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David Matthias Lloyd-Jones (* 19. November 1934 in London) ist ein britischer Dirigent, der sich auf die klassische britische und russische Musik spezialisiert hat. Außerdem ist er Verleger und Übersetzer russischer Opern.

Inhaltsverzeichnis

BiografieBearbeiten

JugendBearbeiten

Lloyd-Jones wurde in London geboren und vor dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie nach West-Wales evakuiert, wo er während seiner Kindheit auf einer Farm lebte. Den ersten Kontakt zur klassischen Musik bekam er zuerst, als er im Schulunterricht von Mozart gehört hatte. Im Alter von 10 Jahren nahm ihn sein Vater zu einem Konzert des London Philharmonic Orchestra in die Royal Albert Hall mit, das den Anstoß für sein Interesse an britischer Musik, insbesondere der Werke Ralph Vaughan Williams und russischer Komponisten erweckt hatte[1]. Sein weiterer Weg führte ihn an das Magdalen College in Oxford, wo er den Studiengang der Musikwissenschaft belegte.

Frühe Karriere und Sadlers WellsBearbeiten

Lloyd-Jones begann seine Karriere 1959 als Korrepetitor am Royal Opera House, Covent Garden. Sein Debüt als professioneller Dirigent führte ihn an das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, wo er dem neu gegründeten Opern Orchester in Liverpool von 1961 bis 1964 vorstand. Danach baute er seinen Ruf als kompetenten Orchsterführer als freiberuflicher Dirigent bei verschiedenen Orchestern und Chören weiter aus. So dirigierte er für die British Broadcasting Corporation und Oper-Aufführungen, die von Fernsehstudios produziert wurden[2].

1972 wurde er als Assistent des Musikdirektors an die Sadlers Wells Opera, der 1974 umbenannten English National Opera berufen, wo er für ein großes Repertoiresystem verantwortlich zeichnete. zu dem unter anderem auch Sergei Prokofievs Krieg und Frieden gehörte.

Opera NorthBearbeiten

Am als Tochterorchester der English National Opera 1977 neu gegründeten Opera North in Leeds übernahm Lloyd-Jones die Stelle des Musikdirektors, wo er in den zwölf Jahren seines Wirkens mehr als fünfzig Opern und Konzerte dirigierte. Highlights aus dieser Zeit war die erste Aufführung von Ernst Kreneks Jonny spielt auf und die erste britische Bühnenpremiere von Richard Strauss' Daphne. Weitere erwähnenswerte Produktionen unter seinem Taktstock war Delius' A Village Romeo and Juliet, die Vertonung von Gottfried Kellers Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe, Borodins Fürst Igor, Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, Berliozs Les Troyens, Richard Jones' Inszenierung von Die Liebe zu den drei Orangen von Prokofjew, ein Doppel Arrangement als erste Aufführung von Tschaikowskis Jolanthe und Nussknacker, eine Choreographie von Matthew Bournes mit der zeitgenössischen Ballettkompanie New Adventures und die Weltpremier von Wilfred Josephss Rebecca. Zudem gastierte Lloyd-Jones mit seinem Orchester auf Festivals in Frankreich und Deutschland. 1990 nahm er seinen Abschied als Musikdirektor in Leeds.

Weitere Engagements und AktivitätenBearbeiten

Lloyd-Jones verlegte seinen Wirkungsbereich danach als Gastdirigent bei verschiedenen Orchestern, wie zum Beispiel dem Royal Opera House, der Welsh National Opera, Scottish Opera und auf den Wexford, Cheltenham, Edinburgh und Leeds Festivals tätig zu werden. Des Weiteren war er Musikdirektor der Bradford Festival Choral Society. aber auch in Städten in Europa, Russland, Israel, Australien und Nordamerika gab er seine Visitenkarte als Dirigent ab.

In den Aufnahmestudios spezialisierte er sich auf die britische und russische Musik, meist für die Plattenlabels Hyperion Records und Naxos.[2] Die ersten kommerziellen Tonaufnahmen von Constant Lamberts Summer's Last Will and Testament (1992) und Tiresias (1999) gehen auf das Konto Lloyd-Jones. In seiner Eigenschaft als Herausgeber verlegte er unter anderem Gilbert und Sullivans The Gondoliers.[3] Eine von ihm im Juni 2009 dirigierte Tonaufnahme von Arthur Sullivans Oper Ivanhoe für Chandos wurde 2010 für einen Grammy nominiert[4].

EhrungenBearbeiten

1986 wurde Lloyd-Jones die Ehrendoktorwürde in Musik der University of Leeds verliehen und 2007 wurde er Ehrenmitglied der Royal Philharmonic Society.

QuellenBearbeiten

  • Nicky Adam (Hrsg.): Who's Who in British Opera. Scolar Press, 1993, ISBN 0-85967-894-6.
  • John, and Ewan West Warrack: The Oxford Dictionary of Opera. Oxford University Press, Oxford 1992, ISBN 0-19-869164-5.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anderson, Colin. "Insights and Ideas from Conductor David Lloyd-Jones", Fanfare Magazine, January/February 2006
  2. a b David Lloyd-Jones profile at bach-cantatas.com
  3. Andrew Lamb: H.M.S. Pinafore, or, The Lass That Loved a Sailor. In: Music Library Association – Notes, Vol. 61, No. 2, Dezember 2004, S. 533
  4. Raymond J Walker: From MusicWeb International auf arkivmusic.com