brachte.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1948 der erste Internistenkongress veranstaltet. Die DGIM stiftet 1958 den Theodor-Frerichs-Preis, der alljährlich die beste vorgelegte deutsche, möglichst klinisch-experimentelle Arbeit auf dem Gebiet der Inneren Medizin auszeichnet. 1959 fand der letzte Internistenkongress beider deutscher Staaten statt. Am 5. April 1959 gründet die DGIM den Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Als Gegengewicht zur DGIM gründet die DDR die Deutsche Gesellschaft für Klinische Medizin am 5. Juni 1962. Die DGIM feierte 1982 das 100-jährige Jubiläum.

Der erste gesamtdeutsche Internistenkongress nach der Wiedervereinigung fand 1990 statt. Der 100. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin wurde 1994 abgehalten und erstmals die Gustav-von-Bergmann-Medaille verliehen. (Ehrung herausragender Wissenschaftler, die mit ihrem Lebenswerk die Innere Medizin in Deutschland entscheidend prägten). Die DGIM feierte 2007 das 125-jährige Jubiläum. 2010 fand der 100. Kongress der DGIM statt, insgesamt gab es 122 Kongresse. Die DGIM beschloss 2010 im Rahmen der Aufarbeitung ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit, die Gustav-von-Bergmann-Medaille nicht mehr zu vergeben und durch die Leopold-Lichtwitz-Medaille zu ersetzen, die erstmals 2014 vergeben wurde. Auf ihrem Kongress 2015 zeigte die DGIM eine Ausstellung zu ihrer Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus.

PreiseBearbeiten

Die DGIM hat folgende Preise[3] ausgelobt:

  • Die Theodor-Frerichs-Preis für die beste vorgelegte, möglichst klinisch-experimentelle Arbeit auf dem Gebiet der Inneren Medizin (Preisgeld: 30.000 Euro).
  • Den Präventionspreis (in Kooperation mit der Deutsche Stiftung Innere Medizin) für die beste aus dem deutschsprachigen Raum vorgelegte Arbeit in deutscher oder englischer Sprache auf dem Gebiet der Primär- und Sekundärprävention innerer Erkrankungen (Preisgeld: 10.000 Euro).
  • Die Leopold-Lichtwitz-Medaille zeichnet „Personen aus, die sich durch ihre Arbeit und ihren Einsatz für die Interessen der Inneren Medizin und der DGIM in außergewöhnlichem Maße hervorgetan haben.“ Sie ersetzt seit 2013 die von 1996 bis 2010 verliehene Gustav-von-Bergmann-Medaille, der an der Berliner Charité 1933 diskussionslos in der Fakultät umsetzte, dass 1933 alle Juden entlassen wurden.
  • Der Young Investigator Award für die besten Abstracts von Erstautoren unter 35 Jahren aus den internistischen Schwerpunkten, der Intensiv- und Notfallmedizin, der Infektiologie, der Geriatrie und der Epidemiologie (Preisgeld: 3.000, 2.000 und 1.000 Euro).
  • Posterpreise werden für jedes der 12 Fächer vergeben. (Reisestipendium in Höhe von 200 Euro sowie weitere Zuwendungen).
  • Der Querdenker-Preis,[4] verliehen an Organisationen und Unternehmen mit Innovationen im Bereich der Digitalisierung der Medizin
  • Der Medienpreis der DGIM wird ab 2019 verliehen und zeichnet herausragende mediale Berichterstattung zu Themen der Inneren Medizin aus.

NachwuchsförderungBearbeiten

Ein besonderes Anliegen ist der DGIM die Förderung des internistischen Nachwuchses. Mit verschiedenen, teils hoch dotierten, wissenschaftlichen Preisen und Stipendien schafft die Fachgesellschaft Anreize für den wissenschaftlichen Nachwuchs, sich in der Inneren Medizin und insbesondere in der internistischen Forschung zu engagieren. Im Rahmen des Internistenkongresses verleiht sie für herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Mediziner aus allen internistischen Schwerpunkten den Young Investigator Award und Preise für wissenschaftliche Poster. Seit 2018 bietet die DGIM zudem Medizinstudenten ab dem 7. Semestern einen sogenannten Gastzugang zur Fachgesellschaft an, der einige Vorteile der regulären Mitgliedschaft mit sich bringt.[5][6]

