Dead or Alive (Band)

britische Band

Dead or Alive war eine englische Band, die 1978 von Pete Burns, Martin Healey, Phil Hurst und Walter Ogden unter dem Namen Nightmares in Wax in Liverpool gegründet wurde. 1980 erfolgte die Umbenennung in Dead or Alive. Weltbekanntheit erlangte die Band Anfang 1985 mit ihrer Single You Spin Me Round (Like a Record).

Dead or Alive
Pete Burns, Frontmann von Dead or Alive (2008)
Pete Burns, Frontmann von Dead or Alive (2008)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Dark Wave / Gothic Rock (1980–1982)
New Wave (1983–1984)
Hi-NRG, Dance, Pop (1984–1990)
Hi-NRG, Eurodisco (ab 1991)
Gründung 1978 (als Nightmares in Wax,
ab 1980: Dead or Alive)
Auflösung 2011
Website deadoralive.net[1]
Gründungsmitglieder
Pete Burns(1978–2011)
Martin Healey (bis 1983)
Walter Ogden (bis 1980)
Phil Hurst (bis 1980)
Letzte Besetzung
Gesang
Pete Burns †
Schlagzeug
Steve Coy (1982–2011) † 2018
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Mike Reid (1979–1980)
Adrian Mitchely (1980–1981)
Wayne Hussey (1981–1984)
Bass
Sue James (1980–1981)
Mike Percy (1981–1989)
Keyboard
Timothy Lever (1983–1989)
Jason Alburey (1995–2003)
Schlagzeug
Joe Musker (1980–1982)

BandgeschichteBearbeiten

Nach Pete Burns’ Trennung von der Band Mystery Girls gegen Ende 1977 formierte er mit einigen anderen Musikern die Band Nightmares in Wax. Nachdem die Gruppe in der Schwarzen Szene Londons Bekanntheit erlangt hatte, unterschrieb sie einen Plattenvertrag beim Label Inevitable Music und veröffentlichte die Single Birth of a Nation. Kurze Zeit später wurde die Band auf Pete Burns’ Wunsch in Dead or Alive umbenannt, da der Name seiner Meinung nach einen besseren Wiedererkennungswert habe.

Auf den ersten Singles I’m Falling, Number Eleven, It’s Been Hours Now und The Stranger boten Dead or Alive zunächst eine Mischung aus Psychedelic Rock, Post-Punk und Gothic Rock, ehe sie im Sommer 1982 einen Vertrag bei Epic Records unterschrieben und sich stilistisch am Disco-Sound der damaligen Zeit orientierten. Für einige Jahre gehörte auch Wayne Hussey, später bei The Sisters of Mercy und Gründer von The Mission, zur Band.

Im Frühjahr 1984 erschien das Debütalbum Sophisticated Boom Boom. Die LP brachte eine Mischung aus Hi-NRG-Disco und New-Wave-Sound. Etwa zur gleichen Zeit konnte sich auch erstmals mit einigem Erfolg eine ihrer Singles, That’s the Way (I Like It), eine Coverversion des Hits von KC and the Sunshine Band, in den britischen Charts platzieren. Sie entstand unter der Regie von Zeus B. Held (Birth Control). Zu diesem Zeitpunkt bestand die Gruppe nach mehreren Besetzungswechseln neben Burns aus Steve Coy (Schlagzeug), Mike Percy (Bass) und Timothy Lever (Keyboards).

Der große Erfolg stellte sich allerdings erst nach dem Wechsel zum Produzententeam Stock Aitken Waterman ein. Ende 1984 stieg ihre Single You Spin Me Round (Like a Record) in die britischen Charts ein und wurde kurz darauf Spitzenreiter. In den USA wurde ein halbes Jahr später Platz 11 erreicht. Aus dem dazugehörigen Album Youthquake wurden bis Herbst 1985 noch die Singles Lover Come Back to Me, In Too Deep und My Heart Goes Bang ausgekoppelt, die zumindest in Großbritannien noch passable Positionen in den Charts einnehmen konnten.

In dieser Besetzung folgten bis Ende 1989 noch zwei Alben und weitere Singles, die alle jedoch nicht mehr die Top 10 erreichten.

In den 1990er-Jahren ließ Burns mehrere Schönheitsoperationen im Gesicht vornehmen. Die letzten Studioveröffentlichungen waren die Alben Nukleopatra von Oktober 1995 und Fragile aus dem September 2000.

Mitte 2003 erschien ein Best-of-Album der Gruppe mit dem Titel Evolution, auf der auch einige neu eingespielte Versionen ihrer bekannteren Titel vorhanden waren, so unter anderem auch das als Single veröffentlichte You Spin Me Round (Like a Record) ’03.

Gegen Ende 2005 zog Burns in die Promi-Fernseh-WG von Big Brother des britischen Senders Channel 4 ein. Daraufhin wurde die Single You Spin Me Round (Like a Record) Anfang 2006 ein weiteres Mal auf den britischen Markt herausgebracht und schaffte es erneut unter die Top Ten.

Ende April 2006 wurde Burns auf Grund von Verstößen gegen die Bewährungsauflagen aus einer Verurteilung wegen eines Kampfes mit einem ehemaligen Geliebten für ein paar Tage in einem Londoner Gefängnis inhaftiert.[2] Im Mai 2006 erschien seine Autobiographie Freak Unique.

