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Destedt, am Westrand des Elms gelegen, war bis 1974 Sitz der Samtgemeinde Destedt und ist seitdem Teil der Gemeinde Cremlingen im Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen.

Destedt
Gemeinde Cremlingen
Ortswappen von Destedt
Koordinaten: 52° 14′ 16″ N, 10° 42′ 39″ O
Höhe: 145 m ü. NHN
Einwohner: 1485 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 38162
Vorwahl: 05306
Karte
Lage von Destedt in Cremlingen
Schloss Destedt
Schloss Destedt

NameBearbeiten

1306 wird der Ort als Dezstede und Destede erwähnt. 1308 wird er Dhestede, 1339 Destedt und 1349 Destidde geschrieben. Am Ende des 13. Jahrhunderts hieß der Ort Destede und 1409 Destedde.[2]

LageBearbeiten

Destedt liegt etwa 18 Kilometer östlich von Braunschweig, 6 Kilometer westlich von Königslutter und 20 Kilometer nordöstlich von Wolfenbüttel. Unweit östlich des Ortes haben die Einwohner Anschluss an die Bundesstraße 1.

Die Gemarkung liegt auf dem nordöstlich verlaufenden Ausläufer des Elms. Die Höhenunterschiede im Ort liegen zwischen 85 und 300 m auf unterschiedlichen Böden.

GeschichteBearbeiten

 
Destedt um 1654/1658, Stich von Matthäus Merian

Es wird vermutet, dass im 12./13. Jahrhundert die Grafen von Wernigerode im Ort eine Burg im Ort besaßen und über den Ort und das Land herrschten. 1356 kamen die Herren von Veltheim die Burg und Land in ihren Besitz. 1793 herrschten die im Ort ansässigen Adelsgeschlechter von Veltheim über Denkte, Erkerode, Hemkenrode, Cremlingen und ein Teichwärterhaus in Weddel. Dazu gehörten neben den beiden Burgen mit Vorwerk, 3 Pfarren, 3 Witwenhäuser, 3 Opfereien und Schulen, 10 Ackerhöfe, 6 Halbspännerhöfe, 65 Kothöfe, 54 Brinkerstellen, 3 Wassermühlen und 1 Mahlmühle sowie eine Ziegelei. Eine wichtige Erwerbsquelle war in Destedt neben dem Ackerbau die Garnspinnerei.[2]

Am 1. März 1974 wurde Destedt in die Gemeinde Cremlingen eingegliedert.[3]

PolitikBearbeiten

Der Ortsrat von Destedt besteht aus neun Sitzen, von denen drei von der SPD, drei von der CDU, zwei vom Bündnis 90/Die Grünen und einer von einem unabhängigen Kandidaten besetzt werden (Stand 2016).

Ortsbürgermeister ist Matthias Böhnig (SPD).

WappenBearbeiten

Die Ortschaft Destedt hat das Wappen der früheren Samtgemeinde Destedt übernommen. Im blauen Wappenschild über einem goldenen Ammonshorn befindet sich ein gleichfarbiger Buchenzweig mit sechs Blättern, siehe auch Hemkenrode.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Das Entstehungsjahr der Wasserburg Destedt (häufig „Gut“ genannt), aus dem das Schloss Destedt hervorging, ist nicht bekannt. Seit 1356 bzw. 1388 ist sie im Besitz derer von Veltheim. 1430 und 1432 wurde sie von den Braunschweigern eingenommen, zerstört und nach dem Abbruch in Brand gesetzt. Nach Merian soll sie viele Jahrhunderte in Trümmern gelegen haben. Im Jahre 1693 entstand der heutige Schlossbau im Barockstil. Bei der Gestaltung hat vermutlich der braunschweigische Landesbaumeister Johann Balthasar Lauterbach eine wesentliche Rolle gespielt.
  • Georg Philipp von Veltheim hat wahrscheinlich 1750 den Grund zur Errichtung des Parks gelegt, indem er den Pfarrhof durch Landtausch erwarb. Zwischen 1750 und 1770 wurden die ersten Bäume gepflanzt. Noch heute weist die Anlage einige Besonderheiten auf, unter anderem die überwiegend amerikanischen Bäume. 1970 wurde der Gutspark unter Landschaftsschutz gestellt und ist seitdem für die Öffentlichkeit zugänglich.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Georg Schmidt: Destedt. Halle an der Saale 1916.
  • Otto Lüer (Hrsg.): Destedt in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel (Niederlande) 1986.
  • Otto Lüer: Destedt, das Dorf, in dem wir leben. Europäische Bibliothek, Zaltbommel (Niederlande) 1990, ISBN 90-288-4963-7.
  • Jörg-Eckehardt Pogan: Destedt. Geschichte und Geschichten. Chronik einer Elmgemeinde über 700 Jahre. Oeding Druck GmbH, Braunschweig 2006.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cremlingen, Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2017@1@2Vorlage:Toter Link/www.cremlingen-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. a b Jürgen Hodemacher: Der Landkreis Wolfenbüttel seine Stadte und Dörfer. Elm Verlag, Cremlingen 1986, ISBN 3-9800219-4-7, S. 38.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 267.