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Der Illegale (Film)

Film von Günter Gräwert (1972)

Der Illegale ist ein dreiteiliger deutscher Fernsehfilm aus dem Jahre 1972. Die Handlung basiert auf wahren Erlebnissen eines Spions, der zu Beginn der 1950er-Jahre vom sowjetischen Geheimdienst in die Bundesrepublik eingeschleust wurde, um dort einen Agentenring aufzubauen.

Filmdaten
OriginaltitelDer Illegale
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1972
Länge275 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieGünter Gräwert
DrehbuchHenry Kolarz
ProduktionManfred Thurau
MusikMartin Böttcher
KameraHorst Schier
SchnittStefanie Möbius
Besetzung

Das Material wurde für die Verfilmung vom Journalisten und Drehbuchautor Henry Kolarz bearbeitet, der zuvor mit dem Dreiteiler Die Gentlemen bitten zur Kasse sowie dem Zweiteiler Das Millionending Erfahrungen in der dokumentarischen Aufbereitung realer Kriminalfälle gesammelt hatte.

In der Hauptrolle des Agenten Grunwaldt ist der Schauspieler Götz George zu sehen.

HandlungBearbeiten

Teil 1: (ZDF: 1. Oktober 1972)Bearbeiten

Der gebürtige Wolgadeutsche Grunwaldt meldet sich 1952 beim sowjetischen Geheimdienst KGB in Berlin-Karlshorst. Während des Zweiten Weltkrieges kam er als sogenannter Volksdeutscher nach Deutschland und wurde dort adoptiert, obwohl seine leiblichen Eltern noch lebten. Nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion wurde er als vermeintlicher „deutscher Spion“ verhaftet und in ein Lager gesteckt, aus dem er fliehen konnte. Nun möchte er in Deutschland dem sowjetischen Geheimdienst dienen, um damit sein Vaterland von seiner bedingungslosen Parteitreue zu überzeugen und danach wieder legal in die Sowjetunion einreisen zu können.

Trotz ihrer anfänglichen Skepsis sind die Sowjets schließlich davon überzeugt, in Grunwaldt einen idealen Mann für eine heikle Mission zu besitzen. Er wird in die Bundesrepublik eingeschleust und übernimmt dort zunächst unter falschem Namen und falscher Identität kleinere Spionageaufträge. Nachdem diese zur Zufriedenheit seiner Auftraggeber erledigt wurden, wird Grunwaldt damit beauftragt, einen Agentenring aufzubauen.

Teil 2: (ZDF: 4. Oktober 1972)Bearbeiten

Trotz kleinerer Rückschläge hat Grunwaldt als Agent große Erfolge. Der sowjetische Geheimdienst organisiert eine Hochzeit mit einer Spionin, die ebenfalls in Westdeutschland für die Sowjets arbeitet. Beide verlieben sich tatsächlich ineinander und bekommen ein Kind. Grunwaldt gelingt es, den deutschen Hausmeister Blaschke, der im französischen Hauptquartier in Westdeutschland arbeitet, anzuwerben, der ihm schließlich den Zugang zu wichtigen Akten verschafft.

Teil 3: (ZDF: 7. Oktober 1972)Bearbeiten

Grunwaldt muss auf Geheiß des Geheimdienstes in die Sowjetunion zurückkehren. Trotz hoher Ehrungen, die ihm dort zuteilwerden, hat er große Schwierigkeiten, sich wieder an das dortige Leben zu gewöhnen. Noch größere Probleme verursacht die Rückkehr seinem Sohn, da dieser bislang ausschließlich in Deutschland aufgewachsen war und die russische Sprache nur mangelhaft beherrscht. Von seinen Klassenkameraden wird er deswegen gehänselt. Sie titulieren ihn ebenso als „Nemec“ (Deutschen), wie es früher bei Grunwaldt selbst der Fall war. Zudem findet Grunwaldt inzwischen, dass die Parteifunktionäre und Bürger in der Sowjetunion genauso kleinbürgerlich seien wie im Westen.

Zu einem tatsächlichen Umbruch in Grunwaldts Einstellung kommt es jedoch erst, nachdem der Geheimdienst seine Frau dazu zwingt, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen, da durch die Geburt eines weiteren Kindes ein geplanter langfristiger Spionageeinsatz in den USA in Frage gestellt werden könnte. Grunwaldt flieht deswegen schließlich mit seiner Familie in die Bundesrepublik. Das dortige Agentennetz fliegt auf.

BesonderheitenBearbeiten

Die Herstellung des Filmes wurde vom Bundesamt für Verfassungsschutz und der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamtes unterstützt.

Die FSK-Freigabe der DVD-Fassung ist für jeden Teil unterschiedlich. So bekam im Jahr 2010 der 1. Teil eine Freigabe ab 12 Jahren[1], der 2. Teil die Freigabe ab 6 Jahren[2] und der 3. Teil ist ohne Altersbeschränkung.[3]

MedienBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Oliver Kellner & Ulf Marek: Seewolf & Co. – Die großen Abenteuer-Vierteiler des ZDF, Schwarzkopf und Schwarzkopf

DVDBearbeiten

  • Der Illegale (3 DVDs), Reihe „Straßenfeger“, ZDF Studio Hamburg Distributions & Marketing GmbH 2010

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Freigabebescheinigung für Der Illegale. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2010 (PDF; Teil 1, Prüfnummer: 123673V).
  2. Freigabebescheinigung für Der Illegale. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2010 (PDF; Teil 2, Prüfnummer: 123674V).
  3. Freigabebescheinigung für Der Illegale. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2010 (PDF; Teil 3, Prüfnummer: 123675V).