Ende 2011 erklärte Pete Burns schließlich, dass es niemals wieder eine Neuformierung der Band geben würde.[3]

DiskografieBearbeiten

StudioalbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1984 Sophisticated Boom Boom UK29
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: April 1984
1985 Youthquake DE24
(10 Wo.)DE
CH10
(7 Wo.)CH
UK9
 
Gold

(15 Wo.)UK
US31
 
Gold

(20 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Mai 1985
1987 Mad Bad and Dangerous to Know UK27
(4 Wo.)UK
US52
(25 Wo.)US
Erstveröffentlichung: November 1986

Weitere Alben

  • 1988: Nude (VÖ: Dezember)
  • 1989: Nude – Remade Remodelled (VÖ: Juli)
  • 1990: Fan the Flame (Part 1) (VÖ: Dezember)
  • 1995: Nukleopatra (VÖ: Oktober)
  • 2000: Fragile (VÖ: September)
  • 2001: Unbreakable: The Fragile Remixes

KompilationenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1988 Rip It Up US195
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Oktober 1987

Weitere Kompilationen

  • 1987: The 12" Tape
  • 1993: Star Box
  • 1999: You Spin Me Round / Sex Drive (2 CDs)
  • 2003: Evolution: The Hits
  • 2010: That’s the Way I Like It: The Best of Dead or Alive
  • 2011: Original Album Classics (Box mit 3 CDs)
  • 2016: Sophisticated Boom Box MMXVI (CD-Box-Set mit 17 CDs und 2 DVDs)

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1983 Misty Circles UK100
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: Mai 1983
What I Want UK88
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: August 1983
1984 I’d Do Anything UK79
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: Januar 1984
That’s the Way (I Like It)
Sophisticated Boom Boom
UK22
(10 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: März 1984
What I Want ’84 UK87
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: Juni 1984
You Spin Me Round (Like a Record)
Youthquake
DE2
(16 Wo.)DE
AT10
(12 Wo.)AT
CH1
(14 Wo.)CH
UK1
 
Gold

(25 Wo.)UK
US11
(18 Wo.)US
Erstveröffentlichung: November 1984
1985 Lover Come Back to Me
Youthquake
DE21
(12 Wo.)DE
CH5
(10 Wo.)CH
UK11
(8 Wo.)UK
US75
(7 Wo.)US
Erstveröffentlichung: April 1985
In Too Deep
Youthquake
DE61
(4 Wo.)DE
UK14
(9 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: Juni 1985
My Heart Goes Bang (Get Me to the Doctor)
Youthquake
UK23
(6 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: August 1985
1986 Brand New Lover
Mad, Bad and Dangerous to Know
UK31
(4 Wo.)UK
US15
(22 Wo.)US
Erstveröffentlichung: September 1986
1987 Something in My House
Mad, Bad and Dangerous to Know
UK12
(7 Wo.)UK
US85
(6 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Dezember 1986
Hooked On Love
Mad, Bad and Dangerous to Know
UK69
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: März 1987
I’ll Save You All My Kisses UK78
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: September 1987
1988 Turn Around and Count 2 Ten
Nude
UK70
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: August 1988
1989 Come Home with Me Baby
Nude
UK62
(3 Wo.)UK
US69
(8 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Mai 1989
1994 Rebel Rebel UK76
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: Juni 1994
als International Chrysis
2003 You Spin Me Round 2003
Evolution: The Hits
DE96
(2 Wo.)DE
UK23
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: März 2003
Begin to Spin Me Round
Neon Nights
DE37
(5 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: März 2003
Dannii Minogue vs. Dead or Alive
2006 You Spin Me Round 2006 UK5
(11 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: Januar 2006

Weitere Singles

  • 1980: I’m Falling (VÖ: Mai)
  • 1981: Number Eleven (VÖ: Mai)
  • 1982: It’s Been Hours Now (EP; VÖ: Februar)
  • 1982: The Stranger (VÖ: Mai)
  • 1984: Mighty Mix
  • 1987: The Dead or Alive Radio Special with Pete Burns (12inch Vinyl, Promo, Interview)
  • 1987: Rip It Up (Flip Out Mix) (VÖ: November)
  • 1988: Son of a Gun
  • 1988: I Cannot Carry On
  • 1989: Baby Don’t Say Goodbye (VÖ: Oktober)
  • 1990: Your Sweetness Is Your Weakness (VÖ: Dezember)
  • 1991: Been Gone 2 Long (VÖ: April)
  • 1991: Unhappy Birthday (VÖ: August)
  • 1997: Sex Drive (VÖ: April)
  • 2000: Hit and Run Lover (VÖ: September)
  • 2000: Turn Around and Count to Ten [Dead or Alive 2000Mixes]

Auszeichnungen für MusikverkäufeBearbeiten

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/Region   Gold   Platin Ver­käu­fe Quel­len
Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnungen, Verkäufe, Quellen)
  Vereinigte Staaten (RIAA)   Gold1 0! P 500.000 riaa.com
  Vereinigtes Königreich (BPI)   2× Gold2 0! P 600.000 bpi.co.uk
Insgesamt   3× Gold3

QuellenBearbeiten

  1. deadoralive.net (Memento vom 3. September 2013 im Internet Archive)
  2. "Pete Burns Jailed For Flouting Bail", in: Female First. Stand: 1. Mai 2006. Pete Burns in Haft bei femalefirst.co.uk (abgerufen: 27. Dezember 2012)
  3. Q&A Live-Session mit Pete Burns (pdf) (abgerufen: 27. Dezember 2012)
  4. a b c Chartquellen: Singles Alben UK1 UK2 US1 US2

WeblinksBearbeiten