Hauptmenü öffnen
DENK
27. Tunahan Kuzu.jpg
Partei­führer Tunahan Kuzu
Partei­vor­sit­zender Selçuk Öztürk
Fraktionsvorsitzender Zweite Kammer Tunahan Kuzu
Gründung 9. Februar 2015
Ausrich­tung Identitätspolitik
Multikulturalismus[2]
Sozialdemokratie[3]
Sitze in der Ersten Kammer
0/75
Sitze in der Zweiten Kammer
3/150
Sitze im Europäischen Parlament
0/26
Mitglie­derzahl 3678
(1. Januar 2019)[1]
www.bewegingdenk.nl

DENK bzw. die Denk-Bewegung (niederländisch Beweging DENK, Denk ist niederländisch für deutsch „Denke“ und türkisch für „gleichwertig“) ist eine kleine Partei in den Niederlanden. Sie richtet sich zwar nach eigenen Angaben an alle Niederländer,[4] positioniert sich aber als Partei der (muslimischen) Einwanderer; gewählt wird sie vor allem von Türkeistämmigen.[5] In den Niederlanden leben etwa 400.000 Menschen mit Wurzeln in der Türkei.

Sie wurde von Tunahan Kuzu und Selçuk Öztürk, zwei türkischstämmigen Abgeordneten der Zweiten Kammer der Generalstaaten, gegründet, nachdem sie am 13. November 2014 die sozialdemokratische Partei der Arbeit (PvdA) verlassen hatten. Am 9. Februar 2015 gaben sie ihrer Gruppe bzw. Fraktion den Namen DENK und veröffentlichten ein politisches Manifest zur Gründung einer Bewegung für Migranten und für eine „tolerante und solidarische Gesellschaft“, die u. a. ein Register für Rassismus fordert.[6]

Wahl zur Zweiten Kammer 2017Bearbeiten

Im Programm für die Parlamentswahl in den Niederlanden 2017 wird im Zusammenhang mit der Armenierfrage, d. h. dem türkisch-osmanischen Völkermord an den Armeniern, ein Leid sowohl der türkischen als auch der armenischen Seite betrauert und gleichzeitig eine „unabhängige internationale Untersuchung“ gefordert, da es „keinen Konsens“ für den Tatbestand des Völkermordes gebe.[4]

Kuzu tritt konfrontativ auf; zum Beispiel äußerte er, er habe Indizien, dass bei schwerkranken Älteren mit ausländischen Wurzeln „der Stecker schneller gezogen wird“.[7] Denk wird vorgeworfen, ausdrücklich das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten mit Migrationshintergrund anzuprangern. Beispielsweise forderte Denk bei der Parlamentsabstimmung über den Völkermord an den Armeniern eine namentliche Abstimmung. Denk veröffentlichte daraufhin ein Video, das die türkeistämmigen Abgeordneten mit Namen und Foto zeigte, wenn sie mit Ja gestimmt haben.[8] Die Kammervorsitzende Khadija Arib kritisierte das Video scharf und nannte das Verhalten von Denk als eines Kammermitgliedes unwürdig.[9]

Bei der Parlamentswahl 2017 erreichte Denk einen Stimmenanteil von 2,1 % und zieht mit drei Abgeordneten in die Zweite Kammer ein.

MitgliederBearbeiten

Nach der Gründung der Partei stieg die Mitgliederzahl in den ersten beiden Jahren rasant an. Seither wächst die Zahl nur noch geringfügig.

Jahr Mitgliederzahl[1]
2016 1055
2017 3425
2018 3488
2019 3678

FußnotenBearbeiten

  1. a b DENK ledentallen per jaar (2016- ). In: Documentatiecentrum Nederlandse Politieke Partijen. Reichsuniversität Groningen, 12. Februar 2019, abgerufen am 23. Februar 2019 (niederländisch).
  2. nytimes.com: "A Pro-Immigrant Party Rises in the Netherlands" (englisch), abgerufen am 13. März 2017.
  3. [1]
  4. a b S. 57 Wahlprogramm
  5. Klaus Max Smolka auf FAZ.net: Wilders rückt die Niederlande in den Blick. 10. Januar 2017. Abgerufen am 16. März 2017
  6. bewegingdenk.nl – Politisches Manifest der DENK. Abgerufen am 16. März 2017
  7. faz.net: Was passiert, wenn Wilders gewinnt?
  8. Thijs Niemantsverdriet: Denk: profileer je als slachtoffer en sla hard terug. 29. April 2016, abgerufen am 16. März 2017 (niederländisch).
  9. Emile Kossen: Kamervoorzitter Arib overhoop met DENK: ‘Video’s zijn Kamerlid onwaardig’. (Nicht mehr online verfügbar.) 28. Juni 2016, archiviert vom Original am 17. März 2017; abgerufen am 16. März 2017 (niederländisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.elsevier.nl