KommissionenBearbeiten

Die ständigen Kommissionen und Task Forces unterstützen Vorstand und Ausschuss der DGIM in der Erfüllung ihrer wissenschaftlichen, wissenschaftspolitischen und berufspolitischen Aufgaben. Sie erarbeiten Stellungnahmen, Resolutionen oder Positionspapiere zu spezifischen Themen. Die Ergebnisse veröffentlicht die Fachgesellschaft in ihren eigenen Publikationen.[7]

  • Kommission „Arzneimitteltherapiemanagement und Arzneimitteltherapiesicherheit“
  • Kommission „Aus-, Weiter- und Fortbildung“
  • Konsensus Kommission „Klug entscheiden“
  • Kommission „Leitlinien, Diagnostik und Therapie“
  • Kommission „Mobile Health“
  • Kommission „Programmkommission“
  • Kommission „Struktur – Krankenversorgung“
  • Kommission „Telemedizin“
  • Kommission „Transition“
  • Kommission „Wissenschaft – Nachwuchsförderung“
  • Task Force „Infektiologie“

InternistenkongressBearbeiten

Die DGIM richtet jährlich den Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden aus. Während der Jahrestagung der DGIM bilden sich Internisten vier Tage lang in der gesamten Inneren Medizin und allen Schwerpunkten fort. Aufgrund des Neubaus der Rhein-Main-Hallen hielt die DGIM ihren Kongress bis einschließlich 2018 im Congress Center Rosengarten in Mannheim ab.[8]

Vom DGIM als Experten benannte Personen referieren in Vorträgen und Symposien über aktuelle medizinische Erkenntnisse und diskutieren Fragen der Gesundheitspolitik. In Plenarvorträgen thematisieren Persönlichkeiten aus Medizin, Wissenschaft, Gesellschaft oder Politik brisante Themen der Zeit. Parallel zum Vortragsprogramm finden praktische Kurse und interaktive Falldiskussionen statt. Der Internistenkongress bietet auch dem Nachwuchs eine Plattform. In Postersitzungen haben junge Wissenschaftler die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse der Fachöffentlichkeit vorzustellen. Eine große Fachausstellung rundet das Kongressangebot ab. Die Industrie nutzt die Jahrestagung um ihre Neuheiten zu präsentieren. Außerdem lädt sie zu Satellitensymposien ein. Im Rahmen der Continuing Medical Education (CME) können Ärzte mit dem Kongressbesuch Fortbildungspunkte erwerben.[9]

Publikationen der GesellschaftBearbeiten

  • DGIM – Die Reden der Vorsitzenden 1982 – 2010, ISBN 978-3-13-104582-9.
  • Für die Einheit der Inneren Medizin – 125 Jahre Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V., ISBN 978-3-00-021148-5.
  • Innere Medizin im Wandel der Zeit – Aus den Eröffnungsreden der Internistenkongresse 1882-1961, ISBN 978-3-89935-247-4.
  • 125 Jahre Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. – Die Einheit der Inneren Medizin, DVD.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin in der NS-Zeit, ISBN 978-3-00-049197-9
  • 125 Jahre Internistenkongresse, ISBN 978-3-89935-239-9

PublikationsorganeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Organigramm der DGIM. Abgerufen am 22. März 2017.
  2. Die DGIM in der Zeit des Nationalsozialismus – Ausstellung eröffnet mit Zentralrat der Juden. (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) Pressemitteilung der DGIM vom 19. April 2015.
  3. DGIM: Nachwuchsförderung. 7. Februar 2018 (dgim.de [abgerufen am 26. Februar 2018]).
  4. DGIM: Querdenkerpreis. 18. Mai 2017 (dgim.de [abgerufen am 31. Mai 2017]).
  5. DGIM: Medizinstudenten. 19. Februar 2018 (dgim.de [abgerufen am 26. Februar 2018]).
  6. DGIM: Nachwuchsförderung. 7. Februar 2018 (dgim.de [abgerufen am 26. Februar 2018]).
  7. Vorstand und Ausschüsse, DGIM. Abgerufen am 22. März 2017.
  8. Kongress, DGIM. Abgerufen am 22. März 2017.
  9. Onlineakademie, DGIM. Abgerufen am 22. März 2017.