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Der Arzt von Stalingrad (Film)

Film von Géza von Radványi (1958)

Der Arzt von Stalingrad ist ein 1957 entstandener Spielfilm, eine Mischung aus Kriegsgefangenen- und Liebesdrama, von Géza von Radványi. Die Titelrolle in dieser Adaption von Heinz G. Konsaliks gleichnamigen, 1956 veröffentlichten Erfolgsroman, spielte O. E. Hasse. Eva Bartok und Walter Reyer geben das Liebespaar unter widrigsten Umständen, Hannes Messemer ist als beider Widersacher zu sehen.

Filmdaten
OriginaltitelDer Arzt von Stalingrad
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch, Russisch
Erscheinungsjahr1958
Länge110 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieGéza von Radványi
DrehbuchWerner P. Zibaso
ProduktionIlse Kubaschewski
Walter Traut
MusikSiegfried Franz
KameraGeorg Krause
SchnittRené Le Hénaff
Besetzung

und Pino Demschick, Erich Ebert, Curt Linda, Rolf Kralovitz, Willy Schultes, Horst G. Loska, Willy Auerswald, Franz Essel, Hans von Morhart

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Stalingrad zum Jahresbeginn 1943. Die Schlacht ist entschieden, die 6. Armee von Generalfeldmarschall Friedrich Paulus musste im eisigen Winter am Wolgabogen kapitulieren. Zigtausende deutsche Wehrmachtssoldaten, die nicht gefallen oder erfroren sind, müssen den beschwerlichen Weg in die Kriegsgefangenenlager antreten. Unter ihnen befindet sich auch der Stabsarzt Dr. Fritz Böhler, der sich trotz aller Widrigkeiten seine Mitmenschlichkeit bewahrt hat. Er landet im Lager 5110/47. Gegen alle Widrigkeiten versucht der schon etwas ältere Mann, auch in der Gefangenschaft seinem hippokratischen Eid Folge zu leisten. Die Einschränkungen der russischen Bewacher sind rigide, doch mit viel List und Improvisationskunst gelingt es ihm und seinen Helfershelfern, dem einfallsreichen Sanitäter Pelz und dem idealistischen Oberarzt Sellnow, immer wieder, die Verbote der sowjetischen Lagerleitung zu umgehen und mit einfachsten Mitteln das Leid der Mitgefangenen zu lindern. Als man ihm eines Tages eine schwere Operation an einem Mithäftling untersagen will, umgeht Böhler dieses Verbot und riskiert damit, von den Russen erschossen zu werden. Dank des ärztlichen Eingriffs durch den Arzt von Stalingrad wird das Leben des Mannes gerettet.

Erschwert wird das tagtägliche Leben der Häftlinge nicht nur durch die Arbeit eines deutschen Spitzels in sowjetischen Diensten, Walter Grosse, der seine Tätigkeit mit dem Leben bezahlen muss, sondern auch durch die sowjetische Lagerärztin Alexandra Kasalinsskaja, die gegenüber jedem Deutschen einen tiefen Hass pflegt, seitdem ihr Mann im Krieg gegen die Invasoren gefallen ist. Auch Oberleutnant Pjotr Markow, der in Alexandra verliebt ist und sich mit zahlreichen Schikanen gegen die deutschen Gefangenen ihr gegenüber zu profilieren versucht, erweist sich als „harter Hund“, der seine Anweisungen unbedingt eins zu eins durchgesetzt sehen will. Die Lage entspannt sich erst in dem Moment langsam, als sich zwischen der Russin und dem Oberarzt Sellnow zarte Gefühle anbahnen und als dank deutschen Medizinergeschicks das Leben des Sohns des Lagerkommandanten Worotilow gerettet wird. Alexandra Kasalinsskaja, bislang von eisiger Härte gegen sich und alle anderen geprägt, beginnt ihre Haltung gegenüber den Deutschen zu überdenken und zeigt nun auch mehr Mitmenschlichkeit.

Doch sie wie auch Sellnow weiß, dass ihre erblühende Liebe keine Zukunft haben kann. Immerhin kann Dr. Sellnow eine bessere medizinische Versorgung für seine Kameraden erwirken, auch wenn ihn einige Mitgefangene gerade wegen dieser Liaison misstrauisch beäugen und ausgrenzen. Alexandra wiederum weiß genau, dass ihre Romanze mit der „faschistischen Bestie“, wie es im Sowjetpropaganda-Jargon heißt, auf scharfe Ablehnung stoßen und schwerste Konsequenzen nach sich ziehen würde, sollte diese Beziehung bei ihren Vorgesetzten publik werden. Tatsächlich erfährt Oberleutnant Markow davon und beginnt nun eifersüchtig, seinem Rivalen um die Gunst der Frau das Leben zur Hölle zu machen. Sellnow bezahlt seine Liebe mit dem Leben, und Alexandra wird aus dem Lager abgezogen und in die Verbannung nach Sibirien geschickt.

Historischer HintergrundBearbeiten

Der Roman wie auch der Film orientiert sich an Ereignissen rund um den Arzt (Chirurg) Dr. Ottmar Kohler, der sich zum Jahresbeginn 1943 freiwillig in den Kessel von Stalingrad begab, um die dortigen deutschen Soldaten bei ihrer anstehenden Kriegsgefangenschaft medizinisch betreuen zu können.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Der Film wurde von der Produktionsfirma KG Divina GmbH & Co. hergestellt. Die Firma gehörte Ilse Kubaschewski, die zugleich Inhaberin des Erstverleihs Gloria-Film GmbH & Co. Filmverleih KG war. Willi Schatz und Robert Stratil entwarfen die Filmbauten. Rudolf Zehetgruber assistierte Regisseur Radványi und Ernst Wild Chefkameramann Georg Krause. Claudia Herberg schuf die Kostüme, Helmut Ränsch sorgte für den Ton.

Der Arzt von Stalingrad wurde am 20. Februar 1958 in Stuttgarts Gloria-Palast uraufgeführt. In Österreich konnte man den Film ab dem 21. März 1958 sehen.

KritikenBearbeiten

Paimann’s Filmlisten resümierte: „Ein bitteres Thema versöhnlich behandelt; von sachlicher Regie und, Menschlichstes bloßlegend ... Wirkung: bemerkenswert packend.“[1]

In der ARD-Programm-Information heißt es: „In der beklemmenden Atmosphäre eines russischen Kriegsgefangenenlagers erzählt der Film von Menschen, die in einer von Ideologien, Gewalt und Hass geprägten Zeit versuchen, ihre Haltung nicht zu verlieren.“[2]

„In Regie und Darstellung überzeugende Konsalik-Verfilmung, jedoch durch die Kolportageelemente des Drehbuches in ihrer Aussage abgeschwächt.“

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten