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Dollarkurs innerhalb eines Tages

Daytrading oder Day-Trading (englisch day trading, wörtlich ‚Tageshandel‘; auch Intraday-Handel, englisch intraday trading, wörtlich ‚Innertages-Handel‘) steht für das kurzfristige Handeln an einer Börse unter Ausnutzung von Schwankungsbreiten von Börsenkursen (siehe Volatilität). Hierbei werden Positionen innerhalb des gleichen Handelstages eröffnet und wieder geschlossen – mit dem Ziel, von entsprechenden Kursschwankungen zu profitieren. In der Regel handelt es sich um Spekulationen mit Aktien, Devisen oder Futures bzw. Derivaten. Im Gegensatz zum Intraday-Handel professioneller Händler von Banken, Versicherungen und anderen institutionellen Investoren, wird das Daytrading von privaten Investoren (Daytrader) entweder über das Internet oder in eigens dafür geschaffenen Handelsräumen durchgeführt.[1]

GeschichteBearbeiten

Die Ursprünge des Daytrading finden sich bereits im Präsenzhandel. Die weitere Entwicklung bis zum Hochfrequenzhandel wurde durch den computerisierten Börsenhandel gefördert, der 1971 an der New Yorker NASDAQ-Börse begann. Ein Kleinordersystem förderte 1985 erneut die Möglichkeit des Daytradings.

In den USA ist Daytrading seit 1996 auch für Privatanleger erlaubt. Es entwickelte sich zu einem Wachstumssegment des Börsenhandels. Im Jahr 2000 erreichte der Handel mit privaten Daytradern bereits rund 15 % der täglichen Aktiengeschäfte an der NASDAQ.[2]

In Deutschland wurden seit dem Jahr 1998 spezielle Handelsräume geschaffen, in denen private Daytrader den Handel durchführen können. Im Jahr 2000 existierten ungefähr 50 solcher Daytrading-Center.[3] Am 23. August 2001 erließ die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Wohlverhaltens-Richtlinie,[4] die auch Aufklärungspflichten für Wertpapierdienstleistungsunternehmen gegenüber Daytradern umfasste. Sie wurde 2007 aufgrund entsprechender Änderungen des Wertpapierhandelsgesetzes aufgehoben.[5]

Rechtslage in DeutschlandBearbeiten

Das seit November 2007 geltende Recht hat die Derivate im Wertpapierrecht um bloße „finanzielle Differenzgeschäfte“ (§ 2 Abs. 3 Nr. 3 WpHG) erweitert, sodass auch taggleiche Geschäfte erfasst werden. Deshalb greifen nunmehr auch die Schutzwirkungen für Finanztermingeschäfte aus § 99 WpHG und es gelten die gleichen Schadensregelungen wie bei anderen Finanztermingeschäften.

Aufklärungspflicht

Die Verhaltensregeln für Wertpapierdienstleistungsunternehmen werden in §§ 63 bis 96 WpHG (Verhaltenspflichten, Organisationspflichten, Transparenzpflichten) beschrieben. Eine Richtlinie zur Konkretisierung der §§ 31 und 32 WpHG, die Aufklärungspflichten von Finanzdienstleistern gegenüber Daytrading-Kunden konkreter beschrieb und vorsah, dass Dienstleister über die Risiken des Daytrading aufklären und sicherstellen müssen, dass Kunden über die notwendigen Kenntnisse zur Durchführung solcher Geschäfte verfügen, wurde am 23. Oktober 2007 von der BaFin aufgehoben.[6]

RisikenBearbeiten

Die Risiken beim taggleichen Kaufen und Verkaufen sind grundsätzlich dieselben wie bei jedem anderen Zeithorizont. Die Wertschwankungen innerhalb eines Tages sind bei vielen Handelsobjekten geringer als über einen längeren Betrachtungszeitraum. Um überhaupt profitabel sein zu können, müssen Positionen deswegen oftmals kreditfinanziert oder auf andere Art gehebelt werden, wodurch die Höhe des potentiellen Verlustes steigt.

Ein weiterer kritischer Faktor beim kurzfristigen Handel ist die Reaktionszeit, sowohl die menschliche als auch die technische (Übertragungs- und Verarbeitungszeiten). Aus diesem Grund sind die Server der Hochfrequenzhandels­systeme nahe dem Börsenplatz untergebracht.

Nach einer US-Studie aus dem Jahr 1999 erleiden 70 % der Privatanleger beim Daytrading Verluste.[7] Das bestätigte eine Studie aus dem Jahr 2000 von der North American Securities Administrators Association, die dem Magazin Forbes zufolge herausfand, dass 77 % der Daytrader Verluste machen würden. Der durchschnittliche Gewinn bei den übrigen soll 22.000 US-Dollar innerhalb acht Monaten betragen haben. Von den 124 überwachten Konten sollen lediglich zwei Personen mehr als 100.000 US-Dollar Gewinn erzielt haben.[8]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Alexis Eisenhofer: Day Trading. In: Gabler Banklexikon (online), abgerufen am 2. Mai 2019. Dito: Day Trading. In: Jürgen Krumnow, Ludwig Gramlich u. a. (Hrsg.): Gabler Bank-Lexikon. 13. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-663-07652-0, S. 304.
  2. Zocken unter Zeigern. In: Focus-Money, Nr. 48/2000, 23. November 2000, S. 156. Abgerufen am 2. Mai 2019.
  3. Daytrading ist nur für wenige Privatleute geeignet. In: wallstreet:online, abgerufen am 2. Mai 2019.
  4. Richtlinie gemäß § 35 Abs. 6 des Gesetzes über den Wertpapierhandel (WpHG) zur Konkretisierung der §§ 31 und 32 WpHG für das Kommissionsgeschäft, den Eigenhandel für andere und das Vermittlungsgeschäft der Wertpapierdienstleistungsunternehmen vom 23. August 2001.
  5. Aufhebung der Wohlverhaltensrichtlinie, der Compliance-Richtlinie und der Mitarbeiterleitsätze. BaFin, Rundschreiben, 23. Oktober 2007.
  6. BaFin: Aufhebung der Wohlverhaltensrichtlinie, der Compliance-Richtlinie und der Mitarbeiterleitsätze, abgerufen am 29. Juni 2015.
  7. Die Bank, 1999, S. 732.
  8. Michael Maiello: Day Trading Eldorado. In: Forbes, 12. Juni 2000, abgerufen am 2. Mai 2019 (englisch).
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