Denkpsychologie

Richtung der Psychologie

Die Denkpsychologie ist eine Richtung der Psychologie, die sich mit der wissenschaftlichen Erforschung des Denkens befasst. Damit ist nicht die Logik gemeint, sondern Gedanken als psychisches Erlebnis oder Vorgang. Heutzutage ist die Denkpsychologie keine eigenständige Disziplin der Psychologie, sondern deren Inhalte werden in der Allgemeinen Psychologie, speziell der Kognitionspsychologie, erforscht.

Die Denkpsychologie wird vor allem mit der Würzburger Schule in Verbindung gebracht. Ihr Ausgangspunkt war die Assoziationspsychologie, die Hermann Ebbinghaus vertrat. Gegenüber der Assoziation konnten andere Zusammenhänge zwischen einzelnen Gedanken (Inhalten) gefunden werden.

Am Beginn des 20. Jahrhunderts leitete Oswald Külpe die Forschergruppe in Würzburg, daher Würzburger Schule. Sie und die Gestaltpsychologie waren die Schulen, die eine elaborierte Denkpsychologie entwickelten. Hierzu zählen drei Hauptgebiete:

  1. das Problemlösen,
  2. das logische Schließen,
  3. die Begriffsbildung.

Auch das induktive Denken wird von der Denkpsychologie untersucht. Problematisch war an den Methoden, dass sie oft auf Selbstbeobachtung setzten. Eine wichtige Frage ist, ob auch Tiere denken können. Ferner, in welchem Ausmaß die Anschauung dem Denken zugrundeliegt.

Bedeutende Vertreter der Denkpsychologie sind u. a. Oswald Külpe, Karl Duncker, Narziß Ach, Wilhelm Wundt, Karl Bühler und Max Wertheimer.

Methoden der wissenschaftlichen ErforschungBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  1. Geschichte, Begriffs- und Problemlöseforschung, Intelligenz. 1984, ISBN 3-17-008366-X.
  2. Schlußfolgern, Urteilen, Kreativität, Sprache, Entwicklung, Aufmerksamkeit. 1986, ISBN 3-17-008367-8.
  • Hans Spada: Allgemeine Psychologie. Verlag Hans Huber, Bern 2006, ISBN 3-456-84084-5.
  • Thomas Städtler: Lexikon der Psychologie. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-520-83501-0.
  • Michael R. Waldmann, Momme von Sydow: Wissensbildung, Problemlösen und Denken. In: Kurt Pawlik (Hrsg.): Handbuch Psychologie. Springer Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-540-22178-6, Kap. 15.