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Demografie Grönlands

Entwicklung der Bevölkerung in Grönland

SiedlungsgeschichteBearbeiten

 
Ethnische Zusammensetzung nach Ort

Grönland wurde erstmals im 3. Jahrtausend v. Chr. von Inuit bevölkert. Verschiedene Inuit-Kulturen folgten dabei aufeinander. Um das 10. Jahrhundert wurde Grönland erstmals von Wikingern gesichtet. Die erste Betretung erfolgte durch Snæbjǫrn galti. Erik der Rote war der derjenige, der im Jahr 985 die erstmalige Besiedelung Grönlands durch Europäer führte. Im 15. Jahrhundert starben die germanischen Grönländer aus.[1]

Ab 1721 wurde Grönland von Hans Egede neu erforscht, was die wichtigste Wende der grönländischen Siedlungsgeschichte darstellt. In den folgenden Jahren begann die Besiedelung Grönlands durch Dänen und Norweger mit dem fortschreitenden Aufbau staatlicher Strukturen ab der Einsetzung der ersten beiden Inspektoren 1782, Johan Friedrich Schwabe und Bendt Olrik. Dabei wurden viele Orte neugegründet durch die Errichtung von Handels- und Missionarsstationen. Nahezu alle heutigen größeren Orte an der Westküste gehen auf eine Gründung Egedes oder Anders Olsens zurück, wenngleich viele zuvor schon von Inuit besiedelt waren.[2]

Vor den 1780er Jahren kam es vermehrt zu Ehen zwischen europäischen Männern und grönländischen Frauen, bis diese 1782 durch Den Kongelige Grønlandske Handel offiziell untersagt wurden. Keine 20 Jahre später wurden diese Regelungen aber wieder gelockert.[3] Dadurch haben heute 80 % der Grönländer europäische Vorfahren, wobei der Durchschnittsanteil europäischer Gene bei 25 % liegt. Lediglich in Tasiilaq, Qaanaaq und der jeweiligen Umgebung sowie in kleineren Dörfern an der Südküste ist der Anteil europäischer Gene unterdurchschnittlich gering. Im Distrikt Ammassalik liegt der Anteil an genetisch reinen Inuit bei etwa 90 %.[4]

Nationale BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner-
zahl
Jährlicher
Zuwachs[5]
1805 6.046
1840 7.877 0,87 %
1860 9.648 1,12 %
1880 9.720 0,04 %
1901 11.893 1,06 %
1911 13.459 1,32 %
1921 14.355 0,67 %
1930 16.901 1,97 %
1946 21.412 1,67 %
1951 23.642 2,08 %
1956 27.101 2,93 %
1961 33.140 4,46 %
1962 34.312 3,54 %
1963 35.499 3,46 %
1964 36.967 4,14 %
1965 37.815 5,00 %
1966 39.615 2,06 %
1967 42.102 6,28 %
1968 43.792 4,91 %
1969 45.639 4,22 %
1970 46.331 1,52 %
1971 46.532 0,43 %
1972 47.935 3,02 %
1973 48.581 1,35 %
1974 49.468 1,83 %
1975 49.502 0,07 %
1976 49.666 0,33 %
1977 49.717 0,10 %
1978 49.147 −1,15 %
1979 49.337 0,39 %
1980 49.773 0,88 %
1981 50.643 1,75 %
1982 51.435 1,56 %
1983 51.903 0,91 %
1984 52.347 0,86 %
1985 52.940 1,13 %
1986 53.406 0,88 %
1987 53.733 0,61 %
1988 54.524 1,47 %
1989 55.170 1,18 %
1990 55.557 0,70 %
1991 55.616 0,11 %
1992 55.381 −0,42 %
1993 55.113 −0,48 %
1994 55.415 0,55 %
1995 55.728 0,56 %
1996 55.859 0,24 %
1997 55.967 0,19 %
1998 56.072 0,19 %
1999 56.084 0,02 %
2000 56.121 0,07 %
2001 56.242 0,22 %
2002 56.512 0,48 %
2003 56.675 0,29 %
2004 56.825 0,26 %
2005 56.969 0,25 %
2006 56.899 −0,12 %
2007 56.645 −0,45 %
2008 56.458 −0,33 %
2009 56.193 −0,47 %
2010 56.452 0,46 %
2011 56.615 0,29 %
2012 56.749 0,24 %
2013 56.370 −0,67 %
2014 56.282 −0,16 %
2015 55.983 −0,53 %
2016 55.847 −0,24 %
2017 55.860 0,02 %
2018 55.877 0,03 %
2019 55.992 0,21 %

Es ist weitestgehend unbekannt, wie viele Menschen Grönland vor der Kolonialisierung bewohnten. Für 1802 wurde eine koloniale Gesamtbevölkerung von 20.000 Bewohnern geschätzt.[6] Dabei hatte man sich vollkommen überschätzt. Andere Quellen sprechen von 10.000 bis 30.000 Einwohnern in präkolonialer Zeit, allerdings zählte man 1805, also etwa 80 Jahre nach der Bevölkerungszuwanderung aus Europa nur 6046 Personen. 1721 sollen es wohl etwa acht Tausend gewesen sein, aber eine importierte Epidemienwelle dezimierte die Bevölkerung stark. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts blieb die Bevölkerungszahl noch vierstellig.[7] Ab 1901 führte man zehnjährliche Zensus durch, später fünfjährliche, seit 1961 wird die Bevölkerung jährlich gezählt und seit 2011 halbjährlich. In diesen ist zu erkennen, wie die Bevölkerungszahl erst mit durchschnittlichen Werten von 1 % pro Jahr stieg, bevor es nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem rasanten Bevölkerungswachstum kam, das mit einem Bevölkerungszuwachs von 6,28 % von 1966 bis 1967 seinen Höhepunkt fand. Anschließend ging das Wachstum nach dieser etwa zwanzigjährigen Hochphase wieder massiv zurück. Für das Jahr 1978 kam es erstmals zu einer Bevölkerungsabnahme. Nach einer weiteren langsamen Zunahme begann die Einwohnerzahl ab den 1990er Jahren zu stagnieren. Das Jahr mit der höchsten gemessenen Einwohnerzahl des Landes war 2005, als 56.969 Personen in Grönland lebten. Seitdem geht die Bevölkerungszahl tendenziell eher zurück.[8][9]

