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Deutsche Fußballmeisterschaft 1913/14
Das Logo des Deutschen Fußball-Bundes von 1900 bis 1945
Meister SpVgg Fürth
Mannschaften 8
Spiele 7
Tore 30  (ø 4,29 pro Spiel)
Torschützenkönig Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Karl Franz (5 Tore)
Deutsche Meisterschaft 1912/13

Die zwölfte und letzte deutschen Meisterschaftsendrunde vor dem Ersten Weltkrieg brachte eine sportliche Schwerpunktverlagerung im süddeutschen Raum. Dominierten bisher die Mannschaften aus dem Südwesten, aus Karlsruhe, Freiburg im Breisgau, Stuttgart oder Pforzheim, trat nunmehr mit dem Titelgewinn der SpVgg Fürth die Region Nürnberg/Fürth ins Rampenlicht. Damit kündigten sich die 1920er an, in denen die SpVgg und der 1. FC Nürnberg den süddeutschen und auch den deutschen Fußball dominieren sollten. Von 1920 bis 1929 sollten beide Teams zusammen sieben deutsche Meisterschaften erringen.

Mit dem Kriegsausbruch im August 1914 wurde der Spielbetrieb auf Reichsebene unterbrochen. Bis zum Jahr 1920 sollte keine deutsche Meisterschaft mehr ausgetragen werden.

Inhaltsverzeichnis

Teilnehmer an der EndrundeBearbeiten

ViertelfinaleBearbeiten

Datum Ergebnis Stadion
3. Mai 1914 SV Prussia-Samland Königsberg 1:4 (1:1)  VfB Leipzig Königsberg (Preußen), Walter-Simon-Platz
3. Mai 1914 SpVgg 1899 Leipzig-Lindenau 1:2 (1:0)  SpVgg Fürth Leipzig, Wackerstadion Debrahof
3. Mai 1914 Berliner BC 4:0 (3:0)  FC Askania Forst Berlin-Mariendorf, Preussen-Platz an der Kaiserstraße
3. Mai 1914 Duisburger SpV 4:1 n. V. (1:1, 0:0)  Altonaer FC 93 Essen, Sportplatz an der Meisenburgstraße

Königsberg ging in der 25. Minute überraschend durch Max Wirth in Führung, kassierte aber kurz vor der Halbzeit noch das 1:1 durch den Leipziger Paul Pömpner. Nach der Pause erhöhten Eduard Pendorf, Abelbert Friedrich und nochmals Paul Pömpner bis zur 81. Minute auf 4:1 für den VfB Leipzig.

Die SpVgg Leipzig führte nach 36 Minuten durch ein Tor von Gerhard Schulz mit 1:0. In der 52. Minute gelang dem Ungarn Frigyes Weicz der Ausgleich und in der 83. Minute erzielte Karl Franz den 2:1 Siegtreffer für die Fürther.

Berlin führte bereits nach 25 Minuten mit 3:0 durch Tore von Erich Arndt, Willi Hebler und Preuß. In der zweiten Halbzeit erzielte Erich Arndt mit seinem zweiten Tor noch den 4:0 Endstand. Der Kapitän bei den Berlinern war der später international bekannte Schiedsrichter Alfred Birlem.

Zwischen Duisburg und Altona stand es nach 90 Minuten 1:1 unentschieden durch Tore von Heinz Schipporeit in der 48. Minute und Walter Fischer per Elfmeter in der 73. Minute. In der Verlängerung erzielten wieder Walter Fischer in der 93., Anton Bongartz in der 97. und Matthias Bletgen in der 106. Minute die Tore zum 4:1.

HalbfinaleBearbeiten

Datum Ergebnis Stadion
17. Mai 1914 SpVgg Fürth 4:3 n. V. (2:2, 1:2)  Berliner BC Fürth, Sportplatz am Ronhofer Weg
17. Mai 1914 VfB Leipzig 1:0 (1:0)  Duisburger SpV Leipzig, Sportpark Connewitz

Die Berliner verloren bereits nach 10 Minuten ihren Verteidiger Paul Wiesener infolge einer Beinfraktur, führten aber nach zwei Toren von Preuß nach 43 Minuten mit 2:0. Bereits eine Minute später verkürzte Frigyes Weicz auf 1:2, ehe ihm in der 62. Minute sogar der Ausgleich gelang. In der ersten Verlängerung erzielte Karl Franz nach 103 Minuten die Führung für Fürth, ehe Preuß mit seinem dritten Tor in der 119. Minute zum 3:3 der erneute Ausgleich gelang. Das Golden Goal fiel durch Karl Franz in der 146. Minute.

Im Spiel zwischen dem VfB Leipzig und Duisburg erzielte Johannes Völckers nach 41 Minuten das entscheidende Tor in einem hart umkämpften Sieg.

FinaleBearbeiten

Paarung   SpVgg Fürth  VfB Leipzig
Ergebnis 3:2 n. V. (1:1, 1:0)
Datum 31. Mai 1914
Stadion Viktoria-Platz, Magdeburg
Zuschauer 6.000
Schiedsrichter Kurt von Paquet (Berlin)
Tore 1:0 Franz (17.)
1:1 Pendorf (83.)
2:1 Weicz (104.)
2:2 Hesse (108.)
3:2 Franz (153.)
SpVgg Fürth Hermann PolenskiKarl Burger (C) , Georg WellhöferSebastian Seidel, Adolf Riebe, Hans SchmidtGeorg Wunderlich, Karl Franz, Frigyes Weicz, Julius Hirsch, Hans Jakob
Trainer: William Townley
VfB Leipzig Johannes SchneiderWilly Völker, Alfred HermannPaul Michel, Eduard Pendorf, Curt Hesse (C) Georg Richter, Paul Pömpner, Johannes Völckers, Hans Dolge, Adelbert Friedrich
Platzverweise Hans Schmidt (138.) – keine
Verletzt ausgeschieden   keine – Paul Michel (42.)
Spielbericht
Der VfB Leipzig qualifizierte sich zum sechsten mal seit 1903 für das Finale. Fürth ging nach 17 Minuten durch Karl Franz in Führung. In der 42. Minute musste der Leipziger Paul Michel verletzt ausscheiden. In Unterzahl spielend gelang Leipzig durch Eduard Pendorf in der 83. Minute das 1:1. In der 104. Minute erzielte Frigyes Weicz das 2:1 für Fürth, vier Minuten später gelang Leipzig erneut der Ausgleich durch Curt Hesse. In der 138. Minute erhielt der Fürther Hans Schmidt einen Platzverweis. Wie bereits im Halbfinale erzielte Karl Franz das entscheidende Golden Goal, diesmal in der 153. Minute. Der Fürther Trainer William Townley und der Spieler Julius Hirsch wurden zum zweiten Mal nach 1910 Deutscher Meister.

TorschützenlisteBearbeiten

Spieler Verein Spiele Tore
1. Deutsches Reich  Karl Franz SpVgg Fürth 3 5
2. Deutsches Reich  Preuß Berliner BC 2 4
3. Ungarn 1867  Frigyes Weicz SpVgg Fürth 3 4

LiteraturBearbeiten