Hauptmenü öffnen

Der fröhliche Wanderer (Film)

Film von Hans Quest (1955)

Der fröhliche Wanderer ist ein deutscher Heimatfilm von Hans Quest aus dem Jahr 1955.

Filmdaten
OriginaltitelDer fröhliche Wanderer
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1955
Länge100 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
Stab
RegieHans Quest
DrehbuchJuliane Kay
ProduktionBerolina Film GmbH, Berlin
(Kurt Ulrich)
MusikNorbert Schultze
KameraKurt Schulz
SchnittHermann Leitner
Besetzung

HandlungBearbeiten

Axel Wendt arbeitet in einer Kleinstadt als Leiter des Kinderchors und komponiert gelegentlich. Schon lange versucht er, sein Lied Mein Vater war ein Wandersmann fertigzustellen, doch kann er nur schreiben, wenn er traurig ist. Dazu hat er keinen Grund, fühlt er sich doch zu Lehrerin Toni Peters hingezogen und liebt seine Arbeit. Sein Freund Heini Krops weiß, wie gut Axel singen kann, und versucht sein Talent überall anzupreisen. Eines Tages erscheint die berühmte Kammersängerin Rita Mehling in der Kleinstadt, um Abstand vom hektischen Sängeralltag zu gewinnen. Heini bringt sie mit Axel zusammen und beide werden ein Paar. Am Ende geht Axel mit Rita in die große Stadt und Toni bleibt traurig zurück. Nur der Lehrer Kurt Henner, der Axels Nachfolge als Chorleiter antritt, ist erleichtert, liebt er selbst Toni doch schon seit langem.

Axel darf in der Stadt vorsingen, ist jedoch sehr nervös. Er wird trotz schlechter Leistung engagiert, würde der Operndirektor seinem Star Rita doch jeden Wunsch erfüllen. Axel lernt eifrig, indem er bei Proben anwesend ist, und nimmt Gesangsunterricht. Neben dem Getuschel in der Stadt, weil Rita nach jedem Urlaub einen Liebhaber zu einem großen Sänger aufbauen will und in der Regel scheitert, bedrückt Axel auch sein gesundheitlicher Zustand. Er sieht immer schlechter und der Augenarzt stellt schließlich eine Trübung der Glaskörper fest, die mit Medikamenten nicht heilbar ist. Axel ist deprimiert und stellt in diesem Zustand das Lied Mein Vater war ein Wandersmann fertig, das er an Toni schickt. Der Kinderchor probt es ein, soll es doch bei der 1000-Jahr-Feier der Kleinstadt erstmals öffentlich aufgeführt werden.

Bei einer Aufführung der Oper Rigoletto fällt nach dem zweiten Akt der Sänger der Hauptpartie wegen Grippe aus. Da auch der zweite Tenor nicht anwesend ist, muss kurzerhand Axel einspringen. Obwohl ihn seine Augenprobleme plagen, meistert er den Auftritt fehlerfrei und das Publikum tobt vor Begeisterung. Die Zeitungen sind voll des Lobes und Axel gilt als der neue Star. Er jedoch ist deprimiert, weil Rita ihn nicht mehr liebt. In Gedanken überquert er eine Straße und wird von einem Omnibus erfasst. Im Krankenhaus werden seine leichten Verletzungen behandelt, doch eine Operation seiner Augenerkrankung lehnt Axel ab. Rita ist es, die ihn überzeugt, das Wagnis der bisher nicht erprobten Operation einzugehen.

Tatsächlich ist der Eingriff erfolgreich und Axel kann wieder klar sehen. Eine Karriere an Ritas Seite muss er jedoch absagen, da jede große Aufregung und grelles Licht den Erfolg der Operation gefährden würden. Axel kehrt in seine Kleinstadt zurück, wo Toni am nächsten Tag Kurt heiratet. Axel singt mit dem Kinderchor auf ihrer Hochzeit, hat er doch akzeptiert, dass er zu spät zurückgekehrt ist. Auf Wunsch seiner ehemaligen Chorkinder wird er wieder als Chorleiter eingestellt und bereist mit den Kindern die Metropolen der ganzen Welt. In London gewinnen die Märchensänger unter Axels Leitung mit dem Lied Mein Vater war ein Wandersmann am Ende sogar den ersten Preis.

ProduktionBearbeiten

Der fröhliche Wanderer entstand in den Ufa-Filmstudios Berlin-Tempelhof mit Außenaufnahmen aus Berlin sowie aus Forchheim und der Fränkischen Schweiz.[1] Viele Außenaufnahmen wurden in Bamberg gedreht, vor allem vor der Kulisse des Alten Rathauses. Die Filmbauten stammen von Hanns H. Kuhnert, Peter Schlewski und Hans Luigi. Der Film erlebte am 22. September 1955 im Düsseldorfer Residenz-Theater seine Premiere.

Im Film werden zahlreiche Volkslieder, vornehmlich von Rudolf Schock und den Schaumburger Märchensängern, gesungen. Es spielt das Orchester Egon Kaiser. Zu hören sind unter anderem die Lieder Der frohe Wandersmann, Mein Vater war ein Wandersmann, Sterne, liebe Sterne, Werde mein (Die Frau meiner Träume bist du), Das alte Lied sowie Eine verstohlene Träne und Oh wie so trügerisch sind Weiberherzen aus Rigoletto.

Laut Klingelschild im Film lautet Ritas Nachname „Melling“, laut Vorspann ist die Schreibung jedoch „Mehling“.

KritikBearbeiten

Für den film-dienst war Der fröhliche Wanderer ein „anspruchsloser Heimatfilm mit volkstümlicher Musik.“[2] Cinema nannte den Film eine „Schmonzette“ und „peinlich“.[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Alfred Bauer: Deutscher Spielfilm Almanach. Band 2: 1946–1955, S. 507 f.
  2. Der fröhliche Wanderer. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  3. Vgl. cinema.de