Als Quelle für die Werte der nebenstehenden Tabelle dienen:

  • 1805–1880: [7]
  • 1901–1976: [8]
  • 1977–2019: [9]

Geburten und TodeBearbeiten

Jahr Geburten Tode Überschuss
1950 1129 539 590
1951 999 550 449
1952 1034 475 559
1953 1109 398 711
1954 1136 388 748
1955 1234 375 859
1956 1293 351 942
1957 1361 337 1024
1958 1410 290 1120
1959 1491 285 1206
1960 1586 256 1330
1961 1644 292 1352
1962 1610 361 1249
1963 1671 279 1392
1964 1797 329 1468
1965 1738 337 1401
1966 1781 329 1452
1967 1685 314 1371
1968 1576 333 1243
1969 1310 311 999
1970 1144 283 861
1971 1028 289 739
1972 948 295 653
1973 940 339 601
1974 866 332 534
1975 815 313 502
1976 859 348 511
1977 918 373 545
1978 870 309 561
1979 900 393 507
1980 1034 380 654
1981 1056 381 675
1982 1052 408 644
1983 994 433 561
1984 1054 439 615
1985 1152 435 717
1986 1055 445 610
1987 1104 445 659
1988 1213 432 781
1989 1210 455 755
1990 1258 467 791
1991 1192 458 734
1992 1237 441 796
1993 1180 432 748
1994 1139 445 694
1995 1101 480 621
1996 1051 444 607
1997 1095 492 603
1998 980 457 523
1999 945 479 466
2000 879 450 429
2001 942 466 476
2002 954 446 508
2003 879 411 468
2004 892 479 413
2005 886 465 421
2006 842 440 402
2007 853 452 401
2008 834 428 406
2009 895 437 458
2010 869 510 359
2011 821 476 345
2012 786 453 333
2013 820 444 376
2014 805 461 344
2015 854 472 382
2016 830 487 343
2017 853 499 354
2018 819 487 332

Geburten- und Todeszahlen werden seit 1950 erfasst.[10] 1951 lag die Geburtenrate bei 42,3 Geburten pro 1000 Einwohnern. 1964 war diese auf 48,6 gestiegen. Im Folgenden ging sie stark zurück und betrug 2018 14,7 Geburten pro 1000 Einwohner. Im selben Zeitraum bewegte sich die Sterberate von 23,3 Todesfällen pro 1000 Einwohnern im Jahr 1951 über 6,1 im Jahr 1970 hin zu 8,7 Todesfällen pro 1000 Einwohnern im Jahr 2018. Diese Zahlen bedeuten einen bis heute vorhandenen Geburtenüberschuss, der nach einem extremen Höhepunkt 1961 mit 40,8 mehr Geburten als Todesfällen mit leicht sinkender Tendenz im Jahr 2018 bei 5,9 lag.

FertilitätBearbeiten

Die Fertilitätsrate grönländischer Frauen schwankt seit 1977 zwischen 1,9 und 2,5 Kindern pro Frau, wobei der Höhepunkt in die 1990er Jahre einzuordnen ist.[11] Mit solchen Werten bewegt sich Grönland im internationalen Vergleich am oberen Ende der Staaten Europas und Kanadas sowie der USA. Der Mittelwert von 2,03 Kindern pro Frau zwischen 2010 und 2015 wurde in der Liste der Länder nach Geburtenrate von keinem dieser Länder überboten. Die höchsten Werte hatten Irland, Island und Frankreich mit 2,00 bzw. 1,98 Kindern pro Frau. Die Geburtenrate war mit 14,6 in diesem Zeitraum ähnlich einzuordnen, da sie nur von Irland überboten wurde.

MortalitätBearbeiten

Die Sterberate Grönlands ist mit einem durchschnittlichen Wert zwischen 2010 und 2015 von 8,3 Todesfällen pro 1000 Einwohnern in der Liste der Länder nach Todesrate im unteren europäischen Mittelfeld zu finden. Der Wert wird durch zwei Faktoren beeinflusst. Der Babyboom fand, bedingt durch eine Verbesserung der medizinischen Lage, vor allem in Bezug auf die Bekämpfung von Tuberkulose,[12] in den 1960er Jahren statt, wodurch heute 17,0 % der Bevölkerung 50 bis 59 Jahre alt ist. Zusätzlich bewirken die vergleichsweise hohen Geburtenzahlen, dass lediglich 8,5 % der Bevölkerung 2010 ein Alter von 65 Jahren überschreiten.[13] Dieser Wert liegt weit unter dem europäischen Mittelwert. Moldawien hatte 2016 in der Liste der Länder nach Altersstruktur mit 10,4 % den geringsten Seniorenanteil Europas. Die geringe Zahl an Alten wird teilweise durch die geringe Lebenserwartung relativiert. Diese wurde für Neugeborene zwischen 2011 und 2015 mit 69,7 Jahren für Männer und 74,1 Jahren für Frauen berechnet.[14] 2018 waren von 487 Verstorbenen 41, also 8,4 % noch unter 30 Jahren alt.[15] Massiven Einfluss hat die grönländische Suizidrate, die die aller unabhängigen Staaten der Welt durch mindestens das doppelte überschreitet. Diese wird auf beispielsweise auf Alkoholabhängigkeit und die arktischen Tage und Nächte zurückgeführt.[16]

