Der Städtebau (Zeitschrift)

Der Städtebau (ab 1925 nur: Städtebau) war die erste deutschsprachige Zeitschrift, die sich ausschließlich dem Thema Städtebau widmete. Sie wurde 1904 von Camillo Sitte und Theodor Goecke gegründet.

Der Städtebau

Beschreibung deutsche Fachzeitschrift
Fachgebiet Städtebau
Verlag Ernst Wasmuth A.-G. (Deutschland)
Erstausgabe 1904
Einstellung 1939
Gründer Theodor Goecke, Camillo Sitte
Erscheinungsweise monatlich
ZDB 217568-x

GeschichteBearbeiten

GründungBearbeiten

Die Initiative zur Gründung der ersten deutschsprachigen Städtebau-Zeitschrift ging auf Camillo Sitte zurück, der aus strategischen Gründen Theodor Goecke als Mit-Herausgeber gewann, welcher ebenso wie er selbst Architekt und Städtebauer, aber auch preußischer Baubeamter und Hochschullehrer war. Aus gleicher Motivation, um eine weite Verbreitung im deutschsprachigen Raum zu erzielen, wählte Sitte als Österreicher bewusst Berlin als Verlagsort.[1] Sitte starb kurz vor Erscheinen des ersten Heftes, hatte jedoch noch wesentlich das Programm der Zeitschrift festgelegt.[2]

Entsprechend dem Untertitel „Monatsschrift für die künstlerische Ausgestaltung der Städte nach ihren wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Grundsätzen“ sollte ein umfassend ganzheitliches Verständnis des Städtebaus vertreten werden. Erklärtes Ziel war, „eine Sammelstätte für die Einzelarbeiten aller mitbeteiligten Fachmänner zu schaffen und zugleich ein Organ zur Belehrung und Anregung aller Mitbeteiligten.“[3] Genannt wurden in diesem Sinne „Techniker, Künstler, Nationalökonomen, Hygieniker, Sozialpolitiker, Verwaltungsbeamte und Mitglieder gesetzgebender Körperschaften […] alle Bewohner unserer Städte.“[4]

BeilagenBearbeiten

Mit dem Jahrgang 1929 wurde die Zeitschrift Baupolitik, von dem österreichischen Architekten und Städtebauer Karl Heinrich Brunner gegründet, zur Beilage des Städtebau.

Bereits ein Jahr später wurde Der Städtebau seinerseits zur Beilage der Zeitschrift Wasmuths Monatshefte für Baukunst und Städtebau bzw. seit 1932 der Monatshefte für Baukunst und Städtebau und erschien in dieser Form bis 1939.

PersönlichkeitenBearbeiten

Herausgeber

Weitere Mitarbeiter

BändeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Rolf Fuhlrott: Deutschsprachige Architektur-Zeitschriften. Entstehung und Entwicklung der Fachzeitschriften für Architektur in der Zeit von 1789–1918. Mit Titelverzeichnis und Bestandsnachweisen. Verlag Dokumentation, München 1975, ISBN 3-7940-3653-0, S. 181–182 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Camillo Sitte: Brief an Alfred Lichtwark, 1. September 1903. (Über die Gründung der Zeitschrift „Der Städtebau“). In: Karin Wilhelm, Detlef Jessen-Klingenberg (Hrsg.): Formationen der Stadt. Camillo Sitte weitergelesen (= Ulrich Conrads, Peter Neitzke [Hrsg.]: Bauwelt-Fundamente. Nr. 132). Birkhäuser, Basel 2006, ISBN 3-7643-7152-8, S. 150–153 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Michael Mönninger: Die Zeitschrift „Der Städtebau“. In: Camillo Sitte. Schriften zu Städtebau und Architektur (= Klaus Semsroth [Hrsg.]: Camillo Sitte Gesamtausgabe. Nr. 2). Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78566-8, S. 81–90 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Detlef Jessen-Klingenberg: Camillo Sitte als „leidenschaftlicher Verehrer des Barock“. Zur Rezeption im Umfeld Werner Hegemanns. In: Formationen der Stadt. Camillo Sitte weitergelesen. Birkhäuser, Basel, Boston, Berlin 2006 (Bauwelt-Fundamente 132), S. 97.
  2. Theodor Goecke: Nachruf! In: Der Städtebau, 1904, Heft 1, S. 5. Digitalisat
  3. Theodor Goecke, Camillo Sitte: An unsere Leser. In: Der Städtebau, Heft 1, 1904, S. 4. Digitalisat
  4. Theodor Goecke, Camillo Sitte: An unsere Leser. In: Der Städtebau, Heft 1, 1904, S. 1. Digitalisat