Dedelow

Ortsteil von Prenzlau

Dedelow ist ein Dorf im Nordosten Brandenburgs (Deutschland) im Landkreis Uckermark. Mit 761 Einwohnern ist der Ort der größte Ortsteil der Stadt Prenzlau. Zu Dedelow gehören die Gemeindeteile Ellingen und Steinfurth.[1]

Dedelow
Stadt Prenzlau
Wappen Dedelow
Koordinaten: 53° 21′ 41″ N, 13° 48′ 1″ O
Höhe: 34 (30–45) m
Fläche: 2,25 km²
Einwohner: 761 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 338 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2001
Postleitzahl: 17291
Vorwahl: 039853
Karte
Dedelow im Landkreis Uckermark

GeographieBearbeiten

Das Dorf liegt ca. 109 km nördlich von Berlin und 59 km westlich von Stettin (Polen). Durch den Ort fließt der Fluss Quillow, der aus dem nordwestlich gelegenen Dedelower Stausee kommt und in der Ucker nahe Prenzlau mündet.

GeschichteBearbeiten

 
Schloss Dedelow um 1860, Sammlung Alexander Duncker
 
Großsteingrab „Dedelow 1“
 
Die „Heidenkanzel“, Überrest eines neolithischen Großsteingrabs

Der Dolmen von Dedelow (auch Dedelow 1 genannt) liegt nördlich von Steinfurth. Dedelow wurde erstmals 1320 urkundlich erwähnt, entstand jedoch bereits im 11./12. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg (1614–1648) wurde der Ort stark zerstört. Im Nordischen Krieg (1674–1679) zwischen Schweden und Brandenburg wurde das Dorf 1674 durch die Schweden völlig zerstört. In dem Ort gab es ein Rittergut unter einer jahrhundertelangen Herrschaft der Familie v.Klützow. Das Dedelower Schloss und das Wirtschaftsgebäude wurden im Jahr 1945 durch Brandstiftung zerstört. Heute kann man sich durch alte Teile der Grundmauern ein Bild über den Standort des Schlosses machen. Rote Steine im Bäckerweg kennzeichnen die Lage der Vorderfront des Schlosses. Im Jahr 1968 entstand in Dedelow die erste Milchvieh-Großanlage mit 2000 Rindern. Es begann eine Entwicklung zum „sozialistischen Musterdorf“, die maßgeblich durch den LPG-Vorsitzenden und Volkskammer-Abgeordneten Friedrich Clermont geprägt wurde. In der Folge entstanden einige mehrgeschossige Plattenbauten für die wachsende Zahl der Einwohner. Im Jahr 1975 wurde die Anlage auf 4000 Plätze erweitert. Der heutige Betreiber ist die Agrarprodukte Dedelow GmbH. Sie hält mit über 2500 Milchkühen eine der größten Milchviehherden in Deutschland und Europa.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner[3]
1774 258
1803 290
1816 284
1840 413
1861 485
2009 761

Bedeutende Bauten und GedenkstättenBearbeiten

Dorfkirche DedelowBearbeiten

 
Dorfkirche

Die Kirche ist ein rechteckiger Feldsteinbau mit eingezogenem Rechteckchor und einem querrechteckigen Westturm, der durch ein Satteldach zwischen Giebeln abgeschlossen ist. Sie stammt aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und hat eine reiche Ausstattung.

Mausoleum DedelowBearbeiten

 
Mausoleum der Familie von Klützow

Das Mausoleum befindet sich auf dem Dedelower Kirchhof und wurde im Jahr 1852 von Christian Gottlieb Cantian nach Plänen von Carl Friedrich Schinkel für die in Dedelow ansässige Familie von Klützow erbaut. Im Inneren befindet sich eine kleine Kapelle, die heute für weltliche Trauerfeiern genutzt wird, sowie eine Gruft, in der Särge der Familie v.Klützow stehen. Die Särge wurden 1945 durch russische Soldaten aufgebrochen und geplündert.[4]

Weitere SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Grundmauern Schloss Dedelow
  • Dedelower Stausee

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Ansässige BetriebeBearbeiten

  • Agrarprodukte Dedelow GmbH
  • Landmaschinenhandel & Service GmbH

VerkehrsanbindungBearbeiten

Durch Dedelow verläuft die B 198 in Richtung Prenzlau (Süd) und in Richtung Neubrandenburg über Woldegk (Nord). Die Bundesautobahnen 11 und 20 verlaufen in der Nähe des Dorfes bei Prenzlau. Bis zum 27. Mai 1995 gab es noch in Dedelow einen Bahnhof mit Zügen in Richtung Strasburg (Uckermark), Fürstenwerder (nur bis zum 30. September 1978) und Prenzlau, der durch die Prenzlauer Kreisbahnen bedient wurde. Heute besitzt der Ort 4 Bushaltestellen. Dort fahren Montag bis Freitag Busse der Linien 401 (Prenzlau-Woldegk), 411 (Prenzlau-Dedelow) und 413 (Prenzlau-Strasburg (Uckermark)), die zusammen einen 1-Stunden-Takt zwischen Prenzlau und Dedelow ergeben. Am Samstag, Sonntag und an Feiertagen verkehren nur vier Rufbusse auf der Linie 401. Der nächste internationale Flughafen Stettin-Goleniów liegt ca. 89 km nordöstlich von Dedelow.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Dedelow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ortsteil Dedelow auf prenzlau.eu
  2. Dedelow – Stadt Prenzlau auf uckermark-region.de
  3. Die Territorien der Mark Brandenburg: Kreis Prenzlau
  4. Dedelow – Ortsansichten auf uckermark-region.de