 
Saarloq (2009) – Nur 8,7 % Kinder

Lokale Bevölkerungsentwicklung und AltersstrukturBearbeiten

Bevölkerungspyramide 2019
MännerAlterstufeFrauen
95+
14 
90–94
22 
55 
85–89
114 
168 
80–84
199 
432 
75–79
435 
780 
70–74
549 
1126 
65–69
876 
1837 
60–64
1408 
2417 
55–59
2019 
2731 
50–54
2348 
1781 
45–49
1494 
1636 
40–44
1337 
1964 
35–39
1783 
2169 
30–34
2116 
2418 
25–29
2270 
2149 
20–24
2045 
1802 
15–19
1761 
1950 
10–14
1850 
2024 
5–9
1861 
2097 
0–4
1952 

Die Bevölkerungspyramide Grönlands ist am besten mit der Zwiebel- oder Tannenbaumform zu beschreiben. Einer durch die geringe Lebenserwartung eher kleinen Zahl an Alten folgt eine hohe Zahl mittelalter Personen. Mit erkennbaren Peaks der um 1990 und 2015 geborenen Kinder- und Enkelgeneration geht die Personenzahl der nachfolgenden Altersstufen aber zurück.[17]

Das Erreichen eines Alters über 90 stellt bereits eine Seltenheit dar, die nicht selten mit einem Zeitungsartikel gewürdigt wird.[18] Insgesamt sind nur drei Grönländerinnen mit einem erreichten Alter von über 100 Jahren dokumentiert, darunter Henrik Lunds Ehefrau Malene Lund (1877–1979). Ältester lebender Grönländer ist zurzeit der am 21. Februar 1919 geborene Kioskbesitzer Anton Geisler, der zudem vor Henriks und Malenes Sohn Christian Adolf (1912–2010) der älteste männliche Grönländer jemals ist.[19]

Auffällig ist zudem die geschlechtliche Ungleichverteilung: 52,8 % der Bevölkerung sind männlich.[20]

OrteBearbeiten

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über alle heutigen Orte mit Stadt- oder Dorfstatus mit einem Vergleich der Bevölkerungszahlen zwischen 1977 und 2019 und der Altersstruktur von 2019. Dazu kommen 20 Orte, die seit 1977 vollständig verlassen wurden und damals noch zusammengerechnet 963 Einwohner hatten. Die beiden Orte Nuugaatsiaq und Illorsuit, die Opfer des Tsunamis 2017 wurden und momentan wegen ihrer Evakuierung 4 bzw. 0 Einwohner haben, sind nicht beachtet. Nicht einberechnet sind zudem der bei Nutaarmiut liegende Weiler Ikerasaarsuk (2 Einwohner) sowie Stationspersonal und Farmbewohner, welche 1977 noch 1427 Personen ausmachten, heute jedoch nur noch 237 Personen.[21]

Die größten prozentualen Bevölkerungszunahmen seit 1977 weisen Kullorsuaq, Innaarsuit, Ikerasaarsuk, Nuuk und Tasiilaq auf, wo sich die Bevölkerungszahl jeweils mehr als verdoppelt hat. In Arsuk, Ammassivik, Saarloq und Qassimiut hingegen sind mehr als drei Viertel der Bevölkerung verschwunden. Sermiligaaq weißt mit 42,6 % den größten Bevölkerungsanteil an Minderjährigen auf. In Eqalugaarsuit sind 68,0 % der Einwohner über 40 Jahre alt, in Iginniarfik nur 25,5 %.[22]

