Demantsfürth

Ortschaft in Deutschland

Demantsfürth ist ein Ortsteil des Marktes Uehlfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Demantsfürth
Markt Uehlfeld
Koordinaten: 49° 39′ 47″ N, 10° 43′ 22″ O
Höhe: 276 m ü. NHN
Einwohner: 136 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91486
Vorwahl: 09163

GeografieBearbeiten

Das Dorf liegt am rechten Ufer der Aisch. Es münden dort die Weisach als linker Zufluss und der Aschenbach und Altenweihergraben als rechte Zuflüsse in die Aisch. Am Westufer der Aisch liegt das Flurgebiet Au, ca. 0,5 km südlich liegen die Rohrmühläcker und die Schwarzweiher.

Der Ort wird von der Bundesstraße 470 tangiert, die nach Uehlfeld (1 km nördlich) bzw. nach Dachsbach führt (2,7 km südlich). Die Kreisstraße NEA 1 führt nach Peppenhöchstädt (2,4 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Voggendorf (1 km nordöstlich).[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1344 als „Dymantzfuert“ erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war die Reichsstadt Nürnberg im Ort begütert. Wie aus dem burggräflichen Urbar des Jahres 1361/64 hervorgeht, war auch die Burggrafschaft Nürnberg in „Dyemutsfurt“ begütert. Sie bezogen auch die Hälfte des großen und kleinen Zehnten. Das burggräfliche Amt Dachsbach übte die Fraisch über den Ort aus. Das Markgraftum Bayreuth wurde im frühen 15. Jahrhundert Rechtsnachfolger der Burggrafschaft Nürnberg.[3] Im Dreißigjährigen Krieg wurde Demantsfürth 1632 geplündert und gebrandschatzt.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Demantsfürth 21 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus. Grundherren waren das Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach (1 Gut, 1 Sölde, 3 Häuslein), die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden (1 Tropfhaus), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 1 Hof, 1 Gut, 2 Sölden, 1 Halbhaus; Spitalamt Hl. Geist: 1 Hof) und der Nürnberger Eigenherr Löffelholz von Kolberg (6 Güter, 3 Tropfhäuser).[5]

1810 kam Demantsfürth an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Demantsfürth 1811 dem Steuerdistrikt Dachsbach zugeordnet. 1813 wurde es der Ruralgemeinde Dachsbach zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Demantsfürth gebildet, zu dem der Ort Voggendorf gehörte.[6] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1920 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt). Ein Anwesen unterstand bis 1848 in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Pommelsbrunn.[7] Ab 1862 wurde Demantsfürth vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Neustadt an der Aisch, ab 1880 Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,636 km².[8] Am 1. Januar 1972 wurde Demantsfürth im Zuge der Gebietsreform nach Uehlfeld eingemeindet.[9]

Der Ort hatte einen Bahnhof an der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Demantsfürth-Uehlfeld.

BaudenkmälerBearbeiten

  • Haus Nr. 2: Eingeschossiges Wohnstallhaus. Im Keilstein der Haustür JHS(chlegel) / 1844. Fenster verändert, Satteldach.[10]
  • Haus Nr. 5: Zweigeschossiges Wohnstallhaus von 1808, 1906 völlig um- bzw. neugebaut. Im Keilstein der Tür J AUL / 1808; im Sturz P 1906 B (Peter Berlet). Satteldach. – Zugehöriges Austragshaus, zweigeschossig, 2 zu 4 Achsen mit profilierten Fensterbänken, frühes 19. Jh.[10]
  • Haus Nr. 14: Eingeschossiges Wohnstallhaus des frühen 19. Jh., gefährdet. Ecklisenen, Gurtband, profiliertes Holztraufgesims. Im Keilstein des Türgewändes BK(estler) 1838. Haustüre horizontal zweigeteilt, zweifeldrig. Auf einem Stein über der stichbogigen Stalltür 18 PILK 88.[10]
  • Haus Nr. 20: Dazugehöriger Brunnen, 1712 datiert. Zwei gefaste Pfeiler zu Seiten des runden Brunnenbeckens, Satteldach. Bezeichnet 17 GB 12.[10]
  • Haus Nr. 27: Ehemaliger Bahnhof

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Demantsfürth

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 243 276 264 259 264 259 274 262 256 258 221 238 222 258 264 250 241 253 241 373 386 341 272 243
Häuser[11] 40 39 43 46 48 47 46 49
Quelle [12] [13] [14] [14] [15] [14] [16] [14] [14] [17] [14] [14] [18] [14] [14] [14] [19] [14] [14] [14] [20] [14] [8] [21]

Ort Demantsfürth

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 151 147 154 154 154 123 146 242 186 151 136
Häuser[11] 25 22 27 29 31 30 33 32
Quelle [12] [13] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [8] [21] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Jakob (Uehlfeld) gepfarrt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 342 (Digitalisat).
  2. Demantsfürth im BayernAtlas
  3. H. Sponholz (Hrsg.), S. 84.
  4. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, OCLC 42823280; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Ebenda 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 243.
  5. H. H. Hofmann, S. 87.
  6. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 58 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 221.
  7. H. H. Hofmann, S. 184.
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 803 (Digitalisat).
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  10. a b c d R. Strobel, S. 46. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
  11. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 17 (Digitalisat). Für die Gemeinde Demantsfürth zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Voggendorf (S. 98).
  13. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 196–197 (Digitalisat).
  14. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  15. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1055, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1220, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1155 (Digitalisat).
  18. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1227 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1265 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1095 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 177 (Digitalisat).