Der Gefangene von Alcatraz

Film von John Frankenheimer (1962)

Der Gefangene von Alcatraz ist ein US-amerikanischer Spielfilm nach einer wahren Geschichte über das Leben des Gewaltverbrechers Robert Stroud. Er wird während seiner mehr als fünfzigjährigen Haftzeit in den Strafanstalten von Leavenworth und Alcatraz zum anerkannten Ornithologen. John Frankenheimer verfilmte Thomas E. Gaddis' Roman Sehet die Vögel unter dem Himmel. Der Gefangene von Alcatraz[2] (Birdman of Alcatraz) im Jahr 1962.

Film
Deutscher TitelDer Gefangene von Alcatraz
OriginaltitelBirdman of Alcatraz
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1962
Länge 148 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie John Frankenheimer
Drehbuch Guy Trosper
Produktion Stuart Millar
Musik Elmer Bernstein
Kamera Burnett Guffey
Schnitt Edward Mann
Besetzung

HandlungBearbeiten

Der Totschläger Robert Stroud kommt in das Gefängnis von Leavenworth und bringt dort einen Wärter um, der seine Mutter außerhalb der Besuchszeiten nicht zu ihm gelassen hatte. Er soll deswegen gehängt werden. Seine Mutter setzt sich für ihn ein und kann über Edith Wilson, die Frau des Präsidenten erreichen, dass die Todesstrafe in lebenslängliche Haft umgewandelt wird. Diese muss er jedoch unter Gefängnisleiter Shoemaker in Einzelhaft verbüßen. Somit werden seine sozialen Kontakte reduziert auf seine Wärter und seine Zellennachbarn.

Stroud entdeckt eines Tages bei einem Hofgang einen jungen Sperling, den er aufpäppelt und schließlich auch dressiert. Der Nachfolger des Gefängnisleites Shoemaker erlaubt den Gefangenen die Vogelhaltung. Stroud hat damit einen neuen Lebenssinn und erfindet zudem ein Heilmittel für ein Fieber, an dem die Tiere häufig erkranken und sterben, auch sein Sperling. Über dieses Mittel macht er Bekanntschaft mit der Witwe Stella Johnson, die umfangreiche Interessen auf dem Gebiet der Vogelzucht hat. Er und Stella kommen sich näher und schließlich heiratet er sie im Gefängnis. Strouds Mutter missfällt diese Verbindung, denn sie möchte ihren Jungen ganz für sich haben. Es kommt zum Bruch mit der Mutter, was eine weitere Verbitterung Strouds zur Folge hat.

Nach einer neuen Verordnung des Bundesamtes für Strafvollzug muss der Gefängnisleiter dann auch noch die Vogelzucht verbieten. Nach öffentlichen Protesten wird ihm die Vogelhaltung vom Bundesamt unter Auflagen wieder erlaubt. Seine Begnadigungsgesuche werden aber stets abgelehnt. Eines Nachts wird er nach Alcatraz verlegt, wo Shoemaker inzwischen neuer Direktor ist, und muss dabei seine Vögel endgültig aufgeben. Stroud schreibt mehrere Bücher, darunter ein Buch über den Strafvollzug, das die harten Bedingungen anprangert. Er selbst hat sich nach den langen Haftjahren in seinem Wesen sehr zum Positiven verändert. Schließlich, nachdem Shoemaker verstorben ist, wird er in ein anderes Gefängnis verlegt, wo man seine Haftbedingungen erleichtern wird.

KritikenBearbeiten

„In nüchternem Reportagestil angelegter Film, der trotz etlicher Härten mit einer zutiefst humanen und lebensbejahenden Botschaft aufwartet. Überzeugend und intensiv: Burt Lancaster in der Titelrolle.“ Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1996.

AuszeichnungenBearbeiten

VeröffentlichungBearbeiten

Der Film lief am 2. Oktober 1962 in den bundesdeutschen Kinos an. Im deutschen Fernsehen war er erstmals am 30. Oktober 1972 im Abendprogramm des ZDF zu sehen.[3]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Der Gefangene von Alcatraz. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 28467/V).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. spätere Auflagen nur noch unter dem Titel Der Gefangene von Alcatraz
  3. Filmdienst.de und Spiegel.de.