Ort Bevölkerung Alter Ø Alter
1977 2018 Änderung <18 % 18–39 % 40–64 % ≥65 %
Aappilattoq (Nanortalik) 234 103 −56,0 % 23 22,3 % 29 28,2 % 41 39,8 % 10 9,7 % 38,3
Aappilattoq (Upernavik) 142 153 +7,7 % 35 23,0 % 51 33,6 % 59 38,8 % 7 4,6 % 34,6
Aasiaat 3347 3212 −4,0 % 797 24,8 % 1072 33,4 % 1019 31,7 % 324 10,1 % 35,2
Akunnaaq 207 67 −67,6 % 13 19,4 % 12 17,9 % 32 47,8 % 10 14,9 % 43,4
Alluitsup Paa 576 194 −66,3 % 33 17,0 % 40 20,6 % 79 40,7 % 42 21,6 % 45,1
Ammassivik 148 36 −75,7 % 9 25,0 % 7 19,4 % 19 52,8 % 1 2,8 % 39,1
Arsuk 338 83 −75,4 % 17 20,5 % 20 24,1 % 32 38,6 % 14 16,9 % 40,4
Atammik 166 201 +21,1 % 51 25,4 % 70 34,8 % 67 33,3 % 13 6,5 % 34,7
Attu 364 202 −44,5 % 50 24,8 % 62 30,7 % 74 36,6 % 16 7,9 % 36,1
Eqalugaarsuit 170 50 −70,6 % 6 12,0 % 10 20,0 % 17 34,0 % 17 34,0 % 47,8
Igaliku 70 24 −65,7 % 3 12,5 % 6 25,0 % 7 29,2 % 8 33,3 % 48,7
Iginniarfik 66 90 +36,4 % 27 30,0 % 40 44,4 % 21 23,3 % 2 2,2 % 27,7
Ikamiut 109 86 −21,1 % 34 39,5 % 24 27,9 % 23 26,7 % 5 5,8 % 29,2
Ikerasaarsuk 45 101 +124,4 % 35 34,7 % 35 34,7 % 28 27,7 % 3 3,0 % 31,1
Ikerasak 242 237 −2,1 % 62 26,2 % 76 32,1 % 82 34,6 % 17 7,2 % 34,3
Ilimanaq 98 52 −46,9 % 9 17,3 % 14 26,9 % 23 44,2 % 6 11,5 % 42,2
Ilulissat 3572 4554 +27,5 % 1123 24,7 % 1454 31,9 % 1557 34,2 % 420 9,2 % 35,7
Innaarsuit 72 163 +126,4 % 55 33,7 % 51 31,3 % 45 27,6 % 12 7,4 % 31,8
Isertoq 196 58 −70,4 % 21 36,2 % 14 24,1 % 22 37,9 % 1 1,7 % 31,7
Itilleq 123 72 −41,5 % 17 23,6 % 18 25,0 % 33 45,8 % 4 5,6 % 37,3
Ittoqqortoormiit 397 355 −10,6 % 106 29,9 % 113 31,8 % 113 31,8 % 23 6,5 % 32,7
Kangaamiut 557 304 −45,4 % 62 20,4 % 85 28,0 % 113 37,2 % 44 14,5 % 40,0
Kangaatsiaq 397 561 +41,3 % 164 29,2 % 193 34,4 % 167 29,8 % 37 6,6 % 33,0
Kangerluk 64 17 −73,4 % 3 17,6 % 5 29,4 % 7 41,2 % 2 11,8 % 39,3
Kangerlussuaq 670 538 −19,7 % 133 24,7 % 181 33,6 % 209 38,8 % 15 2,8 % 34,1
Kangersuatsiaq 232 151 −34,9 % 38 25,2 % 49 32,5 % 49 32,5 % 15 9,9 % 34,8
Kapisillit 164 50 −69,5 % 9 18,0 % 14 28,0 % 20 40,0 % 7 14,0 % 43,0
Kitsissuarsuit 112 59 −47,3 % 14 23,7 % 20 33,9 % 16 27,1 % 9 15,3 % 36,5
Kullorsuaq 186 422 +126,9 % 151 35,8 % 135 32,0 % 116 27,5 % 20 4,7 % 29,7
Kulusuk 432 241 −44,2 % 73 30,3 % 65 27,0 % 82 34,0 % 21 8,7 % 34,2
Kuummiit 463 258 −44,3 % 80 31,0 % 71 27,5 % 84 32,6 % 23 8,9 % 34,9
Maniitsoq 2937 2582 −12,1 % 578 22,4 % 808 31,3 % 919 35,6 % 277 10,7 % 37,4
Naajaat 29 48 +65,5 % 13 27,1 % 14 29,2 % 15 31,3 % 6 12,5 % 34,7
Nanortalik 1396 1196 −14,3 % 305 25,5 % 352 29,4 % 394 32,9 % 145 12,1 % 36,4
Napasoq 250 89 −64,4 % 18 20,2 % 24 27,0 % 32 36,0 % 15 16,9 % 40,0
Narsaq 1894 1374 −27,5 % 307 22,3 % 365 26,6 % 504 36,7 % 198 14,4 % 39,6
Narsarmijit 230 62 −73,0 % 12 19,4 % 16 25,8 % 22 35,5 % 12 19,4 % 42,0
Narsarsuaq 153 124 −19,0 % 20 16,1 % 35 28,2 % 56 45,2 % 13 10,5 % 41,5
Niaqornaarsuk 298 263 −11,7 % 76 28,9 % 80 30,4 % 83 31,6 % 24 9,1 % 33,8
Niaqornat 87 41 −52,9 % 8 19,5 % 12 29,3 % 13 31,7 % 8 19,5 % 40,8
Nutaarmiut 57 45 −21,1 % 16 35,6 % 16 35,6 % 10 22,2 % 3 6,7 % 29,5
Nuuk 8545 17984 +110,5 % 4197 23,3 % 6481 36,0 % 6259 34,8 % 1047 5,8 % 34,6
Nuussuaq 143 175 +22,4 % 52 29,7 % 52 29,7 % 61 34,9 % 10 5,7 % 33,1
Oqaatsut 76 30 −60,5 % 11 36,7 % 5 16,7 % 11 36,7 % 3 10,0 % 32,8
Paamiut 2275 1334 −41,4 % 293 22,0 % 411 30,8 % 453 34,0 % 177 13,3 % 38,2
Qaanaaq 357 621 +73,9 % 175 28,2 % 176 28,3 % 221 35,6 % 49 7,9 % 34,9
Qaarsut 218 172 −21,1 % 35 20,3 % 51 29,7 % 62 36,0 % 24 14,0 % 39,4
Qaqortoq 2670 3012 +12,8 % 729 24,2 % 990 32,9 % 978 32,5 % 315 10,5 % 35,9
Qasigiannguit 1647 1075 −34,7 % 259 24,1 % 315 29,3 % 367 34,1 % 134 12,5 % 37,0
Qassiarsuk 78 37 −52,6 % 5 13,5 % 9 24,3 % 16 43,2 % 7 18,9 % 45,6
Qassimiut 154 18 −88,3 % 2 11,1 % 5 27,8 % 9 50,0 % 2 11,1 % 42,9
Qeqertaq 75 103 +37,3 % 27 26,2 % 35 34,0 % 37 35,9 % 4 3,9 % 33,4
Qeqertarsuaq 1003 854 −14,9 % 201 23,5 % 216 25,3 % 313 36,7 % 124 14,5 % 39,4
Qeqertarsuatsiaat 290 184 −36,6 % 37 20,1 % 54 29,3 % 67 36,4 % 26 14,1 % 38,9
Qeqertat 44 26 −40,9 % 8 30,8 % 8 30,8 % 10 38,5 % 0 0,0 % 31,2
Saarloq 103 23 −77,7 % 2 8,7 % 6 26,1 % 11 47,8 % 4 17,4 % 46,4
Saattut 292 240 −17,8 % 64 26,7 % 75 31,3 % 81 33,8 % 20 8,3 % 34,3
Saqqaq 161 134 −16,8 % 29 21,6 % 35 26,1 % 61 45,5 % 9 6,7 % 38,4
Sarfannguit 111 114 +2,7 % 37 32,5 % 32 28,1 % 41 36,0 % 4 3,5 % 31,8
Savissivik 129 61 −52,7 % 15 24,6 % 14 23,0 % 27 44,3 % 5 8,2 % 36,2
Sermiligaaq 156 223 +42,9 % 95 42,6 % 63 28,3 % 53 23,8 % 12 5,4 % 27,3
Siorapaluk 64 43 −32,8 % 14 32,6 % 13 30,2 % 12 27,9 % 4 9,3 % 31,9
Sisimiut 3741 5509 +47,3 % 1413 25,6 % 1795 32,6 % 1780 32,3 % 521 9,5 % 35,0
Tasiilaq 1023 2063 +101,7 % 676 32,8 % 681 33,0 % 585 28,4 % 121 5,9 % 30,8
Tasiusaq (Nanortalik) 122 44 −63,9 % 12 27,3 % 11 25,0 % 14 31,8 % 7 15,9 % 38,2
Tasiusaq (Upernavik) 172 258 +50,0 % 84 32,6 % 80 31,0 % 77 29,8 % 17 6,6 % 32,3
Tiniteqilaaq 206 106 −48,5 % 36 34,0 % 30 28,3 % 30 28,3 % 10 9,4 % 32,0
Ukkusissat 154 154 0,0 % 29 18,8 % 52 33,8 % 65 42,2 % 8 5,2 % 37,1
Upernavik 855 1073 +25,5 % 276 25,7 % 321 29,9 % 375 34,9 % 101 9,4 % 35,5
Upernavik Kujalleq 138 197 +42,8 % 65 33,0 % 73 37,1 % 50 25,4 % 9 4,6 % 29,3
Uummannaq 1155 1364 +18,1 % 312 22,9 % 455 33,4 % 465 34,1 % 132 9,7 % 36,1

