Der Schneemann (1944)

Film von Hans Fischerkoesen (1944)

Der Schneemann (Alternativtitel Der Schneemann – Der Sommer meines Lebens) ist ein deutscher Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1944. Autor des Buches war Horst von Möllendorff, die Animationen stammen von Hans Fischerkoesen. Drehort war Potsdam, in der Nähe der UFA Neubabelsberg Studios.

Film
OriginaltitelDer Schneemann
Produktionsland Deutsches Reich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1944
Länge 13 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
Stab
Regie Hans Fischerkoesen
Drehbuch Horst von Möllendorff
Musik Rudolf Perak

HandlungBearbeiten

Der Schneemann steht auf einem Dorfplatz, während fallende Schneeflocken ein Herz auf seine Brust zeichnen und ihn zum Leben erwecken. Er beginnt mit dem Schnee zu spielen, bis ein Hund auf ihn aufmerksam wird und ihn bedrängt. Nachdem der Schneemann ihn verjagt hat, repariert er seine Wunden mit Schnee. Anschließend beginnt er Schlittschuh zu laufen, bricht jedoch ein und beginnt zu schmelzen, woraufhin er einen Hügel hinunterrollt und seine Form wiederherstellt.

Müde geworden schläft der Schneemann ein, während ein Kaninchen versucht, ihm seine Möhrennase zu stehlen, was er aber bemerkt. Hiernach betritt er ein Haus, findet sein Ebenbild auf dem Januar-Kalenderblatt sowie ein Sommerbild mit blühenden Pflanzen, das ihn fasziniert und die Begehrlichkeit weckt, einmal den Juli zu erleben. Der Schneemann setzt sich selbst in einen Gefrierschrank, um die Zeit bis zum Sommer zu überbrücken. Während er schläft, schmilzt die Sonne den Schnee draußen und die Vegetation erwacht.

Im Sommer angekommen, erwacht der Schneemann und erblickt durch ein Fenster exakt die Darstellung des Kalenderblattes mit den blühenden Pflanzen. Er lässt sich im Korn treiben, tanzt durch die ländliche Gegend und ärgert mit seinem kalten Schnee ein Huhn sowie eine Kuh. Anschließend schmilzt er unter der Sommerhitze, während er anfängt zu singen: „Das ist der Sommer meines Lebens, wie schön bist du im Blütenkleid. Wer dich gesehn, lebt nicht vergebens, mein Herz zerschmilzt vor lauter Seligkeit.... Wie schön bist du....“ Das Kaninchen, das ihm im Winter seine Nase rauben wollte, erscheint mit seinen vier Kindern. Während diese lachen, scheint es traurig zu sein und nimmt die Möhrennase, während es zum Himmel schaut.

ProduktionBearbeiten

Der Film entstand im Studio Agfacolor nach einer Idee von Horst von Möllendorff. Für Zeichnung und Gestaltung waren H. Beekman, S. Birkner, R. Bär, L. Fischer, Hans Fischerkoesen, K. Schleicher, E.V. Tresckow verantwortlich, Fischkoesen führte auch Regie. Die Musik stammt von Rudolf Perak.

HintergrundBearbeiten

Der Schneemann ist der bekannteste deutsche Animationsfilm aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Fischerkösens Arbeit besticht durch die perspektivischen Kamerafahrten zu Beginn des Films, als innerhalb eines Ortes auf den Schneemann herabgefahren wird, sowie im zweiten Teil, als der Marienkäfer auf dem vor Freude rollenden Schneemann auf dessen Körper Ski fährt. Die Persönlichkeit des Protagonisten ist durchaus ambivalent angelegt, denn während er sich einerseits nach der Schönheit des Sommers sehnt und bereit ist, für den Augenblick zu sterben, ist er andererseits ein Schelm und neckt sowohl die Kuh als auch das Huhn mit seinem Eis.

WeblinksBearbeiten