DistrikteBearbeiten

Fasst man die Orte in die zugehörigen Distrikte zusammen, so zeigt sich, dass lediglich wenige Distrikte Bevölkerungszunahmen haben.[23] Vor allem der Distrikt Nuuk hat seine Bevölkerungszahl verdoppelt. Mit der obigen Tabelle ist zu erkennen, dass vor allem Qaqortoq an der Südküste, Nuuk im südlichen Westen, Sisimiut im zentralen Westen, Ilulissat im nördlichen Westen und Tasiilaq im Osten einen Zielort für Binnenmigration darstellen.

Distrikt Bevölkerung Alter
1977 2018 Änderung <18 % 18–39 % 40–64 % ≥65 %
Aasiaat 3666 3338 −8,9 % 824 24,7 % 1104 33,1 % 1067 32,0 % 343 10,3 %
Ammassalik 2552 2949 +15,6 % 981 33,3 % 924 31,3 % 856 29,0 % 188 6,4 %
Ilulissat 3982 4873 +22,4 % 1199 24,6 % 1543 31,7 % 1689 34,7 % 442 9,1 %
Ittoqqortoormiit 534 356 −33,3 % 106 29,8 % 113 31,7 % 114 32,0 % 23 6,5 %
Ivittuut 150 3 −98,0 % 0 0,0 % 0 0,0 % 3 100 % 0 0,0 %
Kangaatsiaq 1191 1217 +2,2 % 352 28,9 % 410 33,7 % 373 30,6 % 82 6,7 %
Maniitsoq 3910 3176 −18,8 % 709 22,3 % 987 31,1 % 1131 35,6 % 349 11,0 %
Nanortalik 2847 1659 −41,7 % 399 24,1 % 463 27,9 % 575 34,7 % 222 13,4 %
Narsaq 2299 1629 −29,1 % 356 21,9 % 435 26,7 % 610 37,4 % 228 14,0 %
Nuuk 9032 18221 +101,7 % 4243 23,3 % 6549 35,9 % 6348 34,8 % 1081 5,9 %
Paamiut 2688 1417 −47,3 % 310 21,9 % 431 30,4 % 485 34,2 % 191 13,5 %
Qaanaaq 746 751 +0,7 % 212 28,2 % 211 28,1 % 270 36,0 % 58 7,7 %
Qaqortoq 3152 3154 +0,1 % 754 23,9 % 1030 32,7 % 1028 32,6 % 342 10,8 %
Qasigiannguit 1756 1161 −33,9 % 293 25,2 % 339 29,2 % 390 33,6 % 139 12,0 %
Qeqertarsuaq 1067 871 −18,4 % 204 23,4 % 221 25,4 % 320 36,7 % 126 14,5 %
Sisimiut 4645 6233 +34,2 % 1600 25,7 % 2026 32,5 % 2063 33,1 % 544 8,7 %
Upernavik 2093 2686 +28,3 % 785 29,2 % 842 31,3 % 859 32,0 % 200 7,4 %
Uummannaq 2686 2212 −17,6 % 511 23,1 % 723 32,7 % 768 34,7 % 210 9,5 %

RaumordnungBearbeiten

<18 % 18–39 % 40–64 % ≥65 %
1977 Stadt 15.632 32,23 % 14.117 29,11 % 6.366 13,13 % 1.138 2,35 %
Dorf 5.974 10,46 % 3.454 7,12 % 2.047 4,22 % 462 0,95 %
Farm 90 0,19 % 67 0,14 % 46 0,09 % 7 0,01 %
2019 Stadt 11.911 21,31 % 16.198 28,98 % 16.469 29,46 % 4.145 7,41 %
Dorf 1.886 3,37 % 2.106 3,77 % 2.429 4,35 % 611 1,09 %
Farm 41 0,07 % 47 0,08 % 48 0,09 % 12 0,02 %

Vergleicht man die urbane und rurale Bevölkerungsverteilung von 1977 und 2019 miteinander, so ist zu erkennen, wie der Anteil der Bevölkerung, der in Städten lebt, von 76,8 auf 87,2 % gestiegen ist. Den größten Urbanisierungsgrad nach Altersgruppe weist die der 18- bis 39-Jährigen auf.[24] Kinder, die in den Dörfern geboren wurden, müssen in die Städte ziehen, wenn sie eine über die Mittlere Reife hinausgehende Bildung erfahren wollen. Lediglich (wenige) Städte bieten die Möglichkeit Tertiäre Bildung wahrzunehmen, sowie ein breiteres Berufsangebot, das über das traditionelle Fischen und Jagen sowie die südgrönländische Schafzucht in den Siedlungen hinausgeht.

MigrationBearbeiten

Im- und EmigrationBearbeiten

Jahr Immigration Emigration Differenz
1993 2091 2618 −527
1994 2119 2473 −354
1995 2236 2702 −466
1996 2414 2897 −483
1997 2579 2980 −401
1998 2419 2934 −515
1999 2488 2804 −316
2000 2794 2888 −94
2001 2461 2708 −247
2002 2126 2414 −288
2003 2388 2733 −345
2004 2482 2718 −236
2005 2514 2962 −448
2006 2404 3048 −644
2007 2417 2983 −566
2008 2536 3175 −639
2009 2551 2740 −189
2010 2491 2651 −160
2011 2283 2442 −159
2012 2191 2900 −709
2013 2066 2513 −447
2014 2148 2733 −585
2015 2186 2691 −505
2016 2451 2763 −312
2017 2287 2736 −449
2018 2360 2560 −200

Ein durch die deutlich höhere Geburten- als Sterberate erwartbarer Bevölkerungszuwachs findet in Grönland nicht statt. Das Land hat eine tendenzielle Bevölkerungsverminderung. Diese ist auf die hohen Emigrationszahlen zurückzuführen.[25] 50,8 % der Immigranten ziehen nach Nuuk, während 53,3 % der Emigranten aus Nuuk wegziehen.[26]

Junge Grönländer verlassen das Land häufig in Richtung Dänemark, um dort zu studieren. Die so entstehende grönländische akademische Schicht kehrt zu einem großen Teil jedoch nicht mehr nach Grönland zurück. Durch den so entstehenden Brain Drain entsteht ein Mangel an Akademikern in Grönland, welcher zu wirtschaftlichen Problemen im Land führt.[27] Gründe für die Abwanderung sind vor allem ein schlechtes Bildungssystem, Arbeitslosigkeit, Armut und Wohnraummangel, die auch zu sozialen Problemen wie Alkoholabhängigkeit, sexuellem Missbrauch, einer hohen Zahl an Gewalttaten und Selbstmorden führen. Die große Zerstreutheit der Siedlungen und der Platzmangel aufgrund der gebirgigen und eisigen Geografie des Landes verursachen hohe Lebenshaltungskosten aufgrund der hohen Transportkosten,[28] denen lediglich durchschnittliche Nettomonatslöhne von umgerechnet etwa 1860 Euro gegenüberstehen, wobei der Wert im Distrikt Nuuk mit etwa 2397 Euro noch am höchsten ist, im Distrikt Qaanaaq mit 1192 Euro am geringsten.[29]

91 % der zwischen 1993 und 2012 ausgewanderten Grönländer haben das Land Richtung Dänemark verlassen.[27]

BinnenmigrationBearbeiten

 
Sisimiut (2016) – Zweitgrößte Stadt und ein weiteres Ziel der Binnenmigration

Grönland besteht aus etwa 80 Siedlungen, welche in 18 Distrikte eingeteilt sind, welche wiederum zu fünf Kommunen zusammengefasst werden. Dazu kommen zwei gemeindefreie Gebiete. 1977 waren noch etwa 120 Siedlungen bewohnt. Lediglich 13 Orte hatten am 1. Januar 2019 über Tausend Einwohner, 45 überschritten eine Bevölkerungszahl von Hundert Personen. Im Jahr 1977 verfügten 13 Orte über eine vierstellige Einwohnerzahl und 62 über eine mindestens dreistellige.[30]

In den 1960er Jahren fasste man den Plan kleine Siedlungen zu entvölkern, da sie wirtschaftlich nicht rentabel waren. Die infrastrukturelle Aufrechterhaltung lohnte sich kaum, vor allem in Anbetracht dessen, dass es teils Dutzende bis Hunderte Kilometer Seeweg bis zum nächsten Ort sind. Beispielsweise sind es heute 780 km von Ittoqqortoormiit bis zum nächsten grönländischen Ort, Sermiligaaq. Zum Auffang der Dorfbevölkerung wurden große Wohnblocks wie Blok P und Neubaugebiete errichtet, vor allem in der Hauptstadt Nuuk, wo sie heute noch das Stadtbild entscheidend prägen. Durch die Urbanisierung wollte man den Menschen zudem die Möglichkeit für mehr Arbeitsplätze und höhere Bildung bieten, da die Dörfer nahezu ausnahmslos von Fischfang und Jagd lebten und leben. Es wurden in der folgenden Zeit Siedlungen teils mit Zwanganwendung zu Geisterorten gemacht. Davon gibt es heute schätzungsweise über Hundert. Heute ist es nicht mehr das Ziel die Urbanisierung weiter voranzutreiben, was jedoch ein laufender Prozess ist. Jedes Dorf hat zwar eine Schule, aber für eine höhere Schulbildung oder ein Studium müssen junge Bewohner das Dorf verlassen, um ein Gymnasium in einer Stadt zu besuchen oder ein Studium in Nuuk oder Dänemark aufzunehmen. Selten kehren diese dann in die Siedlungen zurück, sodass es neben genereller Abwanderung zu einem Anstieg des Durchschnittsalters in den Dörfern kommt.[31] Das Dorf Qeqertat im Distrikt Qaanaaq gehört heute zu den kleinsten Dörfern Grönlands. Ab 1988 sollte es wie Moriusaq oder Qeqertarsuaq entvölkert werden, was jedoch nicht vollständig geschah. Die 26 Einwohner leben wohnen 1300 km nördlich des Polarkreises unter anderem ohne Strom. Im März 2018 wurde beschlossen, dass Qeqertat wieder finanziell und infrastrukturell gefördert werden soll, was als Zeichen einer gewünschten Desurbanisierung gewertet werden kann.[32]

Migrationstendenzen erfolgen üblicherweise von den Dörfern in die Städte, von dort nach Nuuk und von dort nach Dänemark. Dies zeigt sich auch darin, dass 2018 lediglich die Distrikte Nuuk (184), Maniitsoq (50). Ammassalik (29), Aasiaat (26) und Ilulissat (10) positive Binnennettomigrationszahlen aufweisen.[33]

NationalitätenBearbeiten

Staatsbürgerschaft Zahl
Danemark  Dänemark 54.880
Sonst. Afrika 8
Sonst. Amerika 20
Sonst. Asien 16
Belgien  Belgien 1
Bulgarien  Bulgarien 10
China Volksrepublik  Volksrepublik China 62
Deutschland  Deutschland 44
Sonst. Europa 2
Finnland  Finnland 11
Frankreich  Frankreich 15
Indien  Indien 1
Iran  Iran 2
Irland  Irland 3
Island  Island 127
Italien  Italien 6
Japan  Japan 2
Kanada  Kanada 15
Kroatien  Kroatien 2
Lettland  Lettland 1
Litauen  Litauen 5
Marokko  Marokko 2
Niederlande  Niederlande 6
Norwegen  Norwegen 56
Osterreich  Österreich 2
Ozeanien 4
Pakistan  Pakistan 2
Philippinen  Philippinen 290
Polen  Polen 39
Portugal  Portugal 2
Rumänien  Rumänien 11
Russland  Russland 6
Schweden  Schweden 74
Schweiz  Schweiz 2
Slowakei  Slowakei 2
Spanien  Spanien 12
Thailand  Thailand 182
Turkei  Türkei 2
Ungarn  Ungarn 2
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 46
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 13
Vietnam  Vietnam 2
unbekannt 2

Grönland hat einen Ausländeranteil von 2,0 %. Allein 42,4 % der Ausländer in Grönland stammen aus den Philippinen oder Thailand. Weitere 24,1 % kommen aus den übrigen vier skandinavischen Ländern.[34] Asiaten in Grönland sind vor allem als Arbeitsmigranten tätig, werden aber häufig Opfer von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.[35]

Von den 55.992 Einwohnern, die Grönland am 1. Januar 2019 hatte, sind 50.252 in Grönland geboren und 5740 außerhalb, was einem Prozentsatz von 10,3 % entspricht.[36]

PrognosenBearbeiten

In der neusten Prognose von 2018 geht man davon aus, dass die Bevölkerungszahl bis 2050 auf 47.444 Einwohner sinken wird.[37] Einen großen Einfluss wird hier die wachsende Sterberate haben, wenn die Jahrgänge des Babybooms der 1960er Jahre ihr Lebensende erreichen. Diese führt jedoch vorher noch zu einer Senkung des Anteils der Personen im Erwerbsfähigen Alter auf etwa 61 % Mitte der 2030er Jahre.[38] Im Vergleich dazu wird für Deutschland 2040 ein Wert von circa 55 % erwartet. Es wird zudem davon ausgegangen, dass der Ausländeranteil von etwa 10 % konstant bleibt und erst ab Mitte der 2030er Jahre auf 11 % steigen wird.[39]

Jahr Einwohnerzahl Personen im
Erwerbsfähigen
Alter (15–64)
% davon in
Grönland
geboren
%
2020 55.764 37.624 67,5 % 50.014 89,7 %
2021 55.678 37.353 67,1 % 49.919 89,7 %
2022 55.565 37.077 66,7 % 49.811 89,6 %
2023 55.432 36.774 66,3 % 49.690 89,6 %
2024 55.281 36.387 65,8 % 49.559 89,6 %
2025 55.105 35.983 65,3 % 49.410 89,7 %
2026 54.905 35.556 64,8 % 49.246 89,7 %
2027 54.675 35.129 64,3 % 49.061 89,7 %
2028 54.426 34.710 63,8 % 48.862 89,8 %
2029 54.157 34.225 63,2 % 48.645 89,8 %
2030 53.872 33.693 62,5 % 48.413 89,9 %
2031 53.565 33.225 62,0 % 48.159 89,9 %
2032 53.249 32.760 61,5 % 47.894 89,9 %
2033 52.922 32.398 61,2 % 47.612 90,0 %
2034 52.598 32.096 61,0 % 47.324 90,0 %
2035 52.268 31.935 61,1 % 47.024 90,0 %
2036 51.941 31.842 61,3 % 46.720 89,9 %
2037 51.614 31.783 61,6 % 46.408 89,9 %
2038 51.288 31.737 61,9 % 46.089 89,9 %
2039 50.964 31.704 62,2 % 45.763 89,8 %
2040 50.641 31.667 62,5 % 45.435 89,7 %
2041 50.320 31.602 62,8 % 45.105 89,6 %
2042 49.999 31.514 63,0 % 44.774 89,5 %
2043 49.678 31.393 63,2 % 44.440 89,5 %
2044 49.359 31.260 63,3 % 44.107 89,3 %
2045 49.040 31.076 63,4 % 43.772 89,3 %
2046 48.722 30.847 63,3 % 43.442 89,2 %
2047 48.404 30.603 63,2 % 43.114 89,1 %
2048 48.083 30.339 63,1 % 42.784 89,0 %
2049 47.764 30.070 63,0 % 42.458 88,9 %
2050 47.444 29.780 62,8 % 42.137 88,8 %

WeblinksBearbeiten

  Commons: Demografie Grönlands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marc Carlson: History of Medieval Greenland bei idrisi.narod.ru
  2. Magazin für die neueste Geschichte der protestantischen Missions- und Bibelgesellschaften. Evangelische Missions-Gesellschaft in Basel. 1825.
  3. Inge Seiding: Colonial Categories of Rule – Mixed Marriages and Families in Greenland around 1800. bei kontur.au.dk
  4. I. Moltke, M. Fumagalli, T. S. Korneliussen, J. E. Crawford, P. Bjerregaard, M. E. Jørgensen, N. Grarup, H. C. Gulløv, A. Linneberg, O. Pedersen, T. Hansen, R. Nielsen, A. Albrechtsen: Uncovering the genetic history of the present-day Greenlandic population. In: American Journal of Human Genetics. Band 96, Nummer 1, Januar 2015, S. 54–69, doi:10.1016/j.ajhg.2014.11.012, PMID 25557782, PMC 4289681 (freier Volltext).
  5. Bis einschließlich 1961 ist hier der Quotient aus Zuwachs und vergangenen Jahren angegeben.
  6. James Bell: A System of Geography, Popular and Scientific: Or A Physical, Political, and Statistical Account of the World and Its Various Divisions, Band 5. A. Fullarton and Company. 1831.
  7. a b Ole Marquardt: Greenland’s demography, 1700–2000: The interplay of economic activities and religion. Études/Inuit/Studies. 2002.
  8. a b Einwohnerzahlen 1901–2076 bei bank.stat.gl
  9. a b Einwohnerzahlen 1977–2019 bei bank.stat.gl
  10. Geburten und Todesfälle 1950–2018 bei bank.stat.gl
  11. Fertilität 1977–2015 bei bank.stat.gl
  12. Amalie Jessen: Traditional occupations of indigenous and tribal peoples: Emerging trends. Internationale Arbeitsorganisation. 2000.
  13. Bevölkerung nach Alter 2019 bei bank.stat.gl
  14. Lebenserwartung 2011–2015 bei bank.stat.gl
  15. Todesfälle 2018 nach Alter bei bank.stat.gl
  16. Jason George: The Suicide Capital of the World bei slate.com
  17. Einwohnerzahlen nach Alter und Geschlecht 2019 bei bank.stat.gl
  18. Kisea Berthelsen fylder 90 år in der Sermitsiaq
  19. List of oldest people from Greenland im Gerontology Wiki bei Wikia
  20. Einwohnerzahlen nach Geschlecht 2019 bei bank.stat.gl
  21. Einwohnerzahlen nach Siedlungstyp 1977 und 2019 bei bank.stat.gl
  22. Einwohnerzahlen nach Ort und Alter 2019 bei bank.stat.gl
  23. Einwohnerzahlen nach Distrikt und Alter 2019 bei bank.stat.gl
  24. Urbane und rurale Bevölkerung nach Alter 1977 und 2019 bei bank.stat.gl
  25. Im- und Emigration 1993–2018 bei bank.stat.gl
  26. Im- und Emigration nach und aus Nuuk 2018 bei bank.stat.gl
  27. a b Jahresbericht des Wirtschaftsrats des Naalakkersuisuts 2013 auf der Seite des Naalakkersuisuts
  28. Flyttet fra Nuuk og kommer helt sikkert aldrig hjem igen in der Sermitsiaq
  29. Nettolöhne nach Distrikt 2017 bei bank.stat.gl (mit dem Jahresschlusskurs 2017 von 1,00 EUR = 7,4448 DKK bei boerse.de)
  30. Einwohnerzahlen nach Ort 1977 und 2019 bei bank.stat.gl
  31. Urbanization in Greenland bei greenlandtoday.com
  32. Qeqertat skal være bygd igen bei knr.gl
  33. Binnenmigration nach Distrikt 2018 bei bank.stat.gl
  34. Staatsbürgerschaften 2019 bei bank.stat.gl (Zahlen müssen halbiert werden.)
  35. Thai'er og filipinere: Mange grønlændere ser ned på os in der Sermitsiaq
  36. Bevölkerung nach Geburtsland 2019 bei bank.stat.gl
  37. Prognose 2018 bei bank.stat.gl
  38. Prognose 2018 (Erwerbsfähiges Alter) bei bank.stat.gl
  39. Prognose 2018 (In Grönländ geborene) bei bank